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Kindslage – Wie liegt das Baby im Bauch?

Die Geburt rückt langsam näher und immer öfter stellt sich die Frage „Wie liegt das Baby im Bauch?“ – Die sogenannte Kindslage beschreibt, wie das Baby im Bauch liegt. Wir erklären dir, welche Formen es gibt und wie man die Kindslage ertasten kann.

Wie liegt mein Baby im Bauch?
Wie liegt mein Baby im Bauch?
© Bigstock/ Mex Chriss

Was ist die Kindslage?

Die Kindslage bezeichnet die Position eines Fötus in der Gebärmutter. Während der Schwangerschaft ändert sich die Position des Babys oft – einige Wochen vor der Geburt nehmen Babys in der Regel aber ihre endgültige Lage ein. Diese Kindslagen gibt es:

Die optimale Kindslage: Längslage – Kopflage – Schädellage

Das Kind kommt mit dem Kopf zuerst auf die Welt. Im Mutterpass wird die Schädellage mit SEL oder SL abgekürzt.

Hier wird zwischen einigen Varianten unterschieden:

  • Bei der vorderen Hinterhauptlage kommt das Kind mit dem Gesicht zum Steißbein gewendet auf die Welt. Hierbei handelt es sich um die häufigste und günstigste Kindslage.
  • Die hintere Hinterhauptlage ist eine Ausnahme, bei denen das Gesicht nach oben zeigt, das kann zu Geburtsverzögerungen führen – diese Babys werden auch als Sternengucker
  • Deflexionshaltungen: Je nachdem, wie der Kopf sich bei der Geburt dreht, kann es sich auch um eine Vorderhaupts-, Gesichts- oder Stirnlage handeln. Diese drei besonderen Stellungen können die Geburt erschweren oder einen Notfall-Kaiserschnitt notwendig machen.
Kindslage: Kopflage

© Bigstock/ Betty Betty

Baby liegt anders: Lageanomalien

Einige Kindslagen können die Geburt erschweren oder sogar einen Kaiserschnitt notwendig machen. Hierbei spricht man von einer Lageanomalie. Laut Schätzungen kommen Lageanomalien bei etwa fünf Prozent aller Geburten vor.

2. Steißlage – Beckenendlage

Hierbei handelt es sich um eine Form der Längslage, bei der die Füße oder der Po des Babys nach unten zeigen – und der Kopf nach oben. Im Mutterpass steht dann die Abkürzung BEL.

Wenn dein Baby in der Beckenendlage ist, dann sitzt es also quasi im Mutterleib – hier kann es unterschiedliche Position einnehmen (Schneidersitz, gestreckte Beine).

Meistens (in etwa 90 Prozent der Fälle) wird ein Kaiserschnitt durchgeführt, da eine natürliche Geburt in der Steißlage kompliziert ist.

Etwa fünf Prozent aller Kinder liegen bei der Geburt in der Beckenendlage.

Kindslage: Steißlage

© Bigstock/ Betty Betty

3. Querlage

Die Querlage kommt relativ selten vor. Unter einem Prozent aller Kinder liegen vor der Geburt quer. Eine zu hohe Fruchtwassermenge, eine nachgiebige Gebärmutterwand oder eine vorliegende Plazenta könne diese Kindslage begünstigen. Einige Kinder drehen sich vor der Geburt noch von selbst in die Kopflage.

Wenn das Baby auch vor der Geburt noch horizontal in der Gebärmutter liegt, würden die Schultern bei der Geburt zuerst in den Geburtskanal eintreten. Bei einer natürlichen Geburt könnte es zu einem Nabelschnurvorfall kommen. Deswegen wird hier ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Kindslage: Querlage

© Bigstock/ Betty Betty

4. Schräglage


Hier liegt das Baby weder horizontal noch vertikal in der richtigen Kindslage. Eine natürliche Geburt ist hier fast unmöglich – die meisten Kinder werden mit einem Kaiserschnitt geboren.

Unter einem Prozent aller Kinder sind vor der Geburt in dieser Position.

Kindslage: Schräglage

© Bigstock/ Betty Betty

Wie wird die Kindslage bestimmt?

Um die Lage das Babys im Bauch zu ertasten, nutzen Hebammen die sogenannten Leopold-Handgriffe – benannt nach dem Gynäkologen Christian Leopold. Diese Handgriffe kannst du dir von deiner Hebamme zeigen lassen, damit du selbst die Lage deines Kindes bestimmen kannst.

