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Ingwer in der Schwangerschaft: Darauf solltest du achten

Ingwer auf einem Tisch
Ist Ingwer in der Schwangerschaft erlaubt?
© pixabay/ congerdesign

Ingwer ist ein natürlicher Helfer bei Erkältungen und Übelkeit, in der Schwangerschaft ist er im richtigen Maß unbedenklich, weil er auch wehenfördernd wirken kann. Hier erfährst du, ob und wie viel Ingwer in der Schwangerschaft gegessen werden darf.

Was ist Ingwer?

Ingwer ist eines der ältesten Gewürze, dessen zitronig-scharfer Geschmack sich nicht nur zum Würzen verschiedener Speisen eignet, sondern dem auch heilende Wirkung nachgesagt wird.

Ingwer als natürliches Heilmittel

Für folgende Beschwerden kann Ingwer als ein natürliches Heilmittel wirken:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • bei Grippe und Erkältung
  • Verdauungsproblemen
  • zur Anregung des Immunsystems

Allerdings eignet sich die Superknolle nicht für jeden. Menschen mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt oder wenn sie zu Sodbrennen neigen, sollten die Knolle nur in Maßen genießen. Und was gilt für Schwangere: Darf ich Ingwer in der Schwangerschaft essen?

Ist Ingwer in der Schwangerschaft erlaubt?

Ingwer enthält viel Vitamin-C und Mineralien wie Magnesium oder Kalzium, außerdem soll er eine antibakterielle Wirkung haben. Daher wird Ingwer in der Schwangerschaft häufig in Form von Tee oder Kapseln empfohlen. Allerdings gibt es da einen Haken.

Wie viel Ingwer ist in der Schwangerschaft erlaubt?

Martin Smollich, Leiter der Arbeitsgruppe Pharmakonutrition am Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck gibt eine klare Empfehlung, wie viel Gramm Ingwer du in der Schwangerschaft pro Tag maximal essen solltest.

Demnach sollten Schwangere …

  • höchstens 1,5 Gramm Ingwer pro Tag zu sich nehmen
  • und das auch nicht länger als zwei Wochen am Stück.

Nur dann sei er “(…) hinsichtlich einer möglichen embryonalen Toxizität nachweislich unbedenklich.” Auf eine höhere Dosierung von Ingwer in der Schwangerschaft sollte allerdings verzichtet werden, da vermutet wird, dass dadurch die Wirksamkeit sogar verringert werde und mögliche Gesundheitsrisiken noch nicht weiter erforscht seien.

Und was gilt für Ingwertee in der Schwangerschaft?

Du kannst Ingwertee in der Schwangerschaft trinken. Allerdings solltest du dich – nach aktueller Studienlage –  auf eine Tasse Ingwertee pro Tag (ca. 250 ml) beschränken. Dann kannst du sichergehen, dass du die empfohlene tägliche Verzehrmenge von zwei Gramm nicht überschreitest.

Tipp für selbstgemachten Ingwertee in der Schwangerschaft: Die Knolle nicht schälen, sondern in feine Scheiben schneiden oder reiben und mit siedendem Wasser übergießen und zehn bis 15 Minuten ziehen lassen.

Achte beim Kauf auf ein Biosiegel, da die Schale aufgrund der in ihr enthaltenen Vitaminen mitgekocht werden sollte.

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Vor- und Nachteile von Ingwer in der Schwangerschaft

Um abzuwägen, ob dir Ingwer in der Schwangerschaft helfen kann, gibt es hier eine kleine Checkliste zu den Vor- und Nachteilen der Knolle. Beachte aber, dass Ingwer bei jedem anders wirkt und noch keine abschließenden Studien zur Wirksamkeit vorliegen.

Vorteile von Ingwer in der Schwangerschaft

Nachteile von Ingwer in der Schwangerschaft

Hilft Ingwer bei Schwangerschaftsübelkeit?

Die Studienlage, ob frischer Ingwer bei leichten Formen der Schwangerschaftsübelkeit wirklich hilft, ist unterschiedlicher Meinung. Eine Studie von 2014 mit 1.278 Teilnehmerinnen konnte nachweisen, dass Ingwer die Schwangerschaftsübelkeit zwar lindern kann, die Häufigkeit des Erbrechens allerdings nicht beeinflusst.

Besonders interessant ist hierbei, dass der Ingwer in einer niedrigeren Dosierung von unter zwei Gramm am Tag wirksamer ist, als in einer höheren.

Wie steht es mit Ingwer-Präparaten aus der Apotheke?

Dr. med. Martin Smollich warnt, dass diese Präparate bei Schwangeren zu Irritationen führen können, da sie ausschließlich für Reiseübelkeit zugelassen sind und die Beipackzettel dieser Präparate ausdrücklich von einer Einnahme in der Schwangerschaft abraten. Lass dich also unbedingt vor der Einnahme von einem Apotheker oder deinem Arzt beraten!

Hilft Ingwer in der Schwangerschaft bei einer Erkältung?

Dass Ingwer eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird, liegt vor allem an den enthaltenen Scharfstoffen Gingerole und Shogaole.

Ob diese Stoffe tatsächlich antibakteriell wirken, ist noch nicht endgültig erforscht, allerdings sorgen sie für eine bessere Durchblutung, sodass Wissenschaftler annehmen, dass dadurch Entzündungsbotenstoffe schneller abtransportiert werden.

Außerdem ist Ingwer reich an Vitamin-C, diversen Mineralien (Magnesium, Kalzium, Eisen, Phosphor, Kalium) und ätherischen Ölen.

Viele empfinden die Schärfe des Ingwers als wohltuend wärmend, was bei einer Erkältung in der Schwangerschaft zumindest subjektiv unterstützend wirken kann.

Ist der Verzehr von Ingwer in der Schwangerschaft wehenfördernd?

Ist Ingwer wehenfördernd? Diese Annahme beruht darauf, dass Ingwer durchblutungsfördernd wirkt und dadurch auch der Beckenraum besser durchblutet wird. Daher gilt Ingwer als wehenfördernd – Sex in der Schwangerschaft und Treppensteigen haben allerdings den gleichen Effekt.

Abschließende medizinische Studien, ob Ingwer wehenfördernd ist, gibt es keine. Bevor du also zu einem Wehencocktail mit Ingwer greifst, solltest du unbedingt mit deiner Ärztin oder deiner Hebamme Rücksprache halten!

Ingwer & Schwangerschaft: Steigt das Risiko einer Fehlgeburt?

Laut dem Pharmakovigilanz – und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin wurde in mehreren klinischen Studien mit über 1.000 Schwangeren kein erhöhtes Fehlbildungs- oder Abortrisiko festgestellt, sofern der Ingwer nicht überdosiert wird.

Wann sollte man auf den Verzehr von Ingwer in der Schwangerschaft verzichten?

In einigen Studien gab es Anzeichen, dass Ingwer eine blutverdünnende Wirkung haben kann. Abschließend wissenschaftlich bewiesen ist das allerdings noch nicht.

Gehörst du also zu einer der folgenden Risikogruppen, solltest du eher auf Ingwer verzichten oder ihn nur mit fachgerechter Rücksprache einnehmen:

  • Wenn du weitere Blutverdünner einnimmst, etwa Aspirin
  • Wenn du zu Frühgeburten neigst
  • Wenn du Probleme mit der Blutgerinnung hast

Bei Ingwerpräparaten aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt sollte auch vorher der Arzt oder die Hebamme um Rat gebeten und der Beipackzettel studiert werden.

Quellen

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