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Frühschwangerschaft: Was du über die ersten Schwangerschaftswochen wissen solltest

Was bedeutet der Begriff Frühschwangerschaft, was kommt in dieser Zeit auf dich zu und was gilt es in der heiklen Phase der ersten Schwangerschaftswochen zu beachten? Hier bekommst du alle Antworten.

Was bedeutet eigentlich Frühschwangerschaft genau und worauf solltest du jetzt achten?
Was bedeutet eigentlich Frühschwangerschaft genau und worauf solltest du jetzt achten?
© Unsplash/ Ariana Prestres

Frühschwangerschaft: spannende erste Schwangerschaftswochen

Erste vage Anzeichen, dann der positive Schwangerschaftstest und schließlich hat es der Frauenarzt bestätigt: herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Erste Wochen vergehen und du wirst schnell merken, was sich in deinem Körper gerade alles verändert. Die Freude über das Baby ist riesig. Doch gleichzeitig mischt sich auch Sorge unter den Emotionsmix der Frühschwangerschaft: Angst, etwas falsch zu machen oder, dass das Kind nicht gesund sein könne. Diese Sorgen – besonders die Angst, das Kind zu verlieren – sind vor allem bei Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, ganz normal. Doch Schritt für Schritt.

Was genau ist die Frühschwangerschaft? Anzeichen

Die ersten drei Monate einer Schwangerschaft, in denen in deinem Körper zwar eine Menge, von außen sichtbar aber noch wenig bis gar nichts passiert, nennt man Frühschwangerschaft. Ab wann befindest du dich in dieser Phase?

Frühschwangerschaft = ersten 12 Schwangerschaftswochen = 1. Trimester

Die Frühschwangerschaft beginnt mit der Befruchtung der Eizelle. Ab diesem Moment stellt sich der weibliche Körper innerhalb kürzester Zeit auf Schwangerschaft um. Da ab jetzt nicht nur du, sondern auch der Embryo von den Körpersystemen versorgt werden muss, verändert sich einiges: Dein Stoffwechsel wird beschleunigt und die Blutmenge erhöht, die Gebärmutter wächst und Sehnen, Bänder, Darm- und Beckenbodenmuskulatur bereiten sich auf das zusätzliche Gewicht und die Geburt vor.

Hier kannst du genau nachlesen, was in der Frühschwangerschaft in deinem Körper geschieht und wie sich dein Kind in den ersten Schwangerschaftswochen entwickelt: 1. SSW | 2. SSW | 3. SSW | 4. SSW | 5. SSW | 6. SSW7 SSW | 8. SSW | 9. SSW | 10. SSW | 11. SSW | 12. SSW

Die Frühschwangerschaft ist auch eine Phase, die emotional sehr durchwachsen sein kann. Die Angst, das Kind zu verlieren, ist vergleichsweise groß. Vor allem, weil das Risiko einer Fehlgeburt in dieser ersten Phase der Schwangerschaft am größten ist. Gleichzeitig müssen du und dein Partner den Gedanken verarbeiten, zum ersten Mal oder wieder Eltern zu werden – ein einschneidendes Erlebnis!

Das Gefühlschaos, das jetzt durch die Hormonveränderungen ausgelöst wird, kann manchmal etwas überwältigend sein. Aber denke immer daran: Die Frühschwangerschaft geht vorüber. Und damit endet oft auch das emotionale Chaos – zumindest vorerst.

Frühschwangerschaft: Symptome in den ersten Schwangerschaftswochen

Das sicherste Zeichen kennst du bereits: Es ist das Ausbleiben der monatlichen Blutung. In den folgenden Wochen werden dich vermutlich aber noch weitere Frühschwangerschaft-Anzeichen begleiten. Welche Symptome in der Frühschwangerschaft sind normal? Zu den ersten Schwangerschaftsanzeichen gehören zum Beispiel:

  • Spannungsgefühle in den Brüsten
  • eine bislang nicht bekannte Müdigkeit
  • Übelkeit, die übrigens nicht nur morgens, sondern den ganzen Tag über auftreten kann
  • Heißhungerattacken

Und damit sind wir mit der Liste an Symptomen noch längst nicht am Ende. Viele schwangere Frauen klagen über Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft. Blähungen, Verstopfung, Durchfall und Sodbrennen sind weitere mögliche Symptome der Frühschwangerschaft. Ausfluss, Kreislaufprobleme, Kurzatmigkeit und Schwindel können auch vorkommen. Die Hebammen Silvia Höfer und Nora Szász erklären das in dem Ratgeber „Hebammen-Gesundheitswissen: Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach“ so:

„Ursache dafür ist die natürliche Anpassung des Körpers an die Schwangerschaft. Er muss nun mit massiven Veränderungen in Wasserhaushalt, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System fertig werden. Ihr Herz schlägt jetzt zum Beispiel bis zu 20 Schläge pro Minute schneller als vor der Schwangerschaft. Zusätzlich sinkt anfangs häufig der Blutdruck.“

All diese Symptome sind vielleicht unangenehm, in den ersten Schwangerschaftswochen aber vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. Bist du dennoch unsicher, sprich einfach deinen Frauenarzt darauf an, er kann dir jederzeit weiterhelfen.

