Blasenmole: Enstehung, Symptome und Behandlung

Blasenmole: Wenn die Schwangerschaft keine ist

Blasenmole kommt so selten vor, dass viele Frauen nie davon gehört haben, doch etwa 0,1 Prozent aller Schwangerschaften entwickeln sich in eine Blasenmole oder auch Traubenmole genannt. Gerade deswegen bleibt die gefährliche Störung der Embryonalentwicklung unerkannt – mit schweren Folgen. Lies hier, wie die Fehlentwicklung entsteht, an welchen Symptomen man eine Blasenmole erkennt und was Frauen bei dieser Diagnose erwartet.

Frau mit einer Blasenmole sitzt am Meer
Eine Blasenmole ist selten, aber für betroffene Frauen oft eine große psychische Belastung. © Unsplash / Felix Russell Saw

Blasenmole: Entstehung

Eine Blasenmole entsteht, wenn bei der Befruchtung der Eizelle ein Fehler auftritt und die Zellen, die sich normalerweise in die Plazenta bilden würden, stattdessen unkontrolliert wachsen und sich in eine Masse aus vielen kleinen traubenförmigen Bläschen bilden.

Arten der Blasenmole: Vollständige und Partialmole

Es gibt zwei Arten von Blasenmolen. Bei beiden Arten handelt es sich um einen Fehler bei der Befruchtung, der in Probleme mit dem Typ oder der Endzahl der Chromosomen mündet.

Vollständige Blasenmole

Bei dieser Form geht der einfache Chromosomensatz der Eizelle der Mutter verloren und der väterliche verdoppelt sich. In diesem Fall wird der väterliche Satz, der vom Spermium geliefert wird, verdoppelt. Die Anzahl der erforderlichen 46 Chromosomen ist vorhanden, der Vater ist aber überrepräsentiert. In diesem Fall entwickelt sich der Embryo gar nicht und die Zellen, die zur Plazenta heranwachsen sollen, wachsen schnell in eine abnormal große Masse.

Partialmole

Bei einer Partialmole handelt es sich um eine normale Eizelle, die aber von zwei Spermien befruchtet wurde. Die 23 mütterlichen Chromosomen werden dann mit 46 väterlichen kombiniert, also die doppelte Menge, das heißt der Embryo wird sich nie richtig entwickeln können.

Vollständige Blasenmolen treten häufiger auf als Partialmolen. Warum Blasenmolen sich überhaupt entwickeln ist nicht ganz bekannt, aber das Alter der Mutter soll eine Rolle spielen. Frauen, die vor 20 oder nach 40 schwanger werden haben ein erhöhtes Risiko.

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Blasenmole: Symptome

Eine Blasenmole ist selbst schwer zu diagnostizieren, aber häufige Symptome sind:

  • Schneller wachsender Bauch als bei einer normalen Schwangerschaft
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blutungen in den frühen Schwangerschaftswochen
  • Sehr hoher Blutdruck
  • Blutung mit traubenähnliche Gewebestücke

Eine vollständige Blasenmole ist bei einer Ultraschalluntersuchung erkennbar, bei der nur Plazentagewebe, aber keinen wachsenden Fötus zu sehen ist. Partialblasenmolen sind dagegen schwieriger zu erkennen, weil eine frühe Ultraschalluntersuchung nicht unbedingt Auffälligkeiten zeigt. Bei beiden Arten kann aber erhöhte hCG-Werte im Blut auf eine Blasenmole hindeuten.

Behandlung einer Blasenmole

Wird eine Blasenmole festgestellt, erfolgt normalerweise eine Ausschabung der Gebärmutter, um die noch wachsende Gewebe zu entfernen. Dieser kleine operative Eingriff wird von einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin unter Vollnarkose ausgeführt.

Nach der Behandlung wird ungefähr ein halbes Jahr lang das Blut kontrolliert, um festzustellen, ob der hCG-Werte sich wieder normalisieren. Normale hCG-Werte sind ein Zeichen, dass die Blasenmole vollständig entfernt wurde. Betroffene Frauen sollten sechs bis zwölf Monate warten, bis sie wieder versuchen sollten, schwanger zu werden.

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