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Schwangerschaftshormone: Stimmungsschwankungen und unkontrollierte Gefühle

Während der Schwangerschaft befindet sich deine Laune auf einer Achterbahnfahrt und auch sonst scheint dein Körper verrückt zu spielen. Dann fällt häufig der Spruch: „Das liegt an den Hormonen“. Und das ist tatsächlich so. Welche Schwangerschaftshormone welche Aufgabe haben und wie sie deine Schwangerschaft beeinflussen, erfährst du hier.

Schwangerschaftshormone verändern den Körper und die Psyche.
Schwangerschaftshormone verändern den Körper und die Psyche.
© Unsplash// Jennifer Marquez

Was sind Schwangerschaftshormone?

In der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt einer Frau. Gewisse Hormone werden vermehrt produziert, da sie die Schwangerschaft unterstützen. Andere werden erst während der Schwangerschaft gebildet. Die wichtigsten und bekanntesten Schwangerschaftshormone sind Östrogen, Humanes Choriongonadotropin (HCG) und Progesteron.

Wie verändern sich Hormone in der Schwangerschaft?

Wenn Frauen erfahren, dass sie schwanger sind, kommt die Frage auf: Wann stellen sich Hormone in der Schwangerschaft um? Sobald es zur Befruchtung kommt, verändert sich bereits der Hormonhaushalt. Daher bemerken manche Frauen, die noch nicht von ihrer Schwangerschaft wissen trotzdem schon die ersten Schwangerschaftssymptome.

Nicht nur bereiten die Hormone den Körper auf die Entbindung vor, auch nach der Geburt spielen sie eine wichtige Rolle. Sie helfen dir dich an dein Baby zu binden und fördern die Milchproduktion. Während der Schwangerschaft kommt es zu einer erhöhten Ausschüttung von Östrogen, Gestagen und Humanes Choriongonadotropin (HCG). Diese Schwangerschaftshormone werden durch die Plazenta und die Eierstöcke gebildet. Nicht immer funktioniert das Zusammenspiel optimal, wodurch Stimmungsschwankungen vor allem in der Frühschwangerschaft auftauchen können. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat kümmert sich dann nur noch die Plazenta um die Hormonproduktion.

Übersicht aller Schwangerschaftshormone

Jedes Hormon erfüllt eine andere Aufgabe. Damit du besser verstehst, was in deinem Körper während der Schwangerschaft vorgeht, hilft dir diese Übersicht aller Schwangerschaftshormonen.

Humanes Choriongonadotropin (hCG)

Das Schwangerschaftshormon hCG ist das erste, dass dein Körper produziert. Es wird vom Mutterkuchen in das Blut freigegeben. Schwangerschaftstest beruhen daher auf dem Nachweis vom hCG-Gehalt im Urin. Die Menge von hCG verdoppelt sich in den ersten Wochen alle paar Tage. Das Hormon sorgt vor allem dafür, dass die Eizelle sich leichter einnisten kann und dafür, dass die Gelbkörper im Eierstock stimuliert werden, sprich: Es sind keine weiteren Eisprünge nötig.

Folgen des Schwangerschaftshormons sind, dass Frauen vor allem in den ersten Wochen, häufig unter Schwangerschaftsübelkeit leiden. Der hCG-Wert ist in der Mitte des dritten Schwangerschaftsmonat am höchsten und flacht daraufhin wieder ab. Dann lässt auch die Übelkeit nach.

Progesteron

Das Schwangerschaftshormon Progesteron ist wohl der bekannteste Vertreter der Gestagene. Es ist im weiblichen Zyklus zwar immer präsent, doch während der Schwangerschaft erhöht sich die Produktion. Es wird im Mutterkuchen gebildet und hilft der befruchteten Eizelle sich einzunisten. Dafür optimiert es die Gebärmutterschleimhaut, in dem sie dicker wird. Progesteron unterstützt außerdem die Durchblutung des Beckens und bereitet die Brüste auf die Milchproduktion vor. Zwar hat das Hormon eine entspannende Wirkung, doch es sorgt gleichzeitig für Verdauungsprobleme und Sodbrennen.

Östrogen

Östrogen wird normalerweise in den Eierstöcken gebildet, in der Schwangerschaft übernimmt der Mutterkuchen diese Aufgabe. Das Hormon hilft der Gebärmutter sich auf eine potenzielle Schwangerschaft vorzubereiten. Bei einer erfolgreichen Befruchtung fördert hCG die Ausschüttung des Hormons. Östrogen unterstützt das Herz-Kreislaufsystem und das Wachstum der Plazenta. Gemeinsam mit Progesteron hilft es außerdem die Brust auf die Milchbildung vorzubereiten.

Östrogen ist ein Hormon, dass sich positiv auf das äußere Erscheinungsbild auswirken kann. Die Haut strahlt und die Durchblutung wird gefördert. Als Nachteil sind die Stimmungsschwankungen zu nennen, die sich über die ganze Schwangerschaft ziehen können.

Oxytocin und Prolaktin

Prolaktin und Oxytocin sind zwar keine Schwangerschaftshormone, doch sie sind wichtig für die Zeit nach der Endbindung. Oxytocin wird auch „Liebes- und Vertrauenshormon“ genannt. Es ist verantwortlich für die Mutter-Kind-Bindung. Wenn du nach der Geburt also einen Anflug von sogenannten „Glückshormonen“ gespürt hast, dann liegt das an dem Oxytocin. Es unterstützt die Ausschüttung von Endorphinen und wirkt schmerzlindernd. Außerdem regt das Hormon den Milchfluss an und hilft der Gebärmutter sich zurück zu bilden.

Prolaktin hingegen kurbelt die Milchproduktion während der Schwangerschaft und in der Stillzeit an. Durch das Stillen erhöht sich die Prolaktin-Ausschüttung, was wiederum die Brüste anregt mehr Milch zu produzieren. Ein hoher Prolaktinspiegel kann außerdem die Periode und den Eisprung unterdrücken. Dadurch sind viele Frauen während den ersten Wochen der Stillzeit vor einer erneuerten Schwangerschaft geschützt. Das ist jedoch keine Garantie, dass eine Schwangerschaft komplett ausbleibt.

Relaxin

Relaxin ist, wie der Name schon andeutet, ein Hormon, dass für Entspannung sorgt. Es lockert den Muttermund, sowie Bänder und Gelenke im Beckenbereich. Damit kann sich dein Becken während der Geburt stärker ausdehnen.

Schwangerschaftshormone: Psychische Auswirkungen

Nicht nur dein Körper steht vor einer großen Herausforderung, auch aus psychischer Sicht gibt es Höhen und Tiefen. Diese kommen unter anderem von der Hormonumstellung. Im ersten Drittel fühlen sich viele Schwangere erschöpft. Bis zur Geburt steigt das Östrogen und Progesteron kontinuierlich an, danach fällt es drastisch.

Daher musst du dich nicht wundern, wenn du mal schlechte Tage hast und dich an anderen sehr gut fühlst. Auch wenn graue Tage während der Schwangerschaft meist hormonell bedingt sind, hilft es trotzdem deine Sorgen und Gedanken mit einer Person deines Vertrauens zu teilen. Auch dein Frauenarzt kann dir in dieser Situation zur Seite stehen.

Quellen