Schwangerschaftssymptome: Die Anzeichen richtig deuten

Schwangerschaftssymptome: Die Anzeichen richtig deuten

Übelkeit und Erbrechen können typische Schwangerschaftssymptome sein. Fragst du dich also vielleicht gerade, ob der akute Magen-Darm-Infekt in neun Monaten einen eigenen Namen bekommt oder vielleicht doch nur eine Magenverstimmung hinter deiner Übelkeit steckt?

Junge Frau blickt in die Ferne
Sind das Schwangerschaftssymptome? © Unsplash/ Ravi Roshan

Oft kann ein Schwangerschaftstest zu einem frühen Zeitpunkt noch kein eindeutiges Ergebnis liefern, oder er ist nicht eindeutig. Dann wird dir die Frage, ob du schwanger bist, vermutlich keine Ruhe lassen. Hier erfährst du, wie du die ersten Schwangerschaftssymptome richtig deuten kannst. Im Video findest du außerdem noch eine Kurzzusammenfassung zu sieben typischen Symptomen einer Schwangerschaft.

Typische Schwangerschaftssymptome

Die meisten Schwangerschaften sind geplant und vielleicht sogar lang ersehnt. Dann sind Schwangerschaftssymptome wie das Ziehen im Bauch oder das Ausbleiben der Regel sicher sehr willkommen. Andere Frauen hingegen haben nicht damit gerechnet und müssen sich mit diesem Gedanken erst einmal auseinandersetzen.

Doch egal, in welche Richtung sich das Kopfkarussell dreht, man muss natürlich zunächst feststellen, ob überhaupt eine Schwangerschaft vorliegt. Es gibt viele Gründe, die eine Zyklusverschiebung und somit das Ausbleiben der Regel verursachen können: Die Einnahme von Medikamenten, Stress, eine kürzlich durchlebte Krankheit, eine Reise in eine andere Zeitzone oder einfach eine Laune der Natur. Manchmal hat der Eisprung einfach später stattgefunden und dementsprechend kommen dann die Tage später – oder aber auch gar nicht.

Schwanger? Symptome im Überblick

Ein Urin-Schwangerschaftstest wird meist erst nach Ausbleiben der Menstruation sicher, bis dahin kann nur ein Bluttest Auskunft über eine Schwangerschaft geben. Oder man versucht die Anzeichen zu deuten, die der Körper aussendet.

Die bekanntesten Schwangerschaftssymptome sind wohl Übelkeit (mit und ohne Erbrechen), ein Spannungsgefühl in den Brüsten oder empfindlichere Brüste und das Ziehen im Unterleib. Einige dieser Symptome kommen aber auch oft im Vorfeld der Menstruation vor. Gerade die ersten Symptome einer Schwangerschaft sind also oft nur schwer zu erkennen beziehungsweise unsicher. Aus medizinischer Sicht unterscheidet man daher zwischen unsicheren, wahrscheinlichen und sicheren Symptomen.

Die Top 7 Schwangerschaftsanzeichen

Unsichere Symptome einer Schwangerschaft

Grundsätzlich kannst du frühestens neun Tage nach der Befruchtung mit ersten Anzeichen rechnen. Denn erst dann läuft die Produktion des Schwangerschaftshormon HCG (Hormon Human Chorion Gonadotropin) richtig an. In dieser frühen Phase ist es aber nur in so geringer Konzentration vorhanden, dass es von normalen Schwangerschaftstests (keine Frühtests) nicht nachgewiesen werden kann. Frühe Schwangerschaftssymptome, von denen dir vielleicht schon eine Freundin erzählt hat, sind daher noch zu den unsicheren Anzeichen zu rechnen. Dazu gehören:

  • Schwindel oder Kreislaufprobleme
  • extreme Müdigkeit
  • spannende Brüste
  • ständiger Harndrang
  • Übelkeit und Erbrechen

Letztendlich sind das gefühlte Symptome einer Schwangerschaft, die auch andere Ursachen haben könnten. Mit Ausbleiben der Periode wird eine Schwangerschaft aus medizinischer Sicht dann schon wahrscheinlich. Wieso nur wahrscheinlich? Da das Ausbleiben der Menstruationsblutung auch andere Ursachen haben kann, ist dies nicht als eindeutiges Anzeichen zu werten.

