Makrosomie: Weshalb bringen manche Frauen riesige Babys zur Welt?

Makrosomie: Weshalb bringen manche Frauen riesige Babys zur Welt?

Als fetale Makrosomie bezeichnen Mediziner das Phänomen von „Riesen-Babys“. Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass manche Babys überdurchschnittlich groß auf die Welt kommen? Und was bedeutet das für die Mutter?

Makrosomie bei Babys
©OksanaKozak via Bigstock

Makrosomie: Rekord-Babys in den Schlagzeilen

Makrosomie ist definiert als ein Geburtsgewicht über 4.350 Gramm. Normalerweise liegt das Gewicht eines Kindes in der 40. Schwangerschaftswoche bei etwa 3.600 Gramm. Auf der ganzen Welt werden immer wieder solche Riesen-Babys geboren, bei denen man sich fragt: „Wie hat es die Mutter nur geschafft, ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt zu bringen?!“ Bei solch einem Wonneproppen drängt sich einem so eine Frage schon auf.

Als eine Frau in Florida ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt brachte, staunte sie nicht schlecht: Das Kind wog über sechs Kilo! Wie sie gegenüber ABC-News berichtete, kam es ihr fast so vor, als würde ein Kleinkind aus ihrem Bauch gehoben. So sah die kleine Maus ein paar Tage nach der Geburt aus:

Gepostet von Sweet Smiles Photography Studio am Montag, 5. Juni 2017

 

Auch in Australien brachte eine Frau ein knapp sechs Kilo schweres makrosomes Kind auf die Welt. Und im Gegensatz zur Dame aus Florida, gebar die Australierin ihr Kind auf natürliche Weise. Ebenso wie eine Mutter aus Osnarbrück: 5935 Gramm brachte der kleine Junge bei der Geburt auf die Waage.

Aber warum werden manche Babys in neun Monaten fast doppelt so groß wie andere? Welche Ursachen hat diese fetale Makrosomie? Und kann dir das auch passieren?

Makrosomie Risikofaktoren

Eine frühe Diagnose für die Makrosomie ist für Ärzte relativ schwierig. Es gibt ein paar Anzeichen, die auf einen übernatürlich großen Fötus hinweisen, wie zum Beispiel der Abstand zwischen Gebärmutter und Schambein oder eine außergewöhnlich große Menge an Fruchtwasser. Doch selbst Ultraschallaufnahmen seien laut Ärzten unzuverlässige Methoden, um das Gewicht des Kindes zu schätzen.

Video-Empfehlung

Allerdings gibt es ein paar Risikofaktoren, welche eine Makrosomie begünstigen können. So gelten beispielsweise eine Schwangerschaftsdiabetes beziehungsweise eine Diabetes-Erkrankung vor der Schwangerschaft als größte Einflussfaktoren. Bist du nicht zuckerkrank und treffen auch nachfolgende Punkte nicht auf die zu, ist das Risiko ein Riesen-Baby zu bekommen relativ gering – aber auch nicht gänzlich auszuschließen. Denn die Wahrheit ist, dass die Unterschiede beim Geburtsgewicht nicht immer eindeutig zu erklären sind.

Mögliche Risikofaktoren für fetale Makrosomie sind laut Studien:

  • Schwangerschaft mit über 35 Jahren
  • Übergewicht vor der Schwangerschaft
  • Große Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
  • Übertragung; Geburt nach 42. Schwangerschaftswoche
  • Diabetes mellitus oder Schwangerschaftsdiabetes 

5 Dinge, die bei Kindern zu Übergewicht führen können

Wie entsteht Makrosomie?

Ein gestörter Blutzuckerhaushalt beeinflusst laut Wissenschaftlern am wahrscheinlichsten das hohe Geburtsgewicht. Ist der Blutzuckerspiegel bei Schwangeren dauerhaft erhöht, etwa durch Diabetes mellitus oder Schwangerschaftsdiabetes, reagiert auch der Fetus darauf. Der Blutzucker regt seine Insulinproduktion an und das führt letztendlich zu einem überdurchschnittlichen Wachstum im Mutterleib.

Aber auch gesunde Mütter können Riesen-Babys zur Welt bringen. Makrosomie hat auch etwas mit Veranlagung zu tun. War die Mutter bei ihrer eigenen Geburt selbst sehr groß oder hat bereits ein makrosomes Kind zur Welt gebracht, steigt die Wahrscheinlichkeit für ein 6-Kilo-Baby.

Wie beeinflusst Makrosomie die Geburt?

Übersteigt der Fötus die magische Grenze von 4.350 Gramm, werden die Ärzte äußerst aufmerksam. Denn vaginale Geburten werden damit zunehmend risikoreicher – sowohl für die Mutter, als auch für das Kind.

So können der Geburtskanal der Mutter sowie die Gebärmutter schwer verletzt werden, wobei es zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen kann. Auch der Dammriss kann schwerwiegender als bei normalgewichtigen Babys sein.

Auch das Baby läuft Gefahr, sich bei der Geburt zu verletzen. Das größte Risiko ist eine Verletzung der Halswirbel oder eine Schulterdystokie. Das bedeutet, das Baby bleibt mit den Schultern hinter dem Schambein stecken. In dieser Zeit bekommt das Kind keinen Sauerstoff, was zu einer Sauerstoffunterversorgung führen kann. Ärzte und Hebammen müssen in diesem Fall schnell handeln, sprich:

  • Du sollst mit dem Pressen aufhören
  • Sie holen Unterstützung wie weitere Hebammen, Geburtshelfer oder einen Kinderarzt
  • Eventuell sollst du eine andere Geburtsposition einnehmen
  • Eine Hebamme oder ein Arzt drückt auch deinen Bauch, um die eingeklemmte Schulter deines Kindes zu befreien.

Grundsätzlich ist es also nicht unmöglich auch ein Riesen-Baby natürlich zu entbinden. Angesichts des Verletzungsrisikos werden Ärzte aber bei einer vorliegenden fetalen Makrosomie zur Geburt per Kaiserschnitt raten.