Ist Thunfisch in der Schwangerschaft gefährlich?

Thunfisch & Schwangerschaft ist keine gute Mischung
Das gilt für Dosen-Thunfisch und Co.
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Fisch ist gesund und liefert Mama und Kind viele wichtige Nährstoffe. Leider stecken in einigen Arten auch Umweltgifte, die das Baby schädigen können. Was du bei Heißhunger auf Thunfisch, Pizza Tonno und Co. in der Schwangerschaft beachten musst und welche Alternativen du bedenkenlos essen kannst.


Warum du Thunfisch in der Schwangerschaft vermeiden solltest

Als roher Fisch (etwa im Sushi oder als Tatar) ist Thunfisch in der Schwangerschaft ohnehin nicht zu empfehlen. Aber auch von gekochtem Thunfisch aus der Dose wird Schwangeren von Ernährungs- und Umweltexpert:innen abgeraten. Denn dieser hat von Natur aus eine (zu) starke Belastung mit Quecksilber.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Bundesumweltministerium (BMU) betonen, dass Thunfisch einen hohen Anteil an organischem Quecksilber, sogenanntem Methylquecksilber, aufweist.

Thunfisch gehört zu den Raubfischen und nimmt mit seiner Beute deren Umweltbelastungen auf, also auch eine erhöhte Menge Quecksilber. Durch Umweltverschmutzung gelangt heute zudem deutlich mehr Quecksilber in die Meere, das sich in den Fischen anreichert.

Gefährdung trotz EU-Höchstgrenzen

Es gibt zwar festgeschriebene Höchstgrenzen (auf ein Kilo Thunfisch darf maximal ein Milligramm Quecksilber kommen), diese sind jedoch nur für Erwachsene als ungefährlich anzusehen. Daher solltest du lieber auf Thunfisch in der Schwangerschaft verzichten.

Quecksilber ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und wird nicht von der Plazenta herausgefiltert. So kann es nach dem Verzehr in den Blutkreislauf deines Babys gelangen.

Mögliche Gefahren beim Verzehr von Thunfisch in der Schwangerschafty

Laut dem Berufsverband der Frauenärzte können die Folgen für die Entwicklung deines Babys drastisch sein:

  • Hemmung der fetalen Hirnentwicklung
  • Hervorrufen von Verhaltensstörungen
  • Negative Beeinflussung des Wahrnehmungsvermögens
  • Negative Beeinflussung der Motorik
  • Beeinträchtigungen des Nerven- und Immunsystems
  • Schädigung des Herzens
  • Nierenschädigungen

Laut einer US-Studie steht Thunfisch in der Schwangerschaft aufgrund seiner Quecksilber-Belastung außerdem in Verdacht, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) auslösen zu können.


Auch auf Dosen-Thunfisch, Pizza Tonno und Co. besser verzichten

Der Verzicht gilt nicht nur für frischen Thunfisch, sondern für Thunfisch in jeglicher Form. Zwar enthalten Proben von Thunfisch-Konserven oft deutlich weniger Quecksilber als der frische Fisch, aber wie viel nun in einer Dose Thunfisch steckt, kannst du unmöglich zu Hause nachprüfen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, unabhängig von der Zubereitung auf Thunfisch in der Schwangerschaft zu verzichten.

Dazu gehören auch:

  • (marinierter) Thunfisch aus der Dose
  • Thunfischsalat
  • Thunfischpizza
  • Thunfisch-Aufstrich
  • Thunfisch-Steak

Schwangere sollten nicht nur auf Thunfisch verzichten

Vermeide auch andere Fische, die einen hohen Quecksilber-Anteil aufweisen. Das gilt vor allem für Raubfische wie:

  • Heilbutt
  • Hummer
  • Aal
  • Rotbarsch
  • Seeteufel
  • Hai

Thunfisch-Alternativen für Schwangere

Gänzlich auf Fisch verzichten musst du während der Schwangerschaft und Stillzeit aber nicht. Immerhin werden ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche empfohlen. Unbedenkliche Fischarten sind:

  • Lachs (nicht roh!)
  • Hering
  • Forelle
  • Karpfen
  • Makrele

Mit ihren wertvollen Omega-3-Fettsäuren, Spurenelementen und Vitamin D versorgen sie dich und dein Baby bestens. Dabei solltest du aber auf die richtige Zubereitungsart achten: Roher oder halbroher Fisch (wie Räucherlachs) ist aufgrund des Risikos von Lebensmittelinfektionen wie Listeriose und Toxoplasmose nämlich ebenfalls tabu.

Um durch vegetarische Alternativen an die wichtigen Omega-3-Fettsäuren zu gelangen, integriere Pflanzenöle wie Raps- oder Walnussöl in deinen Speiseplan.

Bevor du auf Kapseln aus der Apotheke zurückgreifst, besprich dich mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin.

Wenn dich lediglich der Heißhunger auf einen Thunfischsalat oder eine Pizza Tonno gepackt hat, bekommst du im Supermarkt mittlerweile einige pflanzliche Alternativen, die in Geschmack und Konsistenz an dem echten Thunfisch aus der Dose in nichts nachstehen.

Ist Thunfisch in der Stillzeit erlaubt?

Auch während der Stillzeit solltest du auf Thunfisch und andere quecksilberreiche Fische verzichten. Der Berufsverband der Frauenärzte warnt:

“Methylquecksilber ist „muttermilchgängig“, das heißt, das Gift wird an Albumin gebunden (wichtigstes Eiweiß des Blutplasmas) vom Blutkreislauf der stillenden Frau in die sekretorischen Zellen des Brustgewebes befördert und gelangt ungehindert in die Muttermilch.”

Das Quecksilber gelangt also über die Muttermilch in den kindlichen Organismus und kann so dein Baby schädigen. Also: Auch kein Thunfisch in der Stillzeit!

Quellen