Bookmark

Hämorrhoiden: Schwangerschaft und Geburt als Auslöser

Jetzt auch noch Hämorrhoiden? Schwangerschaft erspart einem auch wirklich nichts. Erfahre, warum Schwangere häufig an Hämorriden leiden und was du dagegen tun kannst.

Schwangerschaftshormone begünstigen Hämorrhoiden
Schwangerschaftshormone begünstigen Hämorrhoiden
© Bigstock/ Igor Stevanovic

Inhalt:

Was sind Hämorrhoiden? Ursachen der Analbeschwerden

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden (auch: Hämorriden genannt) – nur verursachen diese meist keine Beschwerden. Hämorriden sind kleine Gefäßpolster im Enddarm, die mit Blut versorgt werden. Sie sorgen neben dem Schließmuskel dafür, dass der After nach unten geschlossen bleibt. Im Normalfall bekommt man also gar nicht mit, dass man Hämorriden hat.

Innere und äußere Hämorrhoiden: Schwangerschaft erhöht Risiko

Zum Problem werden die Hämorrhoiden erst, wenn sie sich erweitern (innere Hämorrhoiden) oder sogar aus dem After herausragen (äußere Hämorrhoiden). Wenn Hämorrhoiden nicht behandelt werden, treten sie nach und nach aus dem After. Das ist schmerzhaft und verursacht starken Juckreiz. Auch Blutungen sind möglich, wenn die Gewebepolster einreisen. Die häufigste Hämorriden-Ursache ist zu starkes Pressen beim Stuhlgang, etwa bei zu hartem Stuhl oder Verstopfung. Gründe können aber auch Übergewicht und Bewegungsmangel sein. “Gleichzeitig liegt häufig eine Schwäche der Gefäßwände vor”, so der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. auf seiner Webseite.

Generell sind Hämorriden-Beschwerden unter 30 Jahren eher selten. Allerdings steigen die Zahlen der Betroffenen mit zunehmendem Alter an. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 50 Prozent der Erwachsenen über 30 Jahre darunter leiden und Männer häufiger daran erkranken als Frauen. Aber da gibt es ja noch den Sonderfall: Hämorriden in der Schwangerschaft.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft – ganz normal

Warum Hämorrhoiden? Schwangerschaft bedeutet…

…, dass viel Gewicht auf dem Becken und damit auch auf dem Darm lastet. Das hemmt die Durchblutung und kann zu einem Blutstau in den Hämorrhoiden führen.

…Schwangerschaftshormone sorgen für ein rundum lockeres Gewebe. Das hämorridiale Gewebepolster im Enddarm kann sich leichter ausdehnen.

…eine träge Verdauung. Das führt zu einem harten Stuhl oder zu Verstopfung. Starkes Pressen auf der Toilette sorgt dann für ein erhöhtes Risiko.

…durch die Presswehen und die Austreibungsphase können Hämorrhoiden nach der Geburt entstehen, auch wenn du vorher keine Beschwerden hattest.

Hämorrhoiden: Symptome erkennen

Sind die Hämorrhoiden nur leicht vergrößert, bleiben sie oft unbemerkt. Deutliche Hämorrhoiden-Symptome sind:
Sind die Hämorrhoiden nur leicht vergrößert, bleiben sie oft unbemerkt. Deutliche Hämorrhoiden-Symptome sind:

  • Blutungen
    Reißen die Hämorrhoiden-Gefäße ein, bluten sie. Die Blutung ist schmerzlos mit hellrotem Blut. Sie tritt meist während des Stuhlgangs oder unmittelbar danach auf.
  • Jucken/ Brennen
    Das empfindliche Gewebe wird durch abgehende Darmsekrete gereizt. Kleine Risse können zu Brennen und Schmerzen führen.
  • Stuhlschmieren
    Verschließt sich der Darmausgang nicht mehr richtig, können kleinere Mengen Stuhl, Sekret oder Ausfluss abgehen. Du erkennst das an Verunreinigungen in der Wäsche. Dieses Symptom tritt meist erst sehr spät auf.
  • Fremdkörpergefühl
    Sind die Hämorrhoiden schon ausgeprägter, kann das zu einem dauerhaften Fremdkörpergefühl führen oder du hast nach dem Stuhlgang das Gefühl, dein Darm ist nicht vollständig entleert.

Was tun gegen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft lassen sich im Prinzip ganz normal behandeln. Trotzdem ist es ratsam, die Behandlung mit deiner Hebamme zu besprechen. So sind beispielsweise nicht alle Hämorrhoiden-Salben oder Cremes unbedingt zu empfehlen, gerade wenn sie Cortison enthalten. Besser ist es, auf natürliche Inhaltsstoffe zu setzen. Die Hebamme Jana Friedrich vom Hebammenblog empfiehlt zum Beispiel den Hämorrhoiden-Balsam von Motherlove.

Es kann vorkommen, ein Hämorriden-Leiden mit einer Analthrombose zu verwechseln. Dabei handelt es sich um ein Blutgerinnsel, welches eine schmerzhafte Schwellung im Afterbereich verursacht. Ein Experte kann den Unterschied sofort sehen.

Auf jeden Fall solltest du bei Problemen einen Arzt aufsuchen. Ein sogenannter Proktologe ist auf Hämorrhoiden-Beschwerden spezialisiert.

Was hilft gegen Hämorrhoiden?

  • Pflege und Hygiene
    Hämorrhoiden lassen sich in der Regel gut behandeln. Salben und Cremes, Zäpfchen oder Sitzbäder können gegen den Juckreiz und Schmerzen helfen und die Entzündung nehmen. Sorgfältige Analhygiene unterstützt den Heilungsprozess.
  • Ballaststoffreiche Ernährung
    Je weniger du beim Stuhlgang pressen musst, desto besser. Gut ist daher alles, was einer Verstopfung vorbeugt und den Stuhl weicher macht: Ballaststoffreiche Ernährung (z.B. Flohsamenschalen und Leinsamen) und ausreichend Flüssigkeit.
  • Entspannter Toilettengang
    Lass dir auf der Toilette vielleicht etwas mehr Zeit als sonst. Auch das kann zu festem Drücken vorbeugen.
  • Genug Bewegung
    Halte deine Verdauung in Schwung und versuch mehr Bewegung in den Alltag einzubauen. Regelmäßig Spazieren gehen kann schon helfen.

Hämorrhoiden Geburt: Was kann passieren?

Nicht nur in der Schwangerschaft gibt es Probleme mit Hämorrhoiden. Die Geburt kann ebenfalls das Risiko für die Beschwerden erhöhen. Hämorrhoiden entstehen, wenn zu viel Druck auf die Gefäßpolster im Enddarm ausgeübt wird. Leider lässt sich das bei einer Schwangerschaft gar nicht vermeiden. Rund um den Entbindungstermin belasten Baby, Plazenta und Fruchtblase dein Becken mit etwa sechs Kilogramm. Und das kräftige Pressen bei der Entbindung trägt zu der Entstehung bei. Auch wenn du keine Hämorrhoiden in der Schwangerschaft hattest, durch die extreme Belastung bei der Geburt können sie trotzdem noch entstehen.

Quellen