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Nasenbluten in der Schwangerschaft: Muss ich mir Sorgen machen?

Übelkeit, Rückenschmerzen und dann auch noch Nasenbluten. Eine Schwangerschaft kann ganz schön hart sein. Doch ist eine blutende Nase Grund zur Sorge? Wann du zum Arzt gehen solltest und was du auf jeden Fall bei der Behandlung vermeiden solltest, erfährst du hier.

Was tun bei Nasenbluten in der Schwangerschaft?
Was tun bei Nasenbluten in der Schwangerschaft?
©Bigstock/Freer Law

Nasenbluten Schwangerschaft: Ursachen

In der Schwangerschaft verändert sich dein Körper sehr stark: Hormone werden ausgeschüttet, Organe verschoben und dein Blutvolumen erhöht sich. Diese Faktoren sorgen dafür, dass deine Schleimhäute besser durchblutet und dadurch empfindlicher werden, auch die deiner Nase. Das führt zu Nasenbluten (Epistaxis) in der Schwangerschaft – vor allem in den Wintermonaten, wenn die dünnen Membranen in der Nase austrocknen und noch empfindlicher sind. Die Äderchen reißen oder platzen dann leichter, was das Nasenbluten in der Schwangerschaft verursacht. Da reicht meist schon kräftiges Naseputzen oder Niesen.

Kein Grund zur Panik: Im Normalfall ist Nasenbluten in der Schwangerschaft vollkommen unproblematisch. Auch wenn es im ersten Moment dramatisch aussieht, ist der plötzliche Blutschwall aus deiner Nase etwas ganz Normales. Mach dich deswegen also nicht verrückt. Meist sieht es schlimmer aus, als es ist. Denn der Blutverlust ist zu gering, um deinem Kind oder dir ernsthaft zu schaden.

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Nasenbluten Schwangerschaft: Wann zum Arzt?

Trotzdem solltest du bei deiner nächsten Vorsorgeuntersuchung mit deinem Frauenarzt darüber sprechen. Er wird zur Sicherheit abklären, ob es eventuell andere Ursachen gibt. Häufiges Nasenbluten kann nämlich ein Symptom für Bluthochdruck, eine Blutgerinnungsstörung oder Eisenmangel sein.

Wichtig: Falls das Bluten länger als 20 Minuten anhält oder auffällig stark ist, solltest du unbedingt sofort deinen Arzt aufsuchen.

Erste Hilfe bei Nasenbluten

Bei Nasenbluten in der Schwangerschaft ist es zunächst wichtig, die Blutung schnell zu stoppen. Dabei hilft:

#1: Sitzen bleiben
…oder zumindest den Kopf hochlagern. Durch die aufrechte Haltung wird der Blutdruck im Kopf verringert. Beuge außerdem deinen Kopf nach vorne. So verhinderst du, dass Blut in den Magen beziehungsweise in die Atemwege läuft.

#2 Nicht lang schnacken, kaltes Tuch in Nacken
Unterstützend kann man ein kaltes Tuch oder einen Kühlpack in den Nacken oder auf Stirn und Nase legen. Die Kälte sorgt dafür, dass die Schleimhäute sich zusammenziehen und die Blutung langsam gestoppt wird.

#3 Nase zu
Sobald die Blutung schwächer wird, kannst du deine Nasenflügel zwischen Zeigefinger und Daumen zusammendrücken, bis du nicht mehr blutest. Dies sollte nach circa zehn Minuten der Fall sein.

Was NICHT tun!

Bei Nasenbluten legen viele Menschen reflexartig den Kopf in den Nacken. Der deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte warnt:

„Dadurch läuft das Blut nach hinten in den Rachen und durch die Speiseröhre in den Magen. Das kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Blut in die Atemwege gerät.“

Außerdem lässt sich so nicht beurteilen, wie stark die Blutung tatsächlich ist. Aus dem gleichen Grund sollte man sich bei Nasenbluten auch nicht hinlegen.

Dir ein Taschentuch oder Watte in die blutende Nase zu stopfen ist auch keine gute Idee. Der Grund: Beim Entfernen kann die Wunde wieder aufreißen. Kurz nach dem Nasenbluten solltest du dich auch nicht schnäuzen, sonst fängt es schnell wieder an zu bluten.

Nasenbluten in der Schwangerschaft vorbeugen: 5 Tipps

Ganz vermeiden lässt sich Nasenbluten in der Schwangerschaft nicht. Aber damit es so selten wie möglich vorkommt, solltest du deine Nase sehr vorsichtig putzen. Außerdem können diese Tipps helfen, vorzubeugen:

  • Cremes und Nasenspray
    Das Eincremen der Nase mit Vaseline oder anderen fetthaltigen Cremes hilft gegen die kalte und trockene Winterluft und hält die Nasenschleimhäute auf Dauer feucht. Wichtig: Bevor du zu Nasensprays greifst, halte Rücksprache mit deinem Frauenarzt.
  • Viel trinken!
    Da Nasenbluten in der Schwangerschaft auch aufgrund von trockenen Nasenschleimhäuten entsteht, solltest du darauf achten, genug Flüssigkeit aufzunehmen.
  • Feuchte Luft
    Ein Luftbefeuchter beugt einer Austrocknung der Nasenschleimhäute und somit Nasenbluten vor. Alternativ helfen auch nasse Tücher auf der Heizung.
  • Nasenspülungen
    Hilfreich sind auch regelmäßige Nasenspülungen mit einer Kochsalzlösung oder „Meerwasser“.
  • Erhöhter Oberkörper
    Damit du nachts ungestört und beschwerdefrei schlafen kannst, hilft Schlafen mit erhöhtem Oberkörper.

Quellen