Blasensprung erkennen: Ist gerade meine Fruchtblase geplatzt?

Blasensprung erkennen: Ist gerade meine Fruchtblase geplatzt?

Ein warmes, nasses Gefühl zwischen den Beinen – hat man etwa gerade in die Hose gepinkelt? Oder ist meine Fruchtblase geplatzt? Die Angst vor einem plötzlichen Blasensprung ist unberechtigt. Wie in den Filmen passiert das nur in wenigen Ausnahmefällen. Erfahre hier, ab wann du mit einem Blasensprung wirklich rechnen kannst.

So kannst du den Blasensprung richtig deuten und darauf reagieren
So kannst du den Blasensprung richtig deuten und darauf reagieren ©Pexels

Blasensprung – wann platzt die Fruchtblase?

Der Blasensprung bezeichnet die Öffnung der Fruchtblase, in der sich dein Baby bis zur Geburt befindet. Sobald die Fruchtblase platzt, tritt Fruchtwasser aus. Das bedeutet aber nicht, dass es wie in Hollywoodfilmen ohne Vorwarnung in Strömen an deinen Beinen hinunterläuft. Solche Fälle eines sogenannten vorzeitigen Blasensprungs sind selten und nicht die Regel. Nur bei circa acht bis zehn Prozent aller Schwangeren passiert das.

Im Normalfall findet der Blasensprung erst bei der Geburt statt. Dann, wenn der Muttermund bereits vollständig geöffnet ist und der Druck der Wehen das Baby in den Geburtskanal schiebt, reißen die Eihäute der Fruchtblase. Keine Sorge, platzt die Fruchtblase, tut das der werdenden Mutter überhaupt nicht weh. Viele Schwangere merken den Blasensprung bei der Geburt nur dadurch, dass plötzlich warmes Wasser die Beine hinunterläuft.

Passiert das nicht, kann sie sogar vom Arzt oder der Hebamme während der Geburt im Kreißsaal aktiv ‚gesprengt‘ werden. Dafür wird die Blase angepieckst, so dass sie von alleine weiter aufreißt.

Vorzeitiger Blasensprung: Fruchtblase platzt ohne Vorwarnung

Es gibt zwei Arten von Blasensprung: Der normale Blasensprung bei der Geburt, wenn das Baby bereit ist, auf die Welt zu kommen und der vorzeitige Blasensprung vor dem Einsetzen der Wehentätigkeit. Meistens ist eine Infektion im Genitalbereich Schuld, wenn zu früh die Fruchtblase platzt.

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In diesem Fall ist es entscheidend, in welcher Schwangerschaftswoche sich die werdende Mutter befindet. Leider kann ein vorzeitiger Blasensprung bei Babys, die noch nicht die 24. SSW erreicht haben, zu einer Fehlgeburt führen. Ab der 24. SSW ist die Überlebenschance zumindest gegeben: Problematisch ist trotzdem alles vor der 37. SSW. Vor Vollendung dieser Schwangerschaftswoche zählt das Baby nämlich noch als Frühchen.

Dann wird versucht, die Schwangerschaft so lange es geht aufrecht zu erhalten. Damit keine Keime in die Gebärmutter aufsteigen und eine Infektion auslösen können, wird der Mutter Antibiotikum verabreicht. Auch bekommt sie Wehenhemmer und muss unbedingt unter dauerhafter ärztlicher Beobachtung stehen. Mit einer sogenannte „Lungenreifespritze“ wird außerdem die Entwicklung des Ungeborenen unterstützt, um seine Überlebenschancen zu erhöhen.

Passiert der vorzeitige Blasensprung nach der 37. SSW gibt es Entwarnung. Dann heiß es: Abarten. In den meisten Fällen beginnt die Geburt von alleine und nach spätestens 48 Stunden haben die Frauen ihre Babys im Arm. Passiert nach dem Blasensprung allerdings gar nichts, wird die Geburt nach spätestens 24 Stunden eingeleitet oder ein Kaiserschnitt gemacht. Denn sonst besteht die wieder die Gefahr, dass Keime und Bakterien zum Baby gelangen und eine Infektion auslösen können.

Blasensprung erkennen: Wie fühlt er sich an?

So eindeutig wie in Filmen gerne dargestellt, ist es nicht, wenn die Fruchtblase platzt. Kaum wirst du an einer nassen Hose den Blasensprung erkennen können. Gegen Ende der Schwangerschaft verschließt das Köpfchen deines Kindes nämlich bereits den Ausgang: Hier kommen oftmals nur ein paar Tröpfchen Fruchtwasser aus der Scheide und so ist es nicht einfach zu unterscheiden, ob es sich um Urin oder eben um einen Blasensprung handelt. Ein gutes Indiz: Fruchtwasser kann man anders als Urin nicht mit Muskelkraft zurückhalten. Wenn du nicht sicher bist, rufe deine Hebamme an. Außerdem gibt es auch Teststreifen, die du dir vorab nach Hause holen kannst. Verfärben sich diese bei Kontakt mit der Flüssigkeit, kannst du sicher sein, dass es sich um Fruchtwasser handelt

Blasensprung: Was tun, wenn er zu früh passiert?

Hast du einen Blasensprung, obwohl dein Kind eigentlich noch im Bauch bleiben sollte? Rufe sofort in der Klinik an und lass‘ dir helfen. Wartest du bereits auf die Geburt deines Kindes und die Fruchtblase platzt? Keine Sorge, im Normalfall kommt dein Baby jetzt nicht sofort, du hast also noch Zeit, um in Ruhe zu packen, eventuell jemanden anzurufen und dich entspannt ins Krankenhaus fahren zu lassen. Und natürlich um dich zu freuen, denn bald wirst du dein kleines Wunder in den Händen halten.

Beim Blasensprung ruhig bleiben

Generell solltest du dir aber über einen Blasensprung erstmal keine Sorgen machen. In den meisten Fällen und ab Vollendung der 37. SSW ist er eine Reaktion deines Körpers auf die bevorstehende Geburt deines Babys. Nur selten stellt er für Mutter und Kind ein Risiko da. Auch beginnt nur jede zehnte Geburt mit einem vorzeitigen Blasensprung. Dennoch gilt: Wenn du verunsichert bist, kontaktiere deine Hebamme oder den Arzt.