Listeriose: Diese Krankheit kann für Schwangere gefährlich werden

Listeriose: Diese Krankheit kann für Schwangere gefährlich werden

Listeriose ist tückisch. Die Krankheitsauslöser stecken in vielen Lebensmitteln. Auch zeigt sich die Infektion in wenig eindeutigen Symptomen, kann aber für das Ungeborene lebensgefährlich sein. Erfahre hier, worauf du in der Schwangerschaft achten musst.

Listeriose kann bedingt werden durch Käsesorten, die aus Rohmilch hergestellt wurden.
Für Schwangere und das ungeborene Kind kann eine Listeriose sehr gefährlich werden. © Unsplash / Agence Producteurs Locaux Damien Kühn

Listeriose im Kurzüberblick

Listerioseist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit mit Bakterien, den sogenannten Listerien. Ein gesundes Immunsystem kann diese jedoch gut bekämpfen, so dass viele Menschen normalerweise nicht mal merken, dass sie sich angesteckt haben. Für Schwangere und ihr ungeborenes Kind kann eine Listerioseaber schwerwiegende Folgen haben.

Ansteckung: Listerien sind überall

Listerien sind eine Bakterienart, die extrem weit verbreitet ist: Sie verstecken sich in verunreinigten pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln. Das können zum Beispiel ungewaschene Salate sein, vor allem aber Rohmilchprodukte und Rohwurstprodukte. Leider sind Listerien sehr widerstandsfähig. Sie überleben sowohl kühle Temperaturen im Kühlschrank als auch heiße Temperaturen bis 65 Grad Celsius. Auch Haustiere können Bakterien mit sich tragen, die eine Listeriose auslösen.

Listeriose bei Schwangeren

Einem gesunden Menschen macht eine Infektion mit den Listerien meist nichts aus und er bemerkt die Symptome einer Listeriosenicht mal. Bei der Infektion während einer Schwangerschaft ist aber auch das ungeborenen Kind gefährdet. Vor allem in den ersten zwei Dritteln einer Schwangerschaft ist eine Listeriose gefährlich. Durch den Blutkreislauf der Mutter kann sich das Kind anstecken. Das kann schwere Folgen haben: Es kann zu einer Fehlgeburt, Frühgeburt oder auch Totgeburt kommen.

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Listeriose Symptome

Problematisch ist, dass die Listeriose-Symptome nicht sehr eindeutig sind und eher einer Erkältung oder Grippe ähneln:

  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Rückenschmerzen und Muskelschmerzen

Zum Teil entwickeln Schwangere auch eine Blasenentzündung was vorzeitige Wehen begünstigt.

Überlebt das Kind die Schwangerschaft kann es nach der Geburt beim Baby zu Blutvergiftungen, Lungenentzündung und Haut- und Schleimhautgeschwüren kommen. Die Winzlinge leiden unter Atemnot, krampfen und erbrechen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind daran verstirbt liegt hier bei 20 bis 30 Prozent. Bei einer späteren Infektion des Kindes (innerhalb der ersten vier Wochen) ist oft eine Hirnhautentzündung die Folge. Dabei liegt die Überlebensrate bei einer späteren Infektion mit entsprechender Behandlung aber höher als bei einer frühen Erkrankung.

Wie kann ich mich vor Listeriose schützen?

Damit Listerien in der Schwangerschaft keine Chance haben, sollten Schwangere grundsätzlich auf Rohmilch, Rohmilcherzeugnisse, Weichkäse und auf rohes oder halbrohes Fleisch und Fisch verzichten. Da die Listerien sehr empfindlich auf Hitze reagieren, kann es helfen, die entsprechenden Lebensmittel vor dem Verzehr mindestens zwei Minuten lang auf eine Temperatur von 70 Grad Celsius zu erhitzen.

Außerdem sollte auf die Hygiene in der Küche während einer Schwangerschaft besonders geachtet werden. Obst und Gemüse und auch die Hände gründlich zu waschen, ist wichtig. Lebensmittel, die nicht weiter verarbeitet werden, sollten im Kühlschrank getrennt von rohem Fleisch gelagert werden. Zusätzlich sollte der Kühlschrank einmal die Woche ausgewischt werden, um Keime loszuwerden. Internationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation empfehlen zur Kühlung von Lebensmitteln eine Temperatur unter 5 °C.

Wie wird eine Listeriose behandelt?

Eine Behandlung der Listeriose mit Antibiotikum ist auch während einer Schwangerschaft unumgänglich. Hierbei verordnet der Arzt eine höhere Dosis, damit diese die Plazenta durchdringen und so auch den Fötus versorgen kann. Eine drei- bis vierwöchige Therapie ist ein Muss. Je früher die Listeriose entdeckt wird, desto geringer ist das Risiko einer Fehlgeburt und einer Ansteckung des Neugeborenen mitListerien.

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