Bookmark

Ausschabung: Wann wird sie durchgeführt und wie läuft sie ab?

Eine Ausschabung kann nicht nur wegen einer Fehlgeburt oder eines Schwangerschaftsabbruchs nötig werden, sondern auch bei unterschiedlichen Diagnosen – emotional anstrengend ist sie für Betroffene aber immer. Um besser auf diesen Eingriff vorbereitet zu sein, findest du hier alle Infos zum Ablauf einer Ausschabung und was du nach diesem Eingriff beachten solltest.

Eine Ausschabung ist für viele Frauen eine emotionale Belastung. Sich gut über den Eingriff zu informieren, hilft vielen.
Eine Ausschabung ist für viele Frauen eine emotionale Belastung. Sich gut über den Eingriff zu informieren, hilft vielen.
© Unsplash / Kinga Cichewicz

Was ist eine Ausschabung?

Die Ausschabung gehört laut des Frauengesundheitsberichts des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu den häufigsten gynäkologischen Operationen in Deutschland und gilt daher als sogenannter Routineeingriff.

Definition Kürettage

Muss der Arzt eine Ausschabung der Gebärmutter vornehmen, spricht er auch von einer Abrasio uteri oder einer Kürettage (ursprüngliche französische Schreibweise: Curettage). Der operative Eingriff erfolgt durch die Scheide bei örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose. Dabei entfernt der Arzt mit einem speziellen, löffelartigen, chirurgischen Instrument – Kürette genannt – die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut.

Ausschabung Ablauf: Das kommt auf dich zu

In den meisten Fällen erfolgt eine Gebärmutter-Ausschabung unter einer Vollnarkose. Wird nur Gewebe aus dem Gebärmutterhals und nicht aus der -höhle entfernt, verabreicht der Arzt meist nur eine örtliche Betäubung. Die Gebärmutterhöhle liegt im Inneren der Gebärmutter und wird durch die Gebärmutterschleimhaut ausgekleidet. Der Gebärmutterhalskanal verbindet sie mit der Scheide.

Der operative Eingriff wird in der Regel ambulant in Frauenarztpraxen oder gynäkologischen Abteilungen von Krankenhäusern durchgeführt und dauert maximal 15 Minuten. Dabei sitzt die Patientin in einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl.

Abrasio zur Gewebsuntersuchung/-entfernung

Nachdem der äußere Intimbereich gereinigt, desinfiziert und mit einem sterilen Tuch abgedeckt wurde, dehnt der Arzt vorsichtig den Muttermund, indem er ein Spekulum in die Scheide einführt, welches ihm genügend Platz verschafft. Danach führt er die sogenannte Kürette ein, mit der die Ausschabung vorgenommen wird. Mit dieser Metallschlaufe trägt der Arzt vorsichtig einen Teil der Schleimhaut im Gebärmutterkörper beziehungsweise Gewebe aus dem Gebärmutterhals ab. Mit Hilfe eines speziellen Saugers wird das Gewebe dann abgesaugt und anschließend von einem Pathologen untersucht.

Bei diagnostischen Zwecken wird in manchen Fällen auch eine sogenannte fraktionierte Kürettage vorgenommen, bei der zuerst Gewebeproben aus dem Gebärmutterhals (Zervix) und anschließend von der Schleimhaut genommen werden.

Ausschabung nach Fehlgeburt und Abtreibung

Im Fall eines Schwangerschaftsabbruches, eines Windeis oder einer Fehlgeburt wird anstatt einer normalen Kürette eine Saugkürette eingesetzt, die Fruchthöhle sowie Plazenta absaugt.

Per Ultraschall oder Endoskopie prüft der Arzt anschließend in jedem Fall, ob das gesamte Gewebe beziehungsweise Fruchthöhle und Plazenta bei der Ausschabung vollständig entfernt wurden.

Video-Empfehlung

Ausschabung: Wann wird sie notwendig?

Ein häufiger Grund, warum eine Ausschabung notwendig wird ist eine Fehlgeburt oder ein Schwangerschaftsabbruch. Aber auch zu diagnostischen Zwecken wird eine Kürettage gemacht, um zum Beispiel Krebszellen frühzeitig zu erkennen.

Ausschabung nach Fehlgeburt / Windei

Verstirbt der Embryo im Mutterleib ist das wohl der traurigste Grund für eine Ausschabung: Nach der Fehlgeburt müssen Gewebereste aus der Gebärmutter entfernt werden. Würden sie im Körper verbleiben, kann es zu gefährlichen Komplikationen wie Infektionen und Blutungen kommen.

Das gleiche gilt, wenn die Frau mit einem Windei beziehungsweise einer Blasenmole schwanger ist. In diesem Fall fand zwar eine Befruchtung statt, aber die Fruchthöhle, die den Embryo normalerweise umgibt, bleibt leer. Im Rahmen einer Ausschabung wird sie entfernt. Darüber hinaus ist es natürlich auch möglich, dass eine missglückte Schwangerschaft durch einen natürlichen Abgang vom Körper selbst beendet wird.

