Hämorrhoiden: Schwangerschaft und Geburt als Auslöser

Hämorrhoiden: Schwangerschaft und Geburt als Auslöser

Jetzt auch noch Hämorrhoiden? Schwangerschaft erspart einem auch wirklich nichts. Erfahre, warum Schwangere häufig an Hämorriden leiden und was du dagegen tun kannst.

Schwangere streichelt ihren Bauch
Schwangerschaftshormone begünstigen Hämorrhoiden © Bigstock/ Igor Stevanovic

Was sind Hämorrhoiden? Ursachen der Analbeschwerden

Jeder Mensch hat Hämorriden – nur machen diese meist keine Beschwerden. Hämorriden sind kleine Gefäßpolster im Enddarm, die mit Blut versorgt werden. Sie sorgen neben dem Schließmuskel dafür, dass der After nach unten geschlossen bleibt. Zum Problem werden die Hämorrhoiden erst, wenn sie sich erweitern (innere Hämorrhoiden) oder sogar aus dem After herausragen (äußere Hämorrhoiden). Das ist schmerzhaft und verursacht starken Juckreiz. Auch Blutungen sind möglich, wenn die Gewebepolster einreisen. Die häufigste Hämorriden-Ursache ist zu starkes Pressen beim Stuhlgang, etwa bei zu hartem Stuhl oder Verstopfung.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Hämorrhoiden entstehen, wenn zu viel Druck auf die Gefäßpolster im Enddarm ausgeübt wird. Leider lässt sich das bei einer Schwangerschaft gar nicht vermeiden. Rund um den Entbindungstermin belasten Baby, Plazenta und Fruchtblase dein Becken mit etwa sechs Kilogramm. Und das kräftige Pressen bei der Entbindung, lässt sich natürlich auch nicht vermeiden. Auch wenn du keine Hämorrhoiden in der Schwangerschaft hattest, durch die extreme Belastung bei der Geburt können sie noch entstehen.

Hämorriden Schwangerschaft: Gründe

Warum Hämorrhoiden? Schwangerschaft bedeutet…

…, dass viel Gewicht auf dem Becken und damit auch auf dem Darm lastet. Das hemmt die Durchblutung und kann zu einem Blutstau in den Hämorrhoiden führen.

…Schwangerschaftshormone sorgen für ein rundum lockeres Gewebe. Auch das hämorridialen Gewebepolster im Enddarm kann sich leichter ausdehnen.

…eine träge Verdauung. Das führt zu einem harten Stuhl oder zu einer Verstopfung. Starkes Pressen auf der Toilette lässt sich meist nicht verhindern.

…durch die Presswehen und die Austreibungsphase können Hämorrhoiden nach der Geburt entstehen, auch wenn du vorher keine Beschwerden hattest.

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Hämorrhoiden: Symptome erkennen

Sind die Hämorrhoiden nur leicht vergrößert, bleiben sie oft unbemerkt. Deutliche Hämorrhoiden-Symptome sind:

  • Blutungen
    Reißen die Hämorrhoiden-Gefäße ein, bluten sie. Die Blutung ist schmerzlos mit hellrotem Blut. Sie tritt meist während des Stuhlgangs oder unmittelbar danach.
  • Jucken/ Brennen
    Das empfindliche Gewebe wird durch abgehende Darmsekrete gereizt. Kleine Risse können auch zu Brennen und Schmerzen führen.
  • Stuhlschmieren
    Verschließt sich der Darmausgang nicht mehr richtig, können kleinere Mengen Stuhl, Sekret oder Flüssigkeit abgehen. Du erkennst das an Verunreinigungen in der Wäsche.
  • Fremdkörpergefühl
    Sind die Hämorrhoiden schon ausgeprägter, kann das zu einem dauerhaften Fremdkörpergefühl führen oer du hast nach dem Stuhlgang das Gefühl, dein Darm ist nicht vollständig entleert.

Was tun bei Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft lassen sich im Prinzip ganz normal behandeln. Trotzdem ist es ratsam, die Behandlung mit deiner Hebamme zu besprechen. So sind beispielsweise nicht alle Hämorrhoiden-Salben oder Cremes unbedingt zu empfehlen, gerade wenn sie Cortison enthalten. Besser auf natürliche Inhaltsstoffe setzen. Die Hebamme Jana Friedrich vom Hebammenblog empfiehlt zum Beispiel den Hämorrhoiden-Balsam von Motherlove.

Was hilft gegen Hämorrhoiden?

  • Pflege und Hygiene
    Hämorrhoiden lassen sich in der Regel gut behandeln. Salben und Cremes, Zäpfchen oder Sitzbäder können gegen den Juckreiz helfen und die Entzündung nehmen. Sorgfältige Analhygiene unterstützt den Heilungsprozess.
  • Ballaststoffreiche Ernährung
    Je weniger du beim Stuhlgang pressen musst, desto besser. Gut ist daher alles, was einer Verstopfung vorbeugt: Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit.
  • Entspannter Toilettengang
    Lass dir auf der Toilette vielleicht etwas mehr Zeit als sonst. Auch das kann zu festes Drücken vorbeugen.
  • Genug Bewegung
    Halte deine Verdauung in Schwung und versuch mehr Bewegung in den Alltag einzubauen. Regelmäßig Spazieren gehen kann schon helfen.