Räucherlachs in der Schwangerschaft: Hohes Risiko für Listerien

vonMichaela Brehm | Redaktionsleitung
Räucherlachs in der Schwangerschaft sollte vermieden werden
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In der Schwangerschaft solltest du auf Räucherlachs ganz verzichten. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass geräucherter Lachs ein besonders großes Risiko für eine Listeriose birgt.

Warum darf man in der Schwangerschaft keinen Räucherlachs essen?

Geräucherte oder gebeizte Lachsprodukte haben ein besonders hohes Risiko, dass du dich darüber mit Listerien infizierst.

Eine umfassende Analyse hat 2022 zum ersten Mal gezeigt, dass die meisten Listeriose-Ausbrüche in Deutschland auf Räucher- & Graved-Lachs zurückzuführen sind. Eine Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI) für das Epidemiologische Bulletin 12/2023 konnte das erneut bestätigen.

“Es gibt weiterhin Hinweise, dass ein wesentlicher Anteil der Listeriose-Fälle in Deutschland durch den Konsum von geräucherten oder gebeizten Lachsprodukten verursacht werden”, schreibt das RKI.


Eine Infektion mit Listerien ist vor allem für Schwangere gefährlich. Für das Ungeborene kann eine Ansteckung mit den Erregern ernstzunehmende Folgen haben, wie unter anderem ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen, Hirnhautentzündung oder eine Beeinträchtigung des Sehvermögens. Im schlimmsten Fall kann eine Listeriose zu einer Fehl-, Früh-, oder Totgeburt führen. Grund genug also, um auf Räucherlachs in der Schwangerschaft zu verzichten.

Aber: Die Wahrscheinlichkeit, dass du eine Listeriose bekommst, ist generell niedrig. In den Jahren 2010 bis 2022 haben sich nur fünf Schwangere überhaupt mit Listerien infiziert.

Stremellachs als Alternative zu Räucherlachs in der Schwangerschaft

Stremellachs wird im Gegensatz zu gewöhnlichem Räucherlachs heiß geräuchert. Das bedeutet, er wird über 70 °C erhitzt. Bei dieser Temperatur werden Listerien abgetötet. Theoretisch ist Stremellachs daher auch für den Verzehr in der Schwangerschaft geeignet.

Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten! Bei einem besonders dicken Stück Lachs kann es sein, dass nicht alle Teile des Fisches beim Räuchern gleichmäßig erhitzt wurden. Daher solltest du, um auf Nummer Sicher zu gehen, auch Stremellachs vor dem Essen heiß machen. Das schützt dann auch vor anderen Keimen wie Salmonellen oder Toxoplasmose-Erregern.

Lachs in der Schwangerschaft richtig zubereiten

Sobald der Fisch gut durchgebraten beziehungsweise gekocht wurde, stellen Listeriose und Toxoplasmose so gut wie keine Gefahr mehr dar.

Daher gilt: Den Lachs bei über 75-80 Grad Celsius für mindestens zwei Minuten gut durchbraten.

So kannst du Lachs in der Schwangerschaft essen

  • Gebratener Lachs: Achte darauf, dass Filet oder Lachssteak gut durchzubraten
  • Gekocht: Nicht zu kurz kochen lassen, der Fisch muss durch sein
  • Gedünstet: Nicht zu „schonend“ dünsten, am besten mit einer Wasserdampftemperatur von über 70 Grad. Achte auch hier darauf, dass der Fisch gut durchgekocht ist
  • Gedämpft: Hier gelten dieselben Regeln wie beim Dünsten
  • Im Ofen: Auch hier muss der Lachs so lange im Ofen bleiben, bis er ordentlich erhitzt ist. Bei Tiefkühllachs sollten 30 Minuten bei 180 °C ausreichen.

Quellen