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Ein Kamm soll gegen Wehenschmerzen helfen?

Über diese Geburtsfotografie wird auf Facebook gerade viel diskutiert. Grund: Der Kamm, den die Frau auf dem Foto in ihren Händen hält. Denn angeblich soll er gegen Wehenschmerzen helfen. Wie soll das gehen?

Ist das Baby dam sind die Schmerzen vergessen: Kann ein Kamm trotzdem helfen?
Ist das Baby dam sind die Schmerzen vergessen: Kann ein Kamm trotzdem helfen?
© Bigstock/ kipgodi

Natürliche Alternative zur PDA?

Die Geburt eines Kindes ist ein unvergessliches und wundervolles Erlebnis – aber sind wir ehrlich: Auf die Geburtsschmerzen könnten wir wohl alle verzichten. Viele Frauen greifen daher auf schmerzlindernde Mittel wie beispielweise eine Periduralanästhesie (PDA) zurück. Doch es gibt auch natürliche Schmerzmittel-Alternativen, die der werdenden Mutter helfen können. Zum Beispiel Akupunktur beziehungsweise Akupressur: Darauf geht nämlich der Kamm-Trick zurück.

Ein Kamm gegen Wehenschmerzen

„Hast du gewusst, dass du während der Geburt einen Kamm benutzen kannst? Und er ist nicht für deine Haare“, heißt es in dem Facebook-Post, über den gerade viel diskutiert wird. Der Beitrag stammt von der US-amerikanischen Agentur für Geburts- und Babyfotografie „Fox Valley Birth and Baby“.

Did you know a comb can be used during labor?! And no its not for your hair.When gripped in your hands, a comb can…

Gepostet von Fox Valley Birth and Baby am Montag, 15. Juli 2019

Der Kamm soll, so Fox Valley Birth and Baby, die Wehenschmerzen erträglicher machen. Das Wirkprinzip ist folgendes: Hältst du den Kamm während der Geburt richtig in der Hand und drückst ihn, sollen die Zähne laut der traditionellen chinesischen Medizinbestimmte Akupunkturpunkte in der Hand stimulieren. Diese Punkte liegen in den Handlinien am Übergang der Finger zur Handfläche. „Diese [Punkte] sollen dabei helfen Endorphinen (körpereigene Glückshormone) auszuschütten“, so auch Debra Betts, Akupunkteurin und Autorin, in ihren Aufsatz „Natural pain relief techniques for childbirth using acupressure“.

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Akupunktur ist unter Hebammen und Geburtshelfern eine anerkannte Methode ist und wird dementsprechend vielfältig eingesetzt. Ab der 36. SSW oder 37. SSW können Schwangere mit Akupunktur behandelt werden, um die Geburt zu erleichtern.

In medizinischen Studien wurde eine geburtszeitverkürzende Wirkung dieser Methode belegt. Durch die Akupunktur soll sich der Muttermund schneller öffnen. Es wurde zudem belegt, dass es durch die geburtsvorbereitende Akupunktur zur einer verbesserten Wehenkoordination kommt, wodurch weniger wehenunterstützende Maßnahmen nötig wären.

In dem Facebook-Post ist außerdem von der sogenannten Kontrollschrankentheorie die Rede. Diese besagt, dass sich das Gehirn immer nur auf einen Reiz konzentrieren könne. Die leichten Schmerzen, die durch den Kamm verursacht werden, sollen also von den Geburtswehen ablenken. Da die Handnerven näher am Gehirn liegen, werden diese Schmerzen schneller wahrgenommen als die Wehenschmerzen.

Wie gut funktioniert die Kamm-Methode?

Aber wie gut funktioniert der Trick in der Praxis bei echten Wehen wirklich? Die Facebook-Nutzer sind zu mindestens begeistert. Inzwischen hat der Beitrag knapp 24.000 Kommentare und wurde über 21.000 geteilt (Stand: 30.7.2019). Frauen berichten von ihren positiven Erfahrungen mit der Akupunktur durch die Kammzähne.

Eine Userin schreibt beispielsweise:

„WOW!! Ich wünschte ich hätte das bei der Geburt meines ersten Sohnes gewusst. Im Oktober erwarte ich mein nächstes Kind und werde definitiv einen Kamm einpacken. 💙💙 Danke für die Info. 🙂😃“

Eine andere Mama kommentiert:

„Es hat bei mir richtig gut funktioniert. Ich habe mein zweites Kind komplett natürlich bekommen nur durch gleichmäßiges Atmen, Bewegung und einem Kamm. ♥️“

Aber: Gerade in der traditionellen chinesischen Medizin gibt es keine Garantie, dass sie bei jedem gleich gut funktioniert. Wenn du aber vorher gute Erfahrungen mit Akupunktur bzw. Akupressur gemacht hast, ist der Kamm-Trick mit Sicherheit einen Versuch wert. Sei aber nicht enttäuscht, wenn es nicht klappt. Die Geburt ist für den Körper eine Extremsituation und jeder reagiert anders auf die Schmerzen.

Quellen anzeigen: