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Inkontinenz Schwangerschaft: So lassen sich die Symptome lindern

Eine Inkontinenz in der Schwangerschaft belastet viele Schwangere. Warum es zur vorübergehenden Blasenschwäche kommt und was du dagegen tun kannst, erfährst du im Artikel.

Inkontinenz in der Schwangerschaft: Kommt häufig vor, wird aber selten angesprochen
Inkontinenz in der Schwangerschaft: Kommt häufig vor, wird aber selten angesprochen
©Unsplash/Giorgio Trovato

In diesem Artikel:

Inkontinenz Schwangerschaft: Ursachen

Du hustest, niest oder lachst und verlierst dabei die Kontrolle über deine Blase. Mit Inkontinenz in der Schwangerschaft dürften viele Frauen Erfahrungen gemacht haben. „Bis zu sieben von zehn Schwangeren verlieren außerdem ab und zu ungewollt Urin, vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft und wenn sie bereits früher ein Kind geboren haben“, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Inkontinenz während der Schwangerschaft hat mehrere Gründe, die alle zusammenspielen: In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten ist der Blasendrang am stärksten. Deine Gebärmutter wächst und dein Körper produziert mehr Östrogen und Progesteron. Diese beiden Hormone sorgen dafür, dass sich deine Muskeln entspannen und deine Bänder dehnbarer und weicher werden – unter anderem auch der Beckenboden.

Ungefähr im vierten Monat richtet sich die Gebärmutter auf und der Harndrang lässt etwas nach. Das ist aber leider nicht von langer Dauer. Am Ende des zweiten Trimesters wird deine Blasenschwäche wieder stärker. Der Kopf deines Kindes wandert jetzt nämlich in die Geburtsposition und drückt auf deine Blase.

Persönliche Ursachen für Blasenschwäche in der Schwangerschaft

Zusätzlich gibt es auch Faktoren, die schon vor der Schwangerschaft dafür sorgen, dass dein persönliches Inkontinenz-Risiko erhöht ist: Hast du früher viel geraucht, kann der chronische Husten deinen Beckenboden geschwächt haben. Genauso sieht es mit Übergewicht aus. Auch Frauen, die generell zu Bindegewebsschwäche neigen, sind häufiger von Inkontinenz in der Schwangerschaft betroffen. Ob du zu einer schwachen Blase neigst, liegt zum Teil auch an deiner genetischen Veranlagung. Hatte zum Beispiel deine Mutter eine Blasenschwäche während der Schwangerschaft, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie auch bei dir auftritt.

Blasenschwäche oder Blasensprung?

Viele Frauen befürchten bei dem unkontrollierten Austritt der Flüssigkeit, dass es sich um einen vorzeitigen Blasensprung handeln könnte. Wie du Fruchtwasser und Urin unterscheiden kannst, erfährst du hier: Blasensprung erkennen: Ist gerade meine Fruchtblase geplatzt?

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Ist ständiger Harndrang Grund zur Sorge?

Nein. Inkontinenz in der Schwangerschaft gehört zu den gängigen Schwangerschaftsbeschwerden und ist nur ein vorübergehendes Problem. Nach der Entbindung tritt wieder Besserung ein in Sachen Blasenschwäche. Schwangerschaft und Geburt haben dein Bindegewebe und deine Beckenbodenmuskulatur allerdings stark beansprucht, daher kann es mehrere Monate dauern, bis sich dein Blasendrang wieder normalisiert und die Schließmuskeln wieder einwandfrei funktionieren.

Wann doch zum Arzt?

Brennen beim Wasserlassen oder häufiger Harndrang sind Symptome für eine Blasenentzündung. In diesem Fall solltest du dich sofort bei deinem Frauenarzt melden. Denn steigen die Bakterien bis zu den Nieren auf, kann das zu einer Nierenbeckenentzündung führen. Als Folge kann es zu vorzeitigen Wehen und einer Frühgeburt kommen.

Auch wenn deine Inkontinenz nach der Geburt trotz Beckenbodengymnastik und allen anderen Maßnahmen bestehen bleibt, sprich mit deinem Frauenarzt. Treten Monate nach der Rückbildung immer noch Probleme auf, ist das ein Fall für deinen Arzt.

Inkontinenz in der Schwangerschaft vorbeugen

Blasenschwäche ist zwar etwas völlig Normales, angenehm ist es trotzdem nicht. Auch wenn sich Inkontinenz in der Schwangerschaft vielleicht nicht ganz vermeiden lässt, die Symptome können mit den richtigen Methoden deutlich gelindert werden.

Um die Muskulatur der unteren Beckenregion zu entlasten, sollten übergewichtige Frauen versuchen, ihr Körpergewicht schon vor der geplanten Schwangerschaft zu reduzieren. Verstopfungen und das damit verbundene Pressen beim Stuhlgang wirken sich ebenfalls negativ auf das Inkontinenzrisiko aus und sollten daher vermieden werden. Achte also auf eine abwechslungs- und ballaststoffreiche Ernährung.

Beckenboden trainieren

Hast du bereits ein Kind bekommen, steigt das Risiko, dass dich die Blasenschwäche in der Schwangerschaft wieder begleitet. Meist wird sie sogar schlimmer, vor allem, wenn du nach deiner letzten Entbindung keinen Rückbildungskurs besucht hast. Daher ist es besonders wichtig deinen Beckenboden zu trainieren.

Weitere Informationen dazu und Übungen für zuhause findest du hier: Beckenbodentraining: Alle Infos und 3 Beckenbodenübungen für zuhause

Zusätzliche Tipps bei Blasenschwäche in der Schwangerschaft

  1. Trage Slipeinlagen oder Binden.
  2. Auch wenn du noch häufiger zur Toilette musst: Trinke nicht weniger, sondern mehr. Am besten sind Wasser, Tees oder Schorlen geeignet.
  3. Leichte sportliche Betätigung senkt die Inkontinenzgefahr. Schwimmen, Walking, Gymnastik oder Yoga eignen sich wunderbar für ein bisschen Sport in der Schwangerschaft.

Quellen