Nackenfaltenmessung - Wie sicher ist das Ergebnis?

Nackenfaltenmessung – Wie sicher ist das Ergebnis?

Eine Nackenfaltenmessung kann für Eltern belastend sein. Sie liefert erste Hinweise, ob das Kind eine Chromosomenanomalie wie Trisomie 21 hat. Wann du eine Nackenfaltenmessung durchführen kannst und wie sicher die Ergebnisse sind, erfährst du hier.

Frau hält Ultraschall einer Nackenfaltenmessung
Die Nackenfaltenmessung ist eine optionale Untersuchung, für die sich nicht alle Eltern entscheiden. © Bigstock / Natalia Deriabina

Nackenfaltenmessung: Warum wird sie durchgeführt?

Die Nackenfaltenmessung ist eine nicht-invasive Methode der Pränataldiagnostik. Sie kann schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft durchgeführt werden und mögliche Chromosomenstörungen, wie Trisomie 21, oder andere genetische Erkrankungen frühzeitig erkennen. Meist findet die Nackenfaltenmessung, auch Nackentransparenzmessung, Nackendichtemessung oder NT-Screening genannt, im Rahmen des Ersttrimesterscreenings statt. Dieses wird zum Beispiel auch Schwangeren über 35 Jahren grundsätzlich angeraten, da sie statistisch gesehen ein höheres Risiko haben, dass ihr Kind an einer Chromosomenstörung leidet.

Mögliche Erkrankungen, welche die Nackenfaltenmessung nachweisen kann:

  • Trisomie 21 (Down Syndrom)
  • Trisomie 13
  • Trisomie 28
  • Herzfehler und andere Organfehlbildungen

Nackenfaltenmessung: Ablauf der Untersuchung

Bei einer Nackenfaltenmessung misst der Arzt via Ultraschall den Flüssigkeitsgehalt der Lymphgefäße im Nacken deines ungeborenen Kindes. Auf dem Ultraschall ist das als schwarzer Spalt zu sehen. Es gibt statistische Werte, wie breit beziehungsweise schmal dieser in der jeweiligen Entwicklungswoche sein sollte. Weicht der Messwert zu stark von den Normwerten ab, kann das ein Indiz auf eine Chromosomenstörung sein.

Die Nackentransparenzmessung verläuft nicht viel anders als eine normale Ultraschalluntersuchung und ist daher für dich und dein Kind unbedenklich. Wenn dein Kind dabei noch nicht gut sichtbar ist, entscheidet sich der Arzt meist für einen vaginalen Ultraschall.

Richtiger Zeitpunkt für die Nackenfaltenmessung: Wann testen lassen?

Die Ultraschalluntersuchung wird meist zwischen der zehnten und 14. SSW durchgeführt. Davor ist eine Nackenfaltenmessung nicht möglich, da dein Baby noch zu klein ist. Nach der 14. SSW verringert sich der Flüssigkeitsstau im Nacken deines Kindes wieder, da es sich weiterentwickelt. Optimal ist die 12. SSW für die Nackenfaltenmessung.

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Wie verlässlich ist das Ergebnis der Nackentransparenzmessung?

Ganz wichtig ist es zu erwähnen, dass die Nackenfaltenmessung nur ein statistisches Risiko einer Chromosomenstörung des Ungeborenen bestimmen kann. Das bedeutet, dass die Untersuchungsergebnisse keine Diagnose sondern nur Wahrscheinlichkeiten sind. Ein hoher Wert bei einer Nackenfaltenmessung muss also kein Indiz für eine schwere Krankheit sein. Trotzdem raten Ärzten Paaren mit einem auffälligen Befund, auf jeden Fall eine Folgeuntersuchung, wie etwa eine Fruchtwasseruntersuchung, machen zu lassen. Diese kann die erste Risikoeinschätzung bestätigen oder eben auch wiederlegen.

Du solltest vor der Untersuchung auch am besten nachfragen, ob der Arzt die nötige Qualifikation für die Nackenfaltenmessung besitzt und dass das Ultraschallgerät zertifiziert und nicht älter als vier Jahre ist, denn schließlich handelt es sich bei der Untersuchung um Messungen im Millimeterbereich.

Nackenfaltenmessung: Kosten

Da die Nackenfaltenmessung nicht zu den regulären Vorsorgeuntersuchungen fällt, wird sie von den Krankenkassen nicht übernommen. Daher solltest du dich vorher am besten mit deinem Arzt über die Notwendigkeit und die entstehenden Kosten unterhalten. Letztendlich bleibt die Nackentransparenzmessung aber deine ganz persönliche Entscheidung.