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Schwangerschaftsübelkeit – Hilfe für die ersten Wochen

Schwangerschaftsübelkeit beginnt bei vielen Frauen morgens gleich nach dem Aufwachen, bei anderen zieht sie sich durch den ganzen Tag. Lies hier, welche Ursachen Übelkeit in der Schwangerschaft haben kann, was dir jetzt helfen kann, ob dein Baby dadurch beeinträchtigt werden kann und ab wann du zum Arzt gehen solltest.

Nicht viel Zeit? Dann hol dir alle wichtigen Infos im Video in der Kurzzusammenfassung.

Schwangerschaftsübelkeit? Hier findest du Hausmittel, Tipps und Info
Schwangerschaftsübelkeit? Hier findest du Hausmittel, Tipps und Info
© Unsplash / Gregory Pappas

Schwangerschaftsübelkeit: Ursachen

Wie kommt es zur Schwangerschaftsübelkeit? Es gibt leider keine einfache Antwort darauf, warum viele Frauen in der Frühschwangerschaft unter Schwangerschaftsübelkeit leiden. Es handelt sich vermutlich um eine Kombination von körperlichen Veränderungen, die dafür verantwortlich ist.

Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Prof. Dr. Kai Bühling von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf sieht vor allem einen Zusammenhang zwischen dem rapiden Anstieg der Hormone Östrogen und ß-HCG. Diese Hormone haben einen empfindlicheren Geruchsinn, überschüssige Magensäure und einen Vitamin B-6 Mangel zur Folge.

Einige Wissenschaftler vermuten auch, dass Stress und Emotionen hierbei eine Rolle spielen.

Schwangerschaftsübelkeit: Symptome

  • Übelkeit – oft vor allem am Morgen oder als Reaktion auf starke Gerüche
  • Starke Übelkeit und Erbrechen
  • Sodbrennen (oft durch das Erbrechen ausgelöst)

Hilfe bei Übelkeit in der Schwangerschaft

Wenn du auf der Suche nach Hilfe gegen die Morgenübelkeit bist, solltest du von Medikamenten auf jeden Fall die Finger lassen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) weist darauf hin, dass ein Medikament gegen Übelkeit wie Doxylamin sowie Medikamente mit Stoffen wie Dimenhydrinat oder Metoclopramid ausdrücklich nicht zur Behandlung von Morgenübelkeit in der Schwangerschaft zugelassen sind. Denn die Medikamente können in Studien nicht an Schwangeren getestet werden – damit das Kindeswohls nicht gefährdet wird.

Werden diese Medikamente doch eingenommen, spricht das Institut von einem „Off-label-use“, also einem nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch, der dringend mit einem Arzt abgesprochen werden muss. Wesentlich sicherer sind daher natürliche Hausmittel gegen Schwangerschaftsübelkeit:

Schwangerschaftsübelkeit: Was hilft? 5 Hausmittel

Grundsätzlich hilft alles, was den Magen beruhigt:

  1. Kaltes Wasser
    Manche Frauen schwören auf einen Schluck eiskaltes Wasser, wann immer das Unwohlsein zuschlägt.
  2. Magenberuhigende Tees
    Nicht jeder Tee ist in der Schwangerschaft erlaubt. Tees aus Koriander, Fenchel, Anis, Kamille oder Melisse kannst du aber auch in der Schwangerschaft gegen Übelkeit regelmäßig trinken.
  3. Frühstücken
    Am besten noch vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit essen, wie zum Beispiel Zwieback. Ist der Kreislauf noch nicht in Schwung und der Blutzucker-Spiegel zudem niedrig, kann das die Schwangerschaftsübelkeit verstärken. Ein warmes Frühstück zum Beispiel mit zarten Haferflocken ist ein guter Start in den Tag. Die Flocken binden die überschüssige Magensäure.
  4. Akupressur
    Stimuliere dafür den Punkt etwa einen Fingerbreit unter der Handgelenksbeugefalte – ein einfaches Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit. Akupressur funktioniert ganz einfach mit speziellen Akupressur-Armbändern.
  5. Akupunktur
    Eine australische Studie konnte belegen, dass Akupunktur ein gutes Mittel gegen Morgenübelkeit in der Frühschwangerschaft ist.

Vorsicht bei Ingwer in der Schwangerschaft! In kleinen Dosen kann sie gegen Schwangerschaftsübelkeit helfen, doch da die Knolle wehenfördernd sein kann, solltest du nach der 16. SSW keine größeren Mengen davon mehr zu dir nehmen.

Ein noch ausführlichere Liste, was bei dir sonst noch helfen kann, findest du in unserem Artikel: Mittel gegen Übelkeit.

Schwangerschaftsübelkeit: Ab wann und wie lange muss ich damit rechnen?

Die meisten Frauen leiden vor allem ab der 6. SSW an Morgenübelkeit. Ab wann damit Schluss ist, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. In der Regel hält die Übelkeit bis zur 12. SSW an. Die gute Nachricht ist: Übelkeit in der Schwangerschaft, vor allem in der Frühschwangerschaft, gilt als gutes Zeichen! Es zeigt, dass ein hohes Maß an Schwangerschaftshormonen vorhanden ist!

