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Muttermund – wenn er weich wird, kommt bald das Baby

Mit ihrem Muttermund setzen sich die meisten Frauen erst auseinander, wenn sie schwanger sind. Welche Bedeutung er für deine Schwangerschaft hat, wie man ihn ertasten kann und wann der Muttermund weich wird – das liest du hier

Der Muttermund wird in der Schwangerschaft zum wichtigen Indikator
Der Muttermund wird in der Schwangerschaft zum wichtigen Indikator
© Bigstock / Aleksei Smolensky

Muttermund ertasten und Beschaffenheit erkennen

Der Muttermund (Ostium uteri) ist das untere Ende des Gebärmutterhalses (Zervix). Er bildet eine natürliche Schranke zwischen Scheide und Uterus. Im Laufe deines Zyklus verändert er seine Beschaffenheit: An deinen fruchtbaren Tagen wird er weicher, sodass er für Spermien durchlässig bleibt. Das bedeutet, eine Befruchtung der Eizelle kann jetzt stattfinden. Die übrige Zeit bleibt er fest und verschlossen.

Seinen Muttermund ertasten zu können, braucht etwas Übung: Führe zwei Finger in deine Scheide ein. Vorher unbedingt deine Hände waschen. Du wirst feststellen können, dass sich der Muttermund in den einzelnen Zyklusphasen unterschiedlich anfühlt.

  • Um deinen Eisprung herum wird sich der Muttermund öffnen und wird weicher. Du wirst eine deutliche Vertiefung spüren.
  • In der unfruchtbaren Phase ist der Muttermund geschlossen. Du kannst eine kleine, harte Unebenheit ertasten. Das fühlt sich ein wenig an, wie eine Nasenspitze.

Wenn du leicht gebeugt stehst und einen Fuß hoch nimmst, zum Beispiel indem du ihn auf einen Hocker stellst, wird dir das dabei helfen, den Muttermund ertasten zu können.

Möchtest du schnell schwanger werden, ist es hilfreich, seinen Muttermund beziehungsweise dessen Beschaffenheit regelmäßig zu beobachten. In Kombination mit deiner Basaltemperatur und der Konsistenz des Zervixschleims kannst du so versuchen, den idealen Zeitpunkt für eine Befruchtung herausfinden.

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Muttermund: Schwangerschaft verschließt ihn

Hat eine Befruchtung stattgefunden, verschließt sich der Muttermund. In der Schwangerschaft bildet der Gebärmutterhals zusätzlich einen Schleimpfropf aus, damit keine Keime in die Fruchthöhle vordringen können. So ist dein Ungeborenes gut vor Eindringlingen geschützt. Weil dieser Verschluss für die Schwangerschaft so wichtig ist, wird der Muttermund bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig untersucht. Behutsam wird dein Frauenarzt den Muttermund ertasten und kontrollieren, wie fest er ist.

Kurz vor der Geburt wird der Muttermund weich und dehnbar

Gegen Ende der Schwangerschaft, etwa um die 36. SSW, kommt es zur sogenannten Zervixreifung. Das Gewebe, das den Gebärmutterhals umgibt lockert sich, sodass auch der Muttermund weich, beziehungsweise wieder zunehmend weicher und dehnbarer wird. Zusammen mit den Senkwehen sind das erste Vorbereitungen auf die Geburt.

Je näher diese rückt, desto weiter verkürzt sich der Gebärmutterhals. Ist er maximal verkürzt, spricht man von „verstrichen“. Jetzt kann sich auch der Schleimpfropf lösen. Denn ist der Gebärmutterhals verstrichen, kann das bereits bewirken, dass der Muttermund geöffnet wird – zunächst aber nur minimal. Vollständig öffnen werden ihn erst die muttermundwirksamen Wehen in der Eröffnungsphase.

Wie weit muss der Muttermund geöffnet sein für die Geburt?

