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Nachwehen: Tipps zur Schmerzlinderung

Frau hält sich den Bauch, weil sie Nachwehen hat
Jeder Geburt folgen die Nachwehen: Kaiserschnitt oder vaginale Geburt macht dafür keinen Unterschied.
© Pexels / Polina Zimmerman

Nach der Geburt eines Babys zieht die Gebärmutter sich wieder zusammen. Diese Kontraktionen heißen Nachwehen. Wie lange die Nachwehen dauern und was gegen die Schmerzen hilft, erklären wir dir hier.

Was sind Nachwehen?

Nachwehen helfen dabei, dass sich deine Gebärmutter nach der Geburt wieder zurückbildet. Durch die Kontraktionen zieht sich die Gebärmutter zusammen, bis sie wieder so groß ist wie vor deiner Schwangerschaft. Dabei verkleinert sich außerdem die Wundfläche, welche die Plazenta hinterlassen hat. Je weiter die Wunde verheilt, desto mehr nimmt der Wochenfluss ab.

: Nicht mit Nachgeburtswehen verwechseln

Die meisten Mamas spüren die Nachwehen als mehr oder weniger starkes Ziehen im Bauch. Ob sich das für dich schmerzhaft anfühlen wird, ist schwer vorauszusagen. Nachwehen empfindet jede Frau anderes. Mit den Wehen der Geburt sind sie aber nicht zu vergleichen.

Mütter, die schon ein oder mehrere Kinder geboren haben, bekommen oft heftigere Nachwehen als Erstgebärende. Das liegt daran, dass die Gebärmutter sich mit jedem Baby weiter ausdehnt. Nach der Geburt sind dann stärkere Kontraktionen nötig, um sie zusammenzuziehen.

Wann setzen die Nachwehen ein?

  • Schon ein paar Stunden nach der Geburt können die Nachwehen einsetzen.
  • In den ersten vier Tagen sind sie dann am stärksten zu spüren.
  • Nach zehn Tagen etwa hat deine Gebärmutter sich wieder auf die Größe vor der Schwangerschaft zusammengezogen.
: Nach der Geburt

Nachwehen: Wie lange halten sie an?

Die Nachwehen sollten nicht länger, als vier Tage deutlich zu spüren sein. Dann ist das Schlimmste überstanden.

Nachwehen werden in drei Kategorien eingeteilt. Dauerkontraktionen setzen direkt nach der Geburt der Plazenta ein und halten etwa vier Tage an. Sie sorgen dafür, dass die Blutung gestillt wird. Dabei ist deine Gebärmutter dauerhaft angespannt und lässt sich für deine Hebamme gut ertasten.

Spontane Kontraktionen beginnen wenige Stunden nach der Geburt und treten in unregelmäßigen Zeitspannen auf. Du nimmst sie als zusätzliches Ziehen neben den Dauerkontraktionen wahr. Nach zwei bis drei Tagen im Wochenbett flachen sie wieder ab.

Dazu kommen noch die Reizwehen. Sie werden, wie der Name schon sagt, durch einen Reiz wie Berührung ausgelöst. Etwa, wenn du dein Baby gerade stillst, oder die Hebamme deinen Bauch abtastet.

Nachwehen beim Stillen

Vielleicht hast du das Gefühl, dass die Nachwehen beim Stillen am stärksten sind. Frauenärzt:innen sprechen dabei von sogenannten Reizwehen. Wenn du dein Baby stillst, schüttet dein Körper das Hormon Oxytocin aus. Oxytocin wirkt wehenfördernd und regt die Gebärmutter zusätzlich dazu an, sich zurückzubilden. Diese Form der Wochenbettwehen werden daher auch Laktationswehen oder Stillwehen genannt.

Nachwehen nach Kaiserschnitt

Jeder Geburt folgen die Nachwehen: Kaiserschnitt oder vaginale Geburt macht dafür keinen Unterschied. Die Nachwehen selbst sind nach einem Kaiserschnitt nicht schlimmer. Allerdings kommen die Schmerzen an der Naht dazu. Dadurch kann es sein, dass du die Schmerzen in der Bauchregion intensiver empfindest.

Nachwehen lindern: Hebammen-Tipps & Schmerzmittel

Nachwehen sind ein wichtiger Teil der Rückbildung. Daher wäre es falsch, sie zu unterdrücken. Aber du musst die Schmerzen nicht einfach aushalten. Einige Hausmittel können helfen, die Nachwehen zu lindern:

  • Wärme tut gut: Eine Wärmflasche oder ein warmer Bauchwickel sind einfache Mittel, um die Schmerzen auch während dem Stillen zu lindern. Ein warmes Bad finden viele Mütter ebenso angenehm.
  • Magnesium wirkt krampflösend und kann helfen, die Schmerzen der Nachwehen zu lindern. Falsch machst du mit Magnesium nichts. Weil du über die Muttermilch einen Teil deiner Nährstoffe an dein Baby abgibst, wird Stillenden sowieso eine Zufuhr von 390 mg Magnesium pro Tag empfohlen.
  • Tee bei Nachwehen: Ein Tee mit Gänsefingerkraut und Kamillenblüten kann ebenfalls krampflösend und beruhigend wirken.
  • Bauchlage: Hebammen empfehlen Wöchnerinnen, sich regelmäßig auf den Bauch zu legen, um die Gebärmutter dabei zu unterstützen, sich zurückzubilden. Die Bauchlage empfinden viele Frauen daher bei Nachwehen sehr angenehm. Wichtig: Nach einem Kaiserschnitt darfst du dich nicht auf den Bauch legen. Das wäre schlecht für die Op-Wunde.
: Regelmäßig die Blase leeren

Auch wenn der Toilettengang durch deine Geburtsverletzungen unangenehm sein kann, solltest du regelmäßig deine Blase leeren. Harndrang verstärkt die schmerzhaften Nachwehen.

Wenn die Schmerzen der Nachwehen zu stark werden, kannst du homöopathische Mittel wie Globoli oder ein Schmerzmittel nehmen. Wende dich aber im Voraus unbedingt an deine Hebamme. Von einer Selbstmedikation solltest du absehen.

Erlaubte Schmerzmittel bei Nachwehen

Die Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen gelten als geeignete Schmerzmittel für stillende Mütter. Achte darauf, dass es sich um ein Monopräparat ohne Codein oder Acetylsalicylsäure handelt. Alles, was du über Schmerzmittel in der Schwangerschaft und Stillzeit wissen musst, liest du hier.

Nachwehen natürlich lindern: Globuli und Homöopathie

Wer keine Schmerzmittel einnehmen möchte, kann es mit homöopathischen Mitteln wie Globuli versuchen. Welche Globuli für dich die richtigen sind, solltest du mit deiner Hebamme oder deinem/deiner Heilpraktiker:in besprechen.

Diese Globuli können bei Nachwehen helfen:

  • Arnika
  • Kamille
  • Johanniskraut
  • Herzgespann

Deine Fragen rund um die Nachwehen

Wie lange kann man Nachwehen haben?

Wie schlimm sind die Nachwehen?

Wo spürt man Nachwehen?

Sind Nachwehen nach Kaiserschnitt schlimmer?

Welche Schmerzmittel kann ich bei Nachwehen nehmen?

Quellen

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