Schleimpfropf: Abgang, Funktion und Aussehen. Geht die Geburt los?

Schleimpfropf: Abgang, Funktion und Aussehen

Der Schleimpfropf schützt die Gebärmutter während der Schwangerschaft. Doch was passiert, wenn der Schleimpfropf abgegangen ist? Im video siehst du, was du sofort tun solltest, wenn dein Schleimpfropf sich gelöst hat und im weiteren Artikel findest du alle Infos zu dem Schleim, was du sonst noch bei seinem Abgang beachten solltest und wie der Schleimpfropf aussehen kann.

Was kann ich tun, wenn sich der Schleimpfropf gelöst hat?

Schleimpfropf: Was ist das?

Der Schleimpfropf ist eine Art Bakterienschranke aus Zervixschleim. Dieses natürliche Sekret, das Drüsen des Gebärmutterhalses absondern, ändert auch ohne eine bestehende Schwangerschaft je nach Zyklusphase seine Konsistenz. In der unfruchtbaren Phase ist er zäh und hindert so die Spermien am Durchkommen.

Schleimpfropf: Schwangerschaft

Sobald du schwanger bist – also schon in der Frühschwangerschaft – produziert dein Muttermund noch zäheren Zervixschleim und dichtet damit die Gebärmutter ab. Ab den ersten Wochen deiner Schwangerschaft verschließt der Schleimpfropf den Muttermund fest, sodass keinen Krankheitserreger in die Gebärmutter aufsteigen können. Der Pfropf ist also eine Art Schutzschild für dein Ungeborenes. Ist der Schleimpfropf abgegangen, gibt er den Weg für das Baby frei. Das ist also ein sicheres Anzeichen, dass es mit der Geburt bald los geht. Ab wann du damit rechnen kannst, erfährst du im nächsten Absatz: „Schleimpfropf Abgang“.

Schleimpfropf Abgang: Was tun, wenn sich der Schleimpfropf gelöst hat?

Will das Baby auf die Welt kommen, hat der Pfropf ausgedient. Leichte, oft nicht spürbare Vorwehen lockern den Muttermund.  Auch Prof. Dr. med. Franz Kainer und Annette Nolden schreiben in dem Schwangerschaftsratgeber „Das große Buch der Schwangerschaft“: „Wenn der Muttermund langsam weiter wird, geht ein Schleimpfropf ab (…). Als blutiger Ausfluss oder Schleim kann er sich dann bemerkbar machen und darauf hindeuten, dass die geburt in ein paar Tagen oder vielleicht auch schon eher bevorsteht.“ Wann genau das der Fall ist, kann bei jeder Schwangerschaft anders sein. In der Regel wird das tatsächlich um den errechneten Geburtstermin passieren, also in der 40. SSW. Aber keine Angst, dieser Schleimpfropf-Abgang ist meist völlig schmerzlos.

In diesem Kurzvideo siehst du, wann und warum der Schleimpfropf abgeht:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Pregnancy · Baby · Beyond (@mommastobe_) am Apr 4, 2018 um 9:54 PDT

Auch musst du nicht sofort ins Krankenhaus düsen, wenn sich der Schleimpfropf gelöst hat. Haben noch keine Wehen eingesetzt und hattest du auch keinen Blasensprung, musst du dich meist noch etwas gedulden. Oft dauert es noch ein paar Tage, bis die Geburt wirklich losgeht. Auch Hebamme Jana Friedrich vom Hebammenblog bestätigt in einem Blogbeitrag über den Geburtsbeginn: „Wenn du auf deiner Binde klaren, oder leicht blutigen Schleim vorfindest, dann brauchst du gar nichts tun. Bis zur Geburt kann es noch einige Tage dauern.“

Lass dich also nicht verunsichern: Viele Frauen merken es gar nicht, wenn der Schleimpfropf abgegangen ist. Nicht immer ist dieser Vorgang deutlich spürbar beziehungsweise sichtbar. Bei manchen Schwangeren löst sich der Schleimpfropf nämlich nicht auf ein Mal sondern nach und nach in Teilen – beim ganz normalen Gang auf die Toilette kann das auch einfach übersehen werden.

Video-Empfehlung

Schleimpfropf Aussehen: Farbe und Konsistenz

Wie der Schleimpfropf aussehen kann, ist unterschiedlich. Sowohl Konsistenz als auch Schleimpfropf-Farbe können bei jeder Frau anders sein. Die Konsistenz ist – wie der Name schon sagt – schleimig, schmierig oder leicht gallertartig. Die häufigsten Färbungen sind:

  • weißlich-trüb
  • hellrosa
  • dunkelrot
  • hellbraun

Die Schleimpfropf-Farbe kommt daher, dass sich der Zervixschleim mit etwas Blut vermischt hat. Das ist ganz normal und ist ein Anzeichen dafür, dass sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet. Das kannst du als Startsignal deuten: Der Muttermund öffnet sich langsam immer weiter und die Eihäute vom Rand des Muttermundes fangen an sich abzulösen. Je heller die Färbung des Schleimpfropfs desto frischer das Blut.

Hier sind vier verschiedene Beispiele, wie der Schleimpfropf aussehen kann. Du siehst, Farbe, Konsistenz und Menge können sehr unterschiedlich sein:

Aber bitte behalte im Gedächtnis, dass nicht bei jeder Schwangeren eindeutig zu erkennen ist, ob der Schleimpfropf noch da ist oder schon abgegangen ist. Dass viele Frauen gar nicht merken, dass ihr Schleimpfropf abgegangen ist, bestätigen auch Kainer und Nolden in ihrem Ratgeberbuch. Sei also nicht verunsichert, falls du dieses „Startsignal“ nicht bemerkst.

Zeichnungsblutung nach Abgang des Schleimpfropfs

Achte vielleicht stattdessen auf die Zeichnungsblutung. Diese hellrote Blutung fällt etwas schwächer aus als deine normale Regelblutung, ist aber deutlich zu erkennen. Sie ist vollkommen harmlos und tritt meist einige Tage vor der Geburt auf und ist ein Zeichen dafür, dass sich der Muttermund bereits geöffnet hat. Oft wird die Zeichnungsblutung durch den Abgang des Schleimpfropf ausgelöst. Wenn du dir unsicher bist, kontaktiere auf jeden Fall immer einen Arzt.

Frühzeitiger Abgang Schleimpfropf

Hast du das Gefühl, dass sich dein Schleimpfropf noch vor der 37. SSW gelöst hat, solltest du das deinem Arzt oder deiner Hebamme mitteilen. Das muss zwar nicht unbedingt bedeutet, dass du jetzt vorzeitige Wehen bekommst, jedoch ist das für den Gynäkologen beziehungsweise deine Hebamme eine wichtige Information. Sie werden dich jetzt vielleicht genauer beobachten wollen.

Quellen: 

Prof. Dr. med. Kainer, Franz; Nolden, Annette: Das große Buch der Schwangerschaft, München: Gräfe und Unzer Verlag 2009

Rath, Werner; Gembruch, Ulrich; Schmidt Stephan: Geburtshilfe und Perinatalmedizin: Pränataldiagnostik – Erkrankungen – Entbindung, Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG 2010

Friedrich, Jana: Schatz, das Kind kommt! Nur wann?! Der Geburtsbeginn, URL: https://www.hebammenblog.de/schatz-das-kind-kommt-nur-wann1/ (Abrufdatum: 11.01.2019)