Alleingeburt - Wenn die Geburt zum Solo-Akt wird

Alleingeburt – Wenn die Geburt zum Solo-Akt wird

Eine Alleingeburt – ganz ohne Hebamme oder Ärzte? Während sich die meisten Frauen bei der Geburt im Krankenhaus am sichersten fühlen, gibt es auch solche, die bewusst darauf verzichten. So kann eine Alleingeburt ablaufen.

Eine schwangere Frau hält ihren Bauch mit beiden Händen
Wieso ziehen immer mehr Frauen eine Alleingeburt dem Krankenhaus vor? © Lazurny via Bigstock

Alleingeburt: So kann sie ablaufen?

Für viele werdende Mütter ist es ein sehr beruhigender Gedanke, zu wissen, während der Geburt auch ärztliche Hilfe zu bekommen: Wenn es nicht mehr geht, können sie schmerzlindernde Medikamente bekommen und im Notfall ist immer ein Arzt in der Nähe.

Doch es gibt eben auch Frauen, die diesen ganz besonderen Moment alleine erleben möchte. Sie entfliehen so dem sterilen Raum des Krankenhauses und verzichten freiwillig auf medizinische Unterstützung.

Stattdessen bringen sie ihr Kind in vertrauter Umgebung zur Welt und verlassen sich ganz auf ihr eigenes Körpergefühl. Wie so eine typische Alleingeburt aussehen kann, siehst du im Video.

Eine typische Alleingeburt zu Hause

Gründe für eine Alleingeburt

Immer wieder entscheiden sich Frauen für eine Alleingeburt. Dazu gibt es noch keine offiziellen Zahlen, doch der Trend zur Alleingeburt steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an. Die Gründe dafür sind verschieden. Meist liegt es wohl daran, dass sie bei vorherigen Geburten schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich deswegen gegen eine herkömmliche Betreuung im Krankenhaus entscheiden.

Mehrere Frauen berichten auf ihren Blogs von ihren traumatischen ersten Geburten im Krankenhaus und das sie sich genau aus diesen Gründen gegen die konventionelle Methode und für eine Alleingeburt entschieden haben. Ein Geburtstrauma kann beispielsweise dann eintreten, wenn Frauen im Krankenhaus das Gefühl bekommen, die Kontrolle über die Geburt zu verlieren.

Komplett alleine ist nicht empfehlenswert

Jana Friedrich, Hebamme aus Berlin sieht dem Trend „Alleingeburt“ auf ihrem Blog „Hebammenblog.de“ kritisch. Einerseits vertraut sie in die Geburtskraft von Frauen, hat aber auch schon einige Notfälle miterlebt und spricht sich deshalb eher für eine Betreuung durch eine Hebamme aus. Ihrer Meinung nach müsse eine Hebamme nur im Notfall aktiv eingreifen, so bleibe die Möglichkeit einer Alleingeburt zu Hause noch bestehen, obwohl man doch nicht so alleine ist.

Verzichten Schwangere komplett auf Unterstützung riskieren sie im schlimmsten Fall sogar das Wohl ihres Kindes: „Wenn man unter der Geburt alleine ist, erkennt man womöglich noch eindeutige Gefahren, wie z.B. eine starke Blutung. Ob man dann aber noch in der Lage ist sich selbst zu helfen ist fraglich. Subtilere Probleme, wie etwa schlechte Herztöne des Babys, bleiben einem gänzlich verborgen.“, schreibt Friedrich.

Der Wunsch nach einer privaten und nicht fremdbestimmten Geburt ist nachvollziehbar. Schließlich hat jede Frau das Recht auf ein schönes Geburtserlebnis. Doch eine Alleingeburt ist nicht ohne Risiko für Mutter und Kind. Es können immer Komplikationen auftreten. Für den Notfall sollte dann immer Hilfe zur Stelle sein. Bedenken und Empfehlungen von Experten, wie die von Jana Friedrich, solltest du daher wirklich ernst nehmen.

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