Sichere Symptome einer Schwangerschaft

Ganz sichere Schwangerschaftssymptome sind:

  • Ein positiver Schwangerschaftstest
  • Ein Ultraschallbild, auf dem eine Fruchtblase mit Embryo nachgewiesen werden kann.
  • Erste Herztöne des Kindes bei der Ultraschalluntersuchung
  • Der Embryo lässt sich durch die Bauchdecke ertasten
  • Erkennbare Kindsbewegungen (etwa um die 20. SSW).

Bis zum eindeutigen Nachweis per Ultraschall muss die Schwangere mindestens in der 6. SSW sein, damit man überhaupt etwas sehen kann. In der Zwischenzeit gilt es, die Symptome richtig zu deuten und nach Ausbleiben der Regel einen Schwangerschaftstest zu machen. In diesem Artikel findet du noch einmal ausführliche Informationen zu zwölf typischen Schwangerschaftsanzeichen.

Video-Empfehlung

Welcher Schwangerschaftstest und wann?

Im Wesentlichen gibt es drei Möglichkeiten, eine Schwangerschaft nachzuweisen: den Bluttest, den Urin-Schwangerschaftstest und die Ultraschall-Untersuchung. Das Ergebnis ist jeweils die erste konkrete Bestätigung für eine Schwangerschaft, Symptome wie Erbrechen hin oder her. Aber nicht jede Test-Methode ist zu jedem Zeitpunkt anwendbar.

Nachweis durch Bluttest

Das Hormon HCG kann schon zwölf Tage nach dem Eisprung im Blut nachgewiesen werden. Ein früher Nachweis ist sinnvoll, wenn eine Schwangerschaft für Röntgenuntersuchungen, Medikamenteneinnahme oder Operationen ausgeschlossen werden muss. Der Bluttest kann sowohl vom Frauenarzt, als auch von einem Allgemeinarzt durchgeführt werden. Das Ergebnis ist in den ersten Schwangerschaftsmonaten zuverlässig. Allerdings sinkt der HCG-Wert nach dem dritten Schwangerschaftsmonat deutlich ab und kann etwa nach der 20. SSW nicht mehr nachgewiesen werden. Somit kann bei einer spät überprüften Schwangerschaft ein falsch negatives Ergebnis entstehen. Allerdings sind dann natürlich schon andere sichere Schwangerschaftssymptome nachzuweisen.

Nachweis durch Urin-Schwangerschaftstest

Urin-Tests sind allgemein bekannt. Auch hier wird das Hormon HCG gemessen, jedoch ist der Nachweis im Urin erst später möglich als bei einem Bluttest. Die meisten Tests zeigen erst nach dem Ausbleiben der Menstruation ein zuverlässiges Ergebnis an. Ist der Test kurz nach Ausbleiben der Regel negativ, kann es sinnvoll sein, nach ein paar Tagen einen erneuten Test durchzuführen, da sich der Zyklus verschieben kann und man somit nie mit Sicherheit weiß, ob der Eisprung und somit die Menstruation zu einem späteren Zeitpunkt stattgefunden hätten. Wie auch beim Bluttest ist der Schwangerschaftsnachweis nach dem dritten Monat kaum mehr möglich, da dann der Wert des HCG bereits zu sehr gesunken ist, um im Urin nachgewiesen zu werden.

 

Wie funktioniert ein Schwangerschaftstest?

Nachweis durch Ultraschall-Untersuchung

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, und wenn im Ultraschall ein Embryo zu sehen ist, dann ist das wohl das sicherste Symptom einer Schwangerschaft. Jedoch ist die Sichtung im Ultraschall meist erst ab der 6. SSW möglich, somit eignet sich diese Methode nicht zur frühen Feststellung einer Schwangerschaft. Sie ist aber im weiteren Verlauf ein sicherer Nachweis und kann darüber hinaus auch Auskunft geben, ob die Einnistung an der richtigen Stelle stattgefunden hat und ob sich der Embryo richtig entwickelt.

