Ausfluss Schwangerschaft » Welcher Scheidenausfluss ist normal?

Ausfluss Schwangerschaft: Welcher Scheidenausfluss ist normal?

Schwangere Frauen fragen sich ständig „Ist das normal?“ – auch beim Ausfluss. Schwangerschaft verändert nämlich auch deinen Scheidenausfluss: Erfahre hier, welcher Ausfluss in der Schwangerschaft normal ist und bei wann du lieber zum Arzt gehen solltest. Im Video sind die wichtigsten Infos für dich kompakt zusammengefasst.

Die wichtigsten Infos zu Ausfluss in der Schwangerschaft

Ausfluss Schwangerschaft: Was ist das?

Durch die Schwangerschaftshormone verändert sich in der Körperchemie einiges, daher haben Schwangere oft vermehrt Ausfluss. Dr. Daniela Oesterle betont daher, dass nicht jeder Ausfluss in der Schwangerschaft ein Grund zur Sorge sein, da der gesamte Vaginalbereich in der Schwangerschaft stärker durchblutet und aufgelockert ist. Wie viel Scheidensekret normal ist und wie lange sich ein stärkerer Ausfluss während der Schwangerschaft bemerkbar macht, ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

Lies hier, welche Arten des Ausfluss es gibt und bei welchen Anzeichen du lieber zum Arzt gehen solltest.

Ausfluss in der Schwangerschaft: Normal oder besser zum Arzt?

Weißer Ausfluss

Normal: Ein farbloser oder leicht weißer Ausfluss in der Schwangerschaft, der sogenannte Weißfluss, ist normal, sofern er nicht unangenehm riecht oder mit Schmerzen im Vaginalbereich auftritt.

Besser zum Arzt: Wird der weiße Ausfluss krümelig oder leidest du unter Brennen und Jucken, kann ein Scheidenpilz der Grund sein. Stellt dein Arzt einen Scheidenpilz in der Schwangerschaft fest, solltest solltest du die Infektion so bald wie möglich behandeln lassen, um Komplikationen bei der Geburt vorzubeugen. Dr. Kay Goerke, Herausgeber des „Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe“ wanrt: Scheideninfektionen können zu einer Frühgeburt führen und sind daher ernst zu nehmen. Auch und besonders am Ende der Schwangerschaft ist eine Vaginal-Infektion für das Baby gefährlich, schließlich befinden sich die Keime im Geburtskanal.

Brauner Ausfluss

Normal: Ein brauner Ausfluss in der Schwangerschaft ist auch erstmal prinzipiell nicht ungewöhnlich. Grund für den bräunlichen Ausfluss können kleine innere Verletzungen sein, etwa durch Geschlechtsverkehr oder Vorsorgeuntersuchungen. Bei einem bräunlichen Ausfluss in der Frühschwangerschaft kann es sich laut Dr. Kay Goerke auch um eine Einnigstungsblutung, die sogenannte Nidationsblutung, handeln.

Besser zum Arzt: Fängt dein Intimbereich an zu brennen oder zu jucken, kann eine eine HPV-Infektion (Humanen Papillomvirus) vorliegen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO haben fast 290 Millionen Frauen diese Infektion – ein Besuch beim Frauenarzt kann Klarheit bringen.

Gelber Ausfluss

Besser zum Arzt: Eine Infektion mit Bakterien oder einem Pilz ist bei gelbem Ausfluss wahrscheinlich, besonders wenn er unangenehm riecht. Nicht immer, aber häufig treten dann auch Schmerzen oder Juckreiz an der Vagina auf. Laut Dr. Hanna Rutkowski kann ein gelber Ausfluss, nicht nur in der Schwangerschaft, auch Anzeichen für Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, Gonorrhoe oder Geißeltierchen (Trichomonaden) sein.

Solche Symptome oder Veränderungen des Scheidenausflusses, die einem eigenartig vorkommen, bedürfen immer einer Abklärung durch den Arzt. Ob und in welcher Form eine Behandlung nötig ist, muss immer mit dem Arzt besprochen werden. Auch muss geklärt werden, ob eine Behandlung des Partners erforderlich ist.

Video-Empfehlung

Blutiger Ausfluss

Normal: Gerade zum Beginn einer Schwangerschaft kommt bei vielen Frauen blutiger Ausfluss vor. Das muss kein Anzeichen von frühzeitigem Abort sein. Laut Dr. Giovanni Defilippo ist blutiger Ausfluss in der Schwangerschaft kein Grund zur Sorge während des Geschlechtsverkehrs, nach einer schweren Darmentleerung bei Verstopfung oder nach einer transvaginale Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt. Hier ist meist ein geplatzes Kapillargefäß der Grund, was das Kind nicht gefährdet.

Besser zum Arzt: Sofort in die Notaufnahme solltest du aber laut Dr. Giovanni Defilippo wenn du ungewöhnlich viel blutigen Ausfluss hast und deine Gebärmutter hart ist und weh tut. In diesen Fällen ist das Risiko einer Fehlgeburt gegeben. Außerdem kann anhaltender blutiger Ausfluss ein Zeichen von Krebsgeschwüren der Geschlechtsorgane sein. Auch das solltest du möglichst schnell von einem Arzt untersuchen lassen.

