Fruchtblase: Schutzhülle für das Baby. Was tun, wenn sie platzt?

Fruchtblase: Schutzhülle für das Baby

Die Fruchtblase schützt und versorgt dein Baby während der Schwangerschaft. Platzt sie, geht die Geburt los. Lies hier, wann das im Normalfall passiert.

Junge Frau hält pinken Luftballon
Die Fruchtblase ist so elastisch wie ein Luftballon © Unsplash/ Joseph Chan

Fruchtblase: Funktion und Entstehung

Die mit Fruchtwasser gefüllte Fruchtblase ist quasi das erste Kinderzimmer deines Babys. Hier schläft, spielt und wächst es, bis es nach neun Monaten geboren wird. Die Fruchtblase entwickelt sich gemeinsam mit der Plazenta direkt nach der Befruchtung. Sie besteht aus zwei Schichten: einer inneren, dem sogenannten Amnion und einer äußeren, dem Chorion.

Aufbau der Fruchtblase

Die äußere Schicht ist mit der Gebärmutterschleimhaut verbunden und stellt neben der Nabelschnur den Stoffwechsel zwischen Mutter und Kind sicher. Die innere Schicht ist für die Bildung von Fruchtwasser zuständig. Und davon braucht das Baby eine ganze Menge. So ist die Fruchtblase gegen Ende der Schwangerschaft mit einem Liter Flüssigkeit gefüllt, welche sich alle paar Stunden erneuert. Das Baby wird während der Schwangerschaft also nicht nur über die Plazenta versorgt, auch die Fruchtblase übernimmt hierfür wichtige Aufgaben.

Und dabei ist sie relativ unscheinbar. Sie ist gerade einmal so dick wie die Hülle eines Luftballons – und mindestens genauso dehnbar. Die Fruchtblase kann in der gesamten Schwangerschaft ungehindert mitwachsen. Auch hält sie jeden Purzelbaum, Tritt oder Stoß deines Ungeboren aus.

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Glückshaube: Geburt mit intakter Fruchtblase

Sie ist sogar so robust, dass manche Babys mit intakter Fruchtblase auf die Welt kommen. Doch das ist sehr selten. Nur etwa eines von 80.000 Babys wird mit dieser sogenannten Glückshaube geboren. Wobei die Definition hier etwas ungenau ist. Denn auch, wenn nur Teile einer bereits geplatzten Fruchtblase auf dem Köpfchen oder dem Körper des Babys zurückbleiben, wird das ebenfalls als Glückshaube bezeichnet.

Fruchtblase geplatzt? Das Baby kommt!

Ist die Fruchtblase geplatzt, ist das der sogenannte Blasensprung. Im Normalfall platzt die Fruchtblase aber erst in der Eröffnungsphase der Geburt. Zu diesem Zeitpunkt hast du bereits deutliche Wehen und dein Muttermund hat sich schon um einige Zentimeter geöffnet. Du brauchst dir also keine Gedanken machen, dass deine Fruchtblase ganz plötzlich an der Supermarktkasse reißt. Ein vorzeitiger Blasensprung vor dem Einsetzen der Wehen ist äußert selten. Nur in zehn bis 15 Prozent der Fälle beginnt die Geburt wirklich so, wie man es aus Filmen kennt.

Fruchtblase öffnen mit dem Blasensprenger

Manchmal öffnet sich die Fruchtblase nicht von alleine. Dann muss manuell nachgeholfen werden: mit dem sogenannten Blasensprenger. Was sich äußerst brutal anhört, ist eigentlich nur ein Gummifingerling mit einem kleinen Häkchen am Ende. Damit wird die Fruchtblase punktiert und manuell zum Platzen gebracht. Wird das nicht gemacht, kann die Geburt ins Stocken geraten.