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Frühschwangerschaft: Das kommt im ersten Trimester auf dich zu

Du bist gerade frisch schwanger und hast natürlich viele Fragen. Hier bekommst du alle Antworten: Was bedeutet Frühschwangerschaft? Worauf solltest du in dieser Zeit achten? Und was gefährdet eine Schwangerschaft in den ersten Wochen?

Wichtig: Genieße die Frühschwangerschaft!
Wichtig: Genieße die Frühschwangerschaft!
© Unsplash/ Ariana Prestres

Was bedeutet eigentlich Frühschwangerschaft?

Erste vage Anzeichen, dann der positive Schwangerschaftstest und schließlich hat es der Frauenarzt bestätigt: Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!

In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft verändert sich in deinem Körper eine Menge. Von außen bemerkst du das aber kaum oder gar nicht – bis der Babybauch sich richtig wölbt, dauert es noch. Diese Zeit bezeichnet man auch Frühschwangerschaft.

Frühschwangerschaft = 12 erste Schwangerschaftswochen = 1. Trimester

So verändert sich dein Körper in den ersten 12 Wochen

Die Frühschwangerschaft beginnt mit der Befruchtung der Eizelle. Ab diesem Moment stellt sich der weibliche Körper innerhalb kürzester Zeit auf Schwangerschaft um. Da ab jetzt nicht nur du, sondern auch der Embryo von den Körpersystemen versorgt werden muss, verändert sich einiges:

  • dein Stoffwechsel wird beschleunigt
  • die Blutmenge wird erhöht
  • die Gebärmutter wächst
  • Sehnen, Bänder, Darm- und Beckenbodenmuskulatur bereiten sich auf das zusätzliche Gewicht vor.

Hier kannst du genau nachlesen, was in der Frühschwangerschaft in deinem Körper geschieht und wie sich dein Kind im ersten Schwangerschaftstrimester entwickelt:

Die Frühschwangerschaft ist auch eine Phase, die emotional sehr durchwachsen sein kann. Die Angst, das Kind zu verlieren, ist vergleichsweise groß. Vor allem, weil das Risiko einer Fehlgeburt in dieser ersten Phase der Schwangerschaft am höchsten ist. Gleichzeitig müssen du und dein Partner den Gedanken verarbeiten, zum ersten Mal oder wieder Eltern zu werden – ein einschneidendes Erlebnis!

Symptome in den ersten Schwangerschaftswochen

Das sicherste Zeichen kennst du bereits: Es ist das Ausbleiben der monatlichen Blutung. In den folgenden Wochen werden dich vermutlich aber noch weitere Frühschwangerschaft-Anzeichen begleiten.

Typische Symptome in der Frühschwangerschaft:

Und damit sind wir mit der Liste an Symptomen noch längst nicht am Ende. Viele schwangere Frauen klagen über Blähungen oder Verstopfung. Auch Durchfall und Sodbrennen, Ausfluss, Kreislaufprobleme, Kurzatmigkeit und Schwindel können jetzt schon auftreten.

Rückenschmerzen sind dagegen eher untypisch für die ersten Schwangerschaftswochen. Wenn sie dennoch auftreten, können ein Anzeichen für eine Rückwärtsneigung der Gebärmutter oder eine Eileiterschwangerschaft sein. Lass dauerhafte Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft deswegen von deinem Arzt abklären.

Die Hebammen Silvia Höfer und Nora Szász erklären die Symptome der Frühschwangerschaft im Ratgeber „Hebammen-Gesundheitswissen“:

„Ursache {für die Beschwerden} ist die natürliche Anpassung des Körpers an die Schwangerschaft. Er muss nun mit massiven Veränderungen in Wasserhaushalt, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System fertig werden. Ihr Herz schlägt jetzt zum Beispiel bis zu 20 Schläge pro Minute schneller als vor der Schwangerschaft. Zusätzlich sinkt anfangs häufig der Blutdruck.“

All diese Beschwerden sind vielleicht unangenehm, in den ersten Schwangerschaftswochen aber vollkommen normal und kein Grund zur Sorge.

Frühschwangerschaft: Blutung & starke Unterleibsschmerzen?

Auch wenn Zwischen- und Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft häufig vorkommen: andauernde und stärkere Blutungen sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Das gilt auch für starke oder anhaltende Unterleibsschmerzen.

Die Frühschwangerschaft ist die sensibelste Phase in der embryonalen Entwicklung und leider können dabei auch Fehler passieren. Daher wird auch dazu geraden, das 1. Trimester abzuwarten, bevor ihr die Schwangerschaft verkündet.

Schwanger - Wie gut weißt du Bescheid?

