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Kindsbewegungen: Ab wann spürt man das Baby?

Für das Kind ist es nur ein kleiner Tritt, für die werdenden Eltern aber ein großartiger Moment. Erfahre hier, ab wann du dein Baby spüren kannst und wie sich diese ersten Kindsbewegungen anfühlen. Außerdem informieren wir dich, was zu tun ist, wenn die Bewegungen plötzlich weniger werden.

geprüft von Anja Stern und Marie Beinhauer, Hebammen

Ab wann kann ich das Baby spüren?
Ab wann kann ich das Baby spüren?
© Bigstock/ Fotogravidas

In diesem Artikel:

Ab wann spürt man das Baby?

Dein Ungeborenes bewegt sich schon seit der 9. Schwangerschaftswoche in deinem Bauch. Doch zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu klein und zu schwach, um sich damit bemerkbar zu machen. Bis zu den ersten Kindsbewegungen, die du deutlich spüren kannst, vergehen noch mindestens zehn Wochen.

Kindsbewegungen ab der 18. SSW möglich

Beim ersten Kind nehmen Schwangere die Bewegungen ihres Ungeborenen zwischen der 18. SSW und der 20. SSW zum ersten Mal wahr; bei den folgenden Schwangerschaften meist schon etwas früher, um die 16. SSW. Dann ist dein Baby groß genug und beherrscht seine Muskeln so gut, dass du seine Tritte und Knuffe durch die Bauchdecke spüren kannst. Eine genaue Schwangerschaftswoche vorherzusagen ist trotzdem kaum möglich. Das kommt nämlich auch darauf an, wie das Baby gerade im Bauch liegt. Deutlicher wirst du es spüren, wenn es mit seinem Rücken in Richtung deiner Wirbelsäule gedreht ist.

Wann spürt der Vater erste Tritte?

Leider müssen Väter und der Rest der Welt etwa bis zur 24. SSW warten, bis sie die Tritte deutlich spüren können. Und dann ist es oft auch wie verhext: Kaum legt jemand seine Hand auf den Bauch, verstummen die Bewegungen. Die beste Gelegenheit die Kindsbewegungen zu spüren bietet sich abends, wenn du liegst. Meist werden die Kleinen besonders aktiv, wenn du zur Ruhe kommen willst. Am Tag hingegen schlafen sie mehr.

Vielleicht können diese Tipps aus dem Video helfen, das Baby zum Bewegen zu animieren. Denn auch schon im Bauch könnt ihr mit euren Kind kommunizieren.

Mit dem Ungeborenen kommunizieren

Kindsbewegungen bei einer Vorderwandplazenta

Auch die Lage der Plazenta ist entscheidend, wie deutlich und ab wann du das Baby spürst. Bei einer Vorderwandplazenta zum Beispiel werden die Kindsbewegungen abgedämpft und du musst vermutlich etwas länger darauf warten. Wie lange genau, das lässt sich leider pauschal nicht beantworten. Auch bei übergewichtigen Frauen stellt sich das Spüren der Tritte grundsätzlich meist später ein, bei Zwillingen fühlen Schwangere es dagegen schon früher.

Wie fühlen sich Kindsbewegungen an?

Frauen beschreiben das Gefühl sehr unterschiedlich. So sammelt jede Schwangere ihre ganz persönlichen ersten Mama-Baby-Momente: Schmetterlinge im Bauch, Popcorn, dass aufspringt oder ein kleines Erbeben, Rauschen oder Rollen. Wobei auch die Hebammen Anja und Marie von hallohebamme, in ihrer täglichen Arbeit sehr oft zu hören bekommen, dass sich die ersten Bewegungen des Kindes so zart anfühlen, wie der Flügelschlag eines Schmetterlings.

Tatsächlich ist es so, dass Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, die Signale häufig zunächst mit Blähungen und Darmbewegungen verwechseln. Es fehlt einfach die Erfahrung diese neuen Gefühle richtig einzuordnen. Ab wann spürt man das Baby, das muss also auch individuell beantwortet werden. Bei der zweiten oder späteren Schwangerschaft spüren Mütter ihr Ungeborenes dann häufig schon früher, weil sie wissen, worauf sie achten müssen – sie kennen das Gefühl bereits. Viele denken dann: Hätte mir das mal jemand früher gesagt!

