Anzeichen, dass die Geburt bald losgeht: Geburtsanzeichen erkennen

Anzeichen, dass die Geburt bald losgeht

Nicht nur Wehen sind ein deutliches Anzeichen, eine Geburt kündigt sich durch weitere typische Symptome an. Kennst du sie alle?

Im Video geben wir einen kurzen Überblick über typische Geburtsanzeichen.

 

5 Geburtsanzeichen im Überblick

Typische Anzeichen: Geburt steht kurz bevor

In den letzten Wochen vor dem errechneten Geburtstermin steigt die Spannung: Wann geht die Geburt los? Eine Frage, die sicher auch dich als Schwangere beschäftigt. Tatsächlich gibt es eine Reihe von typischen Geburtsanzeichen, die bei den meisten Frauen in den letzten Schwangerschaftswochen auftreten. Der Körper trifft damit die letzten Vorkehrungen für die Entbindung. Dazu gehört zum Beispiel, dass sich der Muttermund langsam beginnt zu öffnen.

Frühe & sichere Anzeichen für Geburt:

Mit diesen fünf Geburtsanzeichen signalisiert dir dein Körper, dass er die Schwangerschaft für (fast) beendet erklärt. Einige spürst du schon Wochen vor dem großen Tag X. Sie bereiten Körper und Baby auf die Entbindung vor. Andere sind sichere Anzeichen, dass die Geburt bald losgeht –  und mit bald ist dann in den nächsten 24 Stunden gemeint.

  • Senkwehen ➤ einige Wochen vor der Geburt
    Diese Vorwehen können bereits ab der 36. SSW auftreten. Sie schieben dein Baby tiefer ins Becken und bereiten den Muttermund auf die Eröffnung vor. Wichtig: Senkwehen sind noch unregelmäßig!
  • Bauch senkt sich ab ➤ einige Wochen vor der Geburt
    Nimmt dein Baby seine Startposition ein, rutscht es also tiefer ins Becken, wird sich die Form des Babybauches etwas ändern. Er senkt sich leicht nach unten ab.
  • Zeichnungsblutungwenige Tage vor der Geburt
    Während der Schwangerschaft hat ein Schleimpfropf den Muttermund abgedichtet und die Gebärmutter vor aufsteigenden Keimen geschützt. Löst er sich und geht ab, ist das ein sicherer Anzeichen – die Geburt steht kurz bevor. Den Abgang kannst du als leichte Schmierblutung, die sognannte Zeichnungsblutung erkennen. Diese muss aber nicht zwingend auftreten.
  • (vorzeitiger) Blasensprungwenige Stunden vor der Geburt
    Vorsicht, im Normalfall platzt die Fruchtblase erst, wenn der Muttermund bereits vollständig geöffnet ist. Bei einem vorzeitigen Blasensprung geht Fruchtwasser ab, bevor die Wehen eingesetzt haben. In dem Fall wird das Baby vermutlich in den nächsten Stunden zur Welt kommen. Hier bekommst du weitere Informationen, was bei einem vorzeitigen Blasensprung zu tun ist: Blasensprung erkennen: Ist gerade meine Fruchtblase geplatzt?
  • Eröffnungswehenwenige Stunden vor der Geburt
    Spürst du regelmäßige Wehen, die in immer kürzer werdenden Abständen kommen und in ihrer Intensivität stärker werden? Dabei handelt es sich vermutlich um Eröffnungswehen. Sie wirken direkt auf den Muttermund und öffnen ihn. Macht euch auf den Weg ins Krankenhaus: Diese Kontraktionen sind ein eindeutiges Anzeichen für die Geburt. Dein Baby will jetzt auf die Welt kommen.

Gegen Ende der Schwangerschaft werden auch die Kindsbewegungen weniger – schlicht aus Platzmangel. Das sollte dich also nicht zu sehr beunruhigen. Auch das ist ein Anzeichen, dass die Geburt bald losgeht. Hast du dennoch Sorge, ist deine Hebamme oder dein Frauenarzt immer der richtige Ansprechpartner.

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Weitere, individuelle Geburtsanzeichen

Oben genannten Punkte sind vor allem körperliche Anzeichen. Geburt ist aber ebenso wie deine gesamte Schwangerschaft eine individuelle Erfahrung. Daher gibt es auch eine Reihe von subtileren Geburtsanzeichen, die du vielleicht bei dir beobachten kannst. Dazu gehört zum Beispiel auch der Nestbaubetrieb. Manche Schwangeren berichten, dass sie kurz vor der Geburt sehr unruhig waren und einen Aufräumzwang entwickelten.

  • Innere Unruhe
  • Nestbaubetrieb
  • Appetitlosigkeit
  • allgemeine Unlust/ keine Lust mehr, schwanger zu sein
  • Schlaflosigkeit
  • häufiger Stuhlgang oder leichter Durchfall

Durchfall als Anzeichen für die Geburt? Tatsächlich kann eine stärkere Darmtätigkeit auf die nahende Geburt hinweisen. Denn der Darm verläuft direkt an der Gebärmutterwand entlang und kann diese anregen, aktiv zu sein – und anders herum.

Wann geht die Geburt los?

Einen exakten Termin wirst du kaum vorhersagen können, selbst mit diesen Anzeichen. Die Geburt eines Babys lässt sich so genau eben nicht planen (ausgeschlossen einer medikamentöse Geburtseinleitung oder eines Kaiserschnitts). Daher ist und bleibt das sicherste Anzeichen für den Geburtsbeginn die Wehen. Bis dahin solltest du versuchen, möglichst entspannt zu bleiben und nicht jeden Tag verkrampft nach Hinweisen suchen. Das bringt nur unnötigen Stress. Nutze die letzten Tage lieber dafür, Kraft zu sammeln und dich zu entspannen.



Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Geburtsbeginn: Der ersehnte Moment, in: familienplanung.de
    https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/geburt/geburtsverlauf/geburtsbeginn/ (letzter Abruf Mai 2019)
  • Berufsverband der Frauenärzte im Netz; Dr. med. Farrokh, André: Geburtsphasen, in: Frauenärzte im Netz
    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/geburt/geburtsphasen/  (letzter Abruf Mai 2019)
  • Prof. Dr. Deppe: Vorzeitiger Blasensprung, In: Geburtshilfe Basics. Springer Medizin Verlag
  • Christine Mändle: Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. (2014) Schattauer Verlag.
  • Kainer, Franz; Nolden, Annette: Das große Buch zur Schwangerschaft, Gräfe und Unzer Verlag: München 2009, S. 312 ff
  • Höfer, Silvia; Szász, Nora: Hebammen-Gesundheitswissen: Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach, Gräfe und Unzer Verlag: München 2012
  • Rath, Werner; Gembruch, Ulrich; Schmidt Stephan: Geburtshilfe und Perinatalmedizin: Pränataldiagnostik – Erkrankungen – Entbindung, Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG 2010