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Corona: Werdende Eltern ziehen vermehrt Hausgeburt oder Kaiserschnitt in Betracht

Die gesamte Bevölkerung hat derzeit mit den Folgen und Risiken des Coronavirus zu kämpfen. Auch Schwangere sind davon nicht ausgenommen, viele werdende Eltern ziehen aufgrund der aktuellen Situation vermehrt Hausgeburten oder Kaiserschnitte in Betracht 

©Unsplash / Claudio Schwarz

Steigendes Interesse an außerklinischen Geburten wegen Corona 

Der Hebammenverband in Thüringen berichtet von immer häufigern angefragten Geburten in den eigenen vier Wänden. „Wir haben vermehrt Anfragen nach außerklinischen Entbindungen“, berichtet die Vorsitzende des Hebammenlandesverbandes, Annika Wanierke dem Redaktions Netzwerk Deutschland. Des Weiteren vermutet sie, dasdas steigendes Interesse an außerklinischen Geburten in der Corona Krise, könnte generell mit der Angst vor Ansteckung zu tun haben könnte. Doch Krankenhäuser sind trotz der Ausnahmesituation gut auf Geburten vorbereitet. 

Kaiserschnitt in Zeiten von Corona?

Nicht nur das Interesse an Hausgeburten steigt. Auch Kaiserschnitte werden vermehrt angefragt. Dabei birgt ein Kaiserschnitt unnötige Risiken. Der Vorsitzende der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe Lowen äußerte sich dazu gegenüber dem Redaktions Netzwerk Deutschlands: „Organisatorische Gründe, rechtfertigen keine höheren Behandlungsrisiken. Frauen mit Kaiserschnitten sind anfälliger für Komplikationen als Mütter, die ihre Kinder natürlich zur Welt bringen“.  

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt ebenfalls die Geburt mit der werdenden Mutter abzustimmen und nur in medizinisch begründeten Fällen einen Kaiserschnitt durchzuführen. 

Präventionsmaßnahmen sichern Geburten in Krankenhäusern 

Die deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat Präventionsmaßnahmen für die geburtshilfliche Versorgung aufgestellt. In ihren Empfehlungen wird deutlich, dass selbst in Zeiten von einer Pandemie, Gebärende Frauen in deutschen Krankenhäusern gut versorgt werden und nicht aufgrund von Ansteckungsgefahr zu Hause entbinden müssen.  

 

  • Schwangere dürfen eine weitere Begleitperson mitbringen. Ist die Begleitperson positiv auf COVID-19 getestet, darf sie sich nicht im Kreißsaal oder auf der Station aufhalten. Dies ist jedoch von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich
  • Sollte eine Schwangere im direkten Kontakt mit einer infizierten Person oder in einem Risikogebiet gewesen sein, so wird sie für den gesamten stationären Aufenthalt mit Atemmasken ausgestattet. 
  • Positiv getestete Schwangere werden im Kreißsaal isoliert. 
  • Während der Geburt werden sich weiterhin, sämtliche geburtshilfliche Entscheidungen und Maßnahmen an den allgemeinen Behandlungsrichtlinien orientieren 
  • Die Neugeborenen bleiben bei ihrer Mutter, sollte sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben wird sie mit Atemmasken ausgestattet.  
  • Das Bonding und Stillen wird nicht eingeschränkt.