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Hitzewallungen: Schwangerschaft verändert den Hormonhaushalt

Dir ist normalerweise immer kalt? Nicht so in der Schwangerschaft: Hitzewallungen gehören für viele Frauen dazu. Schuld daran sind deine Hormone. Alles zum Thema und hilfreiche Tipps findest du hier.

Deswegen ist dir ständig heiß
Deswegen ist dir ständig heiß
©Unsplash/Chayene Rafaela

In diesen Artikel:

Hitzewallungen Schwangerschaft: Wie entstehen sie?

Während der Schwangerschaft verändert sich dein Hormonhaushalt. Das kann einige Vorteile haben: Beispielsweise lagert sich durch den erhöhten Östrogenspiegel mehr Wasser im Gewebe ab. Fältchen im Gesicht verschwinden, die Haut wirkt glatter und rosiger.

Allerdings ist in der Schwangerschaft nicht alles so rosig wie deine Haut. Die „Schattenseite“ der Hormonveränderung sind typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Schwangerschaftsübelkeit, Haarausfall oder eben auch Hitzewallungen. Neben der hormonellen Umstellung haben diesen auch eine andere Ursache: Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto höher dein Energieaufwand. Dein Stoffwechsel beschleunigt sich, zudem sind deine Blutgefäße erweitert und geben mehr Wärme nach außen ab.

Die Folge: Es kommt zu Schweißausbrüchen, Hitzewallungen und dem Gefühl heißer Füße. Zusätzliche Begleiterscheinungen Rötungen oder rötlichen Flecken an den Armen und am Dekolleté sein

Wie fühlt sich eine Hitzewallung an?

Die Wärmeschübe beginnen meistens im Brust- und Halsbereich, breitet sich über den Kopf und den Haarwurzeln bis in die Oberarme aus. Wie oft sie auftreten, wie stark sie ausfallen und wie lange sie dauern, ist von Frau zu Frau unterschiedlich und kann sich von Tag zu Tag ändern.

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Hitzewallungen in der Schwangerschaft: Normal oder Grund zur Sorge?

Das veränderte Temperaturempfinden tritt vor allem in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auf – also ab der 20. Schwangerschaftswoche. Während dir also in der Frühschwangerschaft eher zu kalt ist, wird dir in der Spätschwangerschaft eher zu heiß sein. Für gewöhnlich verschwinden die Hitzewallungen nach der Geburt. Allerdings leiden auch manche Frauen im Wochenbett oder während der Stillzeit weiterhin an den unangenehmen Hitzewellen.

Ein kleiner Trost: Hitzewallungen sind zwar lästig, aber völlig normal. In den aller meisten Fällen steckt kein ernster medizinischer Grund dahinter. Von Selbsttherapie solltest du aber die Finger lassen, denn das „Einnehmen von Medikamenten – auch pflanzlichen Mitteln – ohne ärztlichen Rat ist in der Schwangerschaft tabu“, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihren Artikel „Schwangerschaftsbeschwerden“.

Wenn du also sehr unter der zusätzlichen Wärme leiden solltest, sprich auf jeden Fall zuerst mit deinem Frauenarzt über das Thema „Hitzewallungen in der Schwangerschaft“.

Hitzewallungen Schwangerschaft: Tipps für werdende Mamas

Hitzewallungen in der Schwangerschaft sind normal und lassen sich nur selten ganz vermeiden. Hier sind sechs Tipps, wie du die Beschwerden zumindest lindern kannst.

#1 Trinke genug
Wenn du viel schwitzt, solltest du darauf achten, dass du deinen Flüssigkeits- und Nährstoffverlust wieder ausgleichst. Wasser und ungesüßte Tees eignen sich hervorragend. Welche Teesorten erlaubt sind erfährst du hier: „Tee in der Schwangerschaft: Welche Sorten sind erlaubt?

#2 Vermeide synthetische Kleidung
Vor allem in Sommer solltest du darauf achten, Stoffe zu tragen, die deine Haut atmen lassen. Besonders gut eignen sich hier Naturfasern wie Baumwolle und Leinen.

#3 Zwiebelprinzip anwenden
Für kühlere Tage ist das Zwiebelprinzip praktisch. Trage mehrere Schichten übereinander, so kannst du einzelne Kleidungsstücke bei Bedarf aus- und wieder anziehen.

#4 Äußere Auslöser vermeiden
Versuche, Kaffee, Tee oder scharfes Essen erstmal von deinem Speiseplan zu streichen oder zumindest zu reduzieren.

#5 Ventilatoren und Sprühflaschen
Ventilatoren oder Sprühflaschen können ebenfalls für Abkühlung sorgen. Allerdings solltest du bei Klimaanlagen vorsichtig sein – sie trocknen die Luft aus und verschlechtern so das Raumklima.

#6 Nicht zu kalt duschen
Auch wenn die Versuchung vielleicht hoch ist, zu kaltes Duschen ist bei Hitzewallungen eher kontraproduktiv. Kurzfristig hat eine kalte Dusche zwar einen kühlenden Effekt, im Nachhinein reagiert der Körper aber mit noch stärkerem Schwitzen. Für zwischendurch: Handgelenke unter kaltes Wasser halten und heiße Füße mit einem kalten Fußbad abkühlen.

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Quellen:

  • Laue, Birgit (2012): 300 Fragen zum Baby, Gräfe Und Unzer
  • Prof. Dr. med Kainer, Franz; Nolden, Annette (2018): Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche, S. 38
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Schwangerschaftsbeschwerden,
    https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/beschwerden-und-krankheiten/beschwerden/ (letzter Zugriff: Mai 2019)