Wie erkenne ich die Kindslage? Selbst die Kindslage ertasten?

Es spricht nichts dagegen, wenn du selbst die Kindslage ertasten willst. Jedoch ist dabei Vorsicht gefragt, damit du dein Kind nicht versehentlich verletzt.

So gehst du dabei am vor.

  • Lege deine Hand mit gebogenen Fingern (zangenform) an den oberen Rand deines Bauches. Da, wo die obere Wand der Gebärmutter liegt, kannst du den Kopf oder Po deines Kindes spüren – hier fühlst du eine leichte Beule. Bei großen Babys sowie bei schlanken Frauen ist das abtasten in der Regel einfacher.
  • Mit der anderen Hand testest du unter dem Bauch und über dem Schambein nach einer zweiten Beule.
  • Wenn du beide Beulen spürst, dann weißt du, dass dein Kind in Längsrichtung liegt.
  • Wenn du Kopf und Po eher im Bereich der Taille spürst, dann liegt dein Kind quer.

Welche Beule ist jetzt der Kopf und welche der Po?

  • Vorsicht gefragt: Wenn du Kopf und Po ertastet hast, wackelst du ganz sanft an der Beule, die wahrscheinlich der Po ist. Schwingt dabei der ganze Babykörper mit, war es wirklich der Po. Wenn der Babykörper nicht mitschwingt, war es der Kopf (denn der Hals gleicht die Erschütterung aus)

Jetzt weißt du, wie dein Baby liegt.

Wichtig! Nicht zu oft Kindslage ertasten!

Bedenke immer, dass es etwas unangenehm für dein Baby ist, wenn die Kindslage ertastet wird. Dabei wird das Baby ja durchgerüttelt und vielleicht beim Schlafen geweckt. Unvorsichtige Griffe können dein Baby im Mutterleib auch erschrecken.

Unerfahrene sollten generell nicht versuchen, die Kindslage selbst zu ertasten! Ohne eine Anleitung von einer Hebamme oder einem Arzt solltest du nie an deinem Bauch herumkneten und schütteln – das kann beispielsweise zu einer Plazentaablösung führen.

Hast du beim Abtasten doch mal zu fest gedrückt oder stark geschüttelt, solltest du mit deinem Arzt oder deiner Hebamme sprechen!

Kann man die Kindslage verändern?

Es gibt einige Tipps und Tricks, die Babys zur Wendung animieren sollen – Hebammen empfehlen Schwangeren diese Tricks in der Regel aber erst nach der 32. oder 33. Schwangerschaftswoche – gib deinem Baby genug Zeit, sich von allein in die richtige Kindslage zu drehen.

Diese Übungen und Tipps sind auch keine Garantie, dass sich das Kind auch wirklich drehen wird – die meisten Methoden sind außerdem nicht wissenschaftlich als wirksam bestätigt.

Hier einige bekannte Tricks:

  • Taschenlampen-Methode (Lichtwende): Die Taschenlampe wird langsam von oben nach unten am Bauch entlanggefahren. Das Baby folgt dem Licht und dreht sich.
  • Akupunktur: Auch eine Akupunktur in der Schwangerschaft soll helfen können, das Kind in die richtige Kindslage zu bekommen.
  • Moxibustion: Ein Teil der traditionellen chinesischen Medizin – hierbei werden bestimmte Körperstellen erwärmt.
  • Bestimmte Stellungen: Beispiel – indische Brücke. Leg dich dafür auf den Rücken und lege die Unterschenkel waagerecht auf einen Stuhl. Schiebe ein Kissen unter dein Becken, damit es höher als der Brustkorb ist.

Außerdem gibt es noch Verhaltensweisen, welche die Kindslage schon während der Schwangerschaft positiv beeinflussen können. Zum Beispiel:

  • Sitze, gehe und stehe aufrecht – lass deinen Hüftknochen nicht nach hinten Kippen
  • Dynamisches Sitzen auf Gymnastikball
  • Brustschwimmen
  • Schwangerschaftsgymnastik
  • Vierfüßlerstand/ auf allen Vieren krabbeln
  • Auf der Seite oder dem Bauch liegen
  • Beine nicht übereinanderschlagen

Sollte sich das Baby trotz all dieser Mittel nicht von selbst wenden, haben Frauen, die unbedingt natürlich gebären wollen, die Möglichkeit ihr Baby mit der äußeren Wendung zu Drehen. Hierbei übt ein Arzt oder eine Hebamme gezielten Druck aus, um da Baby zu einer Wendung zu animieren. :

Quellen