Ausfluss in der Frühschwangerschaft

Normal: Wenn du in den ersten Wochen deiner Schwangerschaft Ausfluss hast, ist das in den meisten Fällen ganz normal. Grund für helle, milchige oder farb- und geruchslose Scheidensekrete ist meist eine stärkere Durchblutung der Scheidenschleimhaut und meist auf eine normale Veränderung der Hormone zurückzuführen. Auch schwache bräunliche Aussonderungen können auf eine Einnistungsblutung hindeuten. Wenn du dir nicht sicher bist, frage deinen Frauenarzt.

Besser zum Arzt: Ist der Ausfluss in der Frühschwangerschaft allerdings rosa/ rot oder gelb, riecht unangenhm oder du spürst einen Juckreiz oder Brennen, solltest du laut Dr. Giovanni Defilippo dringend zum Arzt, um eine Frühgeburt, eine bakterielle Infektion oder einen Pilzbefall auszuschließen.

Ausfluss kurz vor der Geburt

Wenn du kurz vor dem errechneten Geburtstermin etwas Schleim in der Unterhose hast, ist das ganz normal und wahrscheinlich ein Anzeichen, dass die Geburt bald beginnt. In den meisten Fällen ist dieser Ausfluss der Abgang des Schleimpropfs, der während der Schwangerschaft am Muttermund die Gebärmutter vor Keimen schützt. Weitet sich der Muttermund, kann der Schleimpropf als klarer Schleim abgehen.

Scheideninfektionen in der Schwangerschaft vorbeugen

Man kann mit einfachen Mitteln gute Voraussetzungen für eine gesunde Vaginal-Flora sorgen:

  1. Ernährung in der Schwangerschaft
    Eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit wenig Zucker ist eine der wichtigsten Maßnahmen der Vorbeugung.
  2. Baumwolle statt Synthetik
    Damit die Haut atmen kann und durch Schweiß und Wärme keine Pilze gedeihen, sind Baumwoll-Unterhosen unbedingt solchen aus Synthetik vorzuziehen. Auch sollte man versuchen, auf Slip Einlagen zu verzichten oder zumindest nur solche verwenden, die atmungsaktiv sind (also ohne Folie).
  3. Sauberkeit nicht übertreiben
    Milde, ph-neutrale Waschlotionen statt Seifen und Duschgel, einmal am Tag. Wer sich mehrmals täglich im Vaginalbereich wäscht, stört dadurch das natürliche Milieu und öffnet damit Keimen Tür und Tor. Sofern kein triftiger Grund vorliegt, zwischendurch allenfalls mit etwas warmen, klarem Wasser frisch machen, statt häufig mit Reinigungsmitteln vorzugehen.
  4. Partner-Hygiene
    Allzu leicht vergessen Männer, dass auch sie eine Verantwortung für das Ungeborene tragen. Erkläre Deinem Partner, dass eine gute (nicht übertriebene) Intim-Hygiene auch von seiner Seite dazu beiträgt, das Kind vor Infektionen und deren Folgen zu schützen. Sollte er irgendwelche Symptome von Infektionen bei sich selbst feststellen, ist eine medizinische Abklärung wichtig um eine Ansteckung der Partnerin zu verhindern.
  5. Vorsicht bei fremden Toiletten
    Durch den Druck auf die Blase müssen Schwangere häufig öffentliche Toiletten benutzen. Es ist ratsam, sich einige Desinfektionstücher in die Handtasche zu stecken, um damit Toilettenbrillen zu reinigen, bevor man sich darauf setzt.

Scheideninfektion: Behandlung ungewöhnlicher Ausfluss

Eine Scheideninfektion in der Schwangerschaft bedarf immer einer ärztlichen Abklärung! Die erforderliche Therapie kann je nach Art und Schwere der Infektion von Sitzbädern mit Eichenrinde über Cremes und Vaginal-Zäpfchen bis hin zur Antibiotikagabe reichen. Und auch hier ist die Partnerbehandlung meist notwendig.

Scheideninfektion vorbeugen

Regelmäßig die Unterwäsche wechseln versteht sich von selbst, aber die Handtücher? Man sollte während einer Infektion darauf achten, täglich das Handtuch zu wechseln mit dem man sich im Intimbereich abtrocknet und Waschlappen selbstverständlich auch. Beim Wäschewaschen sollten Handtücher und Unterhosen heiß gewaschen werden, um Keime abzutöten.

Sollte zugleich eine Fußpilzinfektion vorhanden sein, darf für Füße und Intimbereich nicht das gleiche Handtuch verwendet werden, da sich die Pilzinfektion sonst auf diesem Weg ausbreitet oder immer wieder ausbricht.


Quellen:

  • Dr. Daniela Oesterle: Ausfluss in der Schwangerschaft (2015)
    https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/ausfluss-in-der-schwangerschaft/ (letzter Abruf: März 2019)
  • Dr. Kay Goerke: Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe, Urban & Fischer, 10. Auflage
  • Weltgesundheitsorganisation WHO: Sexually transmitted infections (STIs) (2019)
    https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/sexually-transmitted-infections-(stis) (letzter Abruf: März 2019)
  • Dr. Hanna Rutkowsk: Ausfluss (2016)
    https://www.netdoktor.de/symptome/ausfluss/ (letzter Abruf: März 2019)
  • Dr. Giovanni Defilippo: Ausfluss in der Schwangerschaft (2015)
    https://www.symptomeundbehandlung.com/ausfluss-in-der-schwangerschaft/ (letzter Abruf: März 2019)
  • Wagenlehner, Florian M. E.: Klinik, Diagnostik und Therapie sexuell übertragbarer Infektionen. In: Deutsches Ärzteblatt Int 2016; 113(1-2): 11-22