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Bauchgurt in der Schwangerschaft: Was kann ein Schwangerschaftsgürtel wirklich?

Der Babybauch wächst und wächst – und dein Leben wird dadurch immer unangenehmer. Rückenschmerzen und Mutterbandschmerzen sind da nur der Anfang. Was helfen kann: ein Bauchgurt. Schwangerschaft ohne starke Schmerzen und Dehnungsstreifen – nur durch ein Bauchband? Wie ein Schwangerschaftsgürtel funktioniert und, was du dringend beachten musst, liest du hier.

Ein Bauchgurt in der Schwangerschaft stützt deinen Babybauch.
Ein Bauchgurt in der Schwangerschaft stützt deinen Babybauch.
© Bigstock/ AlterPhoto

In diesem Artikel:

Bauchgurt Schwangerschaft: Was ist das?

Ein Bauchband ist ein breiter Gurt aus einem elastischen Material, der um den Babybauch gewickelt wird, um den Bauch zu stützen. Meistens lässt sich der Schwangerschaftsgürtel mit einem Klettverschluss leicht befestigen und schnell an- und ausziehen.

Es gibt auch sogenannte Schwangerschafts-Miederhöschen. Hier ist ein leichter Stützgurt schon in die Unterwäsche eingearbeitet.

Für wen eignet sich ein Stützgürtel besonders?

Bei einer gesunden Schwangerschaft ohne große Probleme und Schmerzen ist der Bauchgurt optional – du bist nicht darauf angewiesen, von den positiven Effekten könntest du aber trotzdem profitieren. Beispielsweise greifen viele Frauen bei langem Gehen gerne zu einem Bauchgurt. Schwangerschaft, Termine und Alltag werden damit angenehmer.

In besonderen Fällen ist ein Schwangerschaftsgürtel sehr hilfreich – zum Beispiel, wenn du…

  • …starke Mutterbandschmerzen
  • …sehr klein und schlank bist.
  • …ein recht schweres Baby hast.
  • …starke Rückenschmerzen hast.
  • …mit Mehrlingen schwanger bist.
  • …eine schlechte Haltung hast (zum Beispiel ein Hohlkreuz).

Bauchgurt Schwangerschaft: Ab wann lohnt es sich?

Ein Stützgurt eignet sich erst, wenn das Gewicht deines Kinds stark zunimmt. Medela empfiehlt den Schwangerschaftsgürtel im zweiten und dritten Trimester.

Du erkennst den richtigen Zeitpunkt in deiner Schwangerschaft leicht, denn  wächst dein Bauch stark. Wenn du eine beschwerdefreie Schwangerschaft hattest, kann sich ein Bauchgurt in den letzten Wochen vor der Geburt lohnen – denn da nehmen die Schwangerschaftsbeschwerden oft nochmal zu.

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Stützgürtel Schwangerschaft: Vorteile

Einen Bauchgurt kannst du sowohl in der Schwangerschaft als auch danach tragen. Diese Vorteile hat ein Schwangerschaftsgürtel unter anderem:

  • Das Bauchband entlastet die Beckenbodenmuskulatur: So kann Inkontinenz in der Schwangerschaft und nach der Geburt verhindert oder gemindert werden.
  • Der Bauchgurt in der Schwangerschaft entlastet außerdem deinen Rücken – das bedeutet: weniger Rückenschmerzen.
  • Der Druck auf die Schambeinfuge (Symphyse) nimmt ab – bei einer Symphysenlockerung in der Schwangerschaft ist das meist sehr angenehm.
  • Dein Babybauch wird durch den Schwangerschaftsgürtel auch gestützt: Dadurch fühlst du dich vielleicht sicherer.
  • Dein Schwangerschaftsgürtel kann auch deine Haltung korrigieren – viele Schwangere verfallen in ein Hohlkreuz – das kann wiederrum Rückenschmerzen auslösen.
  • Ein weiterer möglicher Vorteil vom Bauchgurt: Schwangerschaft ohne Schwangerschaftsstreifen. Da dein Bauch durch den Gurt weniger beansprucht wird, fallen die Streifen vielleicht leichter aus oder zeigen sich gar nicht.

In einer Untersuchung wurde ein Stützgürtel an 40 Schwangeren mit verschiedensten Schwangerschaftsbeschwerden getestet. Das Ergebnis: Mehr als 87 Prozent der Frauen waren sehr zufrieden – die schwangerschaftsbezogenen Schmerzen konnten deutlich verringert werden.

Nachteile vom Baby-Belt

Im Sommer kann der Bauchgurt schnell unangenehm werden. Wenn es heiß ist und du schwitzt, fühlst du dich durch das Band nur noch mehr ‚eingepackt‘. Es gibt mittlerweile jedoch auch atmungsaktive Versionen speziell für den Sommer.

Kritiker äußern auch oft einen großen Nachteil. Da der Schwangerschaftsgürtel die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur unterstützt, gewöhnt sich der Körper an diesen Halt. So werden die Muskeln noch schwächer und du bist noch mehr auf den Gurt angewiesen. Ein echter Teufelskreis. Deswegen wir empfohlen, sich nicht allein auf den Stützgürtel zu verlassen. Durch Schwangerschaftsgymnastik und Wassersport kannst du deine Muskeln auf sanfte Art stärken.

