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Was passiert bei einer Eileiterschwangerschaft?

Endlich, ein positiver Schwangerschaftstest. Doch beim Arzt dann die niederschmetternde Diagnose: Eileiterschwangerschaft. Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass sich die befruchtete Eizelle in den Eileitern einnistet? 

Eine Eileiterschwangerschaft wird meist sehr früh erkannt.
Eine Eileiterschwangerschaft wird meist sehr früh erkannt.
© Bigstock / Alex Raths

In diesem Artikel:

Wie kommt es zu einer Eileiterschwangerschaft?

Bei einer Eileiterschwangerschaft, von Medizinern auch Tubargravidität genannt, nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutterschleimhaut, sondern in der Schleimhaut der Eileiter ein. Grund dafür kann zum Beispiel eine Verengung des Eileiters sein, sodass der Weg zur Gebärmutter blockiert ist. Auch sexuell übertagbare Erkrankungen und Verwachsungen, entweder durch eine Blinddarmentzündung oder vorherige Operationen können schuld sein. Jährlich sind in Deutschland rund ein bis zwei Prozent aller Frauen von einer Eileiterschwangerschaft betroffen. Neben der Eileiterschwangerschaft gibt es auch noch die Bauchhöhlenschwangerschaft.

Ist bei einer Eileiterschwangerschaft der Test positiv?

Die hCG-Werte sind wie bei einer normalen Schwangerschaft höher als normal. Auch bei einer Eileiterschwangerschaft ist der Hormonwert erhöht – allerdings in geringeren Dosen. Bei einer Eileiterschwangerschaft kann daher der Schwangerschaftstest positiv ausfallen – auch, wenn sich das Ei nicht an der richtigen Stelle einnistet.

Eileiterschwangerschaft-Symptome

Anfangs entwickelt sich eine Eileiterschwangerschaft wie eine normale Schwangerschaft. Doch aus Platzmangel und weil der Embryo nicht richtig ernährt werden kann, wird er sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr weiterentwickeln.

“Bis heute werden ektope Schwangerschaften oft nicht bis zur 6. oder 8. Woche diagnostiziert… “ so das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein auf seiner Webseite. In der Frühschwangerschaft ist es für dich also kaum möglich, eine Eileiterschwangerschaft erkennen zu können. Das heißt, typische Schwangerschaftssymptome – wie das Ausbleiben der Periode oder Schwangerschaftsübelkeit – wirst du vielleicht noch wahrnehmen. Schließlich schüttet die befruchtete Eizelle trotzdem das Schwangerschaftshormon hCG aus, das dafür verantwortlich ist. Es gibt jedoch erste Warnzeichen, die du ernst nehmen solltest. Diese Eileiterschwangerschaftssymptome können zusammen oder einzeln auftreten:

Symptome bei Eileiterschwangerschaft

  • Starke einseitige Schmerzen im Unterbauch
  • Blutiger Ausfluss zwischen der sechsten und neunten Schwangerschaftswoche
  • Leichtes Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Berührungsempfindlichkeit im Unterleib

Kann eine Eileiterschwangerschaft gefährlich werden?

Wichtig ist es, beim Bemerken der Symptome direkt zum Arzt zu gehen. Denn je später eine Eileiterschwangerschaft entdeckt wird, desto höher ist das Risiko, dass der Eileiter platzen kann (Tubarruptur). Das passiert im schlimmsten Fall zwischen der elften und 14. Schwangerschaftswoche und kann lebensgefährlich werden, weil der Embryo zu groß für den Eileiter wird: starke inneren Blutungen machen dann eine Notfall-Operation notwendig.

Eileiterschwangerschaft: OP notwendig?

Ob es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelt oder nicht, kann der Arzt schon bei der ersten Ultraschalluntersuchung erkennen. Außerdem können deine Blutwerte (im speziellen die Werte von hCG) oder eine Bauchspiegelung Klarheit bringen. Laut dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein fragen viele Frauen, ob der Embryo nicht einfach in die Gebärmutter versetzt werden kann. Die ist aus medizinischer Sicht mit den heutigen Möglichkeiten aber nicht machbar. Leider ist in diesem Fall ein Schwangerschaftsabbruch unabdinglich, da die Überlebenschancen für den Embryo nicht vorhanden sind. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Operativer Eingriff: Laparoskopie
    Hier wird der Embryo durch einen Schnitt in der Bauchdecke entfernt. Ist der betroffene Eileiter zu stark geschädigt, wird er entfernt, sonst versucht der Arzt ihn zu erhalten. Laut St. Vincentius-Kliniken gAG Karlsruhe, dauert eine Eileiterschwangerschafts-OP je nach Schwierigkeitsgrad ca. 45 – 60 Minuten. Daraufhin folgt ein Krankenhausaufenthalt von etwa zwei bis drei Tagen.
  • Operativer Eingriff: Salpingostomie
    Der Eileiter mit der ektopen Schwangerschaft wird bei einer Salpingostomie geschont. Nur das Schwangerschaftsgewebe wird entfernt. Das Risiko: Bei fünf bis 15 Prozent verbleibt Schwangerschaftsgewebe im Eileiter und wächst weiter. Ein weiterer Eingriff kann dann erforderlich sein.
  • Medikamente
    Wird die Eileiterschwangerschaft frühzeitig erkannt, wenden Ärzte zur Behandlung auch Medikamente (zum Beispiel Methotrexat) an. Diese können über Spritzen oder Tabletten verabreicht werden.
  • Abwarten und beobachten
    In manchen Fällen endet die Schwangerschaft auf natürlichem Wege, indem die Eizelle von alleine abgeht. Dann kommt es zu einem Schwangerschaftsabbruch. Dies sollte jedoch immer nur in Absprache und unter Aufsicht eines Arztes geschehen.

Schwanger nach Eileiterschwangerschaft

Wie stehen die Chancen nach einer Eileiterschwangerschaft-OP wieder schwanger werden? Ob du nach einer überstandenen Eileiterschwangerschaft wieder schwanger werden kannst, hängt davon ab, wie sehr deine Eileiter in Mitleidenschaft gezogen worden sind.

Besteht weiterhin ein Kinderwunsch, gibt es Hoffnung: Schwanger nach Eileiterschwangerschaft ist möglich! Wenn beide Eileiter erhalten wurden, können 70 Prozent der Frauen auf natürlichem Wege erneut schwanger werden. Fehlt ein Eileiter, liegt die Wahrscheinlichkeit immer noch bei bis zu 60 Prozent. Es wird aber dazu geraten, nach einer Eileiterschwangerschaft drei bis sechs Monate zu warten, bevor eine erneute Schwangerschaft in Betracht gezogen wird. Generell gilt: Wenn einmal eine Eileiterschwangerschaft vorlag, ist das Risiko einer weiteren Tubargravidität erhöht. Eine genaue Überwachung ist wichtig.

Quellen