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Frühschwangerschaft: Worauf muss ich achten?

vonSonja Hagl

Du bist gerade frisch schwanger und hast natürlich viele Fragen. Hier bekommst du alle Antworten: Was bedeutet Frühschwangerschaft? Worauf solltest du in dieser Zeit achten? Und was gefährdet eine Schwangerschaft in den ersten Wochen?

vonSonja Hagl

geprüft von Anja Stern und Marie Beinhauer, Hebammen

© Unsplash/ Ariana Prestres

Was bedeutet eigentlich Frühschwangerschaft?

Erste vage Anzeichen, dann der positive Schwangerschaftstest und schließlich hat es der Frauenarzt bestätigt: Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!

In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft verändert sich in deinem Körper eine Menge. Von außen bemerkst du das aber kaum oder gar nicht – bis der Babybauch sich richtig wölbt, dauert es noch. Diese Zeit bezeichnet man auch Frühschwangerschaft.

Frühschwangerschaft = 1. bis 18. Schwangerschaftswoche

1. Trimester

Detaillierte Infos zu den ersten Wochen in der Schwangerschaft bekommst du hier: einfach ausklappen.

Erste Symptome & körperliche Veränderungen

Die Frühschwangerschaft beginnt mit der Befruchtung der Eizelle. Ab diesem Moment stellt sich der weibliche Körper innerhalb kürzester Zeit auf Schwangerschaft um. Da ab jetzt nicht nur du, sondern auch der Embryo von den Körpersystemen versorgt werden muss, verändert sich einiges:

  • dein Stoffwechsel wird beschleunigt
  • die Blutmenge wird erhöht
  • die Gebärmutter wächst
  • Sehnen, Bänder, Darm- und Beckenbodenmuskulatur bereiten sich auf das zusätzliche Gewicht vor.

Diese Veränderungen wirst du an typischen ersten Schwangerschaftsanzeichen bzw. Beschwerden spüren.

„Die Beschwerden in der Frühschwangerschaft kommen daher, dass der Körper sich rasch auf eine neue Aufgabe einlassen muss. Das Heranwachsen eines Kindes, bedeutet eine strake Veränderung, welches vor allem einen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel hat“, erklären die Hebammen Anja und Marie von dem Blog hallohebamme.

Diese Schwangerschaftsbeschwerden werden dich vermutlich eine Zeit lang begleiten.

Typische Symptome: Was ist normal in der Frühschwangerschaft?

  • Spannungsgefühle in den Brüsten
  • eine bislang nicht bekannte Müdigkeit
  • Schwangerschaftsübelkeit, die übrigens nicht nur morgens, sondern den ganzen Tag über auftreten kann
  • Blähungen
  • Heißhungerattacken
  • Ekel vor bestimmen Lebensmitteln
  • Durchfall
  • Sodbrennen
  • Kreislaufprobleme und Schwindel
  • Kurzatmigkeit

All diese Beschwerden sind vielleicht unangenehm, in den ersten Schwangerschaftswochen aber vollkommen normal und kein Grund zur Sorge.

Wichtig: Starke Schmerzen in der Leiste oder dem Unterbauch sind eher untypisch für die Frühschwangerschaft. Wenn sie dennoch auftreten, können ein Anzeichen für eine Eileiterschwangerschaft sein. Lass diese zur Sicherheit von deinem Arzt abklären.

: Normal oder gefährlich?

Verbote & Gebote: Worauf muss ich in der Frühschwangerschaft achten?

Was gefährdet eine Schwangerschaft in den ersten Wochen? Die ersten Schwangerschaftswochen sind die sensibelste Phase in der embryonalen Entwicklung. Die Anlagen für alle lebenswichtigen Organe werden gebildet. Etwa 80 Prozent aller Fehlgeburten passieren in diesen Wochen.

Daher ist die Frühschwangerschaft eine Phase, die für Paare emotional sehr durchwachsen sein kann. Die Angst, das Kind zu verlieren, ist vergleichsweise groß. Gleichzeitig müssen du und dein Partner den Gedanken verarbeiten, zum ersten Mal oder wieder Eltern zu werden – ein einschneidendes Erlebnis! Daher wird sie auch als Phase der Auseinandersetzung bezeichnet.

