Stress in der Schwangerschaft: So beeinflusst er dein Kind

Stress in der Schwangerschaft: So beeinflusst er dein Kind

Du solltest Stress in der Schwangerschaft auf keinen Fall unterschätzen. Studien zeigen, dass er die Entwicklung deines Kindes negativ beeinflusst. Diese Folgen sind möglich.

verzweifelte junge Frau sitzt auf Steintreppe
Darum solltest du Stress sin der Schwangerschaft möglichst vermeiden © Unsplash/ Nick Karvounis

Stress in der Schwangerschaft, genauso wie im restlichen Leben, lässt sich leider nie ganz vermeiden. Dir schwirren sicher viele Gedanken und Sorgen im Kopf herum und die To-Do-Liste, was noch alles zu erledigen ist, bis das Baby da ist, muss auch abgearbeitet werden. Daher ist es umso wichtiger, dass du jetzt auf deinen Körper hörst: Mach regelmäßig Pausen und gib Aufgaben ab. Denn übermäßiger Stress in der Schwangerschaft beeinflusst auch dein Baby negativ – vor allem seine Gehirnentwicklung. Studien haben dazu Alarmierendes herausgefunden.

Stress in der Schwangerschaft: Auswirkungen auf das Baby

Bei Stress schüttet unser Körper das Stresshormon Cortisol aus. Dieses gelangt über die Plazenta auch in den Blutkreislauf des Kindes und kann seine Gehirnentwicklung dauerhaft beeinflussen. Verschiedene Studien halten daher den Zusammenhang zwischen Stress in der Schwangerschaft und einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) beziehungsweise Lern- und Konzentrationsschwächen beim Kind für sehr wahrscheinlich. Andere Untersuchungen legen sogar nahe, dass der Dauerstress im Mutterleid später zu Depressionen oder Demenzerkrankungen führen kann. Warum ist das so?

Matthias Schwab vom Uniklinikum Jena forscht zum Thema Stress in der Schwangerschaft. Er erklärt: „Pränataler Stress hebt beim Ungeborenen den Stresshormonspiegel dauerhaft an und beschleunigt die Hirnreifung.“ Das bedeutet, dass dieses Kind sein Leben lang anfälliger für Stress sein wird. So eine ständige Alarmbereitschaft ist für den Körper dauerhaft natürlich nicht gut. Cortisol fördert nämlich den Zelltod und hemmt das Zufriedenheitshormon Serotonin. Das kann Depressionen begünstigen und Gehirnzellen früher absterben lassen, also Demenz verursachen. In der Frühschwangerschaft kann zu viel Stress sogar zu einer Fehlgeburt führen.

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Entwarnung: hohes Stresslevel notwendig

Aber, keine Panik: Im Normalfall baut der Körper das Cortisol wieder zu einem Großteil ab, bevor es die Plazenta passiert. Solche extremen Auswirkungen von Stress in der Schwangerschaft konnten vielmehr bei Müttern festgestellt werden, die sich fast immer sehr gestresst und nervös fühlten. Ein Beziehungsstreit, Stress in der Arbeit oder die normalen Sorgen und Ängste, die wohl jede Schwangere hat, können die Gesundheit deines Ungeborenen nicht so sehr gefährden. Trotzdem zeigen die Studien, dass du die Empfehlung, schwanger einen Gang herunter zu schalten unbedingt ernst nehmen musst!

Stress in der Schwangerschaft vermeiden

Was hilft gegen Stress? In der Schwangerschaft ist es umso wichtiger ganz genau auf seinen Körper zu hören und erste Warnsignale ernst zu nehmen. Typische Stresssymptome sind:

  • Angespanntheit und Müdigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Konzentrationsprobleme
  • Antriebslosigkeit
  • Bei Dauerstress auch Gefühl der Ohnmacht möglich

Jetzt gilt es, einen Gang herunter zu schalten. Nimm dir ganz bewusst Zeit für dich: Trink in Ruhe einen Tee, lies ein Buch oder gönn dir ein warmes Bad. Solche Ruheoasen können schon viel bewirken. Noch viel wichtiger ist es jedoch, sich Unterstützung zu suchen. Du musst nicht alles alleine schaffen! Binde deinen Partner aktiv ein, bitte Freunde und Verwandte, dir unter die Arme zu greifen. Auch deine Hebamme wird für Sorgen und Nöte immer ein offenes Ohr haben.