Schwangerschaftstests richtig anwenden

Ist das ein Strich oder eine Verdunstungslinie? Schwangerschaftstests können ganz schön schwer zu lesen sein. Ob der zweite Strich nach fünf Minuten erst erscheint und dennoch eine Schwangerschaft anzeigt oder ob auch eine leichte Verfärbung als positiv zu sehen ist, sind häufige Fragen. Auch der richtige Zeitpunkt für die Anwendung des Tests ist oft unklar. Es gibt auf dem Markt sogenannte Frühtests. Einige davon versprechen schon vor dem Ausbleiben der Regel ein zuverlässiges Ergebnis. Die Erfahrungen unserer Userinnen zeigen jedoch, dass die meisten Tests erst einige Tage nach dem Ausbleiben der Menstruation das richtige Ergebnis anzeigen. Bis dahin sind zumindest negative Testergebnisse zunächst mit Vorsicht zu genießen. Ist ein Test jedoch positiv und kannst du auch andere Schwangerschaftssymptome feststellen, gibt es kaum einen Zweifel.

Das Hormon HCG kommt bei gesunden Frauen nur im Fall einer Schwangerschaft im Körper vor. Die Einnahme der Antibaby-Pille beeinflusst einen Schwangerschaftstest übrigens nicht. Um Anwendungsfehler auszuschließen und zu einem möglichst sicheren Ergebnis beim Schwangerschaftstest zu gelangen, hilft dir dieser Artikel rund ums Thema Schwangerschaftstests.

Test negativ – trotz Schwangerschaft-Symptome

Der Test ist negativ aber die Übelkeit bleibt? Auch das Ziehen im Unterleib will nicht verschwinden? Vielleicht ist der Test zu früh angewendet worden, weil sich der Zyklus verschoben hat und der Eisprung später stattfand als gedacht. Dann sollte man nach einigen Tagen einen erneuten Urin-Test durchführen. Es gibt zudem auch viele andere Ursachen, die Symptome einer Schwangerschaft hervorrufen. Mangelerscheinungen, Erkrankungen und andere Ursachen können hinter den Anzeichen stecken.

Ein anderer Grund für einen falsch positiven Test kann eine bereits fortgeschrittene Schwangerschaft sein. Nach der 12. SSW sinkt der Wert des Hormons HCG wieder – nach der 20. SSW ist ein Test möglicherweise negativ, weil der Wert schon unter die messbare Grenze gesunken ist. Auch ist bei einer Frau, die erstmals schwanger ist, der Bauch zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch nicht sehr ausgeprägt oder fällt wegen Übergewicht nicht auf, so dass man nicht gleich Verdacht schöpft. Spürbare Tritte des Kindes werden dann vielleicht als Blähungen oder Darmbewegungen fehlinterpretiert.

Wichtig ist, dass man bei anhaltenden Schwangerschaftssymptomen und zugleich negativen Testergebnissen den Frauenarzt aufsucht. Mit Ultraschall kann dann geprüft werden, ob eine Schwangerschaft vorliegt oder ob es andere Ursachen gibt.

Grundsätzlich sollte man bei einem Verdacht auf eine Schwangerschaft sein Verhalten sofort anpassen, als wäre die Schwangerschaft bereits nachgewiesen: Verzicht auf Alkohol, Nikotin und evtl. auch Medikamente, Finger weg von schädlichen Chemikalien (dazu gehören auch z.B. Latex-Farben), keine rohen Eier, Fleisch- oder Käseprodukte essen, wegen der Gefahr von Toxoplasmose einen Bogen um das Katzenklo machen und bei Gartenarbeit Handschuhe tragen. Besonders in der Frühschwangerschaft können durch schädliche Einflüsse Fehlentwicklungen von Organen oder gar Fehlgeburten entstehen.

Eine Übersicht der möglichen Schädigungen findest du in diesem Artikel zur Entwicklung eines Embryos: So wächst das Baby im Mutterleib.

Welche SSW? So kannst du sie berechnen

Der Test ist positiv, aber in welcher Schwangerschaftswoche bin ich und wann ist der voraussichtliche Geburtstermin? Beginnend mit dem ersten Tag der letzten Regel wird die SSW berechnet. Unser Schwangerschaftsrechner hilft dir bei der Berechnung. Dafür sind nur wenige Klicks notwendig: Probiere es aus!

Hier findest du den Schwangerschaftsrechner zur Berechnung der Schwangerschaftswoche und des Geburtstermins

Aber es gibt auch andere Methoden. Diese sind beispielsweise nötig, wenn die letzte Menstruation nicht mehr bekannt ist oder durch Zyklusstörungen mehrere Monate zurückliegt und nicht zur Berechnung verwendet werden kann. Außerdem kann der Frauenarzt durch das Messen des Kopfumfangs, der Körpergröße und später auch des Oberschenkelknochens das Alter des Babys ziemlich genau eingrenzen, und so den voraussichtlichen Geburtstermin berechnen.

