Bookmark

Corona-Impfung für Schwangere: Darf ich geimpft werden?

Schwangere bekommt Corona-Impfung
© Bigstock/ insta_photos

Die Bundesregierung will die Impfreihenfolge aufheben und ab Juni soll sich jeder um einen Impftermin bemühen können. Aber dürfen dann auch Schwangere geimpft werden?

Antworten auf alle Fragen.

Warum werden Schwangere nicht geimpft?

Kontaktpersonen von Schwangeren gehören laut der Ständigen Impfkomission (STIKO) der dritten Prioritätsgruppe an. Ihre Impfung hat „moderate Priorität“. Aber warum werden Schwangere nicht einfach selbst geimpft?

Warum Schwangere nicht geimpft werden können und sollen hat eine ganz einfache Erklärung: An Schwangeren kann der Impfstoff aus ethischen Gründen nicht getestet werden – in Impf- und Medikamentenstudien ist eine Schwangerschaft generell ein Ausschlusskriterium.

Weil der Impfstoff nicht an Schwangeren getestet wurde, sind auch mögliche Auswirkungen auf Baby und Schwangerschaft noch nicht genug erforscht.

In anderen Ländern, wie Israel und den USA, konnten sich Schwangere dennoch impfen lassen. Aus diesen Fällen konnten Daten gesammelt und neue Studien angefertigt werden.

Mediziner äußern Kritik

Der Mediziner Ekkehard Schleußner vom Universitätsklinikum Jena äußert sich in einem Deutschlandfunk-Interview kritisch gegenüber den Empfehlungen der STIKO.

Die gesammelten Daten zur Corona-Impfung bei Schwangeren, beispielsweise in Israel, zeigen, dass diese nicht zu vermehrten schwangerschaftsspezifischen Komplikationen führen, so Schleußner. Ein erhöhtes Sterbe-Risiko sei ebenso wenig nachzuweisen, wie schwerere Nebenwirkungen gegenüber Nicht-Schwangeren.

Diese Studien beziehen sich auf mRNA-Impfstoffe. Dazu zählen die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer, sowie Moderna. Schleußner betont, dass das nicht bedeutet, dass Vektor-basierte Impfstoffe potenziell gefährlich sind.

Er weist klar darauf hin, dass nicht die Impfung eine Gefahr für das Kind darstellt, sondern eine Erkrankung der Mutter.

Im Gegenteil: Vieles deutet darauf hin, dass das Kind durch die Antikörper der Mutter ebenfalls immunisiert wird. Dieser Vorgang wird als Nestschutz bezeichnet.

Dabei gelangen Antikörper aus dem mütterlichen Blut über die Nabelschnur direkt in das Blut des Kindes.

Ich bin schwanger und Teil der Risikogruppe – was bedeutet das für mich?

Schwangere Frauen, die beispielsweise eine schwere Vorerkrankung haben, sind von den widersprüchlichen Empfehlungen vielleicht verunsichert. Wegen ihrer Vorerkrankung sollten sie dringend geimpft werden aber wegen der Schwangerschaft dürfen sie das nicht.

: Schwangere der Risikogruppe
Impfung im Einzelfall möglich

Die SIKO empfiehlt Schwangeren der Risikogruppe eine Nutzen-Risiko-Abwägung für jeden Einzelfall. Nach ausführlicher Aufklärung durch einen Arzt kann dann eine Impfung angeboten werden.

Kann ich gleich nach der Schwangerschaft geimpft werden?

Auch zu COVID-19-Impfungen in der Stillzeit liegen aktuell nur wenige Daten vor. Insbesondere gibt es keine Daten zur Sicherheit für das gestillte Kind und für die Wirkung der Impfung auf die Milchproduktion.

Die STIKO hält es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sich auch die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM), die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und die Nationale Stillkommission (NSK) für eine Impfung von Stillenden aus. Auch hier überwiege der Nutzen ganz klar die Risiken.

Fragen zur Covid-Impfung

Welche Impfstoffe gibt es?

Wie sicher ist der Impfstoff?

Wie wird der Impfstoff getestet? 

Gibt es Nebenwirkungen?

Wo kann man sich impfen lassen?

Wie oft muss man geimpft werden?

Was wird die Impfung kosten?

Wie viele Menschen müssten sich für eine Herdimmunität impfen lassen?

Wird es eine Impfpflicht geben?

Weitere Informationen zur Impfung gegen das Coronavirus findest du auch hier:

Quellen

Top