Kindsbewegungen: Ab wann spürt man das Baby?

Kindsbewegungen: Ab wann spürt man das Baby?

Kindsbewegungen sind ein kleiner Tritt für das Menschlein – und ein großer Schritt für die werdenden Eltern. Ab wann spürt man das Baby genau? Bis aus dem ersten leichten Flattern ein unmissverständlicher Tritt deines ungeborenen Babys wird, musst du leider etwas Geduld haben. Erfahre hier, wie sich für dich erste Kindsbewegungen anfühlen und ab wann auch dein Partner mit dem ersten Tritt rechnen kann.

Mann hält Schwangeren den Bauch
Ab wann spürt man Kindsbewegungen? © Bigstock/ Fotogravidas

Kindsbewegungen: Überblick

Das Ungeborene bewegt sich schon seit der 8. Schwangerschaftswoche im Bauch. Doch ist es noch zu klein und zu schwach um sich damit bemerkbar zu machen. Bis zu den ersten Kindsbewegungen, die du deutlich spüren kannst, vergehen noch mindestens zehn Wochen.

Ab wann spürt man das Baby treten?

Wenn das Baby endlich seine ersten Tritte austeilt, ist das ein ganz besonderer Moment. Das kleine Menschlein, das bisher irgendwie doch nur ein verschwommenes Ultraschallbild war, macht sich endlich deutlich bemerkbar. Daher fragen die meisten Schwangeren ungeduldig: „Ab wann tritt ein Baby?“

Ab dieser Woche kannst du Tritte deutlich spüren

Bis es soweit ist, muss sich jede Schwangere gedulden. Richtig kräftig und damit ganz deutlich werden die Kindsbewegungen erst gegen Endes des 2. Trimesters. Dann ist dein Baby groß genug und beherrscht seine Muskeln so gut, dass du seine Tritte und Knuffe durch die Bauchdecke spüren kannst. Für die ersten Tritte eine genaue Schwangerschaftswoche vorherzusagen ist trotzdem kaum möglich. Das kommt nämlich auch darauf an, wie das Baby gerade im Bauch liegt. In der Regel kannst du aber zwischen der 24. SSW und der 28. SSW damit rechnen. Auch die Lage der Plazenta ist entscheidend, wie deutlich und ab wann Kindsbewegungen spürbar sind – bei einer Vorderwandplazenta zum Beispiel sind Tritte oft kaum zu spüren. Bei übergewichtigen Frauen stellt sich das Spüren der Tritte grundsätzlich meist später ein, bei Zwillingen fühlen Schwangere es dagegen schon früher.

Doch das ist nicht das Einzige, was dein Kind in deinem Bauch macht! Im Video siehst du fünf Dinge, von denen du mit Sicherheit nicht gedacht hättest, dass sie dein Baby schon im Bauch kann:

5 faszinierende Dinge, die dein Baby schon im Bauch kann

Kindsbewegungen: Wann spürt der Vater sie?

„Ab wann spürt man das Baby“ ist natürlich auch für deinen Partner eine spannende Frage. Leider müssen sich Väter und der Rest der Welt müssen mindestens bis zur 24. SSW warten, bis sie die Tritte spüren können. Und dann ist es oft auch wie verhext: Kaum legt jemand seine Hand auf den Bauch, verstummen die Tritte und Bewegungen. Die beste Gelegenheit die Kindsbewegungen zu spüren bietet sich abends, wenn die Schwangere liegt. Meist werden die Kleinen besonders aktiv, wenn ihre Mutter zur Ruhe kommen will. Am Tag hingegen schlafen sie mehr, stündlich etwa 40 Minuten.

Erste Kindsbewegungen schon viel früher bemerkbar

In der Zeit vor dem ersten Tritt ist dein Baby keineswegs untätig. Um die 20. SSW ist meistens der Zeitpunkt gekommen, an dem eine Schwangere die ersten zarten Kindsbewegungen spürt. Sie machen sich als leichtes Ziehen in der Gebärmutter bemerkbar. Tatsächlich ist es so, dass Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, die Signale häufig zunächst mit Blähungen und Darmbewegungen verwechseln. Es fehlt einfach an Erfahrung diese neuen Gefühle richtig einzuordnen. Ab wann spürt man Kindsbewegungen, das muss also auch individuell beantwortet werden. Doch werden die Tritte erst einmal kräftiger, lassen sie sich bald eindeutig zuordnen.

Bei der zweiten oder späteren Schwangerschaft spüren Mütter die Kindsbewegungen dann häufig schon früher, weil sie wissen worauf sie achten müssen – sie kennen das Gefühl bereits. Viele denken dann: Hätte mir das mal jemand früher gesagt!

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Wie fühlen sich Kindsbewegungen an?

