Schwangerschaftssymptome: Die ersten Anzeichen richtig deuten

Schwangerschaftssymptome: Die Anzeichen richtig deuten

Übelkeit und Erbrechen gelten als typische Schwangerschaftssymptome. Mit welchen ersten Schwangerschaftssymptomen du außerdem noch rechnen kannst und bei welchen Symptomen die Schwangerschaft auch aus medizinischer Sicht als sicher gilt, erfährst du hier.

Junge Frau blickt in die Ferne
Sind das Schwangerschaftssymptome? © Unsplash/ Ravi Roshan

In diesem Artikel:

Schwangerschaftssymptome: unsichere, wahrscheinliche und sichere Anzeichen

Aus medizinischer Sicht unterscheidet man zwischen unsicheren, wahrscheinlichen und sicheren Schwangerschaftssymptomen. Denn gerade die ersten Symptome einer Schwangerschaft sind oft nur schwer zu erkennen und unsicher. So können typische Anzeichen wie ein Ziehen im Unterlaib oder prallere Brüste auch oft im Vorfeld der Menstruation vorkommen. Erste Schwangerschaftssymptome lassen also noch viel Platz für Spekulationen. Bleit die Periode allerding zusätzlich aus, wird eine Schwangerschaft schon wahrscheinlicher. Wieso nur wahrscheinlich? Da das Ausbleiben der Menstruationsblutung auch andere Ursachen haben kann, ist dies nicht als eindeutiges Anzeichen zu werten. Sicher ist eine Schwangerschaft erst, wenn auch der Arzt sie bestätigen konnte.

Schwanger? Symptome im Schnell-Überblick

Nicht viel Zeit? Im Video findest du sieben typische Symptome einer Schwangerschaft. Aber bitte beachte: Diese ersten Schwangerschaftssymptome sin kein sicherer Beweis, ob du tatsächlich ein Baby bekommst. Erst ein Nachweis durch den Arzt macht eine Schwangerschaft sicher.

Die Top 7 Schwangerschaftsanzeichen

Erste Schwangerschaftssymptome

Frühe Schwangerschaftssymptome, von denen dir vielleicht schon eine Freundin erzählt hat, sind aus medizinischer Sicht nur zu den unsicheren Anzeichen zu rechnen. Dazu gehören:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • extreme Müdigkeit
  • Völlegefühl oder Blähungen
  • spannende Brüste
  • Schwindel oder Kreislaufprobleme
  • ständiger Harndrang
  • Heißhunger oder Ekel vor bestimmen Gerüchen oder Speisen

Die meisten Schwangerschaften sind geplant und vielleicht sogar lang ersehnt. Dann sind solche ersten Schwangerschaftssymptome wie das Ziehen im Bauch sicher sehr willkommen. Andere Frauen hingegen haben nicht damit gerechnet und müssen sich mit diesem Gedanken erst einmal auseinandersetzen.

Doch egal, in welche Richtung sich das Kopfkarussell dreht, man muss natürlich zunächst feststellen, ob überhaupt eine Schwangerschaft vorliegt. Es gibt viele Gründe, die eine Zyklusverschiebung und somit das Ausbleiben der Regel verursachen können: Die Einnahme von Medikamenten, Stress, eine kürzlich durchlebte Krankheit, eine Reise in eine andere Zeitzone oder einfach eine Laune der Natur. Manchmal hat der Eisprung einfach später stattgefunden und dementsprechend kommen dann die Tage später – oder aber auch gar nicht.

Ab wann Schwangerschaftssymptome bemerkbar?

Grundsätzlich kannst du frühestens sieben bis zehn Tage nach der Befruchtung mit Schwangerschaftssymptomen rechnen. Denn erst dann läuft die Produktion des Schwangerschaftshormon HCG (Hormon Human Chorion Gonadotropin) richtig an, welches die befruchtete Eizelle produziert, sobald sie sich in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat.

In dieser frühen Phase ist es aber nur in so geringer Konzentration vorhanden, dass es von normalen Schwangerschaftstests (keine Frühtests), wie du sie in der Apotheke oder dem Drogeriemarkt kaufen kannst, nicht immer nachgewiesen werden kann. Das bedeutet, dass der Test negativ ausfallen kann, obwohl du wirklich schwanger bist. Ein Bluttest beim Frauenarzt bringt dir schnell Klarheit: „Bereits sechs bis neun Tage nach der Befruchtung kann der Arzt  mit einem Schwangerschaftstest im Blut seiner Patientin das schwangerschaftserhaltende Hormon Human Chorion Gonadotropin (HCG) nachweisen“, erklären auch die Frauenärzte im Netz.

