Diagnose offener Rücken: Das bedeutet das für dein Kind

Diagnose offener Rücken: Das bedeutet das für dein Kind

„Nimmst du auch fleißig Folsäure während der Schwangerschaft, nicht dass dein Kind noch einen offenen Rücken bekommt?“ Typische Fragen bei Schwangeren, aber was das ist, was die Ursachen sind und wie du vorbeugen kannst, erfährst du hier.

Neugeborenes liegt auf dem Bauch
So kannst du einem offenen Rücken vorbeugen © Bigstock /Dizitsyn

Offener Rücken, die Diagnose einer Fehlbildung

Ein offener Rücken ist der gängige Ausdruck für einen sogenannten Neuralrohrdefekt, der in der 5. SSW bei einem Embryo entstehen kann. Mediziner sprechen auch von Spina Bifida.

Zwischen dem 22. Tag und dem 28. Tag nach der Befruchtung entwickelt sich aus dem sogenannten Neuralrohr die Wirbelsäule mit Rückenmark – eine wichtige aber auch sehr sensible Phase in der Frühschwangerschaft. Parallel laufen jetzt verschiedene Schritte. Aus dem bereits davor gebildeten Neuralrohr, wird später das Rückenmark – also ein Teil des zentralen Nervensystems. Damit dieses für die weitere Entwicklung gut geschützt ist, wird es von einer Hautschicht umschlossen. Und genau hierbei kann der Fehler passieren.

Bei einem offenen Rücken schließt sich die Haut nicht vollständig um das Neuralrohr. Somit passiert eine „Spaltung der Wirbelsäule“. Das Rückenmark und die Wirbelsäule können sich jetzt nur fehlerhaft weiterentwickeln. An den Stellen, an denen sich die haut nicht komplett geschlossen hat, entsteht eine Zyste mit Rückenmarksflüssigkeit, die aus dem Rücken hervorragt. Bedeutet das eine schlimme Behinderung und ein möglicher Abbruch? Bei vielen Fällen – Nein!

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Offener Rücken Ursache

Auch wenn die Gründe der Fehlbildung noch nicht vollständig erforscht sind, gehören folgende Punkte zu den Risikofaktoren eines offenen Rückens:

  • Genetische Vererbung
  • Folsäuremangel oder Störung des Stoffwechsels
  • Medikamente gegen Epilepsie oder Schwangerschaftsdiabetes
  • Infektionen wie Röteln, Toxoplasmose

Offener Rücken Baby: Was erwartet euch?

Zum Glück sind diese Fehlbildungen in Deutschland eher selten: Nur ein Kind unter 1000 bis 2000 Geburten ist betroffen.

Es gibt zwei Arten von offener Rücken: Baby hat entweder die Spina Bifida Occultav oder die Spina Bifida Aperta. Je nachdem, welche Fehlbildung vorliegt und vor allem an welcher Stelle der Wirbelsäule sie auftritt, können folgende Symptome nach der Geburt auftreten:

  • Lähmungen & Deformierungen der Gelenke
  • Blasenlähmungen können zu Nierendefekten führen
  • Über 80% der Babys entwickeln einen Wasserkopf (Hydrozephalus)
  • Einschränkung der Intelligenzleistung
  • Krampfanfälle, bzw. Epilepsie

Aber: Die Lebenserwartung bei einem offenen Rücken ist in den meisten Fällen nicht eingeschränkt.

Du kannst dem offenen Rücken vorbeugen

Bereits bei einem konkreten Kinderwunsch spätestens aber mit Beginn der Schwangerschaft kannst du zur Prävention Folsäure Tabletten einnehmen, auch bekannt als Vitamin B9. Diese halten den Folsäure Haushalt und den Stoffwechsel des Stoffes im Gleichgewicht, damit es nicht zu einem Mangel kommen kann. Folsäure ist ein körpereigener Stoff, der zur Bildung roter Blutkörperchen dient und bei der Zusammensetzung der DNA mithilft. Versichere dich außerdem, ob es bereits Fälle eines offenen Rückens in eurer Familie gab und bespreche das mit deinem Arzt.

Hast du bereits die Diagnose bekommen, bedeutet das auf keinen Fall, dass dein Baby unter starken Symptomen leiden muss oder dass du mit dem Gedanken spielen musst, dein Kind zu verlieren. Mit einer Operation zwischen der 23. SSW und 26. SSW kannst du bereits große Schäden verhindern. Auch nach der Geburt besteht die Möglichkeit, den offenen Rücken zu verschließen, um deinem Kind zu helfen.

Die Diagnose offener Rücken beim Baby muss also nicht unbedingt eine schlimme Behinderung heißen. Dein Arzt ist hier auf jeden Fall der beste Ansprechpartner, um sich über mögliche Therapieansätze zu informieren.

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