Ersttrimesterscreening: Das solltest du darüber wissen

Ersttrimesterscreening: Das solltest du darüber wissen

Eine Schwangerschaft ist eine wunderschöne Erfahrung, oft ist sie aber auch mit der Sorge um das ungeborene Kind verbunden. Das Ersttrimesterscreening bietet die Möglichkeit Krankheiten wie Trisomie 21 frühestmöglich festzustellen. Wie sinnvoll ist der Test?

Ersttrimesterscreening: Schwangere Frau formt mit den Händen ein Herz auf ihrem Bauch.
Beim Ersttrimesterscreening lassen sich genetische Krankheiten erkennen. © Olliss / Unsplash

In der Schwangerschaft steht für dich pro Trimester eine Routine-Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt an. Neben diesen Pflichtterminen gibt es inzwischen einige freiwillige Zusatzuntersuchungen, die jede Schwangere durchführen lassen kann. Dazu gehört auch das sogenannte Ersttrimesterscreening. Mittels verschiedener Tests berechnen Ärzte das statistische Risiko von Trisomie 21 oder anderen Erkrankungen und Fehlentwicklungen des Ungeborenen.

Da sich mit dem Alter der werdenden Mutter auch die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung erhöht, wird das Ersttrimesterscreening Frauen ab einem Alter von 35 Jahren empfohlen.

Ultraschalluntersuchung beim Ersttrimesterscreening

Beim Ersttrimesterscreening wird mithilfe eines Ultraschalls die sogenannte Nackenfaltentransparenz des Fötus ermittelt. Es wird gemessen, wie viel Flüssigkeit sich im Nackenbereich des Kindes unter der Haut angesammelt hat. Im Ultraschall ist das Flüssigkeitspolster als dunkler Fleck oder Linie zu erkennen. Hat sich besonders viel Flüssigkeit angesammelt und ist die Linie auffällig dick, liegt mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent eine Chromosenanomalie vor. Zusätzlich wird beim Ersttrimesterscreening auch das Nasenbein des Fötus vermessen. Ein nicht vollständig ausgebildeter Knochen kann auf Trisomie 21 (Down-Syndrom) hinweisen. Auch Probleme mit der rechten Herzklappe des Babys können einen genetischen Defekt als Ursache haben.

Ersttrimestercreening: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Das Ersttrimesterscreening sollte zwischen der 11. SSW und 14. SSW durchgeführt werden, denn während dieser Zeit ist das Ergebnis am verlässlichsten.

Bluttest beim Ersttrimesterscreening

Zum Ersttrimesterscreening gehört auch ein Bluttest, bei dem der Arzt das Blut der Schwangeren auf das schwangerschaftsspezifische Eiweiß PAPP-A und das Schwangerschaftshormon ß-hCG untersucht. Für diese Blutwerte gibt es in der Schwangerschaft einen Normbereich. Sollten die Werte von dieser Norm abweichen, kann auch das für ein erhöhtes Risiko einer Chromosenanomalie sprechen.

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Ersttrimesterscreenings: Ergebnis

Aus dem Ergebnis der Nackenfaltenmessung, des Bluttests, dem Alter der Mutter und der genauen Schwangerschaftswoche berechnet ein spezielles Computerprogramm eine statistische Wahrscheinlichkeit von Trisomie 21 oder anderen Erkrankungen. Da es sich bei dem Ergebnis aber nur um einen statistischen Wert handelt, eignet sich das Ersttrimesterscreening alleine nicht für eine eindeutige Diagnose.

Sollte der Computer ein individuelles Risiko berechnet haben, das über 1:300 liegt, wird der Arzt weitere Untersuchungen wie eine Chorizonzottenbiopsie (Fruchtwasseruntersuchung) empfehlen. Das Risiko von 1:300 bedeutet, dass eines von 300 Kindern mit dem Down-Syndrom geboren wird.

Erstrimesterscreening: Kosten

Das Ersttrimesterscreening gehört zu den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) und damit nicht zu den Kassenleistungen. Die Untersuchung kostet zwischen 150 und 250 Euro, die ihr privat zahlen müsst. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass die Praxis mit einem Zertifikat der Fetal Medical Foundation (FMF) ausgezeichnet ist und somit auch qualifiziertes Personal für das anspruchsvolle Ersttrimesterscreening hat.

 

Fazit: Sollte ich ein Ersttrimesterscreeening machen?

Grundsätzlich solltet ihr euch vor dem Ersttrimesterscreening im Klaren darüber sein, was ihr tun wollt, falls euer Kind nicht gesund sein sollte. Eine solche Untersuchung kann psychisch sehr belastend sein. Deshalb solltet ihr keine voreilige Entscheidung treffen und euch beraten lassen. Ein Arzt wird Risikofaktoren besser einschätzen und entscheiden können, ob ein Ersttrimesterscreening wirklich notwendig ist. So wird er Beispielsweise immer dazu raten, wenn es in vorangegangenen Schwangerschaften Chromosomenstörungen gab oder Erbkrankheiten in den Familien der werdenden Eltern bekannt sind.

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