Ausfluss in der Schwangerschaft: Was hat er zu bedeuten?

Ausfluss Schwangerschaft: Welcher Scheidenausfluss ist normal?

In der Schwangerschaft verändern sich im Körper so viele Dinge, dass schwangere Frauen sich ständig fragen „Ist das normal?“ – auch beim Ausfluss. Schwangerschaft verändert auch deinen Scheidenausfluss: Erfahre hier, welcher Ausfluss in der Schwangerschaft normal ist und bei welchem du lieber zum Arzt gehen solltest.

Ausfluss in der Schwangerschaft: Darauf musst du achten

Jede Frau kennt Ausfluss, er ist Teil des weiblichen Zyklus und verändert sich in jedem Zyklus-Stadium. Viele Frauen beobachten seine Konsistenz und leiten daraus ab, wann in etwa ihr Eisprung oder die Menstruation zu erwarten ist. Doch der Ausfluss in der Schwangerschaft ist anders und oft Anlass zur Sorge.

Ausfluss Schwangerschaft

Durch die Schwangerschaftshormone verändert sich in der Körperchemie einiges, daher haben Schwangere oft vermehrt Ausfluss. Auch ist der gesamte Vaginalbereich in der Schwangerschaft stärker durchblutet und zudem aufgelockert. Es ist also nicht jeder Ausfluss in der Schwangerschaft ein Grund zur Sorge. Lies hier, welche Arten des Scheidensekrets es gibt und bei welchen du lieber zum Arzt gehen solltest.

Ausfluss Schwangerschaft: Das ist normal

  • Milchig
  • Dünnflüssig
  • geruchlos/ leichter Geruch

4 Arten des Scheidenausfluss

Weicht dein Scheidenausfluss stark von oben genannten Merkmalen ab, solltest du dich untersuchen lassen, um Pilzinfektionen oder andere Krankheiten auszuschließen.

Weißer Ausfluss

Ein farbloser oder leicht weißer Ausfluss in der Schwangerschaft, der sogenannte Weißfluss, ist normal, sofern er nicht unangenehm riecht oder mit Schmerzen im Vaginalbereich auftritt. Wird der weiße Ausfluss krümelig oder leidest du unter Brennen und Jucken, kann ein Scheidenpilz der Grund sein. Stellt dein Arzt einen Scheidenpilz in der Schwangerschaft fest, solltest solltest du die Infektion so bald wie möglich behandeln lassen, um Komplikationen bei der Geburt vorzubeugen. Scheideninfektionen können zu einer Frühgeburt führen und sind daher ernst zu nehmen. Auch und besonders am Ende der Schwangerschaft ist eine Vaginal-Infektion für das Baby gefährlich, schließlich soll befinden sich die Keime im Geburtskanal.

Gelber Ausfluss

Eine Infektion mit Bakterien oder einem Pilz ist bei gelbem Ausfluss wahrscheinlich, besonders wenn er unangenehm riecht. Nicht immer, aber häufig treten dann auch Schmerzen oder Juckreiz an der Vagina auf. Solche Symptome oder Veränderungen des Scheidenausflusses, die einem eigenartig vorkommen, bedürfen immer einer Abklärung durch den Arzt. Ob und in welcher Form eine Behandlung nötig ist, muss immer mit dem Arzt besprochen werden. Auch muss geklärt werden, ob eine Behandlung des Partners erforderlich ist.

Brauner Ausfluss

Ein brauner Ausfluss in der Schwangerschaft ist aucherstmal prinzipiell nicht ungewöhnlich. Grund für den bräunlichen Ausfluss können kleine innere Verletzungen sein, etwa durch Geschlechtsverkehr oder Vorsorgeuntersuchungen. Auch hier solltest du aber deinen Arzt um Rat fragen, wenn dein Intimbereich anfängt zu brennen oder zu jucken.

Blutiger Ausfluss

Gerade zum Beginn einer Schwangerschaft kommt bei vielen Frauen blutiger Ausfluss vor. Das muss kein Anzeichen von frühzeitigem Abort sein – wenn du aber ungewöhnlich viel blutigen Ausfluss hast, solltest du auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen, um Schwangerschaftskomplikationen auszuschließen.

Tipps gegen Harn- und Pilzinfektion während der Schwangerschaft

Scheideninfektionen in der Schwangerschaft vorbeugen

Man kann mit einfachen Mitteln gute Voraussetzungen für eine gesunde Vaginal-Flora sorgen:

  1. Ernährung in der Schwangerschaft
    Eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit wenig Zucker ist eine der wichtigsten Maßnahmen der Vorbeugung.
  2. Baumwolle statt Synthetik
    Damit die Haut atmen kann und durch Schweiß und Wärme keine Pilze gedeihen, sind Baumwoll-Unterhosen unbedingt solchen aus Synthetik vorzuziehen. Auch sollte man versuchen, auf Slip Einlagen zu verzichten oder zumindest nur solche verwenden, die atmungsaktiv sind (also ohne Folie).
  3. Sauberkeit nicht übertreiben
    Milde, ph-neutrale Waschlotionen statt Seifen und Duschgel, einmal am Tag. Wer sich mehrmals täglich im Vaginalbereich wäscht, stört dadurch das natürliche Milieu und öffnet damit Keimen Tür und Tor. Sofern kein triftiger Grund vorliegt, zwischendurch allenfalls mit etwas warmen, klarem Wasser frisch machen, statt häufig mit Reinigungsmitteln vorzugehen.
  4. Partner-Hygiene
    Allzu leicht vergessen Männer, dass auch sie eine Verantwortung für das Ungeborene tragen. Erkläre Deinem Partner, dass eine gute (nicht übertriebene) Intim-Hygiene auch von seiner Seite dazu beiträgt, das Kind vor Infektionen und deren Folgen zu schützen. Sollte er irgendwelche Symptome von Infektionen bei sich selbst feststellen, ist eine medizinische Abklärung wichtig um eine Ansteckung der Partnerin zu verhindern.
  5. Vorsicht bei fremden Toiletten
    Durch den Druck auf die Blase müssen Schwangere häufig öffentliche Toiletten benutzen. Es ist ratsam, sich einige Desinfektionstücher in die Handtasche zu stecken, um damit Toilettenbrillen zu reinigen, bevor man sich darauf setzt.

Scheideninfektion: Behandlung ungewöhnlicher Ausfluss

Eine Scheideninfektion in der Schwangerschaft bedarf immer einer ärztlichen Abklärung! Die erforderliche Therapie kann je nach Art und Schwere der Infektion von Sitzbädern mit Eichenrinde über Cremes und Vaginal-Zäpfchen bis hin zur Antibiotikagabe reichen. Und auch hier ist die Partnerbehandlung meist notwendig.

Scheideninfektion vorbeugen

Regelmäßig die Unterwäsche wechseln versteht sich von selbst, aber die Handtücher? Man sollte während einer Infektion darauf achten, täglich das Handtuch zu wechseln mit dem man sich im Intimbereich abtrocknet und Waschlappen selbstverständlich auch. Beim Wäschewaschen sollten Handtücher und Unterhosen heiß gewaschen werden, um Keime abzutöten.

Sollte zugleich eine Fußpilzinfektion vorhanden sein, darf für Füße und Intimbereich nicht das gleiche Handtuch verwendet werden, da sich die Pilzinfektion sonst auf diesem Weg ausbreitet oder immer wieder ausbricht.

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