Frühschwangerschaft: Risiken und Komplikationen

Was gefährdet eine Schwangerschaft in den ersten Wochen?

Grundsätzlich gilt in den ersten Schwangerschaftswochen das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Das bedeutet: Wenn du aktuell noch schwanger bist, dann gibt es noch keine Fehlbildungen – denn die würde ein Embryo in der Regel nicht überleben.

So risikoreich die zwölf ersten Schwangerschaftswochen für den Embryo auch sind (etwa 80 Prozent aller Fehlgeburten finden in den ersten 12 SSW statt), du brauchst dich deshalb nicht zu Hause verkriechen. Es gibt aber ein paar Dinge, auf die du achten und an die du dich halten solltest, um das Risiko zu minimieren.

  1. An erster Stelle steht ab der Frühschwangerschaft der regelmäßige Gang zum Arzt. Hier erhältst du nun auch deinen Mutterpass. Die Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, da der Arzt hier feststellt, ob mit dem Embryo und dir alles in Ordnung ist und die Entwicklung erwartungsgemäß voranschreitet.
  2. Auf Alkohol, Zigaretten und jede andere Form von Drogen solltest du ab sofort komplett verzichten. All dies kann sich negativ auf das Wachstum und die Gesundheit deines Kindes auswirken – und auf deine Gesundheit sowieso. Vorsicht ist auch bei anderen giftigen Substanzen wie starken Putzmitteln gefragt.
  3. Sprich Medikamenteneinnahmen mit deinem Arzt ab. Manche Medikamente sind für Schwangere und Kinder nicht geeignet.
  4. Meide Strahlung. Strahlung kann die Zellteilung negativ beeinflussen und sollte daher in der Frühschwangerschaft gemieden werden. Röntgen, MRT oder CT sind in der Schwangerschaft also Tabu. Übrigens bist du auch bei Langstreckenflügen in hoher Flughöhe Strahlung ausgesetzt.
  5. Mach einen Termin beim Zahnarzt. Entzündungen vom Zahnfleisch und Zahnbett können das Risiko für eine spätere Frühgeburt laut der Stiftung Kindergesundheit um das Vierfache erhöhen. Geh am besten schon in der Frühschwangerschaft zum Zahnarzt, damit mögliche Probleme gleich behoben werden können.
  6. Achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Ernährung in der Frühschwangerschaft

Offizielle Handlungsempfehlungen, (wie etwa die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.), betonen, dass du als werdende Mama vor allem in der Frühschwangerschaft auf eine ausreichende Zufuhr von Jod und Folsäure achten musst. Da der Bedarf während der Schwangerschaft so hoch ist, dass du ihn allein über deine Mahlzeiten kaum decken kannst, solltest du die Vitamine supplementieren – also in Form von Tabletten ergänzen.

Zudem gibt es einige Lebensmittel, von denen du in der gesamten Schwangerschaft besser die Finger lassen solltest. Dazu gehören Rohmilchkäse, rohe oder nicht ganz hartgekochte Eier, rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch und roher Fisch – kurzum: rohe tierische Produkte, da sie Toxoplasmose- und Listeriose-Erreger enthalten könnten. Bedenke bitte, dass hierzu auch verarbeitete Produkte zählen, die rohe Bestandteile enthalten, etwa Tiramisu (rohe Eier) oder Teewurst (rohes Fleisch).

Einen Überblick über Verbote, wichtige Vitamine und weitere Empfehlungen findest du in unserem Artikel „Ernährung in der Schwangerschaft: wichtige Lebensmittel und Verbote

Darf ich in der Frühschwangerschaft weiterhin Sport machen?

Jein. Trainierst du bereits regelmäßig, musst du jetzt nicht damit aufhören. Es gibt aber Ausnahmen – einige Extremsportarten zum Beispiel! Gewichtheben und Sportarten, bei denen du viel springst oder leicht fallen kannst, sind nicht geeignet.

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ist bei einer intakten Frühschwangerschaft ohne erhöhtes Risiko aber in jedem Fall gesund für dich und dein ungeborenes Kind. Auch Schwimmen, Joggen, Yoga und Radfahren tun euch beiden gut. Wichtig ist hierbei immer, dass du dich nicht überanstrengst.

Zum Weiterlesen

Brauche ich schon eine Hebamme?

Sobald deine Schwangerschaft vom Arzt bestätigt ist, solltest du dich nach einer Hebamme umschauen – denn leider sind Hebammen vielerorts Mangelware.

Das wichtigste in der Frühschwangerschaft ist aber, dass du auf dein eigenes Körpergefühl hörst – das wird dir auch während deiner Schwangerschaft viel helfen. Genieße die ersten Wochen deiner Frühschwangerschaft!

Quellen