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6. SSW: Dein Baby hat einen Herzschlag

In der 6. SSW beginnt in dir ein zweites, kleines Herzchen zu schlagen. Dein Körper passt sich weiter der neuen Situation an. Neben körperlichen Symptomen spielt während der 6. Schwangerschaftswoche bei vielen Frauen daher auch die Psyche etwas verrückt. Lies hier, wie du diese etwas schwierige Woche gut überstehst und wie sich dein Körper verändert.

Nicht viel Zeit? Schau dir die Kurzzusammenfassung über die SSW 6 im Video an:

Alle Infos zur Schwangerschaftswoche 6

Inhalt: 6. SSW (5 +0 – 5 +6 SSW)

Zu Beginn der 6. SSW sind es bis zum Entbindungstermin (ET) noch: noch 35 Wochen beziehungsweise 245 Tage. Man spricht bei dieser Schwangerschaftswoche auch von 5 +0 bis 5 +6 SSW. Dein Baby wächst bis zum Ende der 6. Schwangerschaftswoche etwa auf 3 mm bis 5 mm heran. Es ist also kaum größer als ein Apfelkern, aber es hat bereits ein schlagendes Herz!

6. SSW: Babys Herz beginnt zu schlagen

Dein Baby misst in der 6. SSW zwischen drei und fünf Millimeter – es ist also kaum größer als ein Apfelkern, aber es hat bereits ein schlagendes Herz! Mitte dieser Woche hat sich der Herzmuskel geformt und beginnt mit seinen kleinen, flatternden Bewegungen. Diese Miniversion eines Menschenherzens ist das erste arbeitende Organ deines Babys! „Das Herz klopft anfangs noch etwas langsamer, steigert sich aber rasch auf 100- bis 120-mal pro Minute“, erklären Franz Krainer und Annette Nolden in ihrem Schwangerschaftsratgeber „Das große Buch der Schwangerschaft“.

Video Empfehlung

Wie sieht das Baby aus? Ultraschallbild 6. SSW

Auf dem Ultraschall in der 6. SSW ist dein Baby schon deutlich zu erkennen. Allerdings hat es auf dem Ultraschallbild noch eher die Form einer Bohne und du wirst kaum Details erkennen. Dabei ist seit der Befruchtung schon viel passiert: Aus einem Zellhaufen hat sich in 28 Tagen (Ende SSW 6) ein Embryo mit erkennbarem Kopf, Arm- und Beinansätzen entwickelt und sein Herz schlägt!

© Wikimedia Commons / Mirmillon
© Wikimedia Commons / Mirmillon

Auch bei genauerer Betrachtung sieht dein Kleines in der 6. Schwangerschaftswoche noch eher wie eine Kaulquappe aus, als wie ein Baby. Der Kopf macht mehr als die Hälfte seines Körpers aus. In der Mitte des Körpers, nahe der Ausbuchtung, die das Herz beinhaltet, bilden sich auch bereits winzige Knospen für Arme und etwas darunter für die Beine. Nicht weit davon ist der Punkt, an dem die Nabelschnur ansetzt – dünner als Garn! Die Nabelschnur verbindet den Embryo mit der wachsenden Plazenta, dem lebenserhaltenden Organ, welches das wachsende Baby mit Blut und Nahrung versorgt. Der Körper endet in einem Schwanz – aber keine Angst, dieses Relikt aus der Evolution der Menschheit verschwindet in ein paar Wochen. Und wie entwickeln sich die anderen Organe in der 6. SSW?

Organentwicklung in der 6. Schwangerschaftswoche

Die Frühschwangerschaft ist eine sehr empfindliche Phase in der Embryoentwicklung. Nicht nur das Herz entsteht in der 6. SSW, im Körperinneren entwickeln sich auch eine Menge weiterer Organe: alle lebensnotwendig für dien Kind.

  • Kreislaufsystem und Organe wie Bauchspeicheldrüse und Leber entstehen.
  • Entlang des „Rückens“ des Embryos befindet sich eine Reihe kleiner Knöchelchen – daraus werden sich unter anderem Rippen und Wirbelsäule bilden.
  • Erste Hirnareale für Großhirn, Kleinhirn, Zwischenhirn und das Zentrale Nervensystem entstehen.

Um dein Kind auch in der SSW 6 optimal bei der Entwicklung zu unterstützen, ist es wichtig, dass du weiterhin regelmäßig Folsäure einnimmst. Ärzte, Hebammen aber auch das Bundeszentrum für Ernährung sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) sprechen sich daher deutlich dafür aus, dass Schwangere Folate in Form von Schwangerschaftsvitaminen zu sich nehmen sollen. Die DGE schreibt: Frauen mit Kinderwunsch und Schwangerem im 1. Trimester „empfiehlt die DGE zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung die Einnahme von 400 µg synthetischer Folsäure pro Tag oder äquivalente Dosen anderer Folate in Form eines Präparates, um Neuralrohrdefekten bei Embryos vorzubeugen.“

6. SSW: Wie sich dein Körper verändert

Viele Schwangere können es gar nicht erwarten, bis endlich der Babybauch wächst. Leider müssen wir dich enttäuschen: Für ein süßes Bäuchlein ist es in dieser Woche noch zu früh. Dafür wirst du dich mit einigen Schwangerschaftsbeschwerden rumärgern müssen.

