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Ausfluss in der Schwangerschaft – Was ist normal, was nicht?

vonBarbara Schniebel

Erfahre hier, welcher Scheidenausfluss in der Schwangerschaft normal ist und wann du lieber zum Arzt gehen solltest.

vonBarbara Schniebel
© Bigstock / SkyNext

Wieviel Ausfluss haben Schwangere und ab wann?

Schwangere haben oft vermehrt und manchmal sogar schwallartigen Ausfluss. Da der gesamte Vaginalbereich in der Schwangerschaft stärker durchblutet und aufgelockert ist, ist stärkerer Ausfluss nicht per se ein Grund zur Sorge.

Dabei sind die Menge, Dauer des Scheidensekrets und „Startzeitpunkt“ individuell verschieden.

Ausfluss in der Schwangerschaft: Normal oder besser zum Arzt?

Wichtig: Nicht immer sind Ausfluss & Schwangerschaft eine harmlose Kombination. Lies hier, welche Arten des Ausflusses es gibt und warum du unter anderem bei gelblichem Ausfluss in der Schwangerschaft lieber zum Arzt gehen solltest.

Weißer Ausfluss

  • Normal: Farbloser oder leicht weißer Ausfluss in der Schwangerschaft, der sogenannte Weißfluss, ist normal, sofern er nicht unangenehm riecht oder mit Schmerzen einhergeht.
  • Besser zum Arzt: Wird aus dem normalen Weißfluss bröckeliger Ausfluss oder leidest du unter Brennen und Jucken, kann ein Scheidenpilz der Grund sein. Dieser sollte auf jeden Fall behandelt werden.Dr. Kay Goerke, Herausgeber des „Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe“ warnt: Scheideninfektionen können zu einer Frühgeburt führen und sind daher ernst zu nehmen. Besonders am Ende der Schwangerschaft ist eine Vaginal-Infektion für das Baby gefährlich.

Brauner Ausfluss

  • Normal: Brauner Ausfluss in der Schwangerschaft ist prinzipiell nicht ungewöhnlich. Grund für den bräunlichen Ausfluss können kleine innere Verletzungen sein, etwa durch Geschlechtsverkehr oder Vorsorgeuntersuchungen.
    In der Frühschwangerschaft kann es sich laut Dr. Kay Goerke auch um die Einnistungsblutung handeln.
  • Besser zum Arzt: Fängt dein Intimbereich an zu brennen oder zu jucken, kann eine eine HPV-Infektion (Humanen Papillomvirus) vorliegen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO haben fast 290 Millionen Frauen diese Infektion – ein Besuch beim Frauenarzt kann Klarheit bringen.

Gelber Ausfluss

  • Besser zum Arzt: Vorsicht bei gelblichem Ausfluss & Schwangerschaft. Eine Infektion mit Bakterien oder einem Pilz ist bei gelbem Ausfluss wahrscheinlich, besonders wenn er unangenehm riecht. Nicht immer, aber häufig treten dann auch Schmerzen oder Juckreiz an der Vagina auf. Der Ausfluss kann auch ein Anzeichen für Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, Gonorrhoe oder Geißeltierchen (Trichomonaden) sein..

Gelblicher Ausfluss in der Schwangerschaft oder Veränderungen des Scheidenausflusses, die dir eigenartig vorkommen, bedürfen immer einer Abklärung durch den Arzt.

Ob und in welcher Form eine Behandlung nötig ist, muss immer mit dem Arzt besprochen werden. Auch muss geklärt werden, ob eine Behandlung des Partners erforderlich ist

Blutiger Ausfluss

  • Normal: Gerade zum Beginn einer Schwangerschaft haben vielen Frauen blutigen Ausfluss . Laut Dr. Giovanni Defilippo ist blutiger Ausfluss kein Grund zur Sorge, wenn er während des Geschlechtsverkehrs, nach einer schweren Darmentleerung bei Verstopfung oder nach einer transvaginale Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt auftritt.
    Hier ist meist ein geplatztes Kapillargefäß der Grund, welches das Kind nicht gefährdet. Bei blutigem Ausfluss kann es sich auch um eine Zwischen- oder Schmierblutung handeln.
  • Besser zum Arzt: Sofort in die Notaufnahme solltest du aber laut Dr. Giovanni Defilippo, wenn du ungewöhnlich viel blutigen Ausfluss hast und deine Gebärmutter hart ist und wehtut. In diesen Fällen ist das Risiko einer Fehlgeburt gegeben.

