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Ist Thunfisch in der Schwangerschaft gefährlich?

vonNora Niedermeier

Thunfisch + Schwangerschaft: Ist das eine gefährliche Mischung? Lies hier, was das Experten und Wissenschaftler dazu sagen und ob sich die Situation in der Stillzeit ändert.

vonNora Niedermeier
Wie viel Thunfisch in der Schwangerschaft ist unbedenklich?
Wie viel Thunfisch in der Schwangerschaft ist unbedenklich?
© Bigstock / Mizina

Warum du Thunfisch in der Schwangerschaft vermeiden solltest

Thunfisch + Schwangerschaft ist eine wirklich gefährliche Mischung! Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Bundesumweltministerium (BMU) raten Schwangeren und Stillenden deutlich vom Verzehr von Thunfisch ab.

Der Grund: Ebenso wie manch andere Fische weist Thunfisch einen hohen Anteil an organischem Quecksilber, sogenanntem Methylquecksilber, auf.

Quecksilber im Fisch
Woher kommt es?

Der Thunfisch gehört zu den Raubfischen und nimmt mit seiner Beute auch deren Umweltbelastungen auf, also auch eine erhöhte Menge Quecksilber. Thunfische können außerdem bis zu 15 Jahren alt werden, deshalb ist vermehrt Quecksilber in ihnen zu finden.

Gefährdung des Ungeborenen trotz EU-Höchstgrenzen

Daher solltest du auf Thunfisch in der Schwangerschaft verzichten. Es gibt zwar festgeschriebene Höchstgrenzen (auf ein Kilo Thunfischfleisch darf maximal ein Milligramm Quecksilber kommen), diese sind jedoch nur für den ausgereiften Organismus als ungefährlich anzusehen.

Da Quecksilber in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, kann es durch die Plazenta in den Blutkreislauf deines Babys gelangen.

Thunfisch & Schwangerschaft: Folgen für dein Baby

Laut dem Berufsverband der Frauenärzte können die Folgen für die Entwicklung deines Babys drastisch sein:

  • Hemmung der fetalen Hirnentwicklung
  • Hervorrufen von Verhaltensstörungen
  • Negative Beeinflussung des Wahrnehmungsvermögen
  • Negative Beeinflussung der Motorik
  • Beeinträchtigungen des Nerven- und Immunsystems
  • Schädigung des Herzens
  • Nierenschädigungen

Laut einer US-Studie steht Thunfisch in der Schwangerschaft aufgrund seiner Quecksilber-Belastung außerdem in Verdacht, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) auslösen zu können.

Ist Thunfisch in der Stillzeit erlaubt?

Auch während der Stillzeit solltest du auf Thunfisch und andere quecksilberreiche Fische verzichten. Der Berufsverband der Frauenärzte warnt:

“Methylquecksilber ist „muttermilchgängig“, das heißt, das Gift wird an Albumin gebunden (wichtigstes Eiweiß des Blutplasmas) vom Blutkreislauf der stillenden Frau in die sekretorischen Zellen des Brustgewebes befördert und gelangt ungehindert in die Muttermilch.”

Das Quecksilber gelangt also über die Muttermilch in den kindlichen Organismus und kann dort bei deinem Baby Schaden anrichten. Also: Auch kein Thunfisch in der Stillzeit!

Ist Dosen-Thunfisch oder Thunfischsalat erlaubt?

Der Verzicht gilt nicht nur für frischen Thunfisch in der Schwangerschaft, sondern für Thunfisch in jeglicher Form. Das Verbot gilt also auch für:

  • (marinierten) Thunfisch aus der Dose
  • Thunfischsalat
  • Thunfischpizza
  • Thunfisch-Aufstrich
  • Thunfisch-Steak

Fisch in der Schwangerschaft: Diese Sorten solltest du meiden

Vermeide auch andere Fische, die einen hohen Quecksilberanteil aufweisen. Das gilt vor allem für Raubfische, also auch für:

  • Heilbutt
  • Hummer
  • Aal
  • Makrele
  • Rotbarsch
  • Seeteufel
  • Hai

Thunfisch & Schwangerschaft: Alternativen

Gänzlich auf Fisch verzichten brauchst und solltest du während der Schwangerschaft und Stillzeit aber nicht. Immerhin werden ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche empfohlen. Unbedenkliche Fischarten sind:

  • Lachs (nicht roh!)
  • Hering
  • Forelle
  • Karpfen
  • Makrele

Mit ihren wertvollen Omega-3-Fettsäuren, Spurenelementen und Vitamin D versorgen sie dich und dein Baby bestens. Dabei solltest du aber auf die richtige Zubereitungsart achten: Roher oder halbroher (zum Beispiel lediglich geräucherter) Fisch in der Schwangerschaft ist aufgrund des Risikos von Lebensmittelinfektionen wie Listeriose und Toxoplasmose nämlich ebenfalls tabu.

Um durch vegetarische Alternativen an die wichtigen Omega-3-Fettsäuren zu gelangen, integriere Pflanzenöle wie Raps- oder Walnussöl in deinen Speiseplan. Bevor du auf Kapseln aus der Apotheke zurückgreifst, besprich dich mit deinem Frauenarzt.

Quellen

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