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Schleimpfropf: Abgang, Aussehen & Funktion

Der Schleimpfropf schützt die Gebärmutter während der Schwangerschaft vor Infektionen und damit dein Baby. Ist der Schleimpfropf abgegangen, steht die Geburt bald bevor. Infos, wie du den Abgang erkennst und was dann zu tun ist.

geprüft von Anja Stern und Marie Beinhauer, Hebammen

Schleimpfropf abgegangen-Was tun?
Schleimpfropf abgegangen-Was tun?
Unsplash / Sergiu Vălenaș

Was ist der Schleimpfropf? Natürlich Schranke aus Zervixschleim

Die Drüsen des Gebärmutterhalses, sondern permanent ein natürliches Sekret ab – den Zervixschleim. Der verändert seine Konsistenz im Laufe deines Zyklus kontinuierlich. Normalerweise hat dieser die Funktion, den Spermien während deiner fruchtbaren Phase den Weg Richtung Eizelle zu erleichtern. Dann ist er ganz zäh und klar. Die Veränderung des Zervixschleims ist also grundsätzlich ein guter Indikator dafür, ob du gerade fruchtbar bist oder nicht. Frauen, die natürlich verhüten oder ihre Chancen auf eine schnelle Schwangerschaft erhöhen möchten, haben sich damit vielleicht schon intensiver auseinandergesetzt.

Sobald du schwanger bist – also bereits in der Frühschwangerschaft – produzieren die Gebärmutterhals-Drüsen besonders zähen Schleim. Daraus bildet sich der sogenannte „Kristellerische Schleimpfropf, benannt nach dem deutschen Gynäkologen Samuel Kristeller.

Funktion in der Schwangerschaft

Der Schleimpfropf verschließt den Muttermund in der Schwangerschaft fest und dichtet die Gebärmutter nach unten ab, sodass keine Krankheitserreger aufsteigen können. Er ist eine wichtige natürliche Keimschranke und damit eine Art Schutzschild für dein Ungeborenes. Ist der Schleimpfropf abgegangen ist das ein sicheres Anzeichen, dass es mit der Geburt bald los geht.

Schleimpfropf Abgang: Wie lange dauert es noch bis zur Geburt?

Will das Baby auf die Welt kommen, hat der Pfropf ausgedient. Gegen Ende der Schwangerschaft bildet dein Körper sogenannte Prostagladine. Die Hormone weichen den Pfropf quasi auf. Durch leichte, oft nicht spürbare Vorwehen verliert er außerdem langsam seinen Halt. Wann genau der Schleimpfropf abgeht, kann bei jeder Schwangerschaft anders sein. In der Regel wird das im 10. Schwangerschaftsmonat passieren, etwa ab der 38. SSW.

Und selbst wenn sich der Schleimpfropf gelöst hat, musst du nicht sofort ins Krankenhaus düsen. Haben keine Wehen eingesetzt und hattest du auch keinen Blasensprung musst du dich noch etwas gedulden. Es kann noch bis zu sieben Tage dauern, bis die Geburt wirklich losgeht.

Die Animation in diesem Kurzvideo veranschaulicht noch einmal, warum sich der Schleimpfropf für die Geburt löst:

 

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Ein Beitrag geteilt von Pregnancy · Baby · Beyond (@mommastobe_) am Apr 4, 2018 um 9:54 PDT

Erkennen, ob der Schleimpfropf abgegangen ist

„Oft verwechseln Schwangere den Schleimpfropf-Abgang mit dem zunehmenden Ausfluss gegen Ende der Schwangerschaft. Dieser ist wie der Schleimpfropf zäh und reichlich, damit die Geburtswege optimal für die bevorstehende Geburt vorbereitet werden, um mögliche Geburtsverletzungen zu verhindern“, wissen die Hebammen Anja Stern und Marie Beinhauer von hallohebamme.de aus Erfahrung. Mach dir also keinen unnötigen Stress und lass dich nicht verunsichern: Es ist nicht immer deutlich spürbar beziehungsweise sichtbar, dass der Schleimpfropf abgegangen ist. der Abgang ist meist völlig schmerzlos und es kann gut passieren, dass du es einfach verpasst. Zumal sich der Pfropf nicht unbedingt auf einmal, sondern nach und nach in Teilen löst – beim ganz normalen Gang auf die Toilette kann das auch einfach übersehen werden.

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Schleimpfropf Aussehen: Farbe, Menge und Konsistenz

Sowohl Menge, Konsistenz als auch Farbe können bei jeder Frau anders sein. Die Konsistenz ist – wie der Name schon sagt – schleimig, schmierig, leicht gallertartig oder kloßig.

Was für eine Farbe hat der Schleimpfropf?

Die häufigsten Färbungen sind:

  • weißlich-trüb
  • hellrosa
  • dunkelrot
  • hellbraun

Die Färbung kommt daher, dass sich der Zervixschleim mit etwas Blut vermischt hat. Das ist ganz normal und ist ein Anzeichen dafür, dass sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet. Je heller die Färbung desto frischer das Blut.

Hier sind vier verschiedene Beispiele, wie der Schleimpfropf aussehen kann. Du siehst, Farbe, Konsistenz und Menge können sehr unterschiedlich sein:

Sei also nicht verunsichert, falls du dieses „Startsignal“ nicht bemerkst. Dein Frauenarzt wird bei der nächsten gynäkologischen Untersuchung besser feststellen können, ob der Schleimpfropf abgegangen ist oder nicht.

Zeichnungsblutung nach Abgang

Achte stattdessen auf die Zeichnungsblutung. Diese hellrote Blutung fällt etwas schwächer aus als deine normale Regelblutung, ist aber deutlich zu erkennen. Sie tritt meist einige Tage vor der Geburt auf und wird oft durch den Abgang des Schleimpfropf ausgelöst. Die Blutung ist ein Zeichen dafür, dass sich der Muttermund weitet und „reift“. Dadurch lösen sich die Eihäute vom Rand des Muttermundes, was zu den leichten Blutungen führen kann.

Wenn du dir unsicher bist, kontaktiere auf jeden Fall immer einen Arzt oder deine Hebamme. „Generell sollte eine Blutung in der Schwangerschaft egal welcher Stärke und Farbe immer in der abgeklärt werden“, betonen auch Anja und Marie.

Ist ein frühzeitiger Schleimpfropf-Abgang gefährlich?

Hast du das Gefühl, dass sich dein Schleimpfropf noch vor der 37. SSW gelöst hat, solltest du das deinem Arzt oder deiner Hebamme mitteilen. Das muss zwar nicht unbedingt bedeutet, dass du jetzt vorzeitige Wehen bekommst, jedoch ist das für den Gynäkologen beziehungsweise deine Hebamme eine wichtige Information. Sie werden dich jetzt vielleicht genauer beobachten wollen.

Auch ohne Zervixschranke ist dein Baby durch die Fruchtblase noch gut vor Erregern geschützt. Wer trotzdem sicher gehen will, kann ein paar Risikofaktoren für eine Infektion ausschließen. Du solltest zum Beispiel darauf verzichten schwimmen zu gehen – egal ob Schwimmbad oder See – oder ein Whirlpool zu benutzen. Auch Geschlechtsverkehr kann das Infektionsrisiko erhöhen.

Quellen