Dein Bauch in der SSW 6

Wenn du zum ersten Mal schwanger bist, dann wird sich dein Bauch bis zur 6. SSW noch nicht verändert haben. Vielleicht erscheint er dir dicker, das liegt dann aber vermutlich an Verdauungsproblemen und noch nicht an der Größe deines Babys. Wenn du bisher keine Schwangerschaftsübelkeit hattest, kann es sein, dass du schon ein wenig zugenommen hast. Wer unter Übelkeit leidet, wird vielleicht ein wenig Gewicht verloren haben.

Bei der zweiten und jeder nachfolgenden Schwangerschaft wird sich dein Bauch schon jetzt leicht wölben und vielleicht bekommst du den Knopf deiner Jeans nicht mehr zu. Ein Arzt oder eine Hebamme kann durch Tasten während SSW 6 bereits eine Vergrößerung deiner Gebärmutter feststellen. Sie ertasten den sogenannten Fundusstand. Wie sich dieser im Laufe der Schwangerschaft entwickelt, kannst du auch hier nachlesen: Das sagt der Fundusstand über deine Schwangerschaft aus.

6. Schwangerschaftswoche: Schwangerschaftsbeschwerden

Folgende vier Schwangerschaftsbeschwerden sind in dieser Schwangerschaftswoche am häufigsten:

#1 Häufiger Harndrang

Bereits in den ersten Wochen deiner Schwangerschaft ist ein verstärkter Harndrang deutlich zu merken. Ursache ist nicht etwa das Baby, das auf die Blase drückt – das wäre in der 6. SSW ja auch noch viel zu früh – sondern die verstärkte Durchblutung des Beckens und dass die Nieren nun effizienter arbeiten, um Abfallstoffe aus dem Urin zu filtern. Schuld ist natürlich mal wieder das hCG Hormon (humane Choriongonadotropin), das bis zur 10. Schwangerschaftswoche (SSW) steigt und ausschlaggebend für einen positiven Schwangerschaftstest ist.

#2 Müdigkeit wird stärker

Du könntest jetzt ständig schlafen und bist dennoch nicht ausgeruht, wenn du aufwachst? Keine Sorge, das ist ganz normal für die SSW 6. Deine fehlende Energie wird gerade umgeleitet zu deinem Baby  – da teilt man doch gern, oder? Vielleicht musst du zurzeit auch mehrmals in der Nacht aufstehen und zur Toilette gehen – häufig unterbrochener Schlaf macht dann am Tag zusätzlich müde.

Dein Körper ist in dieser Zeit außerdem mit einigen Veränderungen und Umstellungen beschäftigt. Gib dir und deinem Körper Zeit, diese Phase der Anpassung zu bewältigen und ruhe dich aus. Vermeide Stress und ärgere dich auch nicht, wenn bei der Arbeit und zu Hause alles liegen bleibt.

#3 Verstopfung

Damit keine Nährstoffe verschwendet werden und wirklich alles verwertet wird, um Mutter und Baby zu ernähren, arbeitet der Verdauungstrakt um die 6. SSW langsamer. Dabei wird auch mehr Flüssigkeit entzogen und das Resultat ist dann Obstipation (Verstopfung). Ein gutes Hausmittel ist ein Glas kaltes Wasser mit zwei Esslöffel Apfelessig. Achte darauf, auch am Tag genügend zu trinken und vermeide Kaffee.

#4 Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft

Wenn es dir zurzeit niemand recht machen kann und du vielleicht sogar absichtlich einen Streit mit deinem Partner vom Zaun brichst, dann kannst du es in der 6. Schwangerschaftswoche auf die Hormone schieben. Auch wenn du dich dabei irgendwie fremdgesteuert fühlst, versuche es im Rahmen zu halten und entschuldige dich bei gegebenem Anlass bei deinem Partner, wenn es dir wieder etwas besser geht.

Oft kommt es auch vor, dass Frauen, selbst bei geplantem Baby, plötzlich Zweifel an dem ganzen Unterfangen bekommen. Wenn es dir so ergeht, mach dir keine Vorwürfe! Es ist ganz natürlich und eigentlich auch gesund, dass man nach dem ersten Enthusiasmus nun mit etwas kühlerem Kopf und vielleicht auch einem etwas flauem Gefühl im Magen etwas kritischer über die Sache nachdenkt. Diese Zweifel werden vielleicht immer mal wieder kommen, aber du wirst dennoch eine gute und liebevolle Mutter werden.