Sport mit Bauchband – Geht das?

Leichten Sport wie Joggen oder Yoga kannst du mit dem Schwangerschaftsgürtel auf jeden Fall machen. Der Gürtel schützt und stabilisiert deinen Babybauch auch beim Sport – vielleicht ist das Joggen dadurch sogar angenehmer. Natürlich solltest du es nicht übertreiben.

Bauchgurt Schwangerschaft: Kaufen – wo, was beachten & wer zahlt?

Was kostet ein Schwangerschaftsgürtel?

Je nach Hersteller kostet ein Stützgürtel für Schwangere zwischen zehn und 50 Euro. Qualitativ hochwertige Modelle sind hier klar anzuraten – sie sind meistens aber auch etwas teurer.

Wo kann ich das Bauchband kaufen?

Einen Bauchgurt für die Schwangerschaft gibt es in Sanitätshäusern und Online-Shops Schwangere. Auch in Apotheken kannst du einen Stützgürtel für Schwange erhalten – hier kann es aber zu Wartezeiten kommen, da er meist nicht vorrätig ist.

Wenn du Geld sparen willst, kannst du auch auf Mama-Basaren oder in Second-Hand-Shops suchen. Hier die richtige Größe zu finden, ist manchmal echt schwer – es kann sich aber lohnen!

Bauchgurt Schwangerschaft: Darauf solltest du beim Kauf achten

Kaufe deinen Stützgürtel erst, wenn du ihn auch benutzen willst – ansonsten kaufst du vielleicht eine falsche Größe. Die richtige Größe und ein angenehmes Tragegefühl sind bei einem Bauchgurt sehr wichtig.

Bedenke auch, dass du den Schwangerschaftsgürtel reinigen musst. Am besten wählst du Material, das du einfach waschen kannst.

Stützgurt Schwangerschaft: Wie finde ich die richtige Größe?

Wenn du dein Bauchband in einem Sanitätshaus oder der Apotheke kaufst, helfen dir die Angestellten sicherlich mit der Passform. Wenn du einen Bauchgurt bestellen willst, findest du auf der Webseite der jeweiligen Anbieter eine Größentabelle. Jetzt musst du nur noch den Bauchumfang eine handbreit unter deinem Bauchnabel messen und die richtige Größe in der Tabelle ablesen.

Da die meisten Bänder einen Klettverschluss haben, ist es auch nicht schlimm, wenn du dich minimal vermisst.

Wer bezahlt den Stützgürtel?

Schwangerschaft ist mit vielen Ausgaben verbunden – und auch den Schwangerschaftsgürtel musst du grundsätzlich selbst zahlen. Es schadet aber nicht, bei deiner Krankenkasse nachzufragen, ob vielleicht doch eine Beteiligung gezahlt werden kann. Vor allem, wenn dein Arzt eine medizinische Notwenigkeit für den Bauchgurt in der Schwangerschaft sieht, ist eine Beteiligung vielleicht möglich. Dafür muss dein Arzt aber ein Rezept ausstellen und du musst vor dem Kauf einen Antrag bei deiner Krankenkasse stellen.

Bauchgurt Schwangerschaft: Wichtige Infos

  • Bevor du dir einen Schwangerschaftsgürtel kaufst, solltest du immer mit deinem Arzt sprechen. Wenn du zum Beispiel Probleme mit der Durchblutung hast, ist eine Kompressionstherapie vielleicht nicht für dich geeignet.
  • Trage den Bauchgurt für Schwanger nicht zu lange. Lies dir hierzu die Hersteller-Anweisungen genau durch. Generell sollte das Bauchband nur einige Stunden am Stück getragen werden. Wenn du unsicher bis, frag deine Hebamme oder deinen Arzt.
  • Der Bauchgurt in der Schwangerschaft ist kein magisches Heilmittel gegen starke Schwangerschaftsbeschwerden. Erwarte also nicht zu viel vom Gürtel. Und sprich mit deinem Arzt, wenn du anhaltende Schmerzen hast – vielleicht gibt es einen anderen Grund dafür.
  • Der Schwangerschaftsgürtel eignet sich vor allem beim Stehen und Gehen. Liegen und langes Sitzen mit dem Bauchband kann schnell unangenehm werden.
  • Wenn du den Bauchgurt beim Schlafen tragen willst, solltest du mit deinem Arzt darüber sprechen. Alternativ gibt es auch spezielle Schlagbandagen für den Babybauch.

Bauchgurt nach Schwangerschaft: Kann ich ihn weiterhin tragen?

Deinen Schwangerschaftsgürtel kannst du auch nach der Geburt noch tragen. Viele Frauen nutzen den Stützgurt, weil sie sich etwas wohler fühlen, wenn ihr Bauch gestützt ist. Der Gurt beschleunigt die Rückbildung aber nicht direkt – er gibt deinem Körper nur Halt und Sicherheit. Wenn du die Rückbildung beschleunigen willst, solltest du Rückbildungsgymnastik machen.

Wichtig: Nach einem Kaiserschnitt musst du warten, bis die Narbe verheilt ist. Außerdem solltest du mit deinem Arzt oder deiner Hebamme sprechen. Denn der Gurt kann die Narbenheilung beeinflussen.

Quellen