Schwangerschaftsübelkeit abends

Manchmal sind Frauen überrascht – denn: Schwangerschaftsübelkeit abends ist auch ganz normal. Wann due Übelkeit am Tag einsetzt und wie lange sie andauert, ist von Frau zu Frau verschieden. Wenn dir also abends übel wird, ist das meist auch ganz normal.

Übelkeit Schwangerschaft: Wie lange ist mir noch schlecht?

Bislang scheinen ein Hauptgrund für die Übelkeit schwangerschaftstypische Hormonwerte zu sein. Dass gute Hormonwerte ein gutes Zeichen sind ist oft nur ein schwacher Trost!

Doch wenn diese Hormone nach der 12. SSW im Wert wieder sinken, dann bessert sich meist auch die Übelkeit und die Schwangere fühlt sich plötzlich „zum Bäume ausreißen“. Unglücklicherweise kann die Übelkeit, zum Beispiel durch Gerüche ausgelöst, in der gesamten Schwangerschaft kommen und gehen.

Keine Schwangerschaft ist wie die andere und das gilt auch für die Schwangerschaftsübelkeit. Dauer und Intensität variiert also von Frau zu Frau. Die Schwangerschaftsübelkeit kann sowohl wenige Wochen als auch mehrere Monate anhalten, letzteres ist jedoch eher selten.

Nicht immer müssen sich Schwangere auch übergeben. In der Regel besteht nur ein andauerndes Gefühl der Übelkeit, Appetitlosigkeit oder auch des Ekels bei Gerüchen und Anblick von Nahrung. So kann den ganzen Tag Übelkeit ohne Erbrechen bestehen.

Doch was ist, wenn die Schwangerschaftsübelkeit einfach nicht besser werden will und du nichts mehr bei dir behalten kannst?

Hyperemesis Gravidarum – Was passiert, wenn ich nichts bei mir behalten kann?

Zum Glück geht es nur wenigen Frauen so schlecht, dass sie keine Nahrung oder Flüssigkeit bei sich behalten können. Wenn es bei dir so sein sollte, dann mache unbedingt einen Termin mit deinem Frauenarzt und sprich mit ihm über die Schwangerschaftsübelkeit und häufiges Erbrechen!

Die so genannte „Hyperemesis Gravidarum“ (starkes Erbrechen bei Schwangeren) kommt laut einer Studie vom National Institute for Health Research Health Technology Assessment Programme bei nur circa 0,3 bis einem Prozent der Schwangeren vor und kann behandelt werden. Ein prominentes Beispiel ist Kate Middleton, die bei ihren Schwangerschaften unter der extremen Form der Schwangerschaftsübelkeit litt.

Unbehandelt allerdings kann es zur Unterversorgung, Dehydration (= starker Flüssigkeitsverlust) und anderen Komplikationen für dich und dein Baby kommen. Mehr Infos über diese krankhafte Übelkeit in der Schwangerschaft liest du hier: Hyperemesis gravidarum – wenn die Übelkeit nicht verschwindet.

Schwangerschaftsübelkeit: Häufigkeit

Auch wenn es dein Unwohlsein nicht verringert, vielleicht hilft es dir, zu wissen, dass du nicht allein bist. Laut dem Deutschen Ärzteblatt leiden 50 bis 90 Prozent der werdenden Mütter unter Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft. Circa 28 Prozent der betroffenen Frauen haben nur einen flauen Magen, ohne zu erbrechen.

Das Unangenehmste: Die Übelkeit in der Schwangerschaft kann zu jeder Tageszeit zuschlagen. Nur wenige Frauen haben sie nur am Morgen, sehr selten bemerken Frauen die Schwangerschaftsübelkeit den ganzen Tag.

Manchmal haben Frauen in der ersten Schwangerschaft keine Probleme, beim nächsten Kind kann es sie jedoch trotzdem treffen. Wer bereits Erfahrungen mit starker Schwangerschaftsübelkeit gemacht hat, und nun ein weiteres Kind plant, sollte vorab mit dem Frauenarzt sprechen – vielleicht bekommst du schon vor dem Einsetzen der Übelkeit Medikamente.

Übelkeit Schwangerschaft: Wird das Baby beeinträchtigt?

Eine milde Form der Schwangerschaftsübelkeit wird dein Baby nicht beeinträchtigen, solange du Nahrung bei dir behalten kannst und eine ausgewogene Kost sowie ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst.

Die meisten Frauen finden schnell heraus, was sie vertragen und wie oft sie am Tag etwas essen müssen, damit es ihnen besser geht. Wenn du Vitamin- und Nahrungsergänzungspräparate, etwa Folsäure, in der Schwangerschaft schlecht schlucken kannst, versuche es zusammen mit etwas zu Essen. Das ist dann auch verträglicher für den Magen.