Schwangerschaftsdepression

Schwangerschaftskomplikationen in der SSW 6 erkennen

Die 6. Schwangerschaftswoche ist ein guter Zeitpunkt für den Besuch beim Frauenarzt. Oft kann man jetzt im Ultraschall bereits etwas erkennen und gegen Ende der Woche vielleicht auch das kleine Herz wie einen pochenden Punkt schlagen sehen. Bei diesem Termin wird nicht nur die Schwangerschaft bestätigt, sondern auch überprüft, ob sich das befruchtete Ei korrekt in der Gebärmutter angesiedelt hat. In wenigen Fällen findet die Einnistung im Eileiter statt (Eileiterschwangerschaft) oder an einem ungünstigen Ort in der Gebärmutter. Lass dich also gründlich durchchecken, um mögliche Komplikationen auszuschließen.

6. SSW: Dein erster Termin beim Frauenarzt

Wenn du in dieser Woche zu deinem Frauenarzt gehst, solltest du dich auf einige Untersuchungen einstellen: Dein Urin wird untersucht – also trinke ausreichend und halte den Urin an, bis du in der Praxis bist. Von nun an wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung auch etwas Blut abgenommen, Gewicht und Blutdruck werden kontrolliert, stelle dich darauf ein.

Vielleicht wird bereits bei dieser Untersuchung eine ausführliche Anamnese (Aufnahme) durchgeführt und nach allen bisherigen Schwangerschaften, Fehlgeburten, Abtreibungen, vergangenen und aktuellen Krankheiten und Operationen gefragt. Viele Ärzte warten dafür aber den nächsten Termin ab und händigen auch erst dann den Mutterpass aus. War im Ultraschall in der 6. SSW alles in Ordnung, wird der nächste Termin in vier Wochen stattfinden.

Lass dir von deinem Frauenarzt eine Bestätigung deiner Schwangerschaft ausstellen. Du benötigst diesen Nachweis für den Arbeitgeber. Sollten dabei Gebühren anfallen, so muss der Arbeitgeber diese erstatten. Sobald du ihm die Schwangerschaft bekannt gemacht hast, muss er sich an das Mutterschutzgesetz (MuSchG) halten. Es enthält viele Regeln, die dich und dein Ungeborenes vor Schaden schützen sollen. Solltest du während der Probezeit schwanger sein, gelten in diesem Fall noch mal besondere Regeln.

Achte weiterhin auf eine gesunde, vitaminreiche Ernährung in der Schwangerschaft und meide Nikotin, Umweltgifte und Chemikalien (auch im Garten und Haushalt).

Hebamme suchen: Schon in der 6. Schwangerschaftswoche?

Vielleicht hast du bisher noch nicht darüber nachgedacht, weil dein Körper aktuell mehr damit beschäftig ist, die neue Situation zu verarbeiten. Doch bereits im frühen Stadium deiner Schwangerschaft kann dir eine Hebamme helfen und bei den ersten Herausforderungen und Fragen, die dich wahrscheinlich jetzt besonders bewegen, zur Seite stehen. Das kann für dich gerade im ersten Trimester sehr wichtig sein, weil Ängste und Unwohlsein in dieser Phase der Verunsicherung vermehrt auftauchen. Außerdem kann deine Hebamme, sollte deine Schwangerschaft unauffällig und normal verlaufen, Teile der Vorsorgeuntersuchungen übernehmen. Sie wird dann unter anderem regelmäßig deinen Blutdruck und dein Gewicht kontrollieren und die Herztöne deines Babys abhören.

Beim Deutschen Hebammenverband kannst du dich direkt beim Länderverband deines Bundeslandes über die Suche und Veranstaltungen informieren.

Wenn eine vorangegangene Schwangerschaft in einer Fehlgeburt geendet hat, wird es dir schwerfallen, Vertrauen in diese zu bekommen. Lies hier, wie du die kritischen Wochen seelisch meisterst, und deine Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt dennoch genießen kannst.

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Quellen:

  • Moore, Keith; T.V.N. Persaud, Torchia, Mark G., Viebahn, Christoph: Embryologie: Entwicklungsstadien – Frühentwicklung – Organogenese – Klinik, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 6
  • Dr. Hill, Mark: Kyoto Embryo Collection, In:Embryology education and research website
    https://embryology.med.unsw.edu.au (letzter Abruf: Mai 2019)
  • Bundeszentrum für Ernährung: Folsäure, Jod und Co.: Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft. In: Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie
    https://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/nahrungsergaenzungsmittel-29420.html (letzter Abruf: Mai 2019)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Referenzwerte für die Zufuhr von Folat aktualisiert, In: www.dge.de
    https://www.dge.de/nachrichten/detail/referenzwerte-fuer-die-zufuhr-von-folat-aktualisiert/ (letzter Abruf: Mai 2019)
  • Berufsverband der Frauenärzte; Dr. Scharrel, Doris: Kindliche und mütterliche Entwicklung in den Schwangerschaftsdritteln, In: Frauenärzte im Netz
    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/schwangerschaft/schwangerschaftsdrittel/ (letzter Abruf: Mai 2019)
  • Höfer, Silvia; Scholz, Alenka: Meine Schwangerschaft: Tag für Tag faszinierende Bilder und umfassender Rat, Gräfe und Unzer Verlag: 9. März 2014
  • Kainer, Franz; Nolden, Annette: Das große Buch zur Schwangerschaft, Gräfe und Unzer Verlag: München 2009, S. 113