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Bauchhöhlenschwangerschaft: Kann das Kind ausgetragen werden?

Positiver Schwangerschaftstest, aber auf dem Ultraschallbild ist nichts zu sehen? In sehr seltenen Fällen kann es sich um eine Bauchhöhlenschwangerschaft handeln. Alles über Ursachen, Symptome und ob du das Kind austragen kannst, erfährst du hier.

Kann eine Bauchhöhlenschwangerschaft ausgetragen werden?
Kann eine Bauchhöhlenschwangerschaft ausgetragen werden?
© Bigstock/Mangostar

Bauchhöhlenschwangerschaft: Was ist das?

Bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft (Peritonealgravidität) hat sich der Embryo in der freien Bauchhöhle statt in der Gebärmutter eingenistet. Sie ist sehr selten und wird normalerweise im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen bei der ersten Ultraschall-Untersuchung erkannt.

Die Bauchhöhlenschwangerschaft wird in der Fachsprache auch als Extrauteringravidität (EUG) bezeichnet. Zu den EUGs gehört auch die Eileiterschwangerschaft, die Einnistung des Embryos in den Gebärmutterhals oder in die Eierstöcke.

Bauchhöhlenschwangerschaft: Ursachen

Eine Bauchhöhlenschwangerschaft ist sehr selten und kann nicht vorgebeugt werden, dennoch gibt es besondere Risikofaktoren:

  • nach einer Bauch-Operation
  • nach künstlicher Befruchtung
  • Vorerkrankungen wie Eileiterentzündungen
  • Endometriose
  • Rauchen
  • die Spirale als Verhütungsmittel

Wichtig: Auch wenn du vielleicht zu einer der Risikogruppen gehörst, solltest du bedenken, dass eine Bauchhöhlenschwangerschaft sehr selten ist. Möchtest du schwanger werden, hast aber Angst vor einer Extrauteringravidität, spreche am besten mit deinem Frauenarzt darüber. Er kann dich ganz genau aufklären und dir eventuelle Ängste nehmen.

Anzeichen für eine Bauchhöhlenschwangerschaft

Spezifische und eindeutige Symptome für eine Bauchhöhlenschwangerschaft gibt es nicht. Zu Beginn verläuft sie im Prinzip wie eine normale Schwangerschaft: Deine Periode bleibt aus, viele Frauen berichten von morgendlicher Übelkeit und einem Spannungsgefühl der Brüste. Auch der Schwangerschaftstest ist positiv. Deshalb gehen die meisten Frauen auch zum Ultraschall zwischen der 9.SSW und 12. Schwangerschaftswoche, bei dem die Bauchhöhlenschwangerschaft bemerkt wird.

Weil im Bauchraum relativ viel Platz ist, bereitet der wachsende Embryo auch keine Schmerzen – im Gegensatz zu einer Eileiterschwangerschaft. Eine bestätigte Diagnose gibt es – wenn überhaupt – erst durch deinen Arzt.

Kann eine Bauchhöhlenschwangerschaft ausgetragen werden?

In der Regel werden Bauchhöhlenschwangerschaften nicht ausgetragen. Da die Eizelle nicht ausreichend versorgt wird, stirbt sie in einem frühen Entwicklungsstadium von selber ab. Ist das nicht der Fall und wird eine Bauchhöhlenschwangerschaft beim ersten Ultraschall bemerkt, wird die Schwangerschaft medikamentös oder operativ beendet.

Es gibt zwar bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft zwar kein Platzproblem, das die Schwangerschaft lebensbedrohlich machen könnte, trotzdem kann es zu schweren Komplikationen kommen. Es kann etwa zu inneren Blutungen oder Entzündungen in der Bauchhöhle kommen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Plazenta mit den inneren Organen verwächst. Die Chancen, dass das Kind eine Bauchhöhlenschwangerschaft lebend überstehen, sind sehr gering.

Schwanger nach Bauchhöhlenschwangerschaft

Prinzipiell kann eine Frau nach einer Bauchhöhlenschwangerschaft erneut schwanger werden – natürlich nur mit einer normal in der Gebärmutter eingenisteten Eizelle. Das Risiko einer erneuten Bauchhöhlenschwangerschaft ist allerdings gegeben.

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Quellen