Wovon andere Schwangere auch immer wieder erzählen ist, dass sie merken, wenn ihr Ungeborenes Schluckauf bekommt. Zu erkennen ist dies an den rhythmischen Zuckungen aus dem Babybauch. Diese können sogar intensiver sein als die Kindsbewegungen – häufig bebt der ganze Bauch dabei sogar rhytmisch. Eine perfekte Gelegenheit, andere an dem spürbaren Vorhandensein deines Kindes teilhaben zu lassen.

Nachmittags und abends sind Ungeborene besonders aktiv

Im Laufe deiner Schwangerschaft wird sich aus dem Flattern ein deutlicheres und regelmäßigeres Bewegungsmuster entwickeln. Nachmittags und abends wirst du die Kindsbewegungen grundsätzlich am häufigsten spüren können. Dann ist dein Baby wach und bewegt sich. Gewöhnlich nehmen die Bewegungen bis zur 32. SSW zu und bleiben dann in etwa gleich. Erst in den letzten Wochen vor dem errechneten Geburtstermin werden sie etwas weniger. Dann hat dein Baby schlicht nicht mehr so viel Platz sich zu bewegen.

Inzwischen weiß man, dass Ungeborene schon früh auf äußere Reize reagieren. Kindsbewegungen sind daher oft auch Reaktionen auf die Bewegungen der Mutter: engt deine Sitzhaltung den Platz im Bauch ein, kann das einen Knuff als Protest auslösen, ein Streicheln der Bauchdecke kann dagegen beruhigend wirken. Mit Beginn des letzten Trimesters kann dein Kind schon hören. Dann kann auch Musik das Baby beruhigen oder stressen, wenn sie laut und hektisch ist.

Wenn die Kindsbewegungen weniger werden

Bewegungen sind immer ein Zeichen dafür, dass es deinem Kind gut geht. Doch nicht jede Regung des Kindes ist spürbar. Oft werden die gespürten Tritte auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft irgendwann weniger bewusst wahrgenommen, weil sich die werdende Mutter daran gewöhnt und weniger darauf achten. Oder du bemerkst sie im Alltag nicht immer, weil du gerade sehr beschäftigt bist.

Wann sollte man den Arzt einschalten?

Gerade beim ersten Kind sind Schwangere schnell verunsichert, ob sich ihr Kind genügend bewegst oder vielleicht zu viel? Eine feste Anzahl wie viele Kindsbewegungen pro Tag normal sind, gibt es allerdings nicht. Da muss jede werdende Mama gemeinsam mit ihrem Ungeborenen eigene Erfahrungswerte sammeln. Regine Knobloch, beratende Hebamme für den deutschen Hebammenverband fasst es in einem Artikel für das „Hebammenforum“ (Fachmagazin des deutschen Hebammenverbandes) so zusammen:

„Es gibt keine bestimmte Anzahl von Bewegungen, die normal ist. Sie werden während Ihrer Schwangerschaft herausfinden, welche Bewegungen für Ihr Baby normal sind. Ein Nachlassen oder eine Veränderung dieser Bewegungen ist das, was wichtig ist.“

Das bedeutet, du solltest niemals ignorieren, wenn die Kindsbewegungen weniger werden oder wenn du sie ungewöhnlich häufig spürst. Vor allem wenn sich diese nach der 28. SSW plötzlich verändern solltest du umgehend deine Hebamme, deinen Arzt oder die Geburtsklinik informieren. Dann wird kontrolliert, ob dein Kind nach wie vor über die Plazenta optimal versorgt wird.

Anja und Marie haben für besorgte Schwangere noch ein paar Tipps, wie du dein Kind animieren kannst, sich zu bewegen:

  • ein kaltes Glas Wasser trinken
  • Kniebeuge machen
  • an Zitronenöl riechen
  • mit einer Glocke läuten, das macht neugierig

Quellen