Schwangerschaftsdepressionen - wo bleibt die Freude?

Schwangerschaftsdepressionen – Anzeichen, Ursachen und Hilfe

Eine Schwangerschaft ist eine wunderschöne Zeit – doch nicht für jede Frau. 10 Prozent der Schwangeren leiden in dieser Zeit unter Schwangerschaftsepressionen. Lies hier, welche Anzeichen auf eine Depression hinweisen, welche Ursachen diese Krankheit hat und was dir hilft, diese schwere Zeit zu überstehen.

Im Video siehst du eine Kurzzusammenfassung aller wichtiger Informationen:

Die wichtigsten Infos zu einer Schwangerschaftsdepression

Bin ich depressiv? Anzeichen für eine Schwangerschaftsdepression

Oftmals überspielen Frauen mit einer Schwangerschaftsdepression ihre Gefühle, schließlich hat man ihnen doch immer erklärt, dass diese Zeit „so, so wunderschön“ zu sein hat. Doch sie sind nicht alleine: Laut einer Studie des British Medical Journal haben fast 14 Prozent der Frauen in der 32. SSW Anzeichen einer Schwangerschaftsdepression. Kommen dir folgende Situationen bekannt vor?

  • Du bist nicht mehr in der Lage, dich zu konzentrieren
  • negative Gedanken über das Kind und die Schwangerschaft
  • Du hast Ängste, die du teilweise selbst nicht verstehen kannst
  • Du fühlst dich oft bedrängt und hast auf einmal Probleme mit Nähe
  • Dinge, die du vorher gerne getan hast, interessieren dich jetzt nicht mehr
  • Gefühl der extremen Leere
  • Du bist sehr leicht reizbar
  • Schlafprobleme
  • Extreme, nicht enden wollende Müdigkeit
  • Du spürst unendliche Traurigkeit

Schwangerschaftsdepressionen: Wann wird es kritisch?

Wenn du dich selbstmordgefährdet fühlst oder nicht im Stande bist, tägliche Dinge zu verrichten oder wenn du unter Panik-Attacken leidest, sprich unbedingt mit deinem Arzt, einer Hebamme oder einer vertrauten Person! Einen Therapeuten oder Psychiater in Anspruch zu nehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen dafür, dass du eine gute Mutter bist, die alle nötigen Schritte unternimmt, um sich und ihr Baby sicher und gesund zu erhalten

Schwangerschaftsdepression: Ursachen

Neue Studien zeigen, dass Hormonschwankungen in der Schwangerschaft kein so großer Auslöser sind, wie bisher angenommen. Wie bei anderen Depressionen auch, wird eine Schwangerschaftsdepression durch eine Vielzahl verschiedener biologischer und psychologischer Faktoren ausgelöst. Manche Frauen haben einfach eine höhere Veranlagung zu Depressionen und durch das einschneidende Erlebnis der Schwangerschaft kommt diese Veranlagung dann zutage. Ein Baby zu erwarten, verändert schließlich alles: Wie man sich als Frau wahrnimmt, die Lebensplanung, die Partnerschaft – alles wird sich ändern, und das kann Angst machen! Außerdem können folgende Gründe Ursachen einer Schwangerschaftsdepression sein:

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Weitere Gründe für eine Schwangerschaftsdepression

Was kann eine Schwangerschaftsdepression auslösen? Oft sind es sehr persönliche Erlebnisse wie:

Familiäre oder persönliche Depressionen in der Vergangenheit

Wenn Depressionen in deiner Familie oder in deiner persönlichen Geschichte vorkommen, könnest du gerade jetzt anfälliger für solche Probleme sein.

Anstrengende Ereignisse

Ziehst du gerade um oder baust ein Haus, um Platz für das neue Familienmitglied zu haben? Hast du Ärger in der Arbeit? Jede große Veränderung in deinem Leben kann Depressionen auslösen.

Schwangerschaftsprobleme

Eine problematische Schwangerschaft wie zum Beispiel morgendliche Übelkeit kann sich emotional negativ auswirken.

Missbrauchs-Situationen in der Vergangenheit

Eine Schwangerschaft kann schmerzvolle Erinnerungen hervorbringen. Missbrauch sexueller, gewalttätiger oder emotionaler Art wird plötzlich wieder wachgerufen. Dein Körper verändert sich, ohne dass du Kontrolle darüber hast – das kann längst Vergessenes zurückbringen. Die fehlende Kontrolle über die Veränderungen im Körper spiegeln für dich möglicherweise den erlebten Kontrollverlust aus der Vergangenheit wieder.

Langes Warten oder vorangegangene Fehlgeburten

Wenn du lange darauf gewartet hast, schwanger zu werden oder wenn du Fehlgeburten hatten, wirst du nun vermutlich um die Sicherheit deiner Schwangerschaft besorgt sein – das kann zu Stress und Depressionen führen.

Hilfe bei Depressionen in der Schwangerschaft

  • Entlastung im Alltag
    Widerstehe der Versuchung, so viel wie möglich auf dich zu laden, bis das Baby kommt. Setz dich nicht unter den Druck, alles selbst zu erledigen! Du wirst weniger Zeit für dich selbst haben, wenn das Baby erst einmal da ist, also lies jetzt ein Buch, frühstücke im Bett oder mache einen schönen, langen Spaziergang. Sich um sich selbst zu kümmern ist ein wesentlicher Bestandteil davon, sich um das Baby zu kümmern!
  • Offene Kommunikation
    Sprich mit deinen Freunden über deine Ängste und Sorgen. Rede besonders mit deinem Partner! Du brauchst seine Unterstützung – die er dir aber nur geben kann, wenn du offen mit ihm sprichst.
  • Therapie/ Medikamente
    Wenn du über zwei Wochen vergeblich versucht hast, aus diesem Tief herauszukommen, könnte eine Beratungsstelle wie zum Beispiel Pro Familia oder der Besuch bei einer Therapeutin oder einem Therapeuten helfen. Du brauchst jemanden, bei dem du dich sicher fühlst und dem du vertrauen kannst. Es gibt auch „Antidepressiva“, die in der Schwangerschaft genommen werden dürfen. Sprich auch mit deinem Arzt oder deiner Hebamme darüber.

Wochenbettdepression/ Postnatale Depressionen

Etwa die Hälfte der Frauen, die unter starken Schwangerschaftsdepressionen leiden, entwickeln nach der Geburt postnatale Depressionen, auch Wochenbettdepression genannt. Eine medikamentöse Therapie während der Schwangerschaft kann dieses Risiko jedoch drastisch reduzieren. Ein gut ausgebautes Netzwerk aus Freunden, Familienmitgliedern, deinem Partner, deinem Arzt und einem Therapeuten, bedeutet, dass deine Helfer stets zur Unterstützung da sind, wenn das Baby geboren ist.

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