Oft gibt es eine Tageszeit, zu der die Übelkeit in der Schwangerschaft besser ist. Sie eignet sich für die Einnahme am besten. Hilft auch dies nichts, iss mehrere kleine Mahlzeiten (beispielsweise trockene Kräcker und Getreidewaffeln) und achte auf eine vitaminreiche Ernährung, so bekommen du und dein Baby auch, was ihr braucht.

Übelkeit in der Schwangerschaft: Das kann sie verschlimmern

Die meistens Tipps wirken vor allem vorbeugend gegen die Schwangerschaftsübelkeit. Doch im Alltag ist es schwer, sich Reizen zu entziehen, welche die Übelkeit verschlimmern können. Natürlich reagieren alle Schwangeren unterschiedlich, doch folgende sechs Übelkeits-Auslöser treten häufig auf. Lies hier, was du dagegen tun kannst:

  • Gerüche
    Ein Tropfen Zitronen- oder Pfefferminz-Öl auf dem Handrücken, an dem man riechen kann, hilft, um sich vor übelkeitsauslösenden Gerüchen abzuschotten.
  • Hunger und ein niedriger Blutzucker-Spiegel
    Am besten gleich nach dem Aufwachen Zwieback oder Butterkekse essen, das stabilisiert den Blutzucker-Spiegel und Kreislauf. Tagsüber kleine Snacks dabeihaben und nicht erst bei großem Hungergefühl essen.
  • Flüssigkeitsmangel
    Genug trinken kann bei Schwangerschaftsübelkeit helfen. Bewährt haben sich Tees, eiskaltes oder warmes Wasser. Nimm kleinere Schlucke, das schont den Magen zusätzlich.
  • Fettige oder stark gewürzte Speisen
    Um den Magen durch schwer Verdauliches nicht zusätzlich zu stressen, auf leicht bekömmliche Kost ausweichen.
  • Stress
    Entspannung (zum Beispiel Mediation) in den Tagesablauf einbinden.
  • Müdigkeit
    Bewegung hilft, den Kreislauf etwas anzukurbeln. Ein Spaziergang an der frischen Luft, wirkt oft Wunder gegen Morgenübelkeit.

Risikofaktoren für Übelkeit in der Schwangerschaft

Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen, die bestimmte Vorerkrankungen haben oder nachfolgende Voraussetzungen erfüllen, eher von Schwangerschaftsübelkeit betroffen sind.

Frauen, die…

    • …Migräne mit Übelkeit und Erbrechen haben.
    • …seekrank/ reisekrank werden und dabei Übelkeit oder Erbrechen erleben.
    • …generell durch bestimmte Gerüche oder einen bestimmten Geschmack leicht unter Übelkeit leiden.
    • …Erfahrung mit Übelkeit durch Einnahme der Pille haben.
    • …Mehrlinge erwarten.
    • …schon in vorherigen Schwangerschaft Übelkeit oder Erbrechen hatten.

8 hilfreiche Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit

Schwangerschaftsübelkeit: Wann sollte ich zum Arzt?

Viele Frauen erbrechen in der Schwangerschaft. „Wann zum Arzt?“ lautet dann die Frage. Menschen, die selbst nicht betroffen sind, verharmlosen diesen Zustand gern. Im Normalfall ist die Übelkeit ja auch weder für die Mutter noch für das Kind gefährlich, sondern hauptsächlich sehr störend und einschränkend in der Lebensqualität.

Dennoch hat Schwangerschaftsübelkeit Krankheitswert und sollte auch so betrachtet werden. Hilfe bei der Verrichtung von Hausarbeit und Kinderbetreuung ist meistens angebracht und viele Schwangere können in diesem Zustand kaum arbeiten gehen, da die Konzentration unter dem Unwohlsein leidet. Manche Kollegen mögen das als Anstellerei betrachten, aber wer selbst einmal unter Schwangerschaftsübelkeit gelitten hat, wird Verständnis haben.

Wird eine Dehydration diagnostiziert, kannst du im Krankenhaus oder ambulant über eine intravenöse (= in die Vene) Zufuhr mit Flüssigkeit, Glucose und Elektrolyten versorgt werden.

Außerdem ist die Gabe von Medikamenten gegen das Erbrechen abzuwägen, so dass eine Nahrungsaufnahme wieder möglich wird. Auf keinen Fall sollten solche Medikamente auf eigene Faust eingenommen werden. Die sorgfältige Auswahl des richtigen Wirkstoffs, der das Baby nicht schädigt und auch bei der werdenden Mutter keine Nebenwirkungen verursacht, ist unbedingt dem Arzt zu überlassen.

Du solltest übrigens auch mit deinem Arzt sprechen, wenn dir über längere Zeit absolut nicht nach Essen zumute ist und dadurch keine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme erfolgt. Besonders wenn du Gewicht verlierst, muss überlegt werden, ob die Versorgung des Babys noch ausreichend gewährleistet ist.

Quellen