Chorionzottenbiopsie: Ablauf, Kosten, Risiken

Chorionzottenbiopsie: Ablauf, Kosten, Risiken

Gesunde Kinder wünschen sich alle Eltern. Eine Chorionzottenbiopsie ist eine sehr frühe Möglichkeit um herauszufinden, ob dein Kind gesund auf die Welt kommen wird oder ob es Gendefekte gibt. Lies hier alle Infos zu der Untersuchung, für wen der Test sinnvoll ist, wie er durchgeführt wird und welche Risiken bestehen.

Wenn du eine Kurzzusammenfassung willst, was bei einer Chorionzottenbiopsie passiert, findest du im Video eine anschauliche Schrritt-für-Schritt Erklärung:

Was ist eine Chorionzottenbiopsie?

Die Chorionzottenbiopsie ist Teil der Pränataldiagnostik. Sie wird zwischen der zehnten und zwölften Schwangerschaftswoche durchgeführt. Bei der Chorionzottenbiopsie entnimmt der Arzt Gewebe aus der Plazenta um es auf mögliche erbliche Stoffwechselerkrankungen oder Chromosomenstörungen, wie etwa Trisomie 21, untersuchen zu können. Da sich die Plazenta aus dem gleichen Erbgut entwickelt wie der Fötus, lassen sich aus den entnommenen Chorionzotten (Zellen der Plazenta) Rückschlüsse auf die Gesundheit des Babys ziehen. Die Untersuchung ist auch als Zottenhaut-Test, Mutterkuchenpunktion oder Plazenta-Punktion bekannt.

Für wen macht die Chorionzottenbiopsie Sinn?

Aus nachfolgenden Gründen raten Ärzte schwangeren Frauen zu der Chorionzottenbiopsie:

  1. Ab einem Alter von 35 Jahren
    Statistisch gesehen steigt ab diesem Alter das Risiko für Chromosomenauffälligkeiten und Komplikationen während der Schwangerschaft.
  2. Bei Auffälligkeiten
    Bei Ultraschalluntersuchungen haben sich Auffälligkeiten gezeigt, etwa bei einer Nackenfaltenmessung
  3. Vorerkrankungen
    Bei der Schwangeren oder den Eltern sind genetische Störungen bekannt.
  4. Bekannte familiäre Fälle
    Es gibt bereits ein Kind in der Familie mit Chromosomenstörungen oder erblich bedingten Krankheiten.

Chorionzottenbiopsie: Kosten

Hält der Arzt die Untersuchung für notwendig, werden die Kosten für diese Untersuchung von allen Krankenkassen übernommen. Möchtest du die Chorionzottenbiopsie auch ohne ärztliche Empfehlung machen lassen, musst du mit Kosten bis zu 100 Euro rechnen.

Video-Empfehlung

Chorionzottenbiopsie: Ablauf

Der Eingriff wird in den meisten Fällen ambulant vorgenommen. Das heißt, du kannst danach gleich wieder nach Hause- Die Untersuchung lässt sich auf zwei verschiedene Arten durchführen:

Durch die Scheide (transzervikale Chorionzottenbiopsie)

Bei dieser Methode führt der Arzt einen kleinen Katheder über die Scheide ein und schiebt ihn durch den Gebärmutterhals bis hin zur Plazenta. Über den Schlauch saugt der etwa 15 Milligramm Zellgewebe ab. Der Vorgang wird die ganze Zeit per Ultraschall überwacht. Allerdings wird diese Methode der Chorionzottenbiopsie eher selten durchgeführt. In der Regel erfolgt der Eingriff über die Bauchdecke.

Durch die Bauchdecke (transabdominale Chorionzottenbiopsie)

Hier wird eine Hohlnadel nach örtlicher Betäubung durch die Bauchdecke eingeführt und so das benötigte Gewebe aus der Plazenta entnommen.

Risiken einer Chorionzottenbiopsie

Die Chorionzottenbiopsie gehört zu den invasiven Methoden der Pränataldiagnostik und ist daher mit einigen Risiken verbunden. Zwischen 0,5 und zwei Prozent aller Eingriffe lösen eine Fehlgeburt aus, außerdem kann die Untersuchung Blutungen oder den frühzeitigen Verlust des Fruchtwassers mit sich ziehen.

Die Ergebnisse der Chorionzottenbiopsie gelten als sehr zuverlässig. Nur selten kann es dazu kommen, dass die entnommenen Plazenta-zellen nicht das gleiche Erbgut wie das Kind tragen, weil während der Zellteilung hat eine Mutation stattgefunden hat. In diesem Fall werden noch weitere Untersuchungen notwendig.

Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung?

Im Gegensatz zur Fruchtwasseruntersuchung sind die (vorläufigen) Ergebnisse einer Chorionzottenbiopsie bereits einen Tag nach der Entnahme verfügbar und so bleibt den Eltern mehr Zeit zu entscheiden, wie sie vorgehen wollen. Außerdem ist die Fruchtwasseruntersuchung generell erst ab der 16. SSW möglich.