Ausfluss Frühschwangerschaft: Wie sieht er jetzt aus?

  • Normal: Wenn du ab der 1. SSW bis zur 12. SSW deiner Schwangerschaft durchschnittlichen bis schwallartigen Ausfluss hast, ist das in den meisten Fällen ganz normal.
    Grund für helle, milchige oder farb- und geruchslose Scheidensekrete ist meist eine stärkere Durchblutung der Scheidenschleimhaut, die auf die Veränderung der Hormone zurückzuführen ist.
    Auch leicht braunem Ausfluss ist in der Frühschwangerschaft normal und können auf eine Einnistungsblutung hindeuten. Wenn du dir nicht sicher bist, frage deinen Frauenarzt.
  • Besser zum Arzt: Aufpassen solltest du, bei rotem oder rosa Ausfluss in der Frühschwangerschaft, wenn er gelb ist, unangenehm riecht oder du einen Juckreiz oder Brennen spürst. Laut Dr. Giovanni Defilippo solltest du dann dringend zum Arzt, um eine Frühgeburt, eine bakterielle Infektion oder einen Pilzbefall auszuschließen.

Schleimiger Ausfluss kurz vor der Geburt

Wenn du kurz vor dem errechneten Geburtstermin etwas Schleim in der Unterhose hast, ist das ganz normal und wahrscheinlich ein Anzeichen, dass die Geburt bald beginnt.

In den meisten Fällen ist dieser Ausfluss der Abgang des Schleimpfropfs, der während der Schwangerschaft am Muttermund die Gebärmutter vor Keimen schützt. Weitet sich der Muttermund, kann der Schleimpfropf als klarer Schleim abgehen.

Scheideninfektionen in der Schwangerschaft vorbeugen

Grundsätzlich sagt der Ausfluss – schwanger oder nicht – viel über deine Gesundheit aus. Und du kannst mit einfachen Mitteln gute Voraussetzungen für eine gesunde Vaginalflora sorgen:

  1. Ernährung in der Schwangerschaft
    Eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit wenig Zucker ist eine der wichtigsten Maßnahmen der Vorbeugung.
  2. Baumwolle statt Synthetik
    Damit die Haut atmen kann und durch Schweiß und Wärme keine Pilze gedeihen, verwende am besten Baumwoll-Unterhosen. Slipeinlagen solltest du nicht verwenden, Periodenpantys sind besser, weil sie die Haut atmen lassen.
  3. Sauberkeit nicht übertreiben
    Milde, ph-neutrale Waschlotionen statt Seifen und Duschgel, einmal am Tag. Wer sich mehrmals täglich im Vaginalbereich wäscht, stört dadurch das natürliche Milieu und öffnet damit Keimen Tür und Tor.
  4. Partner-Hygiene
     Erkläre deinem Partner, dass eine gute (nicht übertriebene) Intim-Hygiene auch von seiner Seite dazu beiträgt, das Kind vor Infektionen und deren Folgen zu schützen. Sollte er irgendwelche Symptome von Infektionen bei sich selbst feststellen, ist eine medizinische Abklärung wichtig um eine Ansteckung der Partnerin zu verhindern.
  5. Vorsicht bei fremden Toiletten
    Durch den Druck auf die Blase müssen Schwangere häufig öffentliche Toiletten benutzen. Es ist ratsam, sich einige Desinfektionstücher in die Handtasche zu stecken, um damit Toilettenbrillen zu reinigen, bevor man sich darauf setzt.

Eine Scheideninfektion in der Schwangerschaft bedarf immer einer ärztlichen Abklärung! Die erforderliche Therapie kann je nach Art und Schwere der Infektion von Sitzbädern mit Eichenrinde über Cremes und Vaginal-Zäpfchen bis hin zur Antibiotikagabe reichen. Und auch hier ist die Partnerbehandlung meist notwendig.

Quellen

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