Schwanger fliegen: Tipps für Zeitpunkt, Reiseziel und möglichen Risiken

Schwanger fliegen: Tipps für Zeitpunkt, Reiseziel und möglichen Risiken

Noch einmal Urlaub ohne Baby oder vielleicht auch nur eine Geschäftsreise – schwanger fliegen ist nicht verboten. Doch kann Fliegen in der Schwangerschaft auch Risiken bergen? Lies hier alle Infos und was du beachten solltest, wenn du während der Schwangerschaft fliegen willst.

Frau will schwanger fliegen und fliegen in der Schwangerschaft
Wer schwanger fliegen will, sollte sich darauf einstellen, seine Reise etwas genauer planen zu müssen, denn fliegen in der Schwangerschft kann auch Risiken bergen. ©Unsplash/Sofia Sforza

Schwanger fliegen dürfen nur fitte Mamas

Bevor du mit deinem Babybauch in ein Flugzeug steigen kannst, musst du sicher sein, dass deine Schwangerschaft gut verläuft, es also keine Komplikationen gibt. Wenn du eine schwere Schwangerschaft hast oder du schonmal eine Fehl- oder Frühgeburten hattest, solltest du deine Flugreise unbedingt mit einem Arzt besprechen. Generell ist es ratsam, vor deiner Reise mit deinem Frauenarzt zu sprechen.

Risiken beim Fliegen in der Schwangerschaft

Welche Risiken birgt schwanger fliegen? Nicht so viele, wie man vielleicht annehmen mag, sagt Renate Huch, ehemals Professorin für Gynäkologie an der Universitätsklinik Zürich gegenüber dem Onlineportal Baby und Familie. Sie stellt die meistdisskutiertesten Fragen auf den Prüfstand:

#1 Sauerstoffmangel für das Baby

So würden einige behaupten, dass das Risiko einer Fehlgeburt wegen dem geringeren Sauerstoffgehalt in der Flugzeugkabine durch Fliegen in der Schwangerschaft steigen würde. Huch hält diese Warnung aber für übertrieben und konnte in ihren Studien keine Anzeichen eines Sauerstoffmangels bei dem Ungeborenen feststellen.

#2 Kosmische Strahlenbelastung

Auch die Warnung vor einer erhöhten kosmische Strahlenbelastung im Flugzeug hält Huch für nicht relevant. Sie weist darauf hin, dass die Strahlung bei einem Einzelflug zu vernachlässigen sei und die tatsächliche Belastung auch von der gewohnten Belastung des Heimatlandes der Mutter abhängt.

#3 Schwanger fliegen birgt eine höhere Thrombose-Gefahr

Eine ernstzunehmendes Risiko ist allerdings die erhöhte Thrombose-Gefahr, die sich durch Fliegen in der Schwangerschaft ergibt. Grund ist die eingeschränkte Bein- und Bewegungsfreiheit, die sich zwangsläufig in engen Fliegern ergibt. Ärzte raten daher unbedingt zum Tragen von Kompressionsstrümpfen der Klasse 2. Manche Ärzte empfehlen auch prophylaxisch Thrombosespritzen mit unfraktionierten Heparin oder niedermolekularen Heparin. Ob diese blutverdünnenden Injektionen allerdings auch für dich geeignet sind, musst du unbedingt vorher mit deinem Frauenarzt besprechen!

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Attest um in der Schwangerschaft fliegen zu dürfen

Viele Fluggesellschaften erwarten von Schwangeren ein Attest der Hebamme oder des Arztes, um sicher zu gehen, dass sie fit für den Flug sind. Willst du also schwanger fliegen, solltest du deine Fluggesellschaft vorher über deinen Babybauch informieren. Meistens erwarten Fluggesellschaften ab der 32. SSW ein Attest, bei Mehrlingsschwangerschaften sogar noch früher. Und Achtung: Es gibt eine Menge Flieger, bei denen du schon ab der 34. SSW gar nicht mehr mitgenommen wirst. Grund ist die Angst der Fluggesellschaft, dass Komplikationen in der Luft auftreten könnten. Außerdem ist eine Geburt im Flieger auch mit Kosten für die Fluggesellschaft verbunden, die sie natürlich gerne vermeiden möchte.

