Magnesium Schwangerschaft: Muss ich zusätzlich Präparate einnehmen?

Magnesium Schwangerschaft: Muss ich wirklich zusätzlichen Präparate einnehmen?

In der Schwangerschaft spielt Magnesium eine wichtige Rolle für die Entwicklung deines Babys. Doch muss man wirklich zusätzlichen Magnesiumpräparate einnehmen und wie erkennt man einen Magnesiummangel? Hier findest du alle Infos.

Magnesium Schwangerschaft: Schwangere nimmt Magnesiumpräperate
Muss ich zusätzlich Magnesium in der Schwangerschaft nehmen? Die Experten sind sich uneinig. © Bigstock / Achi_Studio

Magnesium Schwangerschaft: Warum brauche ich Magnesium?

Magnesium ist ein echter Tausendsassa! Es trägt zum Aufbau von Zähnen und Knochen bei, weitet die Gefäße, sorgt für eine gute Sauerstoffsättigung im Blut und entspannt die Muskulatur. Kein Wunder, dass dein Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft ansteigt, schließlich müssen sowohl die Plazenta, als auch dein Baby bestmöglich versorgt werden.

Wie viel Magnesium in der Schwangerschaft brauche ich?

Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Frauen ab 25 Jahren eine Tagesdosis von 300 Milligramm Magnesium empfiehlt, ist sie bei werdenden Mamas mit etwa 310 Milligramm etwas, bei stillenden Frauen mit 390 Milligramm sogar deutlich höher. Magnesium wird in der Schwangerschaft übrigens vermehrt über den Urin ausgeschieden. Grund genug also, auf eine ausreichende Zufuhr zu achten!

Magnesium Schwangerschaft: Wie kann ich einen Magnesiummangel erkennen?

Ein Magnesiummangel stellt immer ein Risiko für die Schwangerschaft dar. Der Mineralstoff entspannt nämlich die Gebärmuttermuskulatur und trägt dazu bei, die Schwangerschaft stabil zu halten. Bei vorzeitigen Wehen oder Schwangerschaftserkrankungen wie Präeklampsie kommt Magnesium im Rahmen der medikamentösen Therapie häufig zum Einsatz. Manche Ärzte verschreiben in der Frühschwangerschaft sogar vorsorglich Magnesiumpräparate.

Magnesiummangel erkennen

Ein Magnesiummangel macht sich meist recht deutlich bemerkbar. Erkennst du eines der folgenden Anzeichen an dir selbst wieder, solltest du deinen Frauenarzt unbedingt darauf aufmerksam machen:

  • Muskelkrämpfe, vor allem die nächtlichen Wadenkrämpfe sind symptomatisch
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Schwindel
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Herzrasen, Rhythmusstörungen
  • Verstopfung und Bauchkrämpfe, manchmal auch Verstopfung und Durchfall im Wechsel
  • vermehrte Gebärmutterkontraktionen
  • frühzeitige Wehentätigkeit

Magnesium Schwangerschaft: Lebensmittel mit Magnesium

Mit Hilfe einer gesunden und ausgewogenen Ernährung stellt die ausreichende Aufnahme von Magnesium auch während der Schwangerschaft eher selten ein Problem dar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir aus einem reichhaltigen Angebot an Nahrungsmitteln auswählen können. Als werdende Mama solltest du folgende Lebensmittel mit Magnesium in der Schwangerschaft am besten regelmäßig in deinen Speiseplan integrieren:

Lebensmittel mit Magnesium

  • grünes Gemüse, Karotten, Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte wie zum Beispiel Bohnen, Linsen und Erbsen
  • Nüsse, Samen und Kerne (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Erdnüsse, Cashew, Sesamsamen…)
  • Vollreis
  • Bananen, Himbeeren und andere Beeren
  • Vollkornprodukte
  • Fleisch
  • Milch und Milchprodukte
  • mit Magnesium angereichertes Mineralwasser

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Magnesium Schwangerschaft: Soll ich Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Experten sind sich uneinig, ob Magnesium in der Schwangerschaft prinzipiell vorsorglich eingenommen werden sollte, gerade um Präeklampsie zu verhindern, oder nur im Bedarfsfall. So kommt es vor, dass manche Frauenärzte schon in der Frühschwangerschaft die Einnahme von Magnesium empfehlen, andere wiederum erst im Akutfall, sobald Beschwerden auftreten und das Blutbild einen Mangel ausweist.

Die Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V. empfiehlt jeder Schwangeren eine Ergänzung von 240–480 mg (10–20 mmol) Magnesium pro Tag.  Außerdem gibt sie folgende Empfehlung: „Die Magnesiumsupplementierung sollte so früh wie möglich beginnen und bis zur Geburt und darüber hinaus fortgesetzt werden, da auch in der Stillzeit der Magnesiumbedarf erhöht ist. Es ist nicht sinnvoll, die Magnesiumsupplementierung einige Wochen vor der Geburt abzusetzen, da ein Einfluss auf den Beginn spontaner Wehentätigkeit am Termin nicht festgestellt werden konnte.“

Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. sieht allerdings keine Notwendigkeit für eine prophylaktische Einnahme solcher Präparate: „In einigen Gegenden auf der Welt wurde der Nutzen für die Verhinderung der Präeklampsie in Studien gezeigt. In Deutschland besteht bei normal-gesunder Ernährung in der Regel kein Mangel an solchen Substanzen. Von daher kann die Einnahme der (z. T. teuren) Präparate alleine zur Verhinderung einer Präeklampsie nicht empfohlen werden. Eine schädigende Wirkung geht von solchen in der Diskussion befindlichen Präparaten jedoch meist auch nicht aus.“

Nebenwirkungen von Magnesium in der Schwangerschaft

Eine Überdosierung mit Magnesium können durchaus unangenehm sein, sind aber leicht behandelbar. Laut Prof. Dr. med. Ludwig Spätling vom Frauenklinikum Fulda sind die häufigsten Nebenwirkungen von Magnesium Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, die aber durch eine gleichmäßige Verteilung der Einnahme über den Tag leicht behebbar sind.

Wann sollte ich kein Magnesium einnehmen?

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn du Probleme mit deinen Nieren hast, solltest du keine zusätzlichen Magnesiumpräparate einnehmen. Achte außerdem darauf, dass wenn du Calcium-, Eisen- oder Schilddrüsentabletten nimmst, du zwischen den Einnahmen mindestens zweieinhalb Stunden Zeit verstreichen lässt.

Magnesium in der Schwangerschaft ist unbestritten wichtig. Dennoch solltest du nicht einfach wahllos Präparate auf eigene Faust nehmen, sondern den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit deinem behandelnden Arzt absprechen. Nur anhand eines Blutbildes kann ein Magnesiummangel einwandfrei festgestellt werden.


Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Empfohlene Zufuhr von Magnesium in allen Altersgruppen

FRAUENARZT 10/2015: Magnesiumsupplementation in der Schwangerschaft, 2015

Frauenärzte im Netz. Herausgegeben vom Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Schwangerschaftshochdruck / Präeklampsie: Prävention

Körner, U. & Rösch, R.: Ernährungsberatung in Schwangerschaft und Stillzeit. Georg Thieme Verlag, 2014

Mändle, C. & Opitz-Kreuter, S.: Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. Schattauer Verlag, 2014