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Tipps gegen geschwollene Füße & dicke Beine in der Schwangerschaft

Geschwollene Füße und dicke Beine in der Schwangerschaft sind nicht nur im Sommer ein Problem. Woher das Wasser in den Beinen kommt und was bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft hilft, erklären wir hier.

Wann geschwollene Füße in der Schwangerschaft gefährlich sind
Wann geschwollene Füße in der Schwangerschaft gefährlich sind
©Unsplash/Manki Kim

Geschwollene Füße und Wasser in den Beinen: Ursachen

Wenn die Schuhe zu klein werden: dicke Füße in der Schwangerschaft sind (leider) recht häufig. Laut dem Berufsverband der Frauenärzte kämpfen fast 80 Prozent der Frauen, die ein Baby bekommen, auch mit Wassereinlagerungen (Ödeme). In der Schwangerschaft – vor allem gegen Ende – gehören geschwollene Füße, dicke Knöchel und dicke Beine damit zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden. Die Ursachen sind in der Regel harmlos, hormonell bedingt und eine normale Begleiterscheinung zur Schwangerschaft. Wasser in den Beinen solltest du trotzdem ernst nehmen vor allem, wenn sie innerhalb kurzer Zeit auftreten. Hinter Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft können auch ernsthafte Erkrankungen stecken. Mehr dazu liest du in dem Punkt „Wasser in den Beinen: Gefährlich?“

Warum verursacht die Schwangerschaft geschwollene Beine?

Die Ursache für Ödeme in der Schwangerschaft sind meist die durch die Schwangerschaftshormone erweiterten Blutgefäße und ein erhöhter Blutdruck. Das Blutvolumen nimmt in der Schwangerschaft zu, das Blut wird dünner und die Wände der Blutgefäße werden durchlässiger. Dadurch kann sich Wasser schneller in den Zellzwischenräumen des Bindegewebes absetzen. Das führt im Laufe des Tages zu geschwollenen Füßen und dicken Knöcheln oder zu Wasser in den Beinen.

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Wasser in den Beinen: gefährlich?

In den meisten Fällen haben geschwollene Beine in der Schwangerschaft keine ernsthafte Komplikation zur Folge. Im Normalfall verschwinden die Wassereinlagerungen nach der Geburt von wieder. Wenn du nach der Geburt im Wochenbett verstärkt schwitzt oder häufiger als sonst auf Toilette musst, ist das also völlig normal. Auf diesem Weg will dein Körper das überflüssige Wasser loswerden.

Leidest du aber länger unter Wasser in den Beinen oder treten Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft plötzlich im Gesicht und an den Händen auf, solltest du bei einem Arzt abklären lassen, ob folgende Erkrankungen ausgeschlossen werden können.

Gestose: Präeklampsie/ Schwangerschaftsvergiftung

Wird bei den Vorsorgeuntersuchungen festgestellt, dass du zusätzlich zu den Wassereinlagerungen Eiweiß im Urin und einen zu hohen Blutdruck hast, steckt wahrscheinlich eine beginnende Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) dahinter. Diese muss unbedingt sorgfältig überwacht und behandelt werden.

Zur Begriffserklärung: Unter Gestose versteht man ganz allgemein verschiedene schwangerschaftsbedingte Krankheiten. Im ersten Schwangerschaftsdrittel spricht man von Frühgestose. Auch die Präeklampsie fällt unter diesen Begriff. Präeklampsie ist eine Bluthochdruck-Erkrankung, die Vorwiegend im letzten Schwangerschaftsdrittel auftritt. Dabei können geschwollene Füße und dicke Beine beziehungsweise vor allem Ödeme in Gesicht und an den Händen mögliche Symptome sein. Wenn du zusätzlich zu den Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft unter Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Übelkeit leidest, solltest du unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen, denn es kann eine Plazentainsuffizienz drohen!

Geschwollene Füße & Beine: 8 Tipps, die helfen

Mit diesen Tipps kannst du versuchen, starken Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft vorzubeugen beziehungsweise dicke Füße und geschwollene Beine schnell wieder los zu werden.

  1. Viel trinken
    Auch wenn du viel Wasser einlagerst, trink dennoch ausreichend – besonders an heißen Tagen!
  2. Keine Entwässerungsmittel!
    Vermeide entwässernde Tees und Medikamente – sie verdicken das Blut, was Nachteile für Mutter und Kind mit sich bringen kann.
  3. Füße hoch legen
    Wenn du Wasser in den Beinen hast, sollten die Extremitäten höher gelagert werden als das Herz, also Beine an die Wand, Körper auf den Boden, Bett oder Sofa.
  4. Stützstrümpfe
    Stützstrümpfe können bei dicken Beinen für Linderung sorgen.
  5. Planschbecken
    Tauche geschwollene Füße an heißen Tagen immer mal wieder für eine Weile ins kühle Planschbecken oder in einen Eimer mit kühlem Wasser.
  6. Hilfe in der Nacht
    Nachts ein dickes Kissen unter die Füße legen oder ein gerolltes Handtuch am Bettende unter die Matratze stecken damit die Beine über Nacht abschwellen – allerdings muss man dann nachts eventuell noch öfter zur Toilette gehen.
  7. Fußgymnastik
    Wenn du bei der Arbeit viel sitzen musst, strecke zwischendurch die Beine aus und ziehe dann die Zehenspitzen mehrmals zum Körper an. So aktivierst du die Muskelpumpe um die Venen und transportierst das Blut wieder besser in den oberen Teil des Körpers.
  8. Salz oder kein Salz?
    Immer wieder liest man, dass eine salzarme Ernährung sinnvoll ist, doch ist die Medizin inzwischen zu einer gegenteiligen Meinung gelangt und empfiehlt salzige Nahrung, eiweißreiche Kost und viel Flüssigkeit. Lass dich von Ihrem Arzt bezüglich des Essverhaltens beraten, er kann deine Situation am besten einschätzen.

Geschwollene Hände

Vielleicht wirst du neben den geschwollenen Beinen in der Schwangerschaft auch bemerken, dass die Hände dicker werden. Denn auch Hände lagert in der Schwangerschaft Wasser ein und werden dadurch dick. Bei ersten Anzeichen von Wassereinlagerungen kann es daher sinnvoll sein, die Ringe von der Hand abzunehmen – bevor die geschwollenen Hände das unmöglich machen und der Ring sich im schlimmsten Fall nicht mehr abnehmen lässt.

Wassereinlagerungen oder doch Gewichtszunahme?

Wenn du unsicher bist, ob die dicken Beine und geschwollenen Füße durch Wassereinlagerung oder von einer Gewichtszunahme in der Schwangerschaft kommen, drücke einmal mit einem Finger die Haut in der Nähe der Fesseln fest ein. Bleibt eine Delle im Bein, die nur langsam verschwindet, hast du sehr wahrscheinlich Wasser in den Beinen.

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Quellen:

  • Prof. Dr. med. Franz Kainer, Annette Nolden: Das große Buch zur Schwangerschaft – Umfassender Rat für jede Woche. Gräfe und Unzer Verlag, München 2009
  • Berufsverband der Frauenärzte: Schwangerschaftshochdruck / Präeklampsie,
    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/schwangerschaftshochdruck-praeeklampsie/ (Letzter Aufruf: Juli 2019)
  • Informationen der Arbeitsgemeinschaft Gestose-Betroffene e.V.: GESTOSE = Präeklampsie,
    http://xn--preklampsie-hellp-rqb.de/krankheitsbilder/praeeklampsie (letzter Aufruf: Juli 2019)
  • Holzgreve, Brigitte: 300 Fragen zur Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2012