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Mutterbänder: Warum verursachen sie in der Schwangerschaft Schmerzen?

Du hast stechende oder krampfartige Schmerzen in der Leistengegend? Zu Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels können die sogenannten Mutterbänder Schmerzen erzeugen. Welchem Zweck dienen sie, warum verursachen sie überhaupt Schmerzen und, was hilft dagegen?

Während der Schwangerschaft sind Mutterbandschmerzen völlig normal.
Während der Schwangerschaft sind Mutterbandschmerzen völlig normal.
© Bigstock /Natalia Deriabina

Mutterbänder: Wo liegen sie und was sind sie?

Die Mütterbänder sind kräftige Sehnen aus Muskelfasern, die im weiblichen Bauchraum liegen und von beiden Seiten des Uterus hin zu Schambein verlaufen. Man unterscheidet zwischen dem runden Mutterband (Ligmentum teres uteri) und dem breiten Mutterband (Ligamentum latum uteri).

Das runde Mutterband sieht wie eine klassische Sehne aus, die sich rechts und links vom oberen Drittel der Gebärmutter zwischen Eierstöcken hindurch bis hin in die großen Schamlippen zieht.

Das breite Mutterband hingegen sieht eher aus wie ein Tuch, bedeckt die Gebärmutter von hinten und verbindet sie mit der seitlichen Beckenwand. Zusammen haben die Mutterbänder die Aufgabe, die Gebärmutter in einer stabilen, aufrechten und leicht nach vorne gebeugten Position zu halten.

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Mtterbänder schmerzen in der Schwangerschaft: Woran kann das liegen?

Bereits wenige Wochen nach der Befruchtung kann es zu sogenannten Dehnungsschmerzen auf beiden Seiten der Gebärmutter kommen, da sie und das umliegende Gewebe ab jetzt immensen Veränderungen unterliegen. Und so müssen sich eben auch die Mutterbänder entsprechend der Gewichts- und Größenzunahme des Babys anpassen und dehnen. Viele Frauen bemerken dieses Schwangerschaftssymptom.

Meist werden die Mutterbänder jedoch erst zwischen der 17. und 24. Schwangerschaftswoche stärkeren Belastungen wie den Wachstumsschüben des Embryos ausgesetzt. Auch langes Stehen, Gehen oder Tragen kann zu Schmerzen führen.

Wie erkenne ich Mutterbandschmerzen: Symptome

Ob es sich bei dem Ziehen im Unterleib um die Mutterbänder handelt, kannst du an den typischen Symptomen feststellen. Schwangere verspüren meist ein Ziehen, Stechen oder einen krampfartigen Schmerz, der vom Unterbauch bis runter zur Leiste oder sogar zum Kreuzbein ziehen kann. Auch ein einseitiges Ziehen ist möglich. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fühlen sich die Schmerzen ein bisschen wie ein Muskelkater oder eine Zerrung an. Ein weiteres Symptom von Schmerzen der Mutterbänder: Rückenschmerzen!

Meistens dauern die Schmerzen nur ein paar Minuten an und klingen dann wieder ab. Die Mutterbänder können aber mehrmals am Tag Unbehagen und Schmerzen erzeugen.

Muss ich mir bei Mutterbandschmerzen Sorgen machen?

Grundsätzlich sind Dehnungsschmerzen an den Mutterbändern sowohl in der Frühschwangerschaft als auch im zweiten Schwangerschaftsdrittel kein Grund zur Sorge und völlig harmlos.

Wenn die Beschwerden jedoch besonders stark sind, sollte auf jeden Fall eine Hebamme oder ein Frauenarzt zu Rate gezogen werden, um auszuschließen, dass die Schmerzen im Unterleib andere Ursachen haben. Wenn sie mit anderen ungewöhnlichen Symptomen wie Krämpfen und Schmierblutungen verbunden sind, solltest du unbedingt einen Arzt zurate ziehen.

Einseitige Schmerzen: Was hat das zu bedeuten?

Spürst du in den ersten Schwangerschaftswochen vermehrt einseitig ein starkes Ziehen und Stechen im Unterleib, solltest du die Ursache dafür von deinem Frauenarzt abklären lassen. Unter Umständen kann hinter den Schmerzen eine Eileiterschwangerschaft stecken, die zunächst unbemerkt verläuft. In diesem Fall liefert der Schwangerschaftstest dennoch ein normal positives Ergebnis. Ob tatsächlich eine Eileiterschwangerschaft vorliegt, kann der Frauenarzt jedoch erst ab der 6. SSW sagen.

Was kann ich tun, wenn meine Mutterbänder weh tun?

Wenn die Gebärmutterbänder sehr schmerzen, empfehlen Hebammen Folgendes:

  • Entspannung und Wärme
    Begib dich in eine entlastende Position. Am besten legst du dich auf den Rücken und machst dir vorher eine Wärmflasche. Das kann die Mutterbänder entspannen und die Schmerzen lindern. Auch ein warmes Bad wirkt manchmal Wunder. Vermeide in jedem Fall Belastungen wie schweres Tragen, langes Stehen oder Gehen sowie hohe Schuhe.
  • Massagen
    Gib ein wenig Massageöl auf deine Hände und massiere deine Leistengegend in leichten, kreisenden Bewegungen.
  • Schüssler Salze
    Hebammen raten Schwangeren auch oft zu Schüssler Salzen. Sie helfen in der Schwangerschaft nicht nur gegen Mutterbänderschmerzen. Sprich am besten mit deiner Hebamme über die Dosierung.
  • Yoga-ÜbungenAuch die Yoga-Übung ‚Das Krokodil‘ kann helfen, das Ziehen im Unterleib zu lindern. Lege dich dazu auf den Rücken, strecke deine Arme seitlich weg und stell das rechte Bein auf. Danach kippst du das rechte Bein auf die linke Seite, sodass das Knie auf dem Boden aufliegt. Schulter sowie oberer Rücken bleiben auf dem Boden, dein Kopf dreht sich nach rechts.Wie genau die Übung funktioniert, siehst du hier im Video:

Yoga-Übung: Das Krokodil

Wann sind die Mutterbänder Schmerzen wieder vorbei?

So unangenehm sie sind: Mutterbandschmerzen sind in einer Schwangerschaft etwas ganz Normales. Die meisten Schwangeren bemerken früher oder später ein Ziehen der Mutterbänder. Das Gute ist: Die Schmerzen verschwinden sehr bald wieder. In der Regel treten nach der 24. SSW Schmerzen an den Mutterbändern weniger oder gar nicht mehr auf. Solltest du lange nach deiner SSW 24 noch Schmerzen der Gebärmutterbänder haben, solltest du das mit deiner Hebamme besprechen.

Quellen