Das schöne ist, Frauen beschreiben das Gefühl unterschiedlich, was nahelegt, dass es auch verschieden wahrgenommen wird. So sammelt jede Schwanger ihre ganz persönlichen ersten Mama-Baby-Momente:

  • „Ich hatte das Gefühl, dass ein Schmetterling in meinem Bauch umherfliegt,“ beschreibt eine Schwangere ihre ersten gespürten Kindsbewegungen.
  • „Es war als würde Popcorn in mir aufspringen,“ berichtet eine andere Frau.
  • „Wie Brausepulver auf der Zunge – nur eben im Bauch“ oder wie
  • „ein kleines Erdbeben“.

Dies sind nur einige Beschreibungen, wie sich erste Kindsbewegungen anfühlen können. Tatsächlich wird das Bild „Schmetterlinge im Bauch“ aber am häufigsten verwendet. Im Laufe deiner Schwangerschaft wird sich aus diesem Flattern aber natürlich ein deutlicheres und regelmäßigeres Bewegungsmuster entwickeln. Nachmittags und abends wirst du die Kindsbewegungen grundsätzlich am häufigsten spüren können, dann ist dein Baby wach und bewegt sich.

Schluckauf im Bauch

Babys trinken bereits im Bauch den einen oder anderen Schluck Fruchtwasser – in der Folge bekommen sie oft Schluckauf. Zu erkennen ist dies an den rhythmischen Zuckungen aus dem Babybauch und diese können sogar intensiver sein als die Kindsbewegungen. Eine perfekte Gelegenheit, andere an dem spürbaren Vorhandensein deines Kindes teilhaben zu lassen.

Wann die Kindsbewegungen weniger werden

Kindsbewegungen sind natürlich immer ein Zeichen dafür, dass es deinem Kind gut geht. Doch auch nicht jede Bewegung des Kindes ist spürbar. Ultraschall-Untersuchungen haben gezeigt, dass Schwangere etwa 80 Prozent der Bewegung eines Ungeborenen spüren, den Rest jedoch nicht bemerken. Oft werden die gespürten Tritte auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft irgendwann weniger bewusst wahrgenommen weil sich die werdende Mutter daran gewöhnt und weniger darauf achten. Oder du bemerkst sie im Alltag nicht immer, weil du gerade sehr beschäftigt oder aktiv bist.

Am Ende der Schwangerschaft werden die Stöße, Tritte und Kindsbewegungen ohnehin weniger. Das ist ganz normal, weil das Baby schlicht weniger Platz zum Bewegen hat. Ab der 36. SSW drehen sie sich meist auch schon in die Startposition für die Geburt. Zusätzlich halten die Muskeln der Gebärmutter und des Unterleibs das Baby jetzt in dieser Position fest, dass es weiter im das Becken rutschen kann.

Weniger Kindsbewegungen: Wann sollte man den Arzt einschalten?

Weniger Kindsbewegungen bedeutet also per se nicht, dass etwas mit deinem Ungeborenen passiert ist. Zum einen kommt es auf deine Schwangerschaftswoche an. Zu Beginn sind die Kindsbewegungen noch eher unregelmäßig und manche Babys sind sehr ruhig und bewegen sich wenig. Gleiches gilt für das Ende der Schwangerschaft. Durch den beengten Platz, werden auch die Bewegungen weniger.

Vielleicht hast du auch schon von der Faustregel „10 Kindsbewegungen pro Tag“ gehört. Demnach sollten sich gesunde Kinder mindestens zehn Mal am Tag bewegen. Diese Regel gilt jedoch inzwischen als überholt. „Es gibt keine bestimmte Anzahl von Bewegungen, die normal ist. Sie werden während Ihrer Schwangerschaft herausfinden, welche Bewegungen für Ihr Baby normal sind. Ein Nachlassen oder eine Veränderung dieser Bewegungen ist das, was wichtig ist.“, fasst es Regine Knobloch, beratende Hebamme für den deutschen Hebammenverband, in einem Artikel für das „Hebammenforum“ (Fachmagazin des deutschen Hebammenverbandes) zusammen.

Falls es in deinem Bauch zu ruhig sein sollte, helfen dem Baby vielleicht diese Tricks:

  • Iss eine Kleinigkeit oder trinken ein Glas Orangensaft. Viele Babys werden nach solcher Energiezufuhr aktiver
  • Leg dich auf die linke Seite, so dass die Blutzufuhr zum Bauch optimiert wird.
  • Streichle deinen Bauch an einer Stelle. Oft reagiert das Baby darauf und stupst zurück.

Sollten diese Tipps das Baby auch nicht animieren können, und spürst du zwischen der 24. und 28. SSW  für länger als 24 Stunden keine Kindsbewegungen beziehungsweise auffällig wenige, sollte unbedingt den Frauenarzt informieren oder die Hebamme um Rat fragen.

 

Quellen:

Prof. Dr. med. Franz Kainer, Annette Nolden: Das große Buch zur Schwangerschaft – Umfassender Rat für jede Woche. Gräfe und Unzer Verlag, München 2009

Berufsverband der Frauenärzte e.V., www.frauenaerzte-im-netz.de

Regine Knobloch: „Was uns die Kindsbewegungen erzählen“ erschienen im „Hebammenforum – das Fachmagazin des deutschen Hebammenverbandes“ Ausgabe November 2017 (S. 1248 ff.)