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CTG: Das verrät dir der Wehenschreiber

In den letzten Schwangerschaftswochen und während der Geburt kann dein Arzt oder deine Hebamme mit einer Kardiotokografie (auch Cardiotokografie, CTG) Wehen und Herztöne des Babys messen. Was genau ein Wehenschreiber macht, ab wann du es brauchst und, welche CTG-Werte gemessen werden, liest du hier.

© Bigstock/ Gorlovkv

CTG – der Wehenschreiber im Überblick

Was misst ein CTG?

Mit dem Wehenschreiber kann dein Arzt oder deine Hebamme gleichzeitig zwei Dinge messen:

  • Die Herztöne deines Babys
  • Deine Wehentätigkeit

Während der Schwangerschaft wird ein CTG geschrieben, um die Gesundheit des Babys zu überwachen. Bei der Geburt kann mit dem Wehenschreiber geprüft werden, ob dein Baby mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird und wie es auf die Wehen reagiert.

Wie misst ein CTG Wehen und Herztöne?

Bei der Untersuchung bekommst du von deinem Frauenarzt oder der Hebamme einen Gurt umgelegt an dem zwei Sensoren angebracht sind. Du legst dich dann in eine bequeme Position, das Gerät misst dann die Herztöne und Wehentätigkeit und druckt die CTG-Werte durchgängig auf einen Papierstreifen aus. (Wie du die Werte deuten kannst, erfährst du auch in diesem Artikel)

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CTG: Ab wann wird der Wehenschreiber eingesetzt?

Laut dem Berufsverband der Frauenärzte e.V. wird der Wehenschreiber im letztens Schwangerschaftsdrittel – um die 30. SSW – sowie bei der Geburt eingesetzt. Bei einer Risikoschwangerschaft, Mehrlingsschwangerschaft oder anderen Besonderheiten kann ein CTG auch schon um die 25. Schwangerschaftswoche eingesetzt werden.

Muss während der Schwangerschaft ein CTG geschrieben werden?

Nach den Mutterschutz- Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) muss eine Untersuchung mit Wehenschreiber nicht zwingend durchgeführt werden. Trotzdem entscheiden sich viele Ärzte für die Messung der CTG-Werte.

Ob eine Messung mit dem Wehenschreiber notwendig und sinnvoll ist, hängt auch immer mit dem Schwangerschaftsverlauf zusammen. Letztendlich liegt die Entscheidung bei deinem Arzt.

Wie oft werden die CTG-Werte untersucht?

Entscheidet dein Arzt, dass die Werte gemessen werden sollen, wird eine Kardiotokografie in der Regel alle zwei Wochen durchgeführt.

Wie lange dauert ein CTG?

Je nach Schwangerschaftsverlauf kann die Untersuchung unterschiedlich lange dauern. Im Durchschnitt solltest du mit rund 30 Minuten rechnen, um mit dem CTG Wehen und Herztöne zuverlässig messen zu können. Bei auffälligen CTG-Werten, kann es sein, dass du auch bis zu 60 Minuten an das Messgerät angeschlossen bleibst.

Wie viel kostet die Untersuchung mit Wehenschreiber?

Ein CTG wird meistens im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt – die Kosten werden hier in der Regel von deiner Versicherung getragen. Bei Risikoschwangerschaften ist das immer der Fall. Bei einer normalen Schwangerschaft kann es vorkommen, dass deine Hebamme oder dein Arzt eine kleine Gebühr von rund 20 Euro erhebt.

Kann der Wehenschreiber meinem Kind schaden?

Es gibt aktuell keine wissenschaftlichen Ergebnisse, die darauf hinweisen, dass das CTG dem Kind oder der Mutter schaden. Manche Mütter fürchten aber trotzdem, dass ihr Baby den Wehenschreiber merkt und sich anders verhält – zum Beispiel sehr unruhig.

Du musst aber nicht besorgt sein – ähnlich wie die gewöhnlichen Ultraschalluntersuchungen basieren auch die CTG-Werte auf Ultraschallwellen. Es wird eben nur eine Kurve statt einem Bild erzeugt. Wenn du immer noch bedenken hast, solltest du diese mit deiner Hebamme oder deinem Arzt besprechen.

Der Wehenschreiber bei der Geburt

Der Wehenschreiber gehört mittlerweile schon zum Standartequipment im Kreissaal. In der Eröffnungsperiode der Geburt werden mit dem CTG Wehen etwa alle zwei Stunden gemessen. Bei Risikoschwangerschaften wird das Kind meistens dauerhaft mit dem Wehenschreiber überwacht.

Was, wenn ich bei der Geburt nicht verkabelt sein will?

Manche Frauen haben Bedenken, dass ein CTG sie bei bestimmten Geburtspositionen – oder bei einer Wassergeburt – einschränken könnte. Mittlerweile gibt es aber auch ein sogenanntes Telemetrie-CTG, bei dem du nicht verkabelt werden musst. Die Übermittlung der Daten passiert über Funk.

Gibt es CTG-Alternativen für Zuhause?