Schwangere in Not: Wenn Schwangerschaftssymptome Konflikte auslösen

Eine ungeplante Schwangerschaft kann eine Frau ganz schön in Bedrängnis bringen. Auch Gewalt in der Partnerschaft, eine Teenager-Schwangerschaft oder die Feststellung einer Erkrankung des ungeborenen Kindes sind häufige Gründe für Schwangerschaftskonflikte. Nicht nur die Frage, ob man es behalten soll oder nicht kann dann im Raum stehen. Auch Sorgen um die berufliche Zukunft, finanzielle Sicherheit, die Partnerschaft oder die Reaktion von Verwandten und Freunden können einen beschäftigen.

Beratungsstellen wie zum Beispiel Pro Familia sind dann erfahrene Anlaufstellen, die über Hilfeleistungen Auskunft geben und Schwangere oder Paare psychologisch unterstützen. Auch betreute Wohnangebote für minderjährige Schwangere gibt es. Wohin man sich wenden kann, wenn die Schwangerschaft mit einer Notlage verbunden ist liest du hier.

Schwangerschaft und Arbeitsrecht

Haben sich die Schwangerschaftssymptome bestätigt und liegt eine Schwangerschaft vor, hat die Frau Kündigungsschutz. Zudem greift das Mutterschutzgesetz, welches beispielsweise zusätzliche Pausen vorsieht, die Anzahl der hintereinander gearbeiteten Tage begrenzt und Nachtarbeit verbietet. Je nach Beruf können weitere Regelungen das Arbeitsleben verändern. In manchen Fällen ist auch ein Berufsverbot auszusprechen, um das Leben und die Gesundheit des ungeborenen Kindes zu schützen. Sollten während der Schwangerschaft Komplikationen wie vorzeitige Wehen oder Blutungen auftreten, kann es nötig sein, die Schwangere für einige Zeit oder sogar für den Rest der Schwangerschaft krankzuschreiben. Die Entscheidung trifft hierbei der Frauenarzt. Wer in der Schwangerschaft noch in der Probezeit ist, profitiert ebenfalls vom Kündigungsschutz.

Anders sieht es aus, wenn die Schwangere in einem befristeten Arbeitsverhältnis ist: Mit Auslaufen des befristeten Vertrags endet dann das Beschäftigungsverhältnis trotz der Schwangerschaft, sofern der Arbeitgeber nicht zu einer Verlängerung bereit ist.

Sollte eine Kündigung bereits ausgesprochen worden sein, die betroffene Frau kurze Zeit später aber eine Schwangerschaft feststellen, so wird die Kündigung nach dem Mutterschutzgesetz noch innerhalb einer bestimmten Frist ungültig.

Der Schwangerschaftskalender als Begleiter

Es ist also tatsächlich eine Schwangerschaft – Herzlichen Glückwunsch! Spannende Zeiten stehen bevor und Körper und Psyche befinden sich nun unter dem Einfluss von (Schwangerschafts-) Hormonen. Du wirst schnell merken, dass sie dir weitaus mehr Schwangerschaftssymptome bescheren also du vielleicht ahnst. Sie sind zum Beispiel auch dafür verantwortlich, dass du dich ab dem zweiten Trimester auf eine voluminöse Haarpracht freuen darfst.

Im Bauch wächst nach und nach ein neuer Mensch heran, jeden Tag entstehen neue Zellen, neue Funktionen und bald wird aus zwei kleinen Zellen ein Miniatur-Mensch zu erkennen sein, der in deinem Bauch Purzelbäume schlägt.

Erfahre nun jede Woche, was gerade im Bauch passiert und wie sich dein Körper verändert, was jetzt wichtig ist und wie du dich auf das Leben mit einem Kind vorbereitest. Du kannst den Schwangerschaftskalender von Hallo-Eltern.de anschauen oder dir wöchentlich zuschicken lassen. Registriere dich einfach in wenigen Schritten und bekomme jede Woche die wichtigsten Infos bequem per Mail: Anmeldung für den Hallo:Eltern-Newsletter.

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