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Sport in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt & was ist tabu?

vonSonja Hagl

Sport hält fit und gesund – auch in der Schwangerschaft. Welche Sportarten sind erlaubt und worauf muss ich sonst bei Sport in der Schwangerschaft achten?

vonSonja Hagl

So gesund ist Sport in der Schwangerschaft

Schwangerschaft: Sport ist gut für Mama und Kind

Studien legen nahe, dass zu wenig Bewegung in der Schwangerschaft einige Komplikationen begünstigen kann. Machst du keinen Sport, besteht ein höheres Risiko für…

Fitness in der Schwangerschaft reduziert auch den Stress, senkt die Depressionsneigung und verbessert die Schlafqualität.

Und auch die Geburt kann leichter verlaufen, wenn du dich während der Schwangerschaft genug bewegt hast. Zum Beispiel sinkt das Risiko, dass es zu einer Saugglocken oder Zangengeburt kommt.

Sport in der Schwangerschaft tut dir und deinem Baby gut: Die Bewegung beim Joggen oder Schwimmen regt den Blutfluss und die Sauerstoffversorgung an. Bei Yoga oder Gymnastik werden Verspannungen gemindert.

Kann Sport zu einer Fehlgeburt führen?

Lange galt Sport in der Schwangerschaft als gefährlich. Er würde das Risiko für eine Fehlgeburt oder erhöhen.

: Thema Fehlgeburt

Klar, dass Schwangere da besorgt sind und oft eher zu Bewegungsmuffeln werden.

Das stimmt jedoch nicht! Solange du es mit den Sportübungen in der Schwangerschaft nicht übertreibst und auf deinen Körper hörst, kannst du ohne Bedenken moderaten Sport treiben – ohne erhöhtes Frühgeburtsrisiko.

Sport in der Frühschwangerschaft

Bis zur 18. SSW ist das Risiko für Frühgeburten generell noch am höchsten. In dieser Zeit solltest du auch beim Sport etwas vorsichtiger sein. Meide vor allem Sportarten, bei denen eine hohe Verletzungs- oder Sturzgefahr besteht.

Wie viel Sport darf man in der Schwangerschaft machen?

Aktuell gibt es keine genauen Bewegungsempfehlungen für die Schwangerschaft. Sport sollten Schwangere auf jeden Fall betreiben. Aber wie oft und wie lange?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät:

30 Minuten körperliche Aktivität an mindestens fünf Tagen in der Woche. Dabei sollten Schwangere „moderat aktiv sein“, das bedeutet, sie sollten sich während des Sporttreibens noch unterhalten können.

Laut den Handlungsempfehlungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung können Frauen, die schon vor der Schwangerschaft sportlich aktiv waren, sich auch während der Schwangerschaft intensiver körperlich betätigen.

Bis wann darf man in der Schwangerschaft Sport machen?

Es gibt keine einheitliche Angabe, wie lange Sport in der Schwangerschaft gemacht werden kann. Hier kommt es auch die jeweilige Sportart, den Verlauf der Schwangerschaft sowie andere Faktoren an. Am besten besprichst du mit deinem Arzt oder deiner Hebamme, bis zu welcher SSW du deine gewählte Sportart sicher machen kannst.

Sport & schwanger: Was ist geeignet und was tabu?

Welcher Sport ist gut für Schwangere?

Hier eine Liste an Sportarten, die sich besonders gut für Sport für Schwangere eignen:

  • Gymnastik
  • Aerobic
  • Yoga
  • Schwimmen (im warmen Wasser zwischen 20 und 35 Grad)
  • Wandern
  • Walking
  • Radfahren
  • Tanzen
  • Aquafitness
  • Tai-Chi und Chi-Gong

Einige Sportarten sind für Schwangere unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Dazu gehören:

  • Joggen – nur mit stabilen Schuhen und auf weichem Untergrund
  • Muskeltraining – moderat und auf starkes Bauchmuskeltraining verzichten
  • Rollschuh-Fahren/Inline-Skating und Schlittschuhfahren – wegen Sturzgefahr nur bis zur 16. SSW geeignet

Es gilt: Frauen, die den Sport schon vor der Schwangerschaft ausgeübt haben, haben ein geringeres Verletzungsrisiko und können ihre Sportart daher meist weiterhin durchführen.

Welchen Sport darf man nicht in der Schwangerschaft machen?

Wichtig ist, dass ein geringes Verletzungsrisiko besteht. Ein Sturz oder ein Schlag auf den Bauch können deinem Baby schaden. Außerdem bestehen auch bei Diagnosemethoden oder Behandlungen bei Verletzungen – also Röntgen oder Operation – Risiken für Mutter und Kind.

Vermeide vor allem Sportarten wie…

  • Reiten
  • Bungee-Springen
  • Skifahren
  • Tauchen
  • Volleyball, Basketball oder Handball
  • Crossfit
  • Kampfsport
  • Klettern
  • Trampolin- und Seilspringen

Sport & Schwangerschaft: Wann ist Vorsicht geboten?

Höre beim Sport in der Schwangerschaft immer auf deinen eigenen Körper. Wenn dir die Puste ausgeht, du Schmerzen hast oder dich unwohl fühlst, solltest du eine Pause machen oder aufhören.

Wenn deine Schwangerschaft problemlos verläuft, spricht nichts gegen Sport. Schwangere mit einer Risikoschwangerschaft sollten zuerst mit dem Frauenarzt abklären, ob und welchen Sport für Schwangere sie machen können. Außerdem sollten sie beim Training vorsichtig sein.

Zu den Risikofaktoren gehört:

  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Bluthochdruck
  • Unter- sowie Übergewicht
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Gesundheitliche Probleme während der Schwangerschaft (z.B Infektionen)
  • Frühere Fehlgeburten

Wichtig!

Für jede Art von Sport in der Schwangerschaft gilt: Bemerkst du während oder kurz nach dem Sport stechende Unterleibsschmerzen, Unwohlsein, Schwindel, erste Wehen oder starke Blutungen, solltest du einen Arzt kontaktieren oder direkt aufsuchen.

Quellen

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