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Schwangerschaft mit Migräne: Das sind die Risiken

Migräne trifft besonders Frauen und zeigt sich häufig in einem Alter, in dem es an die Familienplanung geht. Doch welche Auswirkungen hat sie auf die Schwangerschaft und Geburt? Wir geben dir einen Überblick über die Ergebnisse einer aktuellen Studie.

Das sind die Risiken von Migräne-Attacken in der Schwangerschaft
Das sind die Risiken von Migräne-Attacken in der Schwangerschaft
©Pixabay/Pexels

Vermehrte Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt

Eine Erkältung, ein Magen-Darm-Infekt oder aber starke Kopfschmerzen – auf einmal betrifft alles gleich zwei Menschen. Erkrankungen in der Schwangerschaft können zum Risiko für Mutter und Kind werden. Gleichzeitig müssen Therapie und Medikamente sorgfältig ausgewählt werden.

 

Bislang gab es nur wenige aussagekräftige Daten, ob und inwiefern Migräne den Verlauf einer Schwangerschaft beeinflusst. Nun haben dänische Forscher vom Uniklinikum Aarhus Daten von rund 23.000 Schwangerschaften migränekranker Frauen untersucht und kommen zu dem Ergebnis: Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt traten bei Ihnen bis zu 50 Prozent häufiger auf. Außerdem hatten die Neugeborenen öfter Atemprobleme und Fieberkrämpfe. Frauen, die an Migräne leiden, sollten ihre Schwangerschaft daher besonders gut ärztlich überwachen lassen.

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Wenn der Schmerz drei Tage bleibt

Wer schon einmal eine Migräne-Attacke erlebt hat, weiß, wie eingeschränkt der private und berufliche Alltag ist: Starke, wiederkehrende Kopfschmerzen, die bis zu 72 Stunden andauern, Übelkeit, Erbrechen und eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Gerüchen oder Lärm. Rund acht Millionen Deutsche leiden an Migräne – 1,6 Millionen unter einer schwer belastenden Form. Bei leichten und mittelschweren Formen kommen akut Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac zum Einsatz. Bei mittelschweren und schweren Migräne-Formen verschreiben Fachärzte sogenannte Triptane. Darüber hinaus gibt es zur Migräneprophylaxe Biologika wie Erenumab für Betroffene mit schweren Verläufen.

Erhöhtes Risiko für Bluthochdruck

Um mögliche Auswirkungen von Migräne auf die Schwangerschaft und Geburt einzuschätzen, haben die dänischen Forscher die Patientendaten mit denen gesunder schwangerer Frauen verglichen. Dabei wiesen die Frauen mit Migräne etwas häufiger einen Bluthochdruck, Asthma und Depressionen auf. Beachteten die Forscher diese begleitenden Erkrankungen und weitere Faktoren wie das Rauchen, die Einnahme von Schmerzmitteln und den Body-Mass-Index, zeigte sich: Die Frauen mit Migräne erkrankten um rund 50 Prozent öfter an einer Schwangerschaftshypertonie (Schwangerschaftsbluthochdruck). Auch das Risiko für eine Schwangerschaftsvergiftung oder -krämpfe war bei Ihnen mit 42 Prozent erhöht und es kam 10 Prozent häufiger zu einer Fehlgeburt. Als mögliche Ursache für die Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt vermuten die Forscher aus Aarhus den vermehrt auftretenden Bluthochdruck bei migränekranken Frauen.