Die Herzschläge des eigenen Kindes zu hören, ist schon interessant. Klar, dass du dieses Erlebnis auch gerne mit Freunden oder Verwandten teilen würdest. Im Internet gibt es auch Geräte, die das sogar um die 13. SSW möglich machen sollen. Bevor du dir jetzt so ein CTG für Zuhause bestellst, solltest du aber ein paar Dinge beachten:

  • Zwar sind keine negativen Auswirkungen von Ultraschallwellen für Ungeborene bekannt, trotzdem wird von einem übermäßigen Gebrauch abgeraten.
  • Bei deiner eigenen Messung können leicht Fehler passieren: Du legst den Wehenschreiber falsch an und hörst keine Töne. Das kann sehr beunruhigend sein – und Stress ist ja bekanntlich nicht gut fürs Baby.
  • Wie zuverlässig die CTG-Werte aus solchen Maschinen sind, ist außerdem sehr fragwürdig.

Als kleiner Gag können solche Maschinen lustig und interessant sein – nimm die Werte und Töne einfach nicht zu ernst und vertraue auf die richtige Messung beim Arzt oder deiner Hebamme.

CTG lesen: Welche Werte sind normal? Was bedeuten Auffälligkeiten?

Der Wehenschreiber druckt Werte und Linien auf einen Papierstreifen – Schwangere können damit meistens eher wenig anfangen, denn die Interpretation von CTG-Werten ist für Laien doch erstmal schwierig. Sie fragen sich dann: Welche Werte sind normal? Wie sehen Wehen auf dem CTG aus? Was bedeuten Schwankungen und Auffälligkeiten? Welche Herzfrequenz ist beim CTG ist normal?

Hier siehst du ein Beispiel, wie CTG-Werte aussehen können – sowie eine kurze und einfach Erklärung der verschiedenen Linien:

ctg-wehenschreiber

© Wikimedia Commons, Phantomsteve, CC BY-SA 3.0

 

Das bedeuten die CTG-Werte:

A: Diese Linie zeigt die Herztöne vom Baby

Im Normalbereich sind Werte zwischen 120 und 160 Herzschlägen pro Minute. Ein schnellerer Puls wird auch als Tachykardie – ein langsamerer als Bradykardie bezeichnet. Ausreißer sind aber erstmal nicht schlimm: Vielleicht bewegt sich dein Baby im Bauch ja viel – oder es schläft gerade. Auffälligkeiten sollten trotzdem beobachtet werden.

Bei einem CTG kurz vor der Geburt zeigt dieser Wert auch an, ob dein Baby richtig auf die Wehen reagiert – bei Wehen zieht sich deine Gebärmutter nämlich zusammen. Dadurch kommt kurzzeitig weniger Blut zu deinem Baby – der Herzschlag des Kindes verlangsamt sich in der Zeit ein bisschen und erholt sich wieder. Ist das nicht der Fall, bekommt dein Baby vielleicht nicht genug Sauerstoff.

B: Diese Punkte zeigen Kindesbewegungen (die du gespürt hast)

Bei der Untersuchung mit dem Wehenschreiber wird dein Arzt dir sagen, dass du ihm jede Bewegung mitteilen sollst. Dann drückt er auf dem CTG-Gerät einen Knopf, der eine kleine Linie auf dem Ausdruck hinterlässt.

C: Diese Punkte zeigen die wirklichen Kindsbewegungen

In dieser Linie aus Linien und schwarzen Blöcken siehst du die wirklichen Bewegungen deines Kindes. Ein hoher Puls kann so beispielsweise schnell erklärt werden.

D: Diese Linie zeigt deine Wehentätigkeit

Auf dem CTG oben kannst du sehen, dass die Frau keine Wehen hatte – bei einer Wehe würde die Linie einen großen Ausschlag nach oben anzeigen. Hier werden dann die Länge und Häufigkeit deiner Wehen gemessen

Tipps für Schwangere vor der ersten Untersuchung mit Wehenschreiber

  1. Vielleicht findest du es richtig interessant, die Herztöne deines Babys zu hören – oder du empfindest es eher als beängstigend. Das ist auch kein Problem: Frage deine Hebamme, ob das Gerät leiser oder stumm gestellt werden kann – bei einem CTG ist das in der Regel möglich. Alternativ kannst du auch Ohrenstöpsel oder Kopfhörer mitbringen, wenn du die Geräusche lieber nicht hören möchtest.
  2. Du brauchst keine Angst haben, wenn mal plötzlich kein Ton mehr zu hören ist – dein Baby hat sich dann wahrscheinlich ungünstig bewegt oder der Gurt ist verrutscht. Deine Hebamme wird den Wehenschreiber so adjustieren, dass du die Herztöne gleich wieder hören kannst.
  3. Wenn du die CTG-Werte und Linien nicht verstehst, kannst du ruhig deine Hebamme fragen – sie wird dir gerne alle wichtigen Dinge erklären.
  4. Wenn du bemerkst, dass deine Hebamme besorgt erscheint, solltest du dich nicht sofort verrückt machen. Sollte wirklich etwas nicht richtig sein, wird deine Hebamme dir das in Ruhe erklären. Vorschnelle Sorge ist hier weder für dich noch für dein Baby gesund.

Quellen