Dammriss bei der Geburt - Was du jetzt wissen musst

Dammriss bei der Geburt – Was du wissen musst

Ein Dammriss ist bei vielen Frauen gefürchtet, wenn sie an die bevorstehende Geburt denken. Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Geburten kommt es zu einem Dammriss. Diese unterscheiden sich in ihrer Intensität und haben verschiedene Ursachen.

Eine Schwangere Frau hält sich vor Schmerzen den Bauch
Viele Schwangere haben nach einem Dammriss Schmerzen beim sitzen © Bigstock/Natalia Deriabina

Dammriss: Was ist das genau?

Der Damm bezeichnet das Stück zwischen Scheidenöffnung und After. Während einer Geburt kann dieses Gewebe verschieden stark gedehnt werden, teilweise kann es auch komplett einreißen. Man spricht von einem Dammriss. Ein kompletter Dammriss kommt aber nur in den seltensten Fällen vor. Bei den meisten Frauen reißt nur das Gewebe im Bereich um die Scheidenöffnung ein, was die wenigsten merken, da das Gewebe während der Geburt so stark angespannt ist, dass es ziemlich schmerzunempfindlich ist.

Die Ursachen für diesen Geweberiss sind vielseitig. Ein Grund kann der zu große Kopf des Kindes sein. Es kann aber auch zu einem Dammriss kommen, wenn die Ärzte Hilfsmittel wie Saugglocke oder Geburtszange einsetzen müssen. Um den Scheidenausgang während der Geburt zu vergrößern führen Ärzte manchmal einen Dammschnitt durch. Der ist nicht schmerzhaft, da er während einer Pressewehe durchgeführt wird und das Gewebe währenddessen angespannt ist. Er wird heute nur noch durchgeführt, wenn die Herztöne des Babys schlechter werden und die Geburt beschleunigt werden muss.

Dammriss: Grad der Verletzung

Ein Dammriss lässt sich in vier verschiedene Schweregrade unterteilen:

  • 1. Grad – Es kommt zu leichten oberflächlichen Rissen im Bereich des Scheideneingangs und des Damms
  • 2. Grad – Die Haut ist stärker eingerissen. Auch die Beckenbodenmuskulatur ist betroffen
  • 3. Grad – Die Risse ziehen sich bis zum After
  • 4. Grad – Die Schleimhaut des Darms ist eingerissen

Ein Dammriss des dritten und vierten Grades tritt zum Glück relativ selten auf. Sie betreffen nur etwa 0,1 Prozent aller Frauen bei einer Geburt. Häufiger sind der erste und zweite Grad. Sie kommen bei etwa 17 bis 18 Prozent aller Geburten vor.

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Dammriss Heilung

Ab einem Dammriss Grad 2 wird in der Regel genäht. Die Ärzte versorgen die Wunde noch im Krankenhaus. Normalerweise verläuft der Heilungsprozess relativ schnell und problemlos. Für gewöhnlich ist die Wunde nach zwei Wochen wieder komplett verheilt. Während der Zeit der Dammriss-Heilung solltest du deinen Damm nicht übermäßig belasten: vermeide Fahrrad fahren oder im Schneidersitz zu sitzen. Oft kommt es auch vor, dass du im Krankenhaus Magnesium Tabletten bekommst. Die sorgen für weicheren Stuhl, damit du auf dem Klo weniger Schmerzen hast. Gegen Schmerzen beim Sitzen hilft zum Beispiel ein aufblasbarer Sitzring.

Einem Dammriss vorbeugen

Es ist wirklich sinnvoll, sich schon vor der Geburt mit dem Damm auseinanderzusetzen. Ist das Gewebe weich und elastisch, kannst du einem Dammriss vorbeugen. Am besten geht das mit einer Dammmassage.

Um dir die Massage so angenehm wie möglich zu gestalten, achte darauf, ein spezielles Dammöl zu verwenden, es besteht häufig aus hochwertigem Mandelöl und eignet sich besonders gut. Beachte aber, dass du damit nicht erst kurz vor der Geburt beginnst. Das Gewebe braucht Zeit, um sich sanft dehnen zu können.

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