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CTG: Das verrät dir der Wehenschreiber

vonSonja Hagl

Mit einer Kardiotokografie (auch Cardiotokografie, CTG) misst die Hebamme die Wehen – und Herztöne des Babys. Was die Wehenschreiber-Werte verraten, liest du hier.

vonSonja Hagl
© Bigstock/ Gorlovkv

Was zeigt das CTG an?

Mit dem Wehenschreiber kann dein Arzt oder deine Hebamme gleichzeitig zwei Dinge messen:

  1. die Herztöne deines Babys
  2. deine Wehentätigkeit

Während der Schwangerschaft wird ein CTG geschrieben, um die Gesundheit des Babys zu überwachen.

Bei der Geburt kann mit dem Wehenschreiber geprüft werden, ob dein Baby mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird und wie es auf die Wehen reagiert.

Wie misst ein CTG Wehen und Herztöne?

Bei der Untersuchung bekommst du von deinem Frauenarzt oder der Hebamme einen Gurt umgelegt, an dem zwei Sensoren angebracht sind. Der Wehenschreiber misst dann die Herztöne und eventuelle Wehentätigkeit über einen längeren Zeitraum und druckt die CTG-Werte durchgängig auf einen Papierstreifen aus. >>Wie du die Werte deuten kannst, erfährst du in diesem Teil.

CTG: Ab welcher SSW wird der Wehenschreiber eingesetzt?

Laut dem Berufsverband der Frauenärzte e.V. wird der Wehenschreiber im letzten Schwangerschaftsdrittel – um die 30. SSW – sowie unter der Geburt eingesetzt.

Bei einer Risikoschwangerschaft, Mehrlingsschwangerschaft oder anderen Besonderheiten kann ein CTG auch schon um die 25. Schwangerschaftswoche eingesetzt werden.

Muss während der Schwangerschaft ein CTG geschrieben werden?

Nach den Mutterschutz-Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) muss eine Untersuchung mit Wehenschreiber nicht zwingend durchgeführt werden. Trotzdem entscheiden sich viele Ärzte für die Messung der CTG-Werte.

Wie oft werden die CTG-Werte untersucht?

Entscheidet dein Arzt, dass die Werte gemessen werden sollen, wird eine Kardiotokografie in der Regel alle zwei Wochen durchgeführt.

Wie lange dauert ein CTG?

Im Durchschnitt solltest du mit rund 30 Minuten rechnen, um mit dem CTG Wehen und Herztöne zuverlässig messen zu können. Bei auffälligen CTG-Werten, kann es sein, dass du auch bis zu 60 Minuten an den Wehenschreiber angeschlossen bleibst.

Der Wehenschreiber bei der Geburt

Der Wehenschreiber gehört zum Standartequipment im Kreissaal. In der Eröffnungsperiode der Geburt werden mit dem CTG Wehen etwa alle zwei Stunden gemessen.

Bei Risikoschwangerschaften wird das Kind meistens dauerhaft mit dem Wehenschreiber überwacht.

CTG lesen: Welche Werte sind normal?

Der Wehenschreiber druckt Werte und Linien auf einen Papierstreifen. Doch was bedeuten sie? Wie sehen Wehen auf dem CTG aus? Was bedeuten Schwankungen und Auffälligkeiten? Welche Herzfrequenz ist beim CTG ist normal?

Hier siehst du ein Beispiel, wie CTG-Werte aussehen können – sowie eine kurze und einfache Erklärung der verschiedenen Linien:

ctg-wehenschreiber

© Wikimedia Commons, Phantomsteve, CC BY-SA 3.0

  • A: Herztöne des Babys

Im Normalbereich sind Werte zwischen 120 und 160 Herzschlägen pro Minute. Ein schnellerer Puls wird als Tachykardie – ein langsamerer als Bradykardie bezeichnet. Ausreißer sind aber nicht per se schlimm: Vielleicht bewegt sich dein Baby im Bauch ja viel – oder es schläft gerade.

Bei einem CTG kurz vor der Geburt zeigt dieser Wert auch an, ob dein Baby richtig auf die Wehen reagiert – bei Wehen zieht sich deine Gebärmutter nämlich zusammen. Dadurch kommt kurzzeitig weniger Blut zu deinem Baby – der Herzschlag des Kindes verlangsamt sich in der Zeit ein bisschen und erholt sich wieder. Ist das nicht der Fall, bekommt dein Baby vielleicht nicht genug Sauerstoff.