Schwanger fliegen: Auch das Reiseziel ist wichtig

Es gibt Länder, die du schwanger nur bedingt bereisen darfst, zumindest ab einem bestimmten Schwangerschaftsmonat. Ein Beispiel dafür sind die USA. Der Grund: Käme dein Kind in den USA auf die Welt, so würde es automatisch die dortige Staatsbürgerschaft erhalten. Doch laut der staatlich zugelassenen US Auswanderungsstelle The American Dream hängt die Entscheidung über eine Einreise maßgeblich von der Fluggesellschaft ab. Aber auch andere Länder sind streng, was Schwangerschaften angeht. In Singapur musst du bereits ab dem 6. Monat ein Attest vom Arzt vorzeigen und bei einem entsprechenden Konsulat einen „Social Visit Pass“ beantragen.

Nicht schwanger fliegen, wenn Krankheiten drohen!

Informiere dich bei der Auswahl deines Reiseziels darüber, ob eine Gelbfieber- oder Malaria-Warnung für dieses Gebiet vorliegt. Wenn ja – dringend einen anderen Urlaubsort wählen! Zusätzliche Impfungen oder Medikamente, die bei bestimmten Reisezielen genommen werden sollten, sind ebenfalls tabu für Schwangere.

Schwanger fliegen: Der beste Zeitpunkt

Wann ist der beste Zeitpunkt, um schwanger fliegen zu können? Empfohlen wird, während dem zweiten Trimester einer Schwangerschaft zu fliegen. Im ersten Trimester fühlen sich viele Frauen nicht sehr gut, müssen oft auf die Toilette oder leiden an Übelkeit. Nicht gerade angenehm für eine Flugreise. Auch die gesteigerte Gefahr einer Fehlgeburt während der ersten zwölf Wochen ist für viele Schwangere ein Grund, lieber erst einmal zu Hause zu bleiben. Im letzten Drittel fühlen sich viele Schwangere ausgelaugt, alles fällt mit dem großen Bauch etwas schwerer.

Fliegen in der Schwangerschaft: 6 wichtige Tipps

Hast du dich entschieden, dass du schwanger fliegen möchtest, solltest du folgende Tipps beherzigen:

  1. Kompressionsstrümpfe
    Am besten du nimmst für den Flug Kompressionsstrümpfe der Klasse 2. So verringerst du vor allem auf Langstreckenflügen die Gefahr einer Trombose.
  2. Informiere die Fluggesellschaft
    Informiere vor deinem Flug deine Fluggesellschaft über deine Schwangerschaft. Besonders wichtig ist dies während des dritten Trimesters.
  3. Genügend Flüssigkeit
    Achte darauf während deines Flugs genug Flüssigkeit zu dir zu nehmen.
  4. Sitzplatz mit Beinfreiheit
    Frage nach, ob du einen Platz beim Notausgang oder zumindest am Gang haben kannst. Hier kannst du deine Beine besser ausstrecken.
  5. Nachtflug gegen Übelkeit
    Buche einen Nachtflug. Erstens vergeht die Reise viel schneller, wenn du schlafen kannst und zweitens wird es dir nicht so schnell übel. Sieht man nämlich während einem Flug den Horizont nicht, dann leidet man auch seltener an Übelkeit.
  6. Mutterpass mit Kopie
    Ganz wichtig: immer den Mutterpass im Handgepäck mittragen und am besten auch eine Kopie dabei haben.

Hast du alle Punkte abgeklärt und nichts spricht gegen eine Flugreise? Viel Spaß!