Gegen was kann Akupunktur in der Schwangerschaft helfen?

Akupunktur in der Schwangerschaft: So kann sie dir helfen!

Akupunktur & Schwangerschaft – kann die chinesische Alternativmedizin schwangeren Frauen helfen, Schwangerschaftsbeschwerden zu lindern und sie sogar vor und während der Geburt unterstützen? Hier findest du alle Infos und eine Übersicht, was Akupunktur in der Schwangerschaft für Vorteile haben kann und ob sie auch für dich geeignet sein könnte.

Akupunktur Schwangerschaft Eine Frau entspannt mit geschlossenen Augen: Akupunktur in der Schwangerschaft kann sehr heilsam sein
Akupunktur & Schwangerschaft, passt das zusammen? Unbedingt! Akupunktur kann während der Schwangerschaft und sogar der Geburt und dem Wochenbett bei zahlreichen Beschwerden sanft helfen. © Unsplash / Zohre Nemati

Akupunktur & Schwangerschaft

Viele Frauen greifen während der Schwangerschaft auf alternativmedizinische Verfahren zurück, um Beschwerden zu lindern oder die Gesundheit zu fördern. Ganz vorne mit dabei: Akupunktur. Sowohl zur Linderung unangenehmer Schwangerschaftssymptome als auch zur Geburtsvorbereitung findet dieser Behandlungsansatz aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Anwendung. Auch während der Geburt selbst und im Wochenbett nutzt so manche Mama die Kraft der dünnen Nadeln.

Was ist Akupunktur eigentlich?

Der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) liegt die Vorstellung zugrunde, dass der Mensch von Körperlinien (Meridiane) durchzogen ist. Dort fließt unsere Lebensenergie, das Qi. Ist dieser Fluss gestört, dann zeigt sich das durch verschiedenste Beschwerden. Hier setzt Akupunktur an: An bestimmen Körperpunkten werden diese Meridiane mit speziellen Nadeln aus Stahl stimuliert. Die Nadeln sind sehr dünn (etwa 0,14 – 0,20 Millimeter im Durchmesser) und werden leicht in die Haut gestochen.

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Akupunktur in der Schwangerschaft: So funktioniert’s!

Bei werdenden Mamas ist Akupunktur ganz besonders beliebt. Vorrangig setzt man dieses ganzheitliche Verfahren zur Besserung von Schwangerschaftsbeschwerden sowie zur Geburtsvorbereitung ein. Nachdem Akupunktur in der Schwangerschaft das Qi recht stark zum Fließen bringen kann, wird die Behandlungsdauer meist etwas kürzer als die üblichen 20-25 Minuten angesetzt. Mittlerweile bieten viele Geburtskliniken und Hebammen Akupunktur in der Schwangerschaft an. Auch einige Gynäkologen verfügen über eine entsprechende Zusatzausbildung.

Bei der Akupunktur nimmst du als werdende Mama eine für dich bequeme Position ein. Das kann je nach Behandlung liegend oder sitzend sein. Je nach erwünschter Wirkung, werden die Nadeln dann an die entsprechenden Körperstellen gesetzt. Keine Sorge, das spürst du kaum! Was du aber eventuell fühlen kannst, sobald dein Qi zu fließen beginnt, ist ein sanftes Kribbeln oder leichte Wärme.

Übrigens: Die Kosten für die Akupunktur in der Schwangerschaft weisen eine relativ große Spannbreite auf. Je nach Anbieter musst du für eine Behandlung mit 20 bis 60 Euro rechnen.

Akupunktur & Schwangerschaft: Einsatzmöglichkeiten

Von Rückenschmerzen bis zur Schmerzlinderung nach der Geburt: Bei diesen Problemen wird Akupunktur in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett angewandt:

Akupunktur bei Schwangerschaftsbeschwerden

Akupunktur kann dir bei den kleinen und größeren Beschwerden, die dir während der Schwangerschaft zu schaffen machen, helfen. Das können ganz konkrete Symptome wie übermäßige Schwangerschaftsübelkeit, Rückenschmerzen, Sodbrennen oder Wassereinlagerungen sein. Aber auch diffuse Probleme wie allgemeine Unruhe, Ängste oder Stress lassen sich mit Akupunktur während der Schwangerschaft eventuell gut in den Griff bekommen.

Behandlungen sind während der gesamten Schwangerschaft möglich. Häufig kommt Akupunktur dann bei Schwangerschaftsbeschwerden zum Einsatz, wenn die Problematik wiederholt auftritt oder längere Zeit besteht und das Allgemeinbefinden deutlich beeinträchtigt.

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Akupunktur als Geburtsvorbereitung

In den letzten Wochen vor der Geburt kann dir Akupunktur helfen, Körper und Geist auf das bevorstehende Ereignis vorzubereiten. Die kleinen Nadeln sollen positiv auf den Muttermund wirken, indem sie ihn weicher machen. Außerdem sollen sie die Wehentätigkeit produktiver gestalten, was zu einer Verkürzung der Geburtsdauer führen kann. Etwa ab der 35. Schwangerschaftswoche kannst du geburtsvorbereitende Akupunktur ausprobieren. Ein wöchentliches Intervall ist optimal. Die Nadeln werden üblicherweise an Ohr, Händen, Knien und die kleinen Zehen gesetzt.

Akupunktur während der Geburt

Auch während der Geburt ist Akupunktur möglich, vorausgesetzt, du hast eine entsprechend ausgebildete Hebamme an deiner Seite. Durch das Nadelsetzen an Unterbauch, Rücken und Beinen sollen Schmerzlinderung erreicht und Entspannung gefördert werden, um den Geburtsverlauf positiv zu beeinflussen.

Übrigens: Auch im Wochenbett kannst du von der positiven Wirkung von Akupunktur profitieren. Hier kann sie unterstützend auf die Rückbildung wirken und den Milchfluss anregen.

Mit Akupunktur Schwangerschaft entspannter genießen?

Abschließend möchten wir dir gerne einen kleinen Überblick über mögliche Einsatzmöglichkeiten von Akupunktur in der Schwangerschaft sowie während und nach der Geburt geben.

Akupunktur kann helfen …

  • … gegen Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen
  • … bei Verdauungsproblemen
  • … gegen Sodbrennen
  • … gegen Kopfschmerzen und Migräne
  • … gegen Rückenschmerzen und Verspannungen
  • … bei Schlafproblemen
  • … bei Wassereinlagerungen
  • … den Muttermund weicher zu machen
  • … die Geburt zu verkürzen (regt Wehentätigkeit an)
  • … gegen übermäßigen Schmerz bei der Geburt
  • … zu entspannen
  • … gegen Stress
  • … bei Ängsten
  • … bei Problemen der Plazentalösung
  • … bei der Rückbildung im Wochenbett
  • … den Milchfluss anzuregen

Akupunktur & Schwangerschaft: Wann ist davon abzuraten?

Nicht immer ist Akupunktur in der Schwangerschaft anzuraten. Folgende Gründe sprechen in der Regel gegen die Anwendung dieser TCM-Behandlung. Im Zweifelsfall besprich dich bitte unbedingt mit deinem Gynäkologen.

  1. Risikoschwangerschaft
  2. Plazenta Praevia
  3. Gerinnungsstörungen
  4. Bluthochdruck
  5. Beckenendlage