Frühschwangerschaft: Blutung

Was gefährdet eine Schwangerschaft in den ersten Wochen? Vorsicht ist bei Blutungen in der Frühschwangerschaft geboten. Diese könnten auf eine drohende Fehlgeburt hinweisen und sollten auf jeden Fall mit dem Gynäkologen abgeklärt werden. Das gilt auch für starke oder anhaltende Unterleibsschmerzen. Sie müssen nichts Schlimmes bedeuten, sollten aber ebenfalls schnellstmöglich untersucht werden.

Die Frühschwangerschaft ist die sensibelste Phase in der embryonalen Entwicklung und leider können dabei auch Fehler passieren. Daher wird auch dazu geraden, das 1. Trimester abzuwarten, bevor ihr die Schwangerschaft verkündet.

Frühschwangerschaft: Risiken kennen und minimieren

Viele werdende Mütter kennen besonders die Sorge, in der Frühschwangerschaft etwas falsch zu machen und das Kind dadurch zu gefährden. So risikoreich die zwölf ersten Schwangerschaftswochen für den Embryo auch sind, du brauchst dich deshalb nicht zu Hause verkriechen. Die Möglichkeit einer Fehlgeburt kannst du leider nicht verhindern. Es gibt aber ein paar Dinge, auf die du achten und an die du dich halten solltest, um das Risiko zu minimieren.

An erster Stelle steht ab der Frühschwangerschaft der regelmäßige Gang zum Arzt. Hier erhältst du nun auch deinen Mutterpass. Die Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, da der Arzt hier feststellt, ob mit dem Embryo und dir alles in Ordnung ist und die Entwicklung erwartungsgemäß voranschreitet. Auf Alkohol, Zigaretten und jede andere Form von Drogen solltest du ab sofort komplett verzichten. All dies kann sich negativ auf das Wachstum und die Gesundheit deines Kindes auswirken – und auf deine Gesundheit sowieso.

Frühschwangerschaft: Ernährung

Wichtig ist außerdem eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Offizielle Handlungsempfehlungen wie etwa die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) betonen, dass du als werdende Mama vor allem in der Frühschwangerschaft auf eine ausreichende Zufuhr von Jod und Folsäure achten musst. Da der Bedarf während der Schwangerschaft allerdings so hoch ist, dass du ihn allein über deine Mahlzeiten kaum decken kannst, musst du die Vitamine supplementieren – also in Form von Tabletten ergänzen. Mehr Infos, welche Schwangerschaftsvitamine du wirklich brauchst, erfährst du in unserem Artikel.

Zudem gibt es einige Lebensmittel, von denen du in der gesamten Schwangerschaft besser die Finger lassen solltest. Dazu gehören Rohmilchkäse, rohe oder nicht ganz hartgekochte Eier, rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch und roher Fisch – kurzum: rohe tierische Produkte, da sie Toxoplasmose- und Listeriose-Erreger enthalten könnten. Bedenke bitte, dass hierzu auch verarbeitete Produkte zählen, die rohe Bestandteile enthalten, etwa Tiramisu (rohe Eier) oder Teewurst (rohes Fleisch).

Einen Überblick über Verbote, wichtige Vitamine und weitere Empfehlungen findest du in unserem Artikel „Ernährung in der Schwangerschaft: wichtige Lebensmittel und Verbote

Darf ich in der Frühschwangerschaft weiterhin Sport machen?

Beim Thema Sport scheiden sich die Geister. Trainierst du regelmäßig, musst du während der Schwangerschaft nicht damit aufhören. Es gibt aber Ausnahmen – einige Extremsportarten zum Beispiel!

Besprich deinen Sportplan am besten mit deinem Arzt und deinem Trainer. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ist bei einer intakten Frühschwangerschaft ohne erhöhtes Risiko aber in jedem Fall gesund für dich und dein ungeborenes Kind. Auch Schwimmen, Yoga und Radfahren tun euch beiden gut.

Nicht vergessen: 14 Dinge, die du organisieren solltest, sobald du schwanger bist.

Quellen