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Mutterschaftsgeld beantragen: Höhe, Anspruch und Antrag

Damit du kurz vor der Geburt nicht mehr arbeiten musst, gibt es den Mutterschutz. Um die dadurch entstehenden finanziellen Einbuße zu überbrücken, gibt es das Mutterschaftsgeld. Wer hat Anspruch? Wieviel bekomme ich? Wo kann ich es beantragen? Alle wichtigen Fakten haben wir dir hier zusammengefasst.

Wer hat eigentlich Anspruch auf Mutterschaftsgeld?
Wer hat eigentlich Anspruch auf Mutterschaftsgeld?
©Unsplash/Andrew Neel

In diesem Artikel:

Wie lange bekommt man Mutterschaftsgeld

In den letzten sechs Wochen vor und den ersten acht Wochen nach der Entbindung befindest du dich automatisch im gesetzlichen Mutterschutz. In diesem Zeitraum hast du Anspruch auf das sogenannte Mutterschaftsgeld. Bei Mehrlingsgeburten verlängert sich die Mutterschutzfrist auf insgesamt zwölf Wochen nach der Entbindung. Bei einer Frühgeburt erhältst du auch für die Tage Mutterschaftsgeld, die dein Kind vor der üblichen Schutzfrist von sechs Wochen zur Welt kommt.

Aber: Grundsätzlich steht das Mutterschaftsgeld nicht jeder Frau zur Verfügung. Da es statt dem Gehalt ausgezahlt wird, ist zum einen wichtig, ob du zu Beginn des Mutterschutzes angestellt bist oder nicht. Zum anderen hängt es davon ab, wie du krankenversichert bist.

Wer hat Anspruch: Ein Überblick

Wenn du während der Schwangerschaft in einem festen Arbeitsverhältnis stehst und gesetzlich krankenversichert bist, bekommst du grundsätzlich Mutterschaftsgeld. Diese Regelung gilt auch, wenn du privat versichert bist. Hier erfolgt die Berechnung des Betrages jedoch etwas anders und das Bundesversicherungsamt übernimmt die Zahlung.

Selbständige Frauen, die freiwillig gesetzlich versichert sind und den Anspruch auf Krankentagegeld in die Versicherung aufgenommen haben, erhalten ebenfalls Mutterschaftsgeld.

Außerdem einen Anspruch auf Mutterschaftsgeld haben:

  • Mütter in Elternzeit
    Kommt während der Elternzeit ein weiteres Kind zur Welt, entsteht erneuter Anspruch auf Mutterschaftsgeld.
    Aber: Hier entfällt der Zuschuss des Arbeitgebers.
  • Arbeitslose Mütter
    Frauen, während des Mutterschutzes arbeitslos sind und Arbeitslosengeld beziehen, haben ebenfalls Anspruch auf Mutterschaftsgeld durch ihre gesetzliche Krankenkasse. Besteht kein Versicherungsverhältnis in der GKV, übernimmt das Bundesversicherungsamt die Zahlung.
  • Geringfügig Beschäftigte
    Auch wenn du einer geringfügigen Tätigkeit nachgehst, hat du Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Dabei spielt es keine Rolle, ob du familien- oder selbstversichert bist.

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Wie hoch ist das Mutterschaftsgeld

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes richtet sich grundsätzlich nach dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten drei vollständig abgerechneten Kalendermonate und beträgt höchstens dreizehn Euro pro Kalendertag.

Wichtig: Einmalige Zahlungen, zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld, werden nicht berücksichtigt.

Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, die Differenz zu deinem Nettogehalt als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu zahlen (§ 20 MuSchG). Damit entspricht die Höhe des Mutterschaftsgeldes nun deinem Nettolohn. Das Mutterschaftsgeld muss nicht versteuert werden, kann sich jedoch auf die Höhe des Einkommensteuersatzes auswirken.

Übrigens: Das Mutterschaftsgeld wird nicht auf das Elterngeld angerechnet. Demnach muss diese finanzielle Unterstützung nicht mit kalkuliert werden, wenn es um die Berechnung vom Elterngeld geht.

Ein kleines Rechenbeispiel:

Du hast in den letzten drei Monaten vor der Mutterschutzfrist 2.500 Euro brutto verdient. Nach allen Abzügen werden dir 1.916 Euro ausgezahlt.

Der monatliche Nettolohn der letzten drei Monate wird auf den Kalendertag umgerechnet und beträgt 63,87 Euro: (1916 x 3) /90= 63,87 Euro. Während des Mutterschutzes erhältst du also pro Tag 63,87 Euro – 13 Euro von der Krankenkasse als Mutterschaftsgeld und 50,87 Euro vom Arbeitgeber als Zuschuss.

Nicht gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmerinnen erhalten einmalig ein reduziertes Mutterschaftsgeld in Höhe von höchstens 210 Euro vom Bundesversicherungsamt.

Mutterschaftsgeld beantragen: Wie eigentlich?

Mutterschaftsgeld bekommst du nicht automatisch, du musst es beantragen. Neben dem Antragsformular der Krankenkasse benötigst du dafür eine ärztliche Bescheinigung über den errechneten Geburtstermin. Diese bekommst du frühestens sieben Wochen vor der Geburt. Die Kasse informiert sich dann bei deinem Arbeitgeber über dein Gehalt der letzten Monate. Damit dir der Arbeitgeber die finanzielle Stütze auch bezahlt, braucht auch er das ärztliche Zeugnis.

Wichtig: Familienversicherte und privatversicherte Arbeitnehmerinnen richten ihren Antrag auf Mutterschaftsgeld nicht an die Krankenkasse, sondern an die Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes.

Nach der Geburt muss – sobald es möglich ist – eine Geburtsbescheinigung zum Antrag nachgereicht werden.

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