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Nachgeburt: Das passiert in der dritten Geburtsphase

vonMichaela Brehm | Redaktionsleitung
Das Baby ist da, jetzt fehlt noch die Nachgeburt
Das Baby ist da, jetzt fehlt noch die Nachgeburt
© Bigstock/ Rob Hainer

Erst wenn auch die Nachgeburt vom Körper ausgestoßen wird, ist die Geburt wirklich geschafft. Lies hier, woran du bemerkst, dass die letzte Phase der Geburt beginnt, wie sie abläuft und welche Komplikationen auftreten können.

Was ist die Nachgeburt?

Die Nachgeburt findet nach der eigentlichen Geburt des Kindes in der letzten Phase der Geburt statt, die auch Puerperium, Nachgeburtsphase oder Postpartalphase genannt wird. Die Nachgeburt besteht aus der Plazenta, den Häuten der Fruchtblase, die dein Baby während der Schwangerschaft geschützt und versorgt haben, der Nabelschnur und etwa 300 Milliliter Blut.

Wie spürt man, dass die Nachgeburt einsetzt?

Es gibt verschiedene Anzeichen, an denen die Mutter und die Geburtshelfer merken, dass die Nachgeburtsphase beginnt:

  • Die Mutter verspürt den Wunsch zu pressen
  • Die Mutter spürt einen Druck auf den Anus bzw. den Darm
  • Die Gebärmutter fühlt sich hart an
  • Die Nabelschnur ist nicht mehr mehr mit Blut gefüllt
  • Die Nachgeburtswehen beginnen

Wie läuft die Nachgeburt ab?

Während der Nachgeburtsphase schüttet die Plazenta das Hormon Prostaglandin aus, das bewirkt, dass die Gebärmutter Nachgeburts- bzw. Nachwehen auslöst. Dabei zieht sich die Gebärmutter zusammen, sodass die Plazenta sich ablösen kann. Diese Nachgeburtswehen sind laut der BzgA meist schwächer als die Geburtswehen und kommen im Abstand von zwei bis drei Minuten.

Im Schnitt dauert dieser Vorgang zehn bis 30 Minuten, bis sich die Plazenta vollständig vom Körper gelöst hat und ausgestoßen wurde. Die Dauer ist dabei abhängig davon, wie stark die Nachgeburtswehen sind.

Sobald die Nachgeburt vollständig ausgestoßen ist, zieht sich die Gebärmutter mithilfe der Nachwehen wieder zusammen und verschließt den Ort der Wunde, an dem die Plazenta ursprünglich saß. Zuletzt kontrolliert ein Arzt oder eine Hebamme die Mutter auf eventuelle Geburtsverletzungen wie etwa einen Dammriss. Danach ist der Geburtsvorgang abgeschlossen.

Was passiert im Körper der Mutter?

Nachdem die Geburtswehen vorbei sind und das Kind auf der Welt ist gibt es bei der Nachgeburt zwei Arten von Wehen:

  1. Nachgeburtswehen
  2. Nachwehen

Die Nachgeburtswehen kündigen durch die Ausschüttung des Hormons Prostaglandin den Beginn der Nachgeburt an. Die meisten Frauen empfinden diese Wehen als nicht so schmerzhaft und laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden daher in dieser Phase auch nur noch selten Schmerzmittel verabreicht. Nach dem vollständigem Ausscheiden der Nachgeburt lassen die Nachgeburtswehen meist nach einigen Minuten nach.

Bei den Nachwehen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Dadurch zieht sich die Gebärmutter wieder so weit zusammen, dass sich die Wunde, die durch die Ablösung der Plazenta bei der Nachgeburt entstanden ist, wieder verschließt. Manche Frauen haben auch noch einige Tage nach der Geburt Nachwehen, vor allem beim Stillen, da dabei auch Oxytocin ausgeschüttet wird. Gerade Frauen, die schon mehr als eine Geburt hinter sich haben sind betroffen.

: wichtig zu wissen

Dass sich die Plazenta vorläufig löst, kommt nur sehr selten vor! Eine vorzeitige Plazentaablösung ist dann aber ein medizinischer Notfall, der für Mutter und Kind Lebensgefahr bedeuten kann und sofort ärztlich untersucht werden muss.

Ist die Nachgeburt schmerzhaft?

Auch wenn hier von Wehen die Rede ist, brauchst du keine Angst haben: Die Nachgeburt ist für die meisten Frauen nicht schmerzhaft. Dein Körper wird mit sanften Kontraktionen die Plazenta ausscheiden. Um die Ablösung etwas zu beschleunigen wird der Mutter häufig ein leichtes Wehenmittel, meist das Hormon Oxytocin, gespritzt, um möglichen stärkeren Blutungen aus der Gebärmutter zu verhindern.

Während der Schwangerschaft war der Mutterkuchen mit der Schleimhaut des Uterus verwachsen. Löst er sich, entsteht in der Gebärmutter eine Wunde. Je leichter sich die Nachgeburt löst und je schneller sich die Gebärmutter wieder zusammenziehen kann, desto kleiner fällt die Wunde aus. Trotzdem wird sie noch einige Wochen nach der Geburt ein Sekret absondern, den sogenannten Wochenfluss.

Nachgeburt bei Kaiserschnitt

Bei einem Kaiserschnitt wird die Nachgeburt nicht über die Scheide geboren sondern operativ oder manuell entfernt. Es gibt also keine klassische Nachgeburtsphase. Häufig wird aber entweder durch manuelles Reiben der Plazenta oder durch Gabe von Oxytocin versucht, eine Wehentätigkeiten auszulösen. Sobald die Nachgeburt vollständig entfernt wurde, verschließt der Operateur die Bauchdecke der Mutter wieder.

Was passiert mit der entbundenen Nachgeburt?

In der Regel wird die Nachgeburt von medizinischem Fachpersonal entsorgt, da sie als “medizinischer Abfall” gilt und nicht mehr benötigt wird. Es gibt aber auch andere Trends, bei denen Mütter die Plazenta vergraben oder zu Pillen oder Shakes weiterverarbeiten. Hier findest du weiterführende Artikel:

Nachgeburt muss vollständig sein

Die Hebamme wird kontrollieren, ob die Nachgeburt vollständig ist. Plazenta und auch die Häute der Fruchtblase müssen sich komplett gelöst haben. Die Kontrolle durch die Hebamme ist deswegen so wichtig, um eine sogenannte Plazentaretention ausschließen zu können.

In diesem Fall verbleibt ein Teil der Nachgeburt (manchmal auch die ganze) in der Gebärmutter. Das kann Infektionen und schwere Blutungen verursachen. In diesem Fall muss die Gebärmutter ausgeschabt werden. Aber auch das hört sich schlimmer an, als es ist. Solche Fälle sind natürlich Ausnahmen. Vertraue bei der Geburt einfach ganz auf deinen Körper und die Erfahrung deiner Hebamme.

FAQs zum Thema Nachgeburt

Wie lange dauert es bis zur Nachgeburt?

Was passiert wenn die Nachgeburt nicht kommt?

Quellen

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