  • B: Kindsbewegungen, die du gespürt hast

Bei der Untersuchung mit dem Wehenschreiber wird dein Arzt dir sagen, dass du ihm jede Kindsbewegung mitteilen sollst. Dann drückt er auf dem CTG-Gerät einen Knopf, der eine kleine Linie auf dem Ausdruck hinterlässt.

  • C:  alle Kindsbewegungen

In dieser Linie aus Linien und schwarzen Blöcken siehst du die wirklichen Bewegungen deines Kindes. Ein hoher Puls kann so beispielsweise schnell erklärt werden.

  • D: Wehentätigkeit

Auf dem CTG oben kannst du sehen, dass die Frau keine Wehen hatte – bei einer Wehe würde die Linie einen großen Ausschlag nach oben anzeigen. Es werden die Länge und Häufigkeit deiner Wehen gemessen

Tipps vor der ersten Untersuchung mit Wehenschreiber

  1. Wenn dich die CTG-Töne nervös machen: Frage deine Hebamme, ob das Gerät leiser oder stumm gestellt werden kann – bei einem CTG ist das in der Regel möglich. Alternativ kannst du auch Ohrenstöpsel oder Kopfhörer mitbringen, wenn du die Geräusche lieber nicht hören möchtest.
  2. Wenn du die CTG-Werte und Linien nicht verstehst, frage ruhig deine Hebamme – sie wird dir gerne alle wichtigen Dinge erklären.
  3. Wenn du bemerkst, dass deine Hebamme besorgt erscheint, solltest du dich nicht sofort verrückt machen. Sollte wirklich etwas nicht richtig sein, wird deine Hebamme dir das in Ruhe erklären. Vorschnelle Sorge ist hier weder für dich noch für dein Baby gesund.

Häufige Fragen rund um den Wehenschreiber

Was, wenn ich plötzliche keine Herztöne im CTG mehr höre?

Du brauchst keine Angst haben, wenn mal plötzlich kein Ton mehr zu hören ist – dein Baby hat sich dann wahrscheinlich ungünstig bewegt oder der Gurt ist verrutscht. Deine Hebamme wird den Wehenschreiber so justieren, dass du die Herztöne gleich wieder hören kannst.

Gibt es CTG-Alternativen für Zuhause?

Die Herzschläge des eigenen Kindes zu hören, ist schon interessant. Klar, dass du dieses Erlebnis auch gerne mit Freunden oder Verwandten teilen würdest. Im Internet gibt es auch Geräte, die das sogar um die 13. SSW möglich machen sollen. Bevor du dir jetzt so ein CTG für Zuhause bestellst, solltest du aber ein paar Dinge beachten:

  • Zwar sind keine negativen Auswirkungen von Ultraschallwellen für Ungeborene bekannt, trotzdem wird von einem übermäßigen Gebrauch abgeraten.
  • Bei deiner eigenen Messung können leicht Fehler passieren: Du legst den Wehenschreiber falsch an und hörst keine Töne. Das kann sehr beunruhigend sein.
  • Wie zuverlässig die CTG-Werte sind, ist außerdem sehr fragwürdig.

Was, wenn ich bei der Geburt nicht verkabelt sein will?

Manche Frauen haben Bedenken, dass ein CTG sie bei bestimmten Geburtspositionen – oder bei einer Wassergeburt – einschränken könnte. Mittlerweile gibt es aber auch ein sogenanntes Telemetrie-CTG, bei dem du nicht verkabelt werden musst. Die Daten werden hier via Funk übermittelt.

Wie viel kostet die Untersuchung mit Wehenschreiber?

Ein CTG wird meistens im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt – die Kosten werden in der Regel von deiner Versicherung übernommen. Bei Risikoschwangerschaften ist das immer der Fall. Bei einer normalen Schwangerschaft kann es vorkommen, dass deine Hebamme oder dein Arzt eine kleine Gebühr von rund 20 Euro erhebt.

Schadet die CTG-Untersuchung meinem Kind?

Nein, es gibt aktuell keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die darauf hinweisen, dass die Untersuchung dem Kind oder der Mutter schaden.

Ähnlich wie die Ultraschalluntersuchungen basieren auch die CTG-Werte auf Ultraschallwellen. Der Wehenschreiber erzeugt aus den Signalen aber Kurven anstatt eines Bildes.

Quellen

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