Bei Fragen, Ängsten und Sorgen kannst du dich jederzeit an eine Hilfestelle wenden. Zum Beispiel gibt es das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ vom Bundesfamilienministerium. Unter der Nummer 0800/ 40 40 020 kannst du dich rund um die Uhr kostenlos und anonym beraten lassen. Auch eine Online-Beratung ist möglich.

Doch so risikoreich die Frühschwangerschaft für den Embryo auch ist, du brauchst dich deshalb nicht zu Hause verkriechen. Es gibt aber ein paar Dinge, auf die du achten und an die du dich halten solltest.

So kannst du Risiken für die Frühschwangerschaft vermeiden

  • Erste Kontrolle durch den Arzt. Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung überprüft der Arzt, ob sich der Embryo richtig eingenistet hat. Ab der 6. SSW kann er im Ultraschall auch einen Herzschlag sehen – der sicherste Nachweis für eine Schwangerschaft.
  • Auf Alkohol, Zigaretten und jede andere Form von Drogen solltest du ab sofort komplett verzichten. All dies kann sich negativ auf das Wachstum und die Gesundheit deines Kindes auswirken – und auf deine Gesundheit sowieso. Vorsicht ist auch bei anderen giftigen Substanzen wie starken Putzmitteln gefragt.
: So wächst dein Baby
  • Sprich Medikamenteneinnahmen mit deinem Arzt ab. Manche Medikamente sind für Schwangere und Kinder nicht geeignet.
  • Meide Strahlung. Strahlung kann die Zellteilung negativ beeinflussen und sollte daher in der Frühschwangerschaft gemieden werden. Röntgen, MRT oder CT sind in der Schwangerschaft also Tabu.
  • Mach einen Termin beim Zahnarzt. Die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft macht dein Zahnfleisch empfindlicher und Entzündungen können leichter auftreten. Eine sorgfältige Mundhygiene ist daher wichtig. Geh am besten schon in der Frühschwangerschaft zum Zahnarzt, damit mögliche Probleme gleich behoben werden können.
  • Achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Ernährung in der Frühschwangerschaft

Offizielle Handlungsempfehlungen, wie etwa die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V., betonen, dass du als werdende Mama vor allem in der Frühschwangerschaft auf eine ausreichende Zufuhr von Jod und Folsäure achten musst. Da der Bedarf während der Schwangerschaft so hoch ist, dass du ihn allein über deine Mahlzeiten kaum decken kannst, solltest du die Vitamine supplementieren – also in Form von Tabletten ergänzen.

: Welche brauche ich wirklich?

Zudem gibt es einige Lebensmittel, von denen du in der gesamten Schwangerschaft besser die Finger lassen solltest. Dazu gehört Rohmilchkäse, rohe oder nicht ganz hartgekochte Eier, rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch und roher Fisch. Kurzum: Verzichte auf rohe tierische Produkte, da sie Toxoplasmose- und Listeriose-Erreger enthalten könnten.

Bedenke bitte, dass hierzu auch verarbeitete Produkte zählen, die rohe Bestandteile enthalten, etwa Tiramisu (rohe Eier) oder Teewurst (rohes Fleisch).

Einen Überblick über Verbote, wichtige Vitamine und weitere Empfehlungen findest du in diesem Artikel: Ernährung in der Schwangerschaft: wichtige Lebensmittel und Verbote.

Darf ich in der Frühschwangerschaft weiterhin Sport machen?

Jein. Trainierst du bereits regelmäßig, musst du jetzt nicht damit aufhören. Es gibt aber Ausnahmen – einige Extremsportarten zum Beispiel! Gewichtheben und Sportarten, bei denen du viel springst oder leichtfallen kannst, sind nicht geeignet.

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ist bei einer intakten Frühschwangerschaft ohne erhöhtes Risiko aber in jedem Fall gesund für dich und dein ungeborenes Kind. Auch Schwimmen, Joggen, Yoga und Radfahren tun euch beiden gut. Wichtig ist hierbei immer, dass du dich nicht überanstrengst.

Brauche ich schon eine Hebamme?

Hebammen sind vielerorts Mangelware. Daher kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig um eine Hebamme zu bemühen – eventuell sogar schon, sobald dein Schwangerschaftstest positiv ist.

Das wichtigste in der Frühschwangerschaft ist aber, dass du auf dein eigenes Körpergefühl hörst – das wird dir auch während deiner Schwangerschaft viel helfen. Genieße die ersten Wochen deiner Frühschwangerschaft!

Quellen

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