Ausschabung nach einer Geburt

Auch wird nach einer natürlichen und gesunden Geburt des Kindes in einigen Fällen eine Abrasio nötig. Wenn sich Teile der Plazenta nicht vollständig von der Innenwand der Gebärmutterhöhle gelöst haben und im Uterus zurückgeblieben sind, droht das Kindbettfieber – also eine Infektion der Geburtswunden. Wird nicht rechtzeitig gehandelt und die Gewebereste durch eine Ausschabung entfernt, kann sich die Gebärmutter nicht richtig zurückbilden und zusammenziehen. In extremen Fällen muss sie dann komplett entfernt werden (Hysterektomie).

Schwangerschaftsabbruch

Entscheidet sich eine Frau gegen eine Schwangerschaft, kann diese durch eine Kürettage beendet werden – häufig durch eine sogenannte Saugkürettage. Dabei entwickelt ein spezielles Gerät einen leichten Unterdruck, wodurch das tote Gewebe nach der Gebärmutter-Ausschabung abgesaugt wird.

Kürettage zu Diagnosezwecken

Zur Krebsfrüherkennung empfehlen Ärzte oft eine Gebärmutter-Ausschabung. Wechseljahre beziehungsweise anormale Blutungen können ebenfalls eine Kürettage notwendig machen.

  • Blutungsstörungen
    Der Gynäkologe kann aufgrund von Blutungsstörungen Gebärmutterschleimhaut ausschaben, um eine Diagnose stellen zu können. Anormale Blutungen können zum Beispiel während oder nach den Wechseljahren vorkommen. Auch wenn die normale Regelblutung sehr lang, stark oder schmerzhaft ist, nimmt der Frauenarzt häufig eine Ausschabung zu Diagnosezwecken vor. Meist stecken Myome, also gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, oder Polypen hinter den Blutungsstörungen und sind harmlos.
  • Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut
    Um bösartige Veränderungen und Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut ausschließen beziehungsweise diagnostizieren zu können, kann ebenfalls eine Kürettage vorgenommen werden.

Ausschabung: Risiken & Komplikationen

Da es sich bei der Gebärmutter-Ausschabung um eine Routine-OP handelt, sind Komplikationen eher selten. Auf folgende Dinge solltest du dennoch achten.

Blutung nach Ausschabung

Prinzipiell sind Blutungen nach der Ausschabung normal. Mach dir keine Sorgen, wenn nach der Abrasio über ein paar Tage leichte, ziehende Schmerzen, leichte Blutungen und bräunlicher Ausfluss auftreten. Der Bundesverband Ambulantes Operieren e.V. erklärt dazu auf seiner Website: „Die ersten Tage nach dem Eingriff besteht noch eine Wundblutung, wobei der Blutverlust dabei meist sehr gering ist. Nach 3-5 Tagen kann die Blutung noch einmal etwas zunehmen, vergleichbar mit einer normalen Regelblutung. Nachfolgend kann noch für etwa 14 Tage bis zur nächsten Regelblutung ein blutig/bräunlicher Ausfluss bestehen.“

Ausschabung: Komplikationen

Wenn die Blutung nach der Ausschabung jedoch ungewöhnlich lang und stark ausfällt, kann dies auf eine Infektion hinweisen und sollte umgehend durch einen Arzt abgeklärt werden. Weitere mögliche Komplikationen sind:

  • Verletzung der Gebärmutter
  • Reißen der Gebärmutterwand
  • zurückgebliebenes Restgewebe
  • Verletzung/ Durchstoßung von Organen durch Küretten

Ausschabung: Risiken

  • Verwachsungen im Bereich der Gebärmutter
  • Schwächung des Gebärmutterhalses
  • Erhöhtes Risiko für weitere Fehlgeburten und Schwangerschaftskomplikationen
  • Unfruchtbarkeit

Diese Risiken und Komplikationen sind zwar selten, können aber vorkommen und sollten auch vom behandelnden Gynäkologen erwähnt und mit ihm besprochen werden.

Worauf muss ich nach einer Ausschabung achten?

Direkt nach der Operation solltest du dich am besten abholen oder von einem Taxi nach Hause fahren lassen, denn dein Körper ist von dem Eingriff und der Narkose geschwächt. Schone dich auf jeden Fall einige Tage. Beobachte in dieser Zeit ganz genau deinen Körper. Gibt er Warnsignale, zum Beispiel starke Schmerzen und Blutungen, Fieber, eitriger Ausfluss, halte schnellstmöglich mit deinem Frauenarzt Rücksprache.
Richtiges Verhalten nach Ausschabung

Auf Sport solltest du nach einer Ausschabung mindestens eine, besser aber zwei Wochen verzichten. Auch sind durch den gedehnten Muttermund Vollbäder, Saunagänge, Schwimmen, Sex und Tampons für zwei bis drei Wochen tabu. Sonst besteht die Gefahr, dass Keime in die Gebärmutter dringen und Infektionen verursachen.


Quellen: 

  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Frauengesundheitsbericht – Kapitel 3 Gesundheitsstatus. S. 153-156
  • Gätje, Regine; Eberle, Christine; Scholz, Christoph; Lübke, Marion (2015): Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme, S. 103-104
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Gebärmutterausschabung (Abrasio, Kürettage). In: Frauenärzte im Netz. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/diagnostik/ausschabung-der-gebaermutter-abrasio-kuerettage/ (letzter Aufruf 21.02.2019)
  • Bundesverband für Ambulatens Operieren e.V.: Gebärmutterausschabung (Kürettage oder Abrasio). In: operieren.de (letzter Aufruf 21.02.2019)