Kommst du mit den ersten Geburtswehen ins Krankenhaus, untersucht die Hebamme deinen Muttermund. Zu diesem Zeitpunkt wird er bei den meisten Frauen erst zwei bis drei Zentimeter offen sein. Mit jeder Wehe öffnet er sich aber weiter. Bis das Baby zur Welt kommen kann, muss er sich auf zehn Zentimeter geöffnet haben. Es ist also ganz entscheidend für die Geburt, dass der Muttermund weich und dehnbar ist.

Wenn der Muttermund sich nicht öffnen will

Ein fest verschlossener Muttermund: in der Schwangerschaft wichtig – für die Geburt ein Problem. Daher können Ärzte mit Medikamenten nachhelfen, Wehen künstlich auszulösen. Oftmals werden Zäpfchen oder ein Gel mit dem Hormon Prostaglandin vaginal verabreicht, wodurch sich hier die Muskelfasern rhythmisch zusammenziehen. Das macht den Muttermund weicher.

Wenn das Baby auf sich warten lässt, dann gibt es zunächst aber einige sanfte Mittel, um die Wehen zu fördern. Manche Schwangere berichten, dass ihnen Himbeerblättertee geholfen hat. Er soll die Beckenbodenmuskulatur entspannen und somit die Geburt in Gang bringen. Doch diese Wirkung wird ich nicht bei jeder Frau einstellen.

Muttermund öffnet sich zu früh

Wenn dies der Fall ist, droht eine Frühgeburt. Hast du Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft, tritt Flüssigkeit aus der Scheide aus oder spürst du eindeutig Wehen, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen. Denn von der 37. SSW sollte dein Kind eigentlich nicht auf die Welt kommen. Einige Organe, vor allem die Lunge, sind noch nicht vollständig entwickelt. Bei einer Frühgeburt ist daher eine ungenügende Lungenreife meist das größte Risiko.

Öffnet sich der Muttermund ganz ohne Wehen und deutlich vor dem Entbindungstermin, kann eine Gebärmutterhalsschwäche vorliegen. Der Muttermund hält dem Gewicht des Babys – oder der Mehrlinge – nicht mehr stand und verliert seine natürliche Spannung. In diesem Fall wird der Arzt strenge Bettruhe empfehlen, um den Druck vom Muttermund zu nehmen. Ohne weiteres Eingreifen kann dein Kind dann noch etwas weiter wachsen. Unter Umständen musst du allerdings im Krankenhaus überwacht werden.

Cerclage oder totaler Muttermundverschluss?

Es ist auch möglich, den Muttermund operativ zu verengen beziehungsweise ihn wieder komplett zu verschließen.

  • Cerclage

Früher war die sogenannte Cerclage die gängigere Methode, um den Muttermund in der Schwangerschaft zu entlasten. Dafür wird der Mutter mit wenigen Stichen ein Kunststoffband um den Muttermund gelegt und zugezogen. Er hilft dabei, dass sich der Muttermund nicht weiter öffnen kann Ist der errechnete Geburtstermin erreicht, wird die Cerclage wieder entfernt. Eine natürliche, vaginale Geburt bleibt so möglich. Vom heutigen medizinischen Stand aus ist die Cerclage allerdings umstritten. Sie bietet nämlich keine absolute Sicherheit, dass es nicht doch zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommen kann. Das liegt daran, dass der Ring den Muttermund nicht komplett verschließt und so Erreger in die Gebärmutter aufzusteigen können.

  • Totaler Verschluss

Hier wird der Muttermund zugenäht. Dieser komplette Verschluss garantiert, dass keine Erreger aufsteigen können. Auch wenn es sich sehr drastisch anhört, für Mutter und Kind ist der Eingriff relativ ungefährlich und die Chancen auf eine natürliche Geburt hoch. Gegen Ende der Schwangerschaft, etwa drei vier Wochen vor dem Geburtstermin, wird die Naht beziehungsweise die Narbe am Muttermund wieder geöffnet.

Quellen