Video-Empfehlung

Sichere Schwangerschaftssymptome

Oft kann ein Schwangerschaftstest zu einem frühen Zeitpunkt noch kein eindeutiges Ergebnis liefern, oder er ist nicht eindeutig. Dann wird dir die Frage „Bin ich schwanger?“ vermutlich keine Ruhe lassen. Zu den sicheren Schwangerschaftssymptomen gehören:

  • Ein positiver Schwangerschaftstest durch den Arzt
  • erhöhte Basaltemperatur über mindestens 18 Tage
  • Ein Ultraschallbild, auf dem eine Fruchtblase mit Embryo nachgewiesen werden kann
  • Erste Herztöne des Kindes bei der Ultraschalluntersuchung
  • Der Embryo lässt sich durch die Bauchdecke ertasten
  • Erkennbare Kindsbewegungen (etwa um die  SSW)

Bis zum eindeutigen Nachweis per Ultraschall muss die Schwangere mindestens in der 6. SSW sein, damit man überhaupt etwas sehen kann. In der Zwischenzeit gilt es, die Symptome einer Schwangerschaft richtig zu deuten und nach Ausbleiben der Regel einen Schwangerschaftstest zu machen. In diesem Artikel findet du noch einmal ausführliche Informationen zu zwölf typischen Schwangerschaftsanzeichen.

Schwangerschaftssymptome aber der Test ist negativ?

Der Test ist negativ aber die Übelkeit bleibt? Auch das Ziehen im Unterleib will nicht verschwinden? Vielleicht ist der Test zu früh angewendet worden, weil sich der Zyklus verschoben hat und der Eisprung später stattfand als gedacht. Dann sollte man nach einigen Tagen einen erneuten Urin-Test durchführen. Es gibt zudem auch viele andere Ursachen, die Schwangerschaftssymptome hervorrufen. Mangelerscheinungen, Erkrankungen und andere Ursachen können hinter den Anzeichen stecken.

Ein anderer Grund für einen falsch positiven Test kann eine bereits fortgeschrittene Schwangerschaft sein. Nach der 12. SSW sinkt der Wert des Hormons HCG wieder – nach der 20. SSW ist ein Test möglicherweise negativ, weil der Wert schon unter die messbare Grenze gesunken ist. Auch ist bei einer Frau, die erstmals schwanger ist, der Bauch zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch nicht sehr ausgeprägt oder fällt wegen Übergewicht nicht auf, so dass man nicht gleich Verdacht schöpft. Erste zaghafte Kindsbewegungen werden dann vielleicht als Blähungen oder Darmbewegungen fehlinterpretiert.

Wichtig ist, dass man bei anhaltenden Schwangerschaftssymptomen und zugleich negativen Testergebnissen den Frauenarzt aufsucht. Per Ultraschall kann dann geprüft werden, ob eine Schwangerschaft vorliegt oder ob es andere Ursachen gibt.

Grundsätzlich sollte man bei einem Verdacht auf eine Schwangerschaft sein Verhalten sofort anpassen, als wäre die Schwangerschaft bereits nachgewiesen: Verzicht auf Alkohol, Nikotin und eventuell auch auf Medikamente, Finger weg von schädlichen Chemikalien (dazu gehören auch beispielsweise auch Latex-Farben), keine rohen Eier, Fleisch- oder Käseprodukte essen, wegen der Gefahr von Toxoplasmose einen Bogen um das Katzenklo machen und bei Gartenarbeit Handschuhe tragen. Besonders in der Frühschwangerschaft können durch schädliche Einflüsse Fehlentwicklungen von Organen oder gar Fehlgeburten entstehen.

Eine Übersicht, auf was du in der Schwangerschaft auf jeden Fall verzichten solltest, bekommst du in nachfolgendem Video:

7 verbotene Dinge in der Schwangerschaft

Schwangerschaftswoche genauer bestimmen: So kannst du sie berechnen

Der Test ist positiv, aber in welcher Schwangerschaftswoche bin ich und wann ist der voraussichtliche Geburtstermin? Beginnend mit dem ersten Tag der letzten Regel wird die SSW berechnet. Unser Schwangerschaftsrechner hilft dir bei der Berechnung. Dafür sind nur wenige Klicks notwendig: Probiere es aus!

Aber es gibt auch andere Methoden. Diese sind beispielsweise nötig, wenn die letzte Menstruation nicht mehr bekannt ist oder durch Zyklusstörungen mehrere Monate zurückliegt und nicht zur Berechnung verwendet werden kann. Außerdem kann der Frauenarzt durch das Messen des Kopfumfangs, der Körpergröße und später auch des Oberschenkelknochens das Alter des Babys ziemlich genau eingrenzen, und so den voraussichtlichen Geburtstermin berechnen.

Der Schwangerschaftskalender als Begleiter

Es ist also tatsächlich eine Schwangerschaft – Herzlichen Glückwunsch! Spannende Zeiten stehen bevor und Körper und Psyche befinden sich nun unter dem Einfluss von (Schwangerschafts-) Hormonen. Du wirst schnell merken, dass sie dir weitaus mehr Schwangerschaftssymptome bescheren also du vielleicht ahnst. Sie sind zum Beispiel auch dafür verantwortlich, dass du dich ab dem zweiten Trimester auf eine voluminöse Haarpracht freuen darfst.

Im Bauch wächst nach und nach ein neuer Mensch heran, jeden Tag entstehen neue Zellen, neue Funktionen und bald wird aus zwei kleinen Zellen ein Miniatur-Mensch zu erkennen sein, der in deinem Bauch Purzelbäume schlägt.

Erfahre nun jede Woche, was gerade im Bauch passiert und wie sich dein Körper verändert, was jetzt wichtig ist und wie du dich auf das Leben mit einem Kind vorbereitest. Du kannst den Schwangerschaftskalender von Hallo-Eltern.de anschauen oder dir wöchentlich zuschicken lassen. Registriere dich einfach in wenigen Schritten und bekomme jede Woche die wichtigsten Infos bequem per Mail: Anmeldung für den Hallo:Eltern-Newsletter.

Schwangere in Not: Wenn Schwangerschaftssymptome Konflikte auslösen

Eine ungeplante Schwangerschaft kann eine Frau ganz schön in Bedrängnis bringen. Auch Gewalt in der Partnerschaft, eine Teenager-Schwangerschaft oder die Feststellung einer Erkrankung des ungeborenen Kindes sind häufige Gründe für Schwangerschaftskonflikte. Nicht nur die Frage, ob man es behalten soll oder nicht kann dann im Raum stehen. Auch Sorgen um die berufliche Zukunft, finanzielle Sicherheit, die Partnerschaft oder die Reaktion von Verwandten und Freunden können einen beschäftigen.

Beratungsstellen wie zum Beispiel Pro Familia sind dann erfahrene Anlaufstellen, die über Hilfeleistungen Auskunft geben und Schwangere oder Paare psychologisch unterstützen. Auch betreute Wohnangebote für minderjährige Schwangere gibt es. Wohin man sich wenden kann, wenn die Schwangerschaft mit einer Notlage verbunden ist liest du hier.

Schwangerschaft und Arbeitsrecht

Haben sich die Schwangerschaftssymptome bestätigt und liegt eine Schwangerschaft vor, hat die Frau Kündigungsschutz. Zudem greift das Mutterschutzgesetz, welches beispielsweise zusätzliche Pausen vorsieht, die Anzahl der hintereinander gearbeiteten Tage begrenzt und Nachtarbeit verbietet. Je nach Beruf können weitere Regelungen das Arbeitsleben verändern. In manchen Fällen ist auch ein Berufsverbot auszusprechen, um das Leben und die Gesundheit des ungeborenen Kindes zu schützen. Sollten während der Schwangerschaft Komplikationen wie vorzeitige Wehen oder Blutungen auftreten, kann es nötig sein, die Schwangere für einige Zeit oder sogar für den Rest der Schwangerschaft krankzuschreiben. Die Entscheidung trifft hierbei der Frauenarzt. Wer in der Schwangerschaft noch in der Probezeit ist, profitiert ebenfalls vom Kündigungsschutz.

Anders sieht es aus, wenn die Schwangere in einem befristeten Arbeitsverhältnis ist: Mit Auslaufen des befristeten Vertrags endet dann das Beschäftigungsverhältnis trotz der Schwangerschaft, sofern der Arbeitgeber nicht zu einer Verlängerung bereit ist.

Sollte eine Kündigung bereits ausgesprochen worden sein, die betroffene Frau kurze Zeit später aber eine Schwangerschaft feststellen, so wird die Kündigung nach dem Mutterschutzgesetz noch innerhalb einer bestimmten Frist ungültig.

___________
Quellen:

Frauenärzte im Netz: Anzeichen einer Schwangerschaft & Schwangerschaftstest, URL:https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/schwangerschaft/schwangerschaftsanzeichen-schwangerschaftstest/ (Abrufdatum: 26.10.2018)

familienplanung.de Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:Bin ich schwanger?, URL: https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/bin-ich-schwanger/ (Abrufdatum: 26.10.2018)

Sayle AE1, Wilcox AJ, Weinberg CR, Baird DD.: A prospective study of the onset of symptoms of pregnancy, Journal of Clinical Epidemiology, Band 55, Heft 7, Seiten 676-680

Höfer, Silvia; Szász, Nora: Hebammen-Gesundheitswissen: Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach, Gräfe und Unzer Verlag: München 2012

Ein Gedanke zu “Schwangerschaftssymptome